Fliegen mit Baby und Kleinkind

Und warum ich dieses Jahr mal aussetze

Flüge mit Babies oder Kleinkindern sind (zugegeben) ja nicht gerade ein Vergnügen. In den letzten 7 Jahren bin ich ca. 23 mal mit meinen Kindern geflogen. Sei es Kurz-, Mittel- oder Fernstrecke. Besonders anstrengend waren meist die Flüge, die ich ganz allein mit einem Kind gemacht habe. Da war schon der Gang bis zum Flugzeug mit schreiendem Baby oder wegrennendem Kleinkind, Wickeltasche, Buggy und Co. eine schweißtreibende und nervenaufreibende Erfahrung.

Fly

Ich erinnere mich mit Schrecken an einen USA-Flug mit dem damals 11 Monate alten Hibbelkind I, der die ersten 3 Stunden nur geweint hat. Und an den wiederum total easy Flug mit dem 6 Monate alten Hibbelkind II nach Thailand. Wahrscheinlich ist es einfach total tagesformabhängig ob ein Flug mit kleinem Kind entspannt oder total chaotisch abläuft. Viele Eltern schrecken Flüge mit kleinen Kindern jedoch oft ab und reisen darum die ersten Jahre meist erstmal nur noch mit dem Auto.

Kerstin Führer von kidsaway.de hat sich diesen Themas nun angenommen und einen wirklich superausführlichen Ratgeber zum Thema Fliegen mit Baby und Kleinkind geschrieben. Klar, daß ich den als ehemalige Airlinern und vielreisende Mutter lesen musste.

Das Buch ist sehr übersichtlich strukturiert, extrem informativ und beantwortet jede noch so kleinste Frage. Von der ersten Flugplanung über die Flugbuchung, Gesundheit, Gepäck, Check In, Verhalten an Bord bis hin zur Ankunft. Manche Fragen wie z.B. „Wo kann ich mein Kind am Flughafen wickeln?“ oder „Wie viele Windeln muss ich für den Flug einpacken?“ fand ich fast schon ein bisschen überflüssig. Aber da das Buch sehr auf Menschen ausgelegt ist, die wenig bis gar keine Flugerfahrung (mit Kindern) haben, ist es wiederum wohl doch sinnvoll auch auf solch banale Fragen einzugehen.

Spannend fand ich das Kapitel Kinderreisepass, weil sich hier gesetzlich ja auch ständig irgendwas ändert. Inspirierend war für mich (als nicht so gern spielende Mutter) das Thema Kinderentertainment an Bord. Und verwundert hat mich das Thema „Autokindersitz an Bord“. Habe ich in der Tat noch nie bei einem mitreisenden Kind gesehen. Ansonsten gab es für mich persönlich nicht viele News. Aber wenn man jahrelang beim Bodenpersonal tätig war und sowohl schwanger als auch mit Kindern schon zigmal geflogen ist, benötigt man solche Art Ratgeber wohl auch nicht mehr unbedingt.

Aber allen Eltern die über einen Flug nachdenken und sich vielleicht noch nicht so recht trauen, möchte ich diesen Ratgeber wärmstens empfehlen. Eine gute Vorbereitung ist definitiv die halbe Miete für einen relaxten Flug. Und für die gute Laune beim Kind empfehle ich: alle pädagogischen Prinzipien für ein paar Stunden über Bord werfen, ne Riesentüte Gummibärchen und ein IPad mit kindgerechten Apps. 😉

PS: * Ach so…jetzt wollt Ihr sicher noch wissen warum ich dieses Jahr (oder zumindest die nächsten Monate 😉 ) flugtechnisch mal aussetze? Es gibt Zeiten da sind die kids so quirlig und anstrengend, da hilft auch kein Ratgeber mehr. Zweidreiviertel ist so ein Alter. Da setze sogar ich mich auch mal lieber ins Auto als in den Flieger.

