24 ganz normale Stunden im Leben von Frau Hibbel

Und wie ich das alles so schaffe. Nicht.

Wir schreiben das Jahr 2016 und ich kann mich über mein Leben als Frau auf den ersten Blick nun wahrlich nicht beschweren. So gut wie heute ging es uns Frauen wahrscheinlich noch nie. Zumindest nicht in unseren Breitengraden. In manch anderen Ländern, könnte man meinen es hätte sich seit dem Mittelalter gar nichts getan. Aber das ist ein anderes Thema.

Ich für meinen Teil hatte in meinem Leben bisher alle Freiheiten der Welt. Ich konnte mich selbständig für meinen beruflichen Weg entscheiden (auch wenn ich heute einiges anders machen würde). Bin um die Welt gereist. Habe mir die Männer an meiner Seite alleine ausgesucht. Mich dazu entschieden Kinder in die Welt zu setzen und bin nun trotz meines Lebens als Mutter und Hausfrau immer noch in der Lage mich beruflich zu verwirklichen. Ich habe einen Teilzeit-Job und Blog. Der Laden brummt. Tschacka. Noch vor 50 Jahren war all das nicht selbstverständlich. Diese Freiheiten haben jedoch auch einen Preis. Nämlich das ich ständig unter Strom stehe, gefühlt nie Zeit habe, immer 77.000 Dinge gleichzeitig erledigen und an alles denken muss.

Chaoshouse

An manchen Tagen stehe ich kurz vor nem Herzfraggel und dann würde ich mich am Liebsten auf eine einsame Insel beamen. Ohne Handy, EMails und Kindergeschrei. Just me, myself and I.

Mein Tag in 24 Stunden *:

