Friendstravel

Anne vom Blog Überallundnirgendwo

Wer Anne aka Frau Ü. vom Blog überallundnirgendwo noch nicht kennt, hat echt was verpasst. Diese Frau ist einfach ein Sonnenscheinchen durch und durch, die Partyplanungs- und Kreativ-Queen schlechthin, hat immer nen Spruch auf Lager der mich vor Lachen vom Sofa haut, schmeisst ständig mit grandiosen Koch- und Backideen um sich (ich sach nur salted caramel brownies) und wuppt den alltäglichen Wahnsinn mit 3 smarten Jungs, nem Meerschwein und 3 Trillionen Ideen im Kopf scheinbar meist mühelos. Kein Wunder, daß sie zu meinen absoluten Lieblingsbloggerinnen gehört.

Dazu hab ich das große Glück, daß Anne im wahren Leben nicht nur meine Fast-Nachbarin ist, die mir mal auf die schnelle ein paar Gugl-Förmchen ausleiht. Sie ist mittlerweile auch eine Freundin geworden ist, die ich nicht missen möchte. Tsja, so ist das mit der komischen Bloggerei. Ohne das Bloggen hätte ich das gute, alte Frollein Ü. wohl nie kennengelernt und wenn man uns fragt, woher wir uns kennen, giggeln wir ja immer ein bisschen verschämt vor uns hin und nuscheln „ham uns im Internet kennengelernt“ ;).

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Da Familie Ü. auch noch supergerne reist, war ein friendstravel-Interview eigentlich schon lange mal fällig.

Frollein Ü., erzähl mal. Wie sahen Deine Reisen vor Deinen Kindern aus?

Ach eigentlich hatten wir von allem etwas: jhrelange Italientrips, Interrailtouren oder mehrmonatige Rucksackreisen durch Asien (nur mit gebuchtem Flug in der Tasche und völliger Entscheidungsfreiheit vor Ort), Billiglastminutepauschalangebote nach Afrika und den Großfamilienurlaub mir meiner Familie an diversen Orten dieser Welt (gemietete Häuser oder halbe Hotels), Surfurlaube mit meinem Bruder in Spanien auf Lowcostbasis, Hollandtrips mit tagelangem Pommesessen…….wir haben mitgenommen, was das Leben so geboten hat, wobei Herr Ü da bei weitem noch abenteuerlustiger war als ich, denn er studierte clevererweise Geographie und Medienwissenschaften. Über diesen Weg hat er an völlig wahnsinnigen Expeditionen nach Südamerika teilgenommen, Gletscher vermessen, am Amazonas Wetterstationen betreut und Ackerbau betrieben und ist für den WDR als Jugendreporter zu den olympischen Spielen nach Atlanta gereist.

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Wie hat sich Euer Reiseverhalten und die Reiseziele aufgrund Eurer Kinder verändert?

Als die Kinder dazu kamen, haben wir erst einmal etwas unspektakulärere Reiseziele ausgesucht, d.h. wir sind einfach innerhalb Europas geblieben. Italien, Kanaren, Türkei, Griechenland, Spanien, Frankreich, Holland, Schweiz, Österreich …….wir waren überall und ich muss sagen die Kinder haben das, auch als ganz kleine Babys, super mitgemacht, allen Unkenrufen der älteren Verwandtschaft zum Trotz, die uns lieber nur an Nord- oder Ostsee gesehen hätten. In den ersten Jahren haben wir ein paar mal pauschale Flugreisen gebucht, weil wir dachten das sei einfacher, weil man sich ja um gar nichts mehr kümmern muss. Rein tatsächlich war das aber nicht unbedingt so. Man hat sich oft in ein starres Korsett gequetscht gefühlt. Da wir beide Pauschalreisen nur wenig kannten, war es wohl mal eine Erfahrung wert ;-)! Inzwischen schätze ich absolute Entscheidungsfreiheit und Ungebundenheit aufgrund dieser Erfahrungen noch mehr. Parallel zu den Flugreisen gabs aber auch einige Autoreiseurlaube in private Unterkünfte bzw. Urlaube mit meiner Großfamilie in gemieteten Wohnungen oder Häusern. Hier fand ich lange Autofahrten z.B. nach Italien mit Kleinkindern eher unpraktisch, da unsere Kinder sich während der Fahrten immer gerne viel und oft übergeben haben. Wir hatten also immer bergeweise Handtücher, feuchte  Waschlappen und Wechselklamotten im Einsatz!

Mit 3 Jungs zu reisen ist sicher manchmal ganz schön chaotisch. Wie habt Ihr das immer gehandelt, ohne am Rande des Wahnsinns zu enden?

