Meine Mai-Lieblinge

Urban Food, Reduced Living und Hygge Feeling

Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber manchmal habe ich das Gefühl, das Leben rast in einem Affenzahn an mir vorbei und ich komme kaum noch hinterher. Ein Phänomen unserer Zeit, das meine Eltern in der Form nicht kannten. Selbst mir (als Kind der 70s) ist dieses Superfast-Zeitalter z.T. noch neu. „Schuld daran“ haben meiner Meinung nach Smartphones, soziale Netzwerke, diverse Apps und die ständige Erreichbarkeit. Auf der einen Seite wunderbare Errungenschaften, die ich nicht mehr missen möchte. Auf der anderen Seite unglaubliche Zeitfresser, die mich oft überfordern oder mir das Gefühl geben, aus meinem Leben nicht alles rauszuholen.

So sehr ich z.B. Instagram oder Pinterest liebe…. eine Runde stöbern macht mich schon völlig kirre. Ich sehe unzählige tolle neue Ideen, die ich gerne umsetzen oder Orte, die ich auf der Stelle bereisen möchte. Außerdem möchte ich bitte auch so ne coole, durchgestylte Wohnung haben, mich mehr dem Thema Umwelt widmen und am Liebsten Hühner halten, Gemüse anbauen und mein Essen selber herstellen. Aber wann um Himmels Willen soll ich das alles machen? Der Tag wird niemals mehr als 24 Stunden haben und ich auch kein zweites Leben. Ich möchte quasi 77.000 Dinge gleichzeitig machen und mich selbst verwirklichen. Gleichzeitig aber auch meine Ruhe haben und mich wieder mehr den wirklich wichtigen Dingen im Leben zuwenden.

Im Zuge all dieser Gedanken habe ich ein paar sehr sehr schöne Bücher gelesen, die im Mai meine Lieblingsstücke sind und ich Euch gerne vorstellen möchte. Apropos Bücher….. die liebe ich wirklich sehr, aber auch das Lesen kommt in meinem stressigen Alltag oft viel zu kurz.

Naturalista: Wohlfühlrezepte für Körper und Geist / Knesebeck Verlag

Ein wunderschönes und inspierendes Buch von Xochi Balfour, der Autorin des britischen Blogs Naturalista, das alle Menschen anspricht, die sich zunehmends vom Leben des 21. Jahrhunderts gestresst fühlen. Prinzipiell wissen wir alle was uns gut tut, wenn wir nur mal wieder auf unser Bauch-Gefühl hören und auf uns achten würden. Ich esse z.B. gerne mal auf die Schnelle im Stehen, weil ich mir einfach nicht die Zeit nehme, mich in Ruhe hinzusetzen. Aber die Autorin führt einem mal wieder ganz bewusst vor Augen, was in unserem Alltag mitunter schiefläuft und gibt Tipps und Anregungen zur Entschleunigung und wie man zur Ruhe kommt. Mit gesunden, vollwertigen und teils vegetarischen Rezepten, selbstgemachten Cremes, Peelings und Co. für eine natürliche Hautpflege sowie einfachen Techniken für mehr Achtsamkeit in unserer geschäftigen Welt. Naturalista ist also viel mehr als ein Kochbuch, sondern ein Wegweiser um Körper und Seele in Einklang zu bringen.

Ein Fest im Grünen: Einfache Rezepte und Ideen für jeden Anlass / Knesebeck Verlag

Beim Durchblättern dieses Kochbuches von Erin Gleeson habe ich mich sofort verknallt. Die Food-Fotos sind wunderschön und das Buch mit vielen ihrer Aquarelle illustriert. Zudem lebt die Autorin genauso wie ich es mir erträume. In einem Waldhaus mit wunderschöner Terrasse im Hinterland von San Francisco. Wer möchte da nicht sofort ein paar gute Freunde einladen und viele schöne Abendeinladungen, Partybuffets oder Cocktailparties geben?

Die Autorin zaubert viele bunte vegetarische Menüs, die sich halbwegs unkompliziert und auch nach einem langen Arbeitstag zubereiten lassen. Ganz mein Ding, denn stundenlanges Gekoche liegt mir null. Außerdem gibt es viele schöne Tipps für Dekorationen, Blumenarrangements oder Serviervorschläge. Das Buch ist definitiv für alle eine Inspiration, die gerne gutes Essen mit Freunden teilen.

The Little Book of Hygge: The Danish Way to Live Well

Dieses Buch gibt es natürlich auch auf deutsch, aber ich hatte es mir im Ausland am Flughafen gekauft und während meines Rückfluges gelesen. Hygge vom Dänen Meik Wiking beschreibt in der Tat einen Lebensstil, der so ganz und gar meiner ist. Wenn ich denn mal zuhause bin und nicht um die Welt streife. In diesem Buch erwachen meine skandinavischen Wurzeln komplett zum Leben. Hygge ist warmes Licht, sich mit Decke und Buch aufs Sofa kuscheln, Kakao trinken aber auch picknicken im Sommer oder Glögg trinken im Winter.

Hygge beschreibt also nicht nur das Gefühl der Gemütlichkeit, das auch wir Deutschen sehr gut kennen. Es ist vielmehr eine Lebensart, die es in der Form wahrscheinlich nur in den skandinavischen Ländern gibt. Es gibt mit Sicherheit kaum eine Gegend auf der Welt, wo es den Menschen so wichtig ist, sich eine gemütliche und kuschelige Höhle einzurichten und so viel Wert auf ein schönes Heim gelegt wird. Kein Wunder also, das die Skandinavier in Sachen Inneneinrichtung ihr Näschen ganz vorne haben. Einen Vorteil muß die endlose Dunkelheit und Kälte ja haben. Für mehr Hygge-Feeling daheim brauche ich jetzt eigentlich nur noch einen Kamin, ein Bärenfell und ne Sauna.

