Ein Mädelswochenende in Rotterdam

7 gute Gründe, für das Architekturmekka Hollands

„Was wollt ihr denn in Rotterdam?“ fragten mich viele Leute erstaunt, als ich letzten September mit drei Freundinnen für ein Mädels-Wochenende dorthin fuhr. Tsja, ich würd mal sagen lecker essen, ausgehen, cool shoppen, Streetart gucken, stylish wohnen, an einem der größten Seehäfen der Welt rumhängen und abgefahrene Architektur anschauen. Nachdem Rotterdam im zweiten Weltkrieg nämlich im Bombenhagel unterging und extrem zerstört wurde, siedelten sich hier zig berühmte Architektenbüros an und tobten sich aus. Und genau das zeichnet Rotterdam heute aus.

#1 Stylish wohnen

Das ist in Rotterdam ziemlich leicht, denn die Stadt ist geprägt von ausgefallener Architektur. Ob Hausboot, Waterfront-Loft, Penthouse, stylishes Hostel oder gar eins der weltberühmten Cube-Häuser. Wer auf coole Unterkünfte steht, wird in Rotterdam auf jeden Fall fündig. Wir hatten uns zu Viert ein altes, typisch holländisches, 3stöckiges Dike-House angemietet. Auf jeder Etage ein Zimmer, steile alte Holztreppen und Mosaikfenster, was einem ein bißchen das Gefühl gab, in der Zeit von Jan Vermeer van Delft zu leben.

#2 Party-Place

Rund um den Oude Haven und die Witte de Withstraat steppt der Bär. Es gibt jede Menge alternative Boutiquen, Restaurants, Bars, Cafes und Kunstgalerien. Als wir Mitte September dort waren, gab es zudem ein Art-Festival und bei sommerlichen Temperaturen, war auch nachts noch alles proppenvoll.

#3 Architektur-Mekka

Rotterdam ist ein turbulenter Mix aus alt und neu, shabby und stylish und ich habe selten so viel abgefahrene Architektur auf einen Haufen gesehen. Diese Stadt ist definitiv ein riesiger Architekten-Spielplatz. Viele weltweit berühmte Gebäude und Brücken wurden hier entworfen. Zudem arbeitet die Stadt ständig an ehrgeizigen neuen Architekturprojekten und gibt ihr dadurch ein pulsierendes Flair. I love!

Highlights sind z.B. der schnieke Hauptbahnhof, die einzigartigen Kubus-Häuser von Piet Bloom, die abgefahrene Markthalle, die Erasmusbrücke oder das alte Hotel New York, der einstige Sitz der Holland-Amerika-Linie.

Die Zahl der sehenswerten Gebäude ist groß und ständig kommen neue hinzu. Man kann sie sich also unmöglich alle an einem Wochenende anschauen.

Eins der Cube Houses, das ganz im 70er Jahre Stil eingerichtet ist, kann man gegen Eintritt besichtigen. Wenn man ganz clever ist (wie meine Görlz), setzt man sich aber einfach demonstrativ vor den Eingang eines Hauses, wartet darauf das der Bewohner herauskommt, halb über einen drüber fällt und dann praktischerweise direkt zu einem privaten gratis Rundgang plus Bierchen eingeladen wird ;).

Die Häuser sind im Übrigen weit davon entfernt praktisch zu sein, obwohl sie Anfang der 70er Jahre speziell für Familien designt wurden. Es gibt kaum eine gerade Wand, man kann keine Schränke aufstellen, sie haben mehrere Etagen mit vielen Treppen und sie heizen sich im Sommer mörderisch auf. Aber immerhin sind sie ultracool. Man kann halt nicht alles haben.

#4 Lecker essen

Holland verbinde ich essenstechnisch eher mit Fritten, Loempia, Frikandel und Erdnuss-Sauce. In Rotterdam liegt einem aber, allein schon durch den internationalen Hafen, essenstechnisch die Welt zu Füßen. In der Markthalle gibt es einige ausgefallene Restaurants und Cafes. Außerdem lohnt sich unbedingt ein Gang zur Fenix Food Factory, einer alten ausgebauten Fabrikhalle direkt am Wasser. Hier gibt es zahlreiche Essensstände, stylishe Restaurants, Brauereien und Co.