Der Trick ist, sich hauptsächlich nur mit den Eckdaten zu beschäftigen: Sind alle da, wann fliegen wir wohin, haben alle ihr Flugticket, einen gültigen Reisepass und einen Koffer. Ansonsten: Wie sagt meine Mutter (5 Kinder) immer so schön: Beim ersten Kind bist du verkrampft, beim zweiten koordiniert und beim Dritten bricht es über dir zusammen, jedes weitere Kind ist egal für die Dynamik! Haha und damit hat sie recht! Richtig locker beim Reisen (und wohl auch generell ;-)!) wurden wir erst bei Nummer drei. Ich habe aufgehört zu planen. Keine Routenplanungen, keine Places to be, keine Must sees…..ich habe eigentlich nur noch Ideen. Was davon umgesetzt wird entscheiden wir spontan. Und das Tollste daran? Es ist vollkommen befreiend und erleichternd! Noch nicht mal für den Kofferinhalt hab ich inzwischen noch ne Liste. Was vergessen wird wird nachgekauft. So schocken einen so fiese Dinge wie letzten Sommer, als mein/unser Beautycase in komplett entleertem Zustand auf dem Paketband in Bangkok ankam auch nur noch wenig. Geht man halt mal kurz asiatisches Duschgel und Zahnbürsten kaufen ;-)! Na und viele Dinge ergeben sich einfach durch vorangegangene Erziehung zum netten Menschen. Wer seinen Kindern schon früh angenehmes  Selbstbewusstsein, Benehmen und Rücksichtnahme gegenüber anderen vermittelt, ist klar im Vorteil. Aber das natürlich nicht nur im Urlaub.

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Hast Du Tipps, damit jeder in der Familie im Urlaub auf seine Kosten kommt?

Jeden Tag morgens neu planen und einfach mal laufen lassen. Nach Lust und Laune und unter Einbeziehung der Interessen aller Beteiligten. Wir machen das meistens beim Frühstück. Ich knalle dann ein paar Ideen für den Tag auf den Tisch (ich les gerne Reiseliteratur und hab von den meisten Sachen zumindest schon mal was gelesen, Herr Ü weiß meistens alles irgendwie sowieso) und schaue wie die Kinder und Herr Ü das finden. Manchmal hat auch ein Kind eine Idee oder Herr Ü macht nen Vorschlag……das ergibt sich dann so. Das Tolle daran ist, dass man spontan auf seine eigenen Launen reagieren kann. Warum auch nicht? Hey wir haben URLAUB! Manchmal nimmt der Tag dann auch noch mal einen ganz anderen Lauf als morgens geplant, einfach weil irgendwas besonders gut gefällt oder wir zufällig etwas entdeckt haben (auf dem Weg zu etwas ganz anderem) oder man einfach mit Jetlag nur müde ist und sich sagt „Nö….heute machen wir dann nachmittags doch nur Pool!“. Wir nennen das „Einfach mal mitschwingen!“. Oft sind es ja die kleinen überraschenden Sachen die  auch gerade für die Kinder die Andersartigkeit und Besonderheit eines anderen Landes sichtbar machen.

Reisen mit Kind ist ja schon ein Abenteuer. Ist Euch mal was echt Bescheuertes passiert, woran Ihr Euch noch in 30 Jahren erinnern werdet?

So richtig ätzende Dinge sind uns zum Glück bisher erspart geblieben. Einmal hatte der Große ganz schwer Windpocken auf Fuerteventura und wir durften eine Woche lang das Hotelzimmer nicht verlassen und auch kein Flugzeug betreten.

Na und eine Geschichte, die jetzt allerdings schon legendär ist und immer in den unpassendsten Momenten rausgeholt wird, ist unsere Hollandkotzgeschichte ;-(……..fies aber wahr:
Der Kleinste war ein halbes Jahr alt und übergab sich eine halbe Stunde nach Abfahrt im 5-Minutentakt im Auto. Wir beschlossen aber trotzdem weiter ins Haus nach Holland zu fahren……ob nun hier oder da, erschien uns egal. Dort angekommen, hörte er ziemlich direkt wieder auf, dafür begann dann der Mittlere (damals 4) damit (volle Ladung ins Bett in dem er mit dem Großen lag). Davon wurde dem Großen (damals 7) schlecht und er rannte ins Badezimmer zum Klo. Klar, dass davon dann auch mir schlecht wurde und ich den Großen nur unsanft am Klo beiseite schubsen musste, weil ich selber ranmusste. Dieses Gesicht von ihm werde ich nie vergessen…….und ich hab auch in meinem ganzen Leben noch nie mit einem anderen Menschen zeitgleich….äh…ja…….eklig aber so wars. Ich hoffe deine Leser halten das jetzt aus, Nadine ;-)!

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Hast Du den Insider-Übernachtungstipp für uns? Sei es Hotel, Hostel, B&B, Zelt oder Bauernhof.

Ach es gab in all den Jahren so viele tolle Hotels! Bei manchen, gerade in Indonesien, weiß ich aber gar nicht mehr, obs die noch gibt und ne Internetseite haben sie auch nicht. Ich hab da aber ein ganz tolles, wirklich ungewöhnliches und auch ziemlich authentisches Wüstenresort in Dubai, wo ich am liebsten alle hinschicken würde! Das wunderbare Bab al shams! Nicht günstig, aber sooooooo toll!!! Mehr dazu könnt Ihr hier lesen.

Was war Eure bisher schönste Familienreise und warum?