  • 06:00 Uhr. Der Wecker klingelt. Unbarmherzig. Aufstehen.
  • 06:10 Uhr. Ich gucke bestürzt in den Spiegel und frage mich woher diese tellergroßen Augenringe komme, schlurfe unter die Dusche, stürze den ersten starken Kaffee hinunter, schmiere Butterbrote für Schule und Kita und mache die Taschen fertig. Und vergesse natürlich mal wieder die Sporttasche rauszustellen oder das Buch für die Kita-Bücherrei einzupacken, das dringend zurückgegeben werden müsste. Glaubt Ihr etwa die Jungs denken dran? Natürlich nicht.
  • 07:00 Uhr. Ich wecke die drei Männer des Hauses. Natürlich nicht ohne Genörgel seitens der Geweckten, die sich im Zeitlupentempo bewegen. Ich scheuche alle durch die Gegend und ermahne 20-50 mal, daß sie sich doch bitte anziehen und waschen mögen. Und bin wie immer die doofe Mama, die nur nervt.
  • 07:15 Uhr. Ich verlasse das Haus und darf an diese Stelle zum Glück an Herrn Hibbel übergeben, der den Großen dann nur noch zur Tür rausschickt und den Kleinen in die Kita fährt. Ich stehe derweil Ewigkeiten im Stau und hoffe, daß ich es irgendwie pünktlich ins Büro schaffe.
  • 08:00 Uhr. Ich komme im Büro an, trinke die nächsten 2-3 Kaffee und komme mir erstmal vor wie im Urlaub. Kein Geschrei und Geplärr. Ich kann in Ruhe Mails lesen, einen Satz zuende sprechen und zur Abwechslung mal halbwegs kompetent rüberkommen.
  • 15:30 Uhr. Ich lasse pünktlich den Griffel fallen um die kids auch ja zu den obligatorischen Schul- und Kita-Schließungszeiten abholen zu können. Jede Minute länger verursacht Schweißausbrüche meinerseits. Ein Stau und die Jungs stehen als Letzte da und wollen von ihrer Mama abgeholt werden. Inkl. tadelndem Gesichtsausdruck der Erzieherinnen und Dackelblick meiner Kinder.
  • 15:35 Uhr. Ich telefoniere auf dem Weg nach Hause mit meinem Ex, der sich in Bezug auf Termine unseres Sohnes immer gerne auf mich verlässt (wie eigentlich alle Männer in meinem Dunstkreis). Wir pupen uns ne Runde an und ich bin genervt. Für alle die es nicht wissen:  unser Sohn lebt im 50/50 Wechselmodell bei uns und es vergeht kaum ein Tag wo wir nicht etwas organisieren müssten. Zum Glück meist recht friedlich und relaxt.
  • 16:15 Uhr. Ich hole die Jungs ab, renne mit ihnen durch den Supermarkt oder kutschiere sie zu Freunden, Schwimm- oder Gitarrenunterricht.
  • 17:00 Uhr. Ich komme nach Hause, ziehe endlich mal die Rolläden hoch und bespaße die Jungs, die meine volle Aufmerksamkeit haben wollen. Währenddessen putze ich das Klo, sammle schmutzige Klamottenberge der männlichen Bewohner des Hauses ein, telefoniere, entferne Schuhberge aus dem Flur (aus denen je Schuh gefühlte 5 kg Sand fallen), sauge, wische ein Glas verschüttete Apfelschorle auf, schimpfe mit den Jungs die ne Kissenschlacht im Wohnzimmer veranstalten,checke meine WhattsApp-Nachrichten, spiele wieder Chauffeur um irgendwen abzuholen, räume die Spülmaschine aus und fluche, warum ich zur Hölle keine Putzfrau habe.
  • 17:45 Uhr. Ich setze meine Kinder vor den Fernseher (Kika), damit ich wenigstens mal in Ruhe Abendessen kochen kann und fühle mich dabei wie eine RTL2-Mutter, die dringend Hilfe der Super-Nanny benötigt. Pädagogisch total unwertvoll. Ich frage mich, wie zur Hölle das all die perfekten Blogger- und Instagram-Muttis da draußen hinkriegen? Stylishe, artige kids / durchdesignte, aufgeräumte Buden und überhaupt megaaussehend von den perfekt manikürten Zehen bis zur ondulierten Frise. Ich bekomme Komplexe und bedauer mich ein bisschen ;).
  • 18:30 Uhr. Es gibt Abendessen. Natürlich frisch gekocht. Btw fast immer. Ich bitte die Jungs 20mal den Tisch zu decken und muß mir von einem 4jährigen anhören, warum er immer alles machen muss. Ich ziehe mir ihr Genörgel rein, daß das Essen ja nicht schmeckt und warum bitte schön, denn da ein Fitzelchen Grün auf dem Teller liegt. Der Mann kommt nach Hause, setzt sich an den gedeckten Tisch und guckt ebenfalls pikiert auf den Teller. Mir platzt der Kragen, ich verlasse für 5 Minuten wutschnaubend den Raum und schwöre nie wieder zu kochen. Nach diesem Ausbruch essen wir halbwegs harmonisch zusammen. Jedoch nicht ohne die Kinder x-mal zu ermahnen doch bitte nicht die Arme ins Essen zu legen oder Nahrungsmittel durch die Gegend zu schmeißen. Seit 9 Jahren erfolglos.
  • 19:30 Uhr. Ich räume den Tisch ab, bitte um Hilfe (meine Mitbewohner sind komischerweise plötzlich alle spurlos verschwunden) und muss die Essecke kernsanieren.
  • 20:00 Uhr. Ich renne fluchend hinter den Kindern her, daß sie sich doch endlich die Pyjamas anziehen und waschen sollen. Außerdem will ich doch, daß aus ihnen mal halbwegs „emanzipierte Männer“ werden und erinnere sie täglich daran ihre Schmutzwäsche direkt in den Wäschekorb zu schmeißen und die Klamotten für den nächsten Tag rauszulegen. Herr Hibbel hat jedoch gerade noch ne Runde mit den Jungs getobt und nun versucht mal die Aufmerksamkeit von testoterongesteuerten, aufgeputschten Superhelden zu bekommen oder sie gar ins Bett zu manövrieren. Ich säusel den Jungs was von „Ich les euch noch was vor“ zu und bekomme stattdessen das Buch vom Sams an den Kopf geschmissen.
  • 20:30 Uhr. Ich habe tatsächlich noch was vorgelesen, dabei theatralisch meine Stimme verstellt um den bösen Drachen authentischer zu machen, die Jungs irgendwie ins Bett bekommen und rufe nun noch 5-10 mal „Jetzt ist aber wirklich Schluß!“ in den ersten Stock hoch.
  • 20:40 Uhr. Ich lasse mich völlig erschöpft aufs Sofa plumpsen, da fällt mir aber auch schon wieder siedendheiß ein, daß ich ja noch zig Mails beantworten muß, die blogtechnisch aufgelaufen sind. Und sowieso muß ich ganz dringend noch 2-3 Posts schreiben, Bilder bearbeiten, die nächste Reise planen und 77 Sachen an meinem Blog ändern. Nur wann? Der Tag hat nur ja 24 Stunden. Und überhaupt… ich brauch ne Sekretärin. Oder einfach nen Klon.
  • 23:00 Uhr. Ich gehe ins Bett und falle sofort in einen komatösen Schlaf. Keine 15 Minuten später, werde ich gerufen „Maaama! Ich kann nicht schlafen./ Mir tut der Bauch weh./ Da sitzt ein Monster unterm Bett.“ Ich laufe total beduselt zu den Kindern, tröste, schimpfe oder schlafe halb neben ihnen ein. Herr Hibbel sitzt derweil noch bis 2 Uhr vor der Playstation und hat natürlich nix mitbekommen.
  • 03:00 Uhr. Der Kleinste des Hauses steht neben meinem Bett und will unter meine Decke krabbeln. Ich bringe ihn zurück in sein Bett, lege mich neben ihn, kann da natürlich auch nicht schlafen und denke schon fast drüber nach ganz aufzustehen um endlich mal meine Posts zu schreiben. Ich schleiche mich doch wieder zurück in mein Bett und bin die nächste Stunde noch hellwach. Herr Hibbel kriegt wie immer nix mit und schnarcht munter weiter.
  • 06:00 Uhr. Der Wecker klingelt, ich bin total Banane im Kopf und täglich grüßt das Murmeltier.