#5 Größter Hafen Europas

Auch wenn Rotterdam nicht direkt am Meer liegt, gibt der gigantische Hafen der Stadt den Spirit der großen weiten Welt. Wasser ist also immer in der Nähe und das nutzen die Bewohner von Rotterdam auch ausgiebigst. Gerade bei schönem Wetter und am Wochenende sind alle Locations die in Wassernähe liegen, brechend voll.

#6 Shoppingexzesse

Coole Läden gibt es in Holland wie Sand am Meer. Das ist in Rotterdam nicht anders und daher kann man auch hier shoppen bis die Kreditkarte glüht.

#7 Streetart

Wer Streetart liebt, wird in Rotterdam sein Glück finden. Manche Wandbilder liegen gut versteckt, daher sollte man immer die Augen offen halten. In den Viertel West-Kruiskade, Baankwartier, Central District und Witte de Withstraat gibt es aber besonders viele und man kann sogar Street Art-Touren buchen.

Last but not least habe ich noch einen allgemeinen Tip für City-Trips für Euch, der sich besonders dann lohnt, wenn man mit mehreren Leuten unterwegs ist. Über den internationalen Chauffeur-Dienst Blacklane kann man sich bequem per App einen Wagen buchen und überall hinfahren lassen. Blacklane ist zwar etwas hochpreisiger als ein normales Taxi, dafür sitzt man dann aber auch in einer schnieken Limousine mit sehr zuvorkommenden Chauffeur. Einziger Nachteil ist, daß man den Wagen ca. eine Stunde vorher bestellen sollte. Dieser ist dann aber auch pünktlich zur verabredeten Zeit da und zur Not kann man ihn auch wieder kostenlos stornieren. Ich habe den Dienst mehrfach während der ITB in Berlin getestet und war superzufrieden.

So und nun hätte ich gerne noch ein paar Rotterdam-Tipps von Euch, denn ich war sicher nicht zum letzten Mal in dieser großartigen Stadt. Seid Ihr schon mal dort gewesen? Wenn nicht, dann konnte ich Euch hoffentlich überzeugen, das die Stadt ne ziemlich coole Socke ist.

Weitere Tipps zu unseren Holland-Reisen findet Ihr hier.

 

 

 

 

 

7 Kommentare

  1. Ja Momentmal, vor 15 Jahren war ich auch in Rotterdam und da war das nicht halb so cool. Hm. War zwar nur auch der Durchreise und nur zwei Tage, aber ne…….also da war das nicht so lässig architektonisch. Vielleicht sollte ich nochmal zur Überprüfung hin ;-)! Bussi Anne

    • Nadine sagt

      Ich glaube Rotterdam würde ich euch megagut gefallen, weil so skuril. Und gerade für J., der sich doch auch für Architektur interessiert, sollte das was sein. Wobei der mittlerweile sicher mehr Bock hat, da direkt mit seinen Kumpels hinzufahren. Abfeiern kann man da nämlich auch ganz gut. Und das Meer ist auch nicht mehr weit entfernt. Also nix wie hin. 🙂 G& K, Nadine

  2. Rotterdam stand bisher nie auf meiner Liste und diese schrägen Häuser kenne ich nur aus einem Jackie Chan – Film. Ehrlich gesagt dachte ich immer, Rotterdam wäre eine hässliche Hafenstadt. Bis ich gerade Deinen Bericht gelesen habe. Nun steht Rotterdam auf meiner Da-will-ich-hin – Liste.

    Herzliche Grüße von
    Kerstin

    • Nadine sagt

      Jackie Chan? Echt? Sollte ich mir Spaßeshalber wohl mal anschauen, denn ich finde die Cube Houses mega. Die sind sowas von skuril. Wer auf Architektur steht, wird es lieben. Und ich glaube Rotterdam hat bei vielen Menschen (ganz zu Unrecht) den Ruf der ollen Hafenstadt. Ich fand es super dort und kann es nur empfehlen, Kerstin. LG, Nadine

    • Nadine sagt

      Danke, Robert. Ehrlich gesagt empfinde ich Holland, auch außerhalb von Rotterdam, als als weltoffen und tolerant, daher kann ich mir so nen Geert Wilders so gar nicht vorstellen. Aber klar schaut man immer nur vor die Kulissen. Ist auf jeden Fall ne coole Stadt. LG, Nadine

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.