Frankreich mit Kindern

8 Tipps für ein Wochenende im Elsass

Das französische Elsass liegt nur 3 1/2 Autostunden vom Rheinland entfernt. Ist also fast ein Katzensprung und lohnt sich daher optimal für ein Wochenende. (Warum haben wir das also bitteschön vorher noch nie gemacht?) Wir waren zwar nur im ländlichen Teil des Elsass und mon dieu, ich habe tatsächlich nicht einen Shop betreten (der Supermarkt zählt nicht). Aber wer einfach nur mal Natur, Kultur, Weinchen und lecker Essen genießen möchte, ist hier genau richtig.

1) Wer ein Faible für imposante Burgruinen hat, sollte sich Chateau Fleckenstein, direkt an der deutsch-französischen Grenze nicht entgehen lassen. Ich steh ja total auf so olle abgeschrabbelte Burgen wie sie in Schottland zu finden sind. Daher hat die Burg Fleckenstein mein Herz im Sturm erobert, dessen Überreste beeindruckend auf einem Felsen trohnen. Bei allerfeinstem Oktoberwetter hatten wir eine grandiose Aussicht über das ganze Tal. Geheime Gänge und verwinkelte Ecken haben aus meinen Jungs kleine Ritter und Forscher werden lassen. Um die Burg herum gibt es ebenfalls viel zu entdecken wie Le P’etit Fleck und die Rätselburg. Man sollte sich mit Kindern also schon ein paar Stunden Zeit nehmen, um alles zu erkunden.

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2) Der Oktober ist eine tolle Zeit um die Früchte des Elsass zu ernten. Überall am Straßenrand stehen wilde Obstbäume und man sollte unbedingt ein paar Körbe oder Stofftaschen mitnehmen um Birnen, Äpfel, Maronen oder Nüsse zu sammeln. All diese Köstlichkeiten werden im Oktober aber natürlich auch an kleinen Ständen am Straßenrand verkauft.

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3) Gibt es was Besseres als ein frisches Baguette, französischen Käse und ne Flasche Rotwein? Der Wein fiel bei uns leider flach, aber so ein spontanes Picknick am Wegesrand ist auch ohne Alkohol doch einfach nur hachz….Seele baumeln lassen. Leckersten Ziegenfrischkäse bekommt Ihr übrigens beim Ziegenbauern hier. Den mit Gartenkräutern kann ich sehr empfehlen.

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4) Das Elsass hat wunderschöne Dörfer und alle scheinen sich Konkurrenz zu machen, wenn es um den Preis für die hübscheste Ortschaft geht. Eins der schönsten Dörfer ganz Frankreichs soll Hunspach sein. Aber auch Seebach ist sehr nett. Hier reiht sich ein jahrhunderte altes Fachwerkhaus neben dem Anderen. Am Besten wohnt man direkt auch mal in so einem stilechten, alten elsässischem Gites. Wir haben in der gemütlichen Maison Ungerer übernachtet und den Kamin hätte ich am Liebsten direkt als Souvenir mit nach Hause gehen lassen.

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Maison Ungerer in Hunspach

Maison Ungerer in Hunspach

Maison Ungerer - einmal den Kamin to go bitte!

Maison Ungerer – einmal den Kamin to go bitte!

5) Das man in Frankreich einfach nur schlemmen kann, ist tatsächlich kein Märchen. Ich war ja immer ein bisschen skeptisch, wenn ich da so an Froschschenkel oder Schnecken denke (die es scheinbar auch in jedem Restaurant zu geben scheint). Aber ich finde die Qualität des Essens ist doch eindeutig besser als unsere. Selbst der ömmeligste Supermarkt hat dort Fisch- und Fleischtheken, von denen wir nur träumen können.

Die elsässische Küche ist relativ deftig und bietet so Gerichte wie Sauerkrautplatte plus viel Fleisch. Wer das nicht so mag, wird aber bestimmt den typischen Flammkuchen lieben. Und wer kann bei französischem Käse schon Nein sagen? Fahrt also unbedingt in den Supermarkt und bringt Euch eine große Ration Käse mit. Unsere war nach 4 Tagen verputzt. Ich muss also baldmöglichst wieder hin. Bilder vom Essen kann ich Euch wie immer leider nicht liefern. Familie Hibbel isst leidenschaftlich gerne, daher wird aus mir in diesem Leben wohl auch kein Foodblogger mehr. Bevor ich bis Drei zählen kann, ist hier immer alles verputzt.

6) Riesenvorteil für alle nicht französisch sprechenden Menschen (so wie ich und mit einem Jahr Schulfanzösisch kommt man leider nicht weit): die Elsässer sprechen fast alle deutsch. Je t`aime.

7) Frauen lieben ja in der Regel Keramiken. Alle Männer also an dieser Stelle besser drüber hinweg lesen. Im Elsass gibt es diverse Töpfer-Ateliers, die echt wunderschöne Tassen, Vasen, Schalen und Co. anfertigen. Kann man ja nie genug haben. Blöderweise haben die sonntags geschlossen. Also macht bloss nicht den gleichen Fehler wie wir ich und schaut an einem Wochentag mal bei den Poterien in Soufflenheim oder Betschdorf vorbei. Ich konnte nur meine Nase an der Fensterscheibe platt drücken.