Wieder ein Tag wo ich kaum mal Zeit für mich hatte, es nicht geschafft habe meine Freundinnen zu treffen oder einfach nur anzurufen, endlich mal wieder joggen gegangen bin, Zeit hatte auch nur 5 sinnvolle Sätze am Stück mit meinem Kerl zu sprechen oder ne Folge Homeland zu gucken ohne dabei meine Mails zu lesen oder einzupennen.

Und dann frag ich mich schon: Liegt das an mir? Habe ich zu hohe Ansprüche an mich? Will ich zuviele Dinge gleichzeitig? Und ist das alles richtig so? Ich kann mich nicht erinnern, daß meine Mutter früher so einen stressigen Alltag hatte. Ok, die war einfach nur Hausfrau und Mutter,  hatte keinen Blog, war nicht digitalisiert und ständig erreichbar und ist auch nicht dauernd durch die Weltgeschichte getingelt. Ihre Prio waren Familie und Haus. Aber will ich auf mein jetziges Leben verzichten und tauschen? Auch nicht wirklich.

Aber muss es denn immer höher, schneller und weiter gehen? Kein Wunder das soviele Menschen nen Burn Out bekommen. Und überhaupt, was hat uns die Emanzipation gebracht? Klar haben wir nun superviele Freiheiten und uns Frauen stehen alle Wege offen. Dafür haben wir aber nun auch ne Doppel- bis Dreifachbelastung am Hals. Haus, Kinder und Job. Klar passt mein Kerl auch auf die kids auf, kümmert sich und macht „hin und wieder“ was im Haus. Aber der Großteil bleibt irgendwie doch an uns Müttern kleben oder bilde ich mir das nur ein? Und trotz all der Arbeit werden wir trotzdem immer noch schlechter bezahlt als die Kerle und müssen uns vor Altersarmut fürchten.