Einfach Leben: Der Guide für einen minimalistischen Lebensstil / Knesebeck Verlag

Ein Buch, das ich regelrecht verschlungen habe und danach das Bedürfnis hatte, mein Leben komplett umzukrempeln. Die Autorin Lina Jachmann stellt in ihrem Buch unterschiedliche Menschen vor, die sich in irgendeiner Form für einen minimalistischen Lebensstil entschieden haben. Ob in den Lebensbereichen Mode, Wohnen, Körper oder Lifestyle. Da ich mich schon seit einiger Zeit mit solchen Themen beschäftige, war ich direkt total angefixt.

Es gibt inspirierende Homestorys, Anregungen zur fairen und nachhaltigen Mode oder wie man auch mit weniger Kleidung perfekt gestylt durch die Weltgeschichte laufen kann, Tipps und DIY im Bereich Kosmetik, Clean Eating oder Urban Gardening und wie man im Alltag weniger Müll produziert und nachhaltiger leben kann. Nachdem ich ein Jahr lang mit meinem 12 kg Rucksack um die Welt gereist bin, weiß ich aus eigener Erfahrung, das man eigentlich nicht viel braucht um glücklich zu sein. Den meisten Kram den man so hortet, braucht man am Ende gar nicht und er ist nur unnötiger Ballast, der auch den Geist irgendwann zumüllt.

Falls ihr nun die nächsten Wochen nichts mehr von mir hört…. ich bin dann mal ausmisten und mein Leben minimalisieren. Ist ja sowas von befreiend.

 

 

 

 

6 Kommentare

  1. Hallo du Liebe,

    oh ja so geht es mir auch, dass ich das Gefühl habe, die Zeit rast nur so.
    Wir haben nun schon Mai, also in drei Monaten sind die Sommerferien schon wieder vorbei 😉
    Deine Büchervorstellung gefällt mir sehr. „Hygge“ und „Einfach leben“ habe ich auch und finde die Bücher wirklich anregend und sie machen es einem leicht endlich einmal anzufangen. Um „Ein Fest im Grünen“ schleiche ich schon lange herum, doch im Grunde habe ich genug Kochbücher um auch so ein schönes Fest im Grünen zu veranstalten.

    Hab einen schönen Tag,
    lieben Gruß,
    Teresa

    • Nadine sagt

      Hör mir auf, Teresa….. ich hab echt nen Knall was Kochbücher angeht. 😉 Soviel koche ich gar nicht daraus, aber die sind alle immer so schön. Und ich darf auch gar nicht drüber nachdenken, daß bald schon wieder Juni und die Hälfte des Jahres rum ist. Gruuuuselig, wie die Zeit rennt. Man hat echt nicht genug Zeit für all die schönen Dinge des Lebens. Seufz. GlG, Nadine

  2. Schöne Buchempfehlungen 🙂
    Wenn ich mich spontan für eines entscheiden sollte, dann für Hygge: The Danish Way to Live Well. Das Wetter lädt ja gerade dazu ein, sich auf der Couch mit einem guten Buch einzukuscheln. Das Wochenende wird wohl recht hyggelig. Liebe Grüße, Ines

    • Nadine sagt

      Ja, das Buch ist auch echt toll, Ines. Wobei mir nach gefühlten 8 Monaten Herbst/ Winter nun echt nicht mehr nach hygge ist. Ich will raus und Sonne und Wärme spüren. Mööp. LG, Nadine

  3. WAS EIN WETTER. Ohhhhh. Da setzt ich mich doch direkt zu dir auf die Couch und les mit. So schöne Bücher hast du da! Ja und die Zeit rast echt. Manchmal versteh ich gar nicht wie die Kids von heute diesen ganzen Handystress aushalten. Aber okay, die kennen das gar nicht anders. Bin mal gespannt, ob sich der Handykonsum des Großen ändert, jetzt wo er aus der Schule raus ist. Könnte ja sein? Die ganzen Schulgruppen werden ja jetzt nicht mehr so gefüttert. Ich bin echt gespannt. Bussi Anne

    • Nadine sagt

      Ja, wer weiß. Vielleicht gibt es ja auch irgendwann einen Gegendtrend? Rauchen war früher ja schließlich auch mal hip, cool und vermeintlich gesund. Ehrlich gesagt hoffe ich das ein bißchen…. Ich finde zwar, daß man sich dem Fortschritt nicht verschließen sollte, aber irgendwann ist ja auch mal gut. Wenn wir alle gar nicht mehr miteinander sprechen, sondern nur noch allein im stillen Kämmerlein sitzen und über WhatsApp und Co. miteinander kommunizieren, kann das irgendwie nicht richtig sein. Der Mensch ist ja trotz allem ein soziales Wesen und wir saßen Jahrtausende zusammen vorm Lagerfeuer. Nur seit 10 Jahren nicht mehr. Und dass das alles viel zu viel ist, erkennt man ja auch gut daran, daß immer mehr Menschen einen Burn Out haben. Wann sitzen wir btw mal wieder zusammen vorm Lagerfeuer und quatschen? 😉

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