PPS. Liebe Kerstin, eine Frage ist tatsächlich unbeantwortet geblieben. Was macht man als alleinreisendes Elternteil mit seinem Baby, wenn man am Flughafen oder an Bord mal das stille Örtchen aufsuchen muss? Ich habe mein Baby dann jedesmal meinem wildfremden Sitznachbarn aufs Auge drücken müssen. 😉

4 Kommentare

  1. Ach schon wieder so ein Buch, das mich neugierig macht! Nu hab ich zwar genug Flugerfahrung mit den Jungs und sie sind eigentlich aus dem Alter raus, wo ich mir den Kopf zerbrechen muss…..aber egal. Ich pumps mir dann das nächste mal. Und ansonsten kann ich den Satz von dir „Es läuft halt wie es läuft beim Flug, alles Tagesform.“ auch nur bestätigen. So isses eben, aber das isses ja zuhause auch und macht von daher eigentlich überhaupt keinen Unterschied. Winkewinke mit Kusshand Anne

  2. Liebe Nadine, zuerst einmal vielen Dank für diese tolle Buchbesprechung! Ich freue mich sehr, dass gerade dir als Ex-Airlinerin mein Ratgeber gefällt. Ich war die letzten drei Wochen verreist (natürlich bin ich mit meinen Kids wieder geflogen) und komme erst jetzt dazu, deine Frage zu beantworten.

    Das mit dem Toilettengang ist so eine Sache: Auf dem Flughafen ist das noch ganz einfach. Einfach ein Behinderten-WC aufsuchen. Die sind schön groß und da passt du sogar mit Gepäckwagen oder Buggy und Kind rein. Alternativ gibt es in vielen Wickelräumen auf dem Flughafen auch WCs mit etwas Glück.

    Im Flugzeug ist es schwieriger. Hier aber ein paar Tipps, wie es gehen kann:
    – warten, bis das Baby schläft. Dann kurz Sitznachbarn oder Flugbegleiter Bescheid geben, dass du zum Klo musst und gleich wieder da bist.
    – wenn dein Baby nicht mehr ganz so „Baby“ ist (also schon eher ein Kleinkind), dann kannst du es eventuell mit dem Bordprogramm ablenken. Das geht aber nur mit etwas älteren Kindern, die nicht gleich in Panik ausbrechen, wenn Mama für zwei Minuten weg ist.
    – einer netten, kinderfreundlichen Flugbegleiterin Baby in den Arm drücken und sie darum bitten, es kurz zu bespaßen
    – wenn gar nichts hilft: Baby mitnehmen. Wenn es schon stehen kann, ihm Schuhe anziehen und es vor dich auf den Boden stellen. Ist nicht schön, weil eng und oftmals nicht besonders sauber, geht aber. (getestet)

    => In allen Fällen vor der Toilette nett „vordrängeln“, d. h. etwaige Wartende sagen, dass dein Kind allein auf dem Sitzplatz sitzt und du ganz schnell zurücksein musst.

    Ich bin übrigens gerade allein mit ZWEI Kindern nach Florida geflogen. Davor hatte ich auch etwas Bammel. Und genau die Toilettenfrage stellte sich mir auch. Ich hatte aber Glück – weil mein Sohn (5 Jahre) dabei war, fühlte sich meine Tochter (2 Jahre) sicher genug und blieb bei ihm ein paar Minuten ohne Gejammer sitzen. Das kinderfreundliche Bordprogramm war hierbei eine große Hilfe. 🙂

  3. xD Oh man, wie kompliziert das alles mit Kindern wird. Puh.
    Ich hoffe ja, dass das nie oder erst sehr späääät bei mir zum Thema wird, was ich dir aber als Kinderlose wirklich sagen muss: Danke, dass du Mut zum Fliegen mit Kind machst! Wirklich!
    Was ich hier alles von verschreckten (und sicherlich auch manchmal zu recht verängstigten) Mamas gehört habe, boah. Das käme einem Gefängnisaufenthalt für ca. 15 Jahre gleich. >__>
    Danke, dass es auch anders geht und du das auch beweist!
    Liebe Grüße
    Christina

    • frau hibbel sagt

      Haha! Also sooooo schlimm ist es nicht, Christina. Das ist immer alles ein bisschen Panikmache und kommt trotz allem auch immer aufs Kind an. Meine Zwei sind schon echte Vielflieger geworden und freuen sich immer total darauf. Ok zugegeben, die Freude ist nach spätestens 2 Stunden im Flieger verflogen ;). Kinder sind anstrengend, aber super! Und man kann echt mehr mit denen machen als die meisten Erwachsenen ihnen zutrauen. Also nix Knast. 😉 Und 1000 Dank für Dein Lob! GlG, Nadine

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