Also sagt mir bitte….. wie schafft Ihr das alles?

PS: * Ich neige gelegentlich zu „liebevollem Sarkasmus“ ;). Also bitte mit einem Augenzwinkern lesen.

20 Kommentare

    • Nadine sagt

      Wie Du das alles schaffst ist mir sowieso ein Mega-Rätsel??? Dagegen ist mein Tagesablauf ja noch pillepalle. Gib´s zu, Du bist Super-Women, liebe Katja! :-*

  1. Puh, Nadine. Was für ein Thema! Mein Leben sieht ganz genauso aus. Und ich habe auch kein Rezept, merke aber, dass ich echt aufpassen muss, damit nicht irgendwann mein Körper eine Zwangsbremse reinhaut. Ich bin deshalb inzwischen manchmal knallhart: Putzfrau muss sein, der Mann muss definitiv mit ran (hat unzählige Ehekräche gekostet, wird jetzt aber), meine Sportauszeiten werden gnadenlos durchgezogen und die Kids gucken jetzt Kika abends, ohne dass ich ein schlechtes Gewissen habe. Aber der Schlüssel dafür, dass mein Herzschlag so langsam wieder regelmäßig wird, ist definitiv der aktive Mann (wenn natürlich trotzdem die Familienschaltzentrale in meinem Hirn stattfindet, das ändert sich irgendwie nicht). Langer Rede kurzer Sinn: ich zweifle immer mal, ob das so richtig ist, merke dann, dass ich es ja so haben will und arbeite dran, die Zügel auch mal los zu lassen und durchzuatmen.

    • Nadine sagt

      Genau so isses, liebe Stefanie. Die Familienschaltzentrale ist bei fast allen Familien die ich kenne, die Frau. Und Job, Haus, Mann, Kinder und wohlmöglich noch ein Blog…. das haut auf Dauer die stärkste Frau um. Männer müssten hier auf jeden Fall noch aktiver werden, aber ich sehe das ja an meinen 3 Exemplaren. Die meinen das gar nicht böse oder sind faul. Nein, die sehen die Welt einfach mit anderen Augen als ich. Da wo ich Handlungsbedarf oder gar Dreck sehe, sehen die einfach nix ;). D.h. ich muss denen alles sagen und erklären. In der Zeit hab ich es 10mal selber gemacht. Klar bin ich dann selber Schuld, wenn es mir am Ende zuviel wird. Putzfrau wär super, muss man sich aber auch leisten können (und wollen). Soweit bin ich scheinbar noch nicht. Und ansonsten lasse ich auch oft Fünfe gerade sein, obwohl ich echt ein ordentlicher Mensch bin. Gebügelt wird hier z.B. nie. Wird ja eh wieder knitterig, sobald man es anzieht ;). Ok, außer Blusen und Hemden. Und ansonsten muss ich mir halt wohl oder übel öfters mal internet- und somit blogfreie Zeit verordnen. Das ist einfach ein Fass ohne Boden und der Berg der abgearbeitet werden muss, wird niemals kleiner. Danke für Deinen Rat zu dem Thema. Liebste Grüße, Nadine

  2. Augenzwinkern brauch ich nciht… das war mein Tagesablauf vor 2-3 Jahren… jetzt hab ich es einfacher… ich bringe die Kinder zusammen in eine Schule und mein Lieblingsehemann holt die Kinder… ich bin dann erst gegen 17:30h da, war allein einkaufen… denn mit Kindern dauert das immer länger und wird teurer… das war aber auch ein langer Weg für mich bis ich das hingekommen habe…

    Bin weiterhin gehetzt, aber mache mittlerweile auch viele Dinge für mich…
    Schlecht bezahlt bin ich weiterhin, aber ich versuche mir regelmäßig meine Freiheiten zu nehmen und ich fahre (leider) nur einmal im Jahr in den Urlaub, mit der ganzen Bagage