Ich glaube die Familie würde hier einstimmig Asien und Dubai schreien. Wir haben das in Kombination inzwischen schon zweimal gemacht, weil es so toll war. Thailand ist einfach ein supereasy und charmant zu bereisendes Land, gerade auch mit Kindern. Ach und uns allen liegt die asiatische Mentalität auch einfach sehr. Ja und Dubai ist einfach wie Amerika in der Wüste und mit arabischer Kultur. So cool und diese ganzen Möglichkeiten. Manche beschreiben Dubai als seelen- und charakterlos, weil einfach so aus dem Boden gestampft. Wir nicht. Es gibt so viel dort zu sehen und man kann gleichzeitig einen einzigartigen, spannenden Luxus mit ganz viel Blingbling und Service geniessen, den ich aus Europa so einfach nicht kenne. Wow.

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Habt Ihr als Familie noch einen großen gemeinsamen Reisetraum?

Ja klar! Wir machen eine Weltreise! Am liebsten ein Jahr! Wie wir das bei drei Schulkindern realisieren sollen weiß ich allerdings überhaupt nicht. Ich befürchte es wird bei 6 Wochen Sommerferien bleiben. Wir arbeiten dran ;-)))!

Liebe Anne, 1000 Dank für das spannende Interview. Eure ääh, hüstel….gemeinsame Hollandkotzgeschichte…sorry, da musste ich echt lachen. In dem Moment ist das natürlich fürchterlich, aber am Ende sitzt man dann irgendwann da und lacht genau über solche Geschichten. Bestenfalls im unpassensten Moment, wenn die Oma zum Sonntags-Kaffeeklatsch da ist. Und das mit der Weltreise kriegt ihr sicher irgendwann noch hin. Du machst dann sicher ne ganz große Party daraus!

Hier findet Ihr noch mehr friendstravel-Interviews!

8 Kommentare

  1. Tolles Interview! Am besten gefällt mir die Planung nur mit Eckdaten – das erleichtert vieles (übrigens nicht nur im Urlaub).
    Achja, und ich dachte immer, dass ihr euch aus dem „echten“ Leben kennt und zufällig beide nen Blog habt. Witzig!
    Liebe Grüße an euch beide
    Christiane

    • frau hibbel sagt

      Ach….aber ist ja irgendwie auch schön, wenn wir Beide den Eindruck hinterlassen. Ich finds jedenfalls immer wieder spannend und klasse wieviele nette Menschen man übers Bloggen kennenlernt. GlG, Nadine

  2. Boa, das ist fies…auch noch Fast-Nachbarinnen^^ Ich begleite sie ja nun schon etwas länger und bin dadurch auch auf dich gestossen. Finde euch Beide einfach klasse, und falls ihr mal hier auf der Insel seid dann hoffe ich auf nen tierischen Kaffeeklatsch *gg*

    Ein tolles Interview und ich finde es auch ebenso genial wie (auch du) die Urlaubsreisen geplant und umgesetzt werden. Ein gutes Beispiel dafür das es auch mit mehreren Kindern supergut klappen kann.

    Danke an dich und auch an Frau Ü. Hat viel Spaß gemacht.

    Schönen Start in das Wochenende und allerliebste Grüssle

    N☼va

    • frau hibbel sagt

      Joa, Nova…das machen wir. Darauf kannste Gift nehmen. Ein Cafe con Leche auf Deiner Terrasse. Ich freu mich schon! 🙂 GlG, Nadine

  3. Frau H Sie sind die Beste! Alllllerbeste ♥♡♥♡♥♡♥♡♥♡♥♡♥♡♥! Was für ne schnuckelige Einleitung, ich bin tomatenrot ;-)! Und weißte was ich grade ess????? Chia ;-))))…….al gusto Hibbel mit Himbeeren ;-))!! Herr Ü sagt dazu allerdings Froschlaich…….hahahahaha!!! Kommense mal schön wieder aus den Highlands mit dem Microauto ;-)! Ganz viele Bussls Anne

  4. Flögi sagt

    Hallo Frau Hibbel 🙂 , tolles Interview. Anne ist echt eine sehr sympathische Frau und ich habe auch schon viele gute Freundschaften aus der Internetwelt im wahren Lebend weiterfunktionierend. Sogar meine besten Freundschaften sind durch Reiseforen entstanden!
    Liebe Anne, eine Woche im Hotelzimmer gesperrt, wo ein Kind Windpocken hat – zu ertragen, wäre mir die Hölle, schlimmer als die „Kotzgeschichte“. 🙂 Liebe Grüße

  5. haha, so Geschichten wie bei Euch in Holland haben wir auch 🙂
    Damals trugen die Ameisen die K..brocken zur Tür raus bevor ich den Junior wieder sauber hatte!
    Ich werde mir Deinen Blog gleich mal anschauen!

    Von einer Weltreise träumen wir als Familie auch. Das geht schulisch schon – lasst Euch beurlauben (Ich kann Dir da gern ein paar Tipps geben, wie Du es angehen kannst!). Die Kinder lernen so viel unterwegs. Vor allem natürlich Englisch!
    viel Spaß beim Reisen weiterhin und viele liebe Grüße

    Gabi & gang

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