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8) Mein absolutes Highlight war unser Besuch des Weinguts Cave Cleebourg. Mal so auf einem französischen Weingut abhängen, stand eh schon lange auf meiner Bucket Liste und bedarf nun dringender Wiederholung. Was wir dort erlebt haben, erzähle ich Euch ein anderes Mal. Aber es sei soviel gesagt: kommt mit einem leeren Kofferraum und kauft soviel Wein ein, als gäbs kein Morgen mehr. Der Wein ist köööstlisch! ♥

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So und nun verratet mir bitte bitte Eure Geheimtipps für diese Region Frankreichs. Denn als Nächstes stürmen wir bestimmt das Haus unserer Freunde im grenznahen Zweibrücken (winkewinke 😉 ) und werden von dort aus noch viele weitere Ausflüge ins Elsass unternehmen.

Disclaimer: Wir wurden von Elsass Tourismus zu dieser Reise eingeladen. Ein herzliches Dankeschön hierfür. Wie immer dürfen meine Leser sicher sein, daß ich meine eigene Meinung und Begeisterung vertrete. 

 

10 Kommentare

  1. Hach SCHÄRIE wie ich dein gemischtes Deutschfranzösisch liebe ;-)! Mit dem Französisch geht es mir nicht anders wie dir……ein Jahr in der Schule……ne, das reicht mal grad zum Brötchen holen…..und bitte keine Zwischenfragen von der Boulangeriefrau oder so…..“avec de beure???“ …..da kanns gelegentlich auch schon mal vorbei sein ;-D, wie Herr Ü mit immerhin 4 Jahren Schulfranzösisch am eigenen Leib leidvoll erfahren musste (ist seitdem der Lacher bei uns zuhause!). Dieses kleine Häuschen da auf dem Bild, das alte aus Fachwerk……das ist ja schon der Knaller, dass das noch steht! Es sieht soooo wackelig aus……aber auch sooo niedlich! Ich will jetzt Kräuterhexe werden und da einziehen! Sofort! Meinetwegen auch mit Katze! Grüüüsssllllsbonjourarividerciundso Anne

    • frau hibbel sagt

      Ja, das Häuschen war so putzig, das hätte ich am Liebsten direkt eingepackt. Das war aber schätzungsweise gerade mal 2 Meter breit. Also´n bissken arg knapp bemessen für uns alle. 😉 Und über mein französisch sprechen wir besser gar nicht erst. Du wirst es kaum glauben, aber ich hab mal ne Weile für Air France gearbeitet. Ich hab die Standardsätze einfach auswendig gelernt. Aber wehe, jemand wollte mal mehr von mir. Thihihi. Grüsselciaoundbyebyezurück!

  2. Kann ich leider nicht mit dienen weil ich nie dortgewesen bin. Schade eigentlich, denn dein Post und die Fotos machen richtig Lust auf die Region. Wäre so ganz nach meinem Gusto, einfach toll.

    Ist natürlich auch toll wenn man zu solchen Reisen eingeladen wird…würde mir auch gefallen *gg*

    Danke dir dass du uns mitgenommen hast.

    Herzliche Grüssle

    N☼va

  3. Flögi sagt

    Liebe Nadine,
    super Bericht. Ich habe einmal wunderschöne Fotos von Fachwerkhäusern und lieben engen Gässchen von Elsaß gesehen und sagte ich auch vor paar Jahren, da müssen wir unbedingt hin. Für nächstes Jahr ist noch alles offen. 🙂 Auf jeden Fall steht Elsaß auf meiner Wunschliste.
    Liebe Grüße

  4. Dass das Elsass die hübschesten Dörfer und Städte hat, kann ich – seit Kurzem – bestätigen : ) Und das Essen? Raffiniert einfach und einfach gut auch für kleines Geld, oder? Das ist klasse! Übrigens nehme ich auch gerne 1x Kamin! Sonnige Grüße, Jutta

  5. Also mir hat der Nachtwächterrundgang in Turckheim sehr gefallen. Bei Laternenschein mit hier und da einem Witz und Anektdoten (Führung auf Deutsch und Französisch, Französischkenntnisse von Vorteil) genießt man eine wunderbar humorvolle Stadtführung durch die Gassen einer mittelalterlichen Kleinstadt.

  6. Mathias u. Séverine sagt

    Hallo liebe Elsass-Freunde!
    Wir haben vor ca. 6 Jahren das Elsass für uns entdeckt. Seither ist es fast zu unserer Lieblings-Ferienregion geworden.
    Wir logieren jeweils bei Familie Muller im Hotel Les Hirondelles in Illhäusern. Sehr empfehlenswert. Es liegt praktisch an der Weinstrasse zwischen Colmar und Strassburg. Auch sehr zu empfehlen ist ein Besuch auf der Haut-Koenigsbourg oberhalb von St. Hippolyte. Sowieso lohnt sich eine Fahrt entlang der Route des Vins. Die vielen kleinen Städtchen und Dörfer laden zu jeder Jahreszeit zum Verweilen ein. Besonders schön erstrahlen viele Orte während der Weihnachtszeit duch ihre zahlreichen Weihnachtsmärkte!
    Neben der Landschaft und den kulinarischen Feinheiten, hat das Elsass auch Geschichtlich viel zu bieten. So lohnt sich zum Beispiel auch ein Besuch in Waldersbach, im Vogeser Steintal, wo man im Oberlin-Museum einen detaillierten Einblick in die Bildungslandschaft des 18. Jahrhunderts erhält.
    Viel Freude im Elsass! Mathias u. Séverine

  7. Das sieht einfach herrlich aus. (Vorallem bei dem ungemütlichen Wetter gerade).
    Man möchte sich einfach dazusitzen und mitpicknicken 🙂

    LG
    Manuela

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