    LG

    • Nadine sagt

      Liebe Michaela, manche Dinge werden sicher einfacher je älter die Kinder werden, andere dafür komplizierter. Ich will mich auch gar nicht über mein selbsterwähltes Leben beschweren. Mir gehts ja eigentlich prima. Nur manchmal ist irgendwie alles ein bisskn viel und dann frage ich mich schon, ob manches früher nicht doch besser war? Auch wenn ich mich jetzt wie meine Mutter und Oma anhöre. 😉 Aber mal wieder so ein bisschen Entschleunigung im Leben fänd ich schon cool. Liebe Grüße, Nadine

  3. Da hab ich mich doch glatt drin wieder gefunden.Man denkt als Frau muss man sich immer um alles kümmern…besonders für mich als Kontrollfreak.Aber auch ich musste lernen 5e gerade sein zu lassen..es kann und muss nicht immer alles perfekt sein…dann sind die Nägel halt nicht lackiert…Meine kleinen Auszeiten werden mehr….vor 2 Jahren dachte ich..ich hab nie wieder Zeit für mich…alles wird besser 🙂 und wie man liest..ist es fast überall so…Liebe Grüße

    • Nadine sagt

      Danke, liebe Anja. Du hast natürlich völlig Recht….es muss nicht immer alles perfekt sein. Davon bin ich auch weit entfernt. Ich bügel z.B. nie ;). Aber man müsste mich echt schon auf dem Sofa festbinden, wenn sich vor mir noch ein Berg Arbeit türmt. Gibt´s dafür ne VHS-Kurs? Dann gehen wir da gemeinsam hin. Harhar. Männer schaffen das doch auch ganz locker sowas nicht zu sehen ;). Liebste Grüße, Nadine

  4. Liebe Nadine, irgendwie hatte ich beim Lesen deines Beitrages ein Dauer-Grinsen im Gesicht (auch bei deinem Foto :-))…viele werden sich darin wiedererkenne, so auch ich. Meine Jungs sind ja inzwischen schon etwas größer und es wird dann etwas leichter, dafür kommen andere Sorgen. Ich habe für mich gelernt, nicht alles so ernst zu sehen und auch mal Fünfe gerade sein zu lassen. Ich nehme mir auch ganz bewusst Auszeiten für Sport, das ist mir ganz wichtig, jeder muss da irgendwie seinen eigenen Weg finden.
    Also liebe Nadine, Kopf hoch und durch, die Kids werden eh so schnell groß. Liebe Grüße, Sabine

    • Nadine sagt

      Liebe Sabine, ich finde das liegt gar nicht unbedingt an den Kinder und ich genieße auch echt die Zeit mit den Beiden, solange sie noch „klein“ sind. Mir rennt ja jetzt schon oft die Zeit mit Ihnen davon und ich will gar nicht, daß sie größer werden. Es ist einfach der Mix aus allem, den ich manchmal echt zuviel finde. Mutter und Hausfrau zu sein ist ja schon ein fetter Job. Dazu noch Angestellte und selbständige Bloggerin. Da denk ich manchmal schon, daß ich irgendwie nen Knall haben muss und scheinbar nicht ausgelastet bin. Aber darüber zu jammern ist ja auch bescheuert…hab ich mir ja so ausgesucht. Danke für Deine lieben Worte. XOXO, Nadine

  5. Wir sollten alle viel mehr ehrliche Posts darüber schreiben, wie Mütteralltag wirklich aussieht. Mamablogs gibt’s ja mittlerweile tausende, und dass das Leben mit Baby anstrengend ist, bezweifelt niemand mehr. Aber dass das auch später, wenn die Kids eigenständiger werden, immer noch nicht überall rosig und durchgestylt aussieht, das liest man aus unseren schicken Blogposts ja nicht immer raus.
    Wenn ich die Zeit finde, greife ich deine Idee einfach auf und halte dagegen, wie relaxt und piccobello das bei mir als Quasi-Hausfrau und Mutter zugeht. Nicht. 😉

    Liebe Grüße, und fühl dich gedrückt, Schwester im Leiden. 🙂

    • Nadine sagt

      Jo, liebe Lena! Find ich auch. Immer dieses Heitiei und alles ist super, ist doch total Banane und stresst total. Denn dann hat man das Gefühl man ist der einzige Mensch auf Erden der nicht so megamultitaskingfähig und dauerstressresistent ist.

      Ich finde, daß das was Mütter jeden Tag so leisten müssen viel mehr gewürdigt werden sollte. Ich behaupte sogar mal ganz kühn, daß die Meisten von uns am Ende mehr arbeiten als ihre Männer.

      In diesem Sinne: Happy Mothersday! Liebe Grüße, Nadine

  6. Ich musste bei deinem Artikel die ganze Zeit grinsen, weil mir das sehr bekannt vorkommt. Ich habe 3 Kinder und arbeite ganztags. Jetzt muss ich dazu sagen, dass mein Mann zu hause ist und sich um die Kittis kümmert. Viele meiner Freunde sagten mir „oh super, jetzt musst du nichts mehr machen, wenn du nach der Arbeit nach Hause kommst“. Hä? In welchem Universum leben die denn, dachte ich. Schön wäre es, wenn das auch wirklich so gekommen wäre. Ist es aber nicht. Fakt ist, dass ich als Schaltzentrale mich um sehr vieles kümmere, den Dreck komischerweise immer vor allen anderen sehe (auch wenn man schon gut leserlich auf der Fensterbank SAU schreiben kannt) usw. usw. Irgendwann als nichts mehr ging, habe ich gestreikt! und meiner Familie gesagt, dass ich es so nicht mehr schaffe. Entweder helfen sie mit oder es funktioniert garnicht. Ich habe gelernt auch mal den Dreck – bis zu einem gewissen Grad – liegen zu lassen, Aufgaben an Mann und Kinder zu geben und es nicht selber irgendwann zu machen und was ganz wichtig für mich war, öfters eine Auszeit nur für mich ohne schlechtes Gewissen. In diesen Zeiten tanke ich Kraft. Keine Frau kann alles schaffen und hat am Ende des Tages noch 2-3 Std. für sich Zeit. Das ist unmöglich. Ab und zu eine Auszeit für sich selber fordern ist absolut in Ordnung (Männer machen das auf ihre Art ja auch!). Das funktioniert aber auch nur, wenn dein Mann und Kinder in der Zeit nicht alles für dich liegen lassen, sonst hast du nach der Rückkehr noch mehr als vorher. Ich wünsche dir viel Erfolg …. egal was du machen möchtest.
    Viele Grüße
    Iris

    • Nadine sagt

      OMG! Ich hätte die Krise bekommen und wäre auch in den Streik getreten, Iris. Und klar lasse ich Dreck und Chaos auch bis zu einem gewissen Punkt liegen, aber irgendwann ist dann auch mal gut. Frag mich nicht, wieviel Monate die Fenster schon auf eine Reinigung warten oder wieviele Tage ich über ne Tonne ausgeschütteter Legosteine steigen muss. Aber wenn ich nicht irgendwann zu den Jungs sage „Du räumst das jetzt weg / Du machst das jetzt sauber“ würde das für alle Zeiten so bleiben. Aber klar ist, daß ich das immer wieder einfordern muss, wenn ich den Batzen Arbeit nicht immer wieder alleine machen will. Danke für Deine Sicht der Dinge und liebe Grüße, Nadine

  7. Papa Gei sagt

    Allerliebste Frau Hibbel,

    ich persönlich finde es ja immer klasse, wenn man auch mal einen kleinen persönlichen Einblick gewährt. Und Du schreibst ja ganz wunderbar aus dem Leben einer – neee eigentlich ja von mehreren verschiednenen Persönlichkeiten.

    In der Tat wird das Muttersein nach wie vor nicht hoch genug angerechnet – ich selbst vermisse vor allem Respekt und ein wenig Hilfsbereitschaft von Anderen (meine Partnerin kann ein Lied davon singen, wie selten ihr geholfen wird beim Kinderwagenheben im Buseinstieg oder bei einem kurzes Treppenstück). Ist in anderen Ländern anders.

    Sehe mich allerdings ein wenig genötigt, ein klitzekleines Länzchen für meine Geschlechtsgenossen zu brechen. Denen auch einfach mal mehr zutrauen! Ich konnte und kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Hilfe von der männlichen Seite manchmal nur dann als Hilfe wahrgenommen wird, wenn denn diese auch nach Mamas Gusto aka Vorstellungen abläuft. Waschmaschine befüllen – die kommen nach dem ersten Fehlversuch von ganz alleine drauf, dass Weiß- und Buntwäsche zu trennen ist. Auf der Wäscheleine aufhängen – das ist genau so richtig, wie die Männer das machen (auch wenn die T-Shirts nicht bügelglatt baumeln und die Socken nicht genau an der Naht geklammert sind).

    Ich versuche meiner Freundin seid einiger Zeit klarzumachen, mal ein WE mit Freundinnen draufzumachen. Sie musste schon zwangsweise wg. Krankenhausaufenthalt mal zwei drei Tage pausieren – und *oh Wunder* Töchterchen war pünktlich im Kindergarten (und auch wieder abgeholt), sie ist weder verdurstet noch verhungert, die Bude sah auch nicht aus wie nach der Völkerschlacht von 1813 und das Bad war nicht keimverseucht….sie will aber partout nicht, nur wenn die Kleine mitkommt. Das ist aber genau NICHT Sinn der Sache…..da kann man auch gegen eine Wand reden….versteh einer das….

    Daher mein männlicher Tipp: Gelassenheit (ist ja schon erwähnt) und die Jungs mal machen lassen. Fällt schwer – ich weiß -, geht aber. Druck, möglichst alles irgendwie hinzukriegen (und vielleicht auch noch perfekt), ist kein guter Ratgeber.

    Liege ich falsch, möge man/frau mich bitte korrigieren und ggf. richten.

    Viele Grüße ins Kiesfeld!

    Papa Gei

    • Nadine sagt

      Weißt Du was, Oli…..Du hast soooo Recht und ich finde mich in der ein oder anderen Deiner Beschreibungen wieder. Ich kann zwar meine Kinder sehr gut an ihre Papas abgeben, aber wenn es z.B. im Haushalt nicht so läuft wie ich mir das vorstelle, mach ich es lieber selber. Was dann naturgemäß zur Folge hat, daß ich total gestresst bin. Über total verfärbte Lieblings-T-Shirts würde ich mich natürlich nicht freuen und wenn der Herr des Hauses die Wäsche so über die Leine schmeisst und krumpelt, daß ich danach wirklich jedes Teil bügeln muss (und ich bügel normalerweise nie), krieg ich die Krise. Aber ich kann es den 3 Herren ja auch einfach zeigen. Immer und immer wieder. Bis es klappt. Ich habe jedoch auch die Erfahrung gemacht, daß Männer manches einfach nicht sehen. Und ich sage jetzt bewusst nicht „sehen wollen“. Ich glaub die sehen Schmutz und Unordnung manchmal wirklich einfach nicht oder haben einfach eine andere Auffassung davon. Dreckige Klamottenberge mitten im Raum nerven mich halt. Meine Kerle laufen ohne mit der Wimper zu zucken den ganzen Tag daran vorbei ;). Danke jedenfalls für Deine männliche Sicht der Dinge. Sowas finde ich immer sehr spannend und hilfreich. Liebste Grüße, Nadine

  8. Warum hat mein Tag nicht 36 Stunden?
    Liebe Nadine, mit exakt den gleichen Gedanken habe ich 2013 meinen Blog ins Leben gerufen – der Name ist Programm (36stundentag.wordpress.com). Was Du mit einem Tag gemacht hast, habe ich einen ganzen Monat lang notiert und beschlossen: So geht es nicht weiter. Nach einer zweiten Schwangerschaft, einer 9wöchigen Reise mit unserem alten VW Bus durch Spanien und Portugal habe ich Ende Sommer 2015 eine Entscheidung getroffen: ich möchte selbstbestimmter leben, mir meine (wenige!) Zeit freier einteilen können und mehr Dinge tun, die mir wirklich Spaß machen. Anfang 2016 habe ich mich selbständig gemacht und bereue es bisher keine Minute! Ich fühle mich viel freier und glücklicher. Nur eines kommt viel zu kurz: Mein kleiner Blog – hat eben doch nur 24 Stunden, so ein Tag 🙁

    • Nadine sagt

      Liebe Jennifer, das stimmt… selbständig lebt es sich einerseits schon befreiter. Aber durch meinen Mann weiß ich auch, wie nervenaufreibend das sein kann. Immer diese Sorge das nicht genug Geld reinkommt, riesige Steuernachzahlungen und immer das schlechte Gewissen, das einem im Nacken sitzt wenn man mal einen Tag nicht arbeitet oder gar Urlaub macht. Für mich wäre das nichts. Ein klitzekleines bisschen Sicherheit brauche ich schon. Aber wenn der Tag nicht genug Stunden hat, muss man wohl letzten Endes irgendwo anders Abstriche machen oder seine Familie mehr einbinden. Sonst reichen auch 36 Stunden irgendwann nicht mehr aus ;). GlG, Nadine

  9. Hallo Nadine,

    vielen Dank für ein bisschen Realität zwischen all den perfekten Instagram- und Blogmoms. Ich dachte immer, dass zu den modernen, unabhängigen, arbeitenden Frauen auch „moderne“ Männer (oder wie auch immer wir sie nennen wollen) gehören. Solche, die ihre Wäsche selber weg räumen und auch mal sehen, wenn etwas dreckig ist oder zu viel Spielzeug auf dem Boden liegt. Aber irgendwie bleibt trotzdem fast alles an uns hängen. Das frustriert mich oft und schade, dass es bei euch auch so ist. Ich versuche es auch viel mit Gelassenheit und sehe über vieles hinweg, aber manchmal geht das eben nicht und dann muss man sich mal eine kurze Auszeit nehmen.

    Ich finde es übrigens toll, dass du alles unter einen Hut bekommst und es schaffst einen so erfolgreichen Blog zu führen. Hut ab :).
    Ich arbeite zwar dran, aber leider hat mein geplanter Blog noch nicht ausreichend Zeit in meinem tagesablauf gefunden.

    Liebe Grüße,

    Verena

    • Nadine sagt

      Liebe Verena,
      danke für Deinen netten Kommentar. Und mein Mann kommt hier wohl schlechter weg als ich es im Sinn hatte. Gerechterweise muss man sagen, daß er ja schon viel mehr Zeit im Büro verbringt als ich. Also kann er ja gar nicht soviel zuhause leisten wie ich. Trotzdem ist es meist so, daß er (wenn er daheim ist) vieles einfach gar nicht sieht. Und da ich mit 3 Kerlen zusammenlebe, kann ich de facto sagen, daß das keine böse Absicht von Ihnen ist. Die sehen noch nicht mal die Butter die vor ihrer Nase im Kühlschrank steht ;). Trotzdem versuche ich die kleinen Jungs aber natürlich trotzdem dahin zu erziehen, daß sie das irgendwann sehen. Mal sehen ob das fruchten wird. Ich hab keine Lust auf Beschwerden der zukünftigen Schwiegertöchter…harhar. Und ja, ein Blog ist viel Fleißarbeit und vor allen Dingen Leidenschaft. Da schneidet man sich dann auch Zeit aus den Rippen die man nicht hat. Ich wünsche Dir trotzdem viel Erfolg mit Deinem BLog und hoffe Du findest Deine Zeitlücken dafür. Liebe Grüße, Nadine

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