South Carolina

Urlaub in der Filmkulisse

Was fällt Euch spontan zu den Südstaaten ein? Ich musste ehrlich gesagt direkt an „Fackeln im Sturm“ denken :)). Plantagen, Sklaven, Tabak und Baumwolle, traumhafte Südstaatenhäuser sowie der amerikanische Bürgerkrieg. Und meine Vorstellung von den Carolinas wurde nicht enttäuscht. Überhaupt reist man in Dixieland scheinbar immer irgendwie von einer Filmkulisse zur Nächsten.

 

In der ersten Woche haben wir bei unseren deutsch-amerikanischen Freunden in Greenville, South Carolina gewohnt. Greenville ist eine hübsche Kleinstadt nahe der North Carolina´schen Grenze und da u.a. BMW dort seinen einzigen Sitz in Nordamerika hat, leben da recht viele Deutsche.

 

Die ganze Gegend ist ein einziger Wald und unsere Freunde wohnen in einer typisch amerikanischen Kleinstadtidylle für Besserverdiener. So ein bisschen desperate housewifes-mäßig ;). Der Pick-Up vor der Haustür, kaum Verkehr, viele kids auf der Straße und immer wird irgendwo ein Schwätzchen mit nem Nachbarn gehalten. Fehlte nur noch der mexikanische Gärtner ;). Einzig und allein die Angst das Schlangen ins Haus kommen könnten, fand ich sehr gewöhnungsbedürftig. Die Türen sollte man also möglichst immer geschlossen halten, wenn man nicht ne fette Schlange auf seiner Couch finden möchte.

 

Von dort aus haben wir den ein oder anderen Ausflug in die Gegend gemacht, wie z.B. nach Brattonsville. Eine historische Baumwollplantage die von 1776 bis 1855 von den Brattons, einer prominenten Familie in York County, South Carolina bewohnt wurde. Die Plantage liegt malerisch inmitten von Wald und Feldern und von Dienstag bis Sonntag kann man sich die verschiedenen Häuser, Scheunen und Sklavenquartiere auch von innen ansehen.

Wir waren praktischerweise an einem Montag da und die Plantage hatte geschlossen. Kurz zuvor wurden die Öffnungszeiten geändert und wir wussten natürlich von nix. Da wir aber extra eine 120 km weite Anreise auf uns genommen hatten um die Plantage zu sehen, ließ uns der Besitzer netterweise wenigstens allein auf dem Gelände rumlaufen und alles bestaunen. Hatte zumindest den Vorteil, das wir ganz allein waren und die Atmosphäre dieser wunderschönen Anlage genießen konnten.

 

Und? Erkennt Ihr vielleicht das ein oder andere wieder? Brattonsville diente u.a. als Kulisse für den Blockbuster „Der Patriot“ mit Mel Gibson. Hier lief also auch schon Heath Ledger – Gott hab ihn selig – rum.

Die Vorstellung das in diesen Holzbaracken früher bis zu 160 Sklaven hausten, während die Herrschaften im vornehmen Haupthaus residierten, fand ich schon sehr befremdlich. Überhaupt finde ich, das bis heute noch extrem viele Afroamerikaner in den Carolinas leben.

 

Von South Carolina haben wir leider nicht soviel sehen können, da uns unsere Reise danach durch North Carolina zu den Outer Banks führte. Verpasst haben wir dadurch leider Charleston, was wunderschön sein soll. Die Vietnam-Szenen von Forrest Gump mit Tom Hanks entstanden z.B. in der Nähe von Charleston. Da kann man sich dann mal ungefähr vorstellen wie bewaldet und exotisch diese Gegend eigentlich schon ist.

Wettertechnisch ist es gerade im Inland der Carolinas im Mai und Juni schon sehr warm und schwül, was daran liegt das sie auf der Höhe von Marokko liegen. Unsere langen Hosen und Pullis haben wir daher zum Glück umsonst mitgeschleppt.

Beim nächsten Mal nehm ich ich Euch mit in die Berge. Und auch da geht es recht hollywoodmäßig zu ;).

 

6 Kommentare

  1. Ja, das geht mir auch so mit den Gedanken. Hat man kurioserweise gleich Assoziationen^^

    Danke dass wir dich begleiten durften. Hat viel Spaß gemacht es zu sehen. Irgendwie merke ich dann immer wieder wie mir der Kontinent doch noch fehlt. Fühle mich sofort heimisch wenn ich die Häuser und Gegenden sehe 😉

    Wünsche ein schönes Wochenende und sende liebe Grüssle

    Nova

  2. Auf der Strasse mit den ganzen Kindern geht’s ja zu wie bei uns hier….witzig, da hatten die Jungs bestimmt viel,Spass. Auch Schwein gehabt, dass ihr nach 120 km Fahrt nicht wieder umdrehen musstet, sondern der nette Mensch euch die Privatbesichtigung erlaubt hat. Man kann sich das richtig gut vorstellen, wie es da damals zugegangen sein muss……die armen Sklaven, so urig romantisch wies ein wenig ausschaut, war das wohl nicht gerade. Ich Merk immer wieder…..ich muss doch unbedingt mal ins Burgerland. Winkewinke Anne

  3. gaaanz tolle Bilder! Voll schön es bildlich zu haben, wo ihr Euch da so rumgetrieben habt! 🙂 Auch das Erlebte klingt echt schön, wie Urlaub eben! 🙂 Es ist toll zu sehen, dass ihr es so richtig genießen konntet. Ich freue mich auch jetzt schon wahnsinnig auf den nächsten Urlaub! Auch, wenn der Herr des Hauses meint, dass ich ja bald ein Jahr Urlaub hätte. Pfui! :-))

  4. Hach, schön! Wir kommen gerade aus dem Urlaub: Charleston- Asheville- Greenville und da freu ich mich, hier einiges wieder zu sehen! Im Winter haben wir auch 6 Monate in Charleston gelebt, so schön. Also, irgendwann musst Du da schon nochmal hin 😉
    Ich stöber mal weiter bei Dir…
    LG, Yvette

    • Nadine sagt

      Oh, da hast Du aber einen alten Beitrag ausgebuddelt. Da waren wir vor 3 Jahren. 🙂 Und ja, leider haben wir Charleston verpasst, aber wir hatten uns so in die Outer Banks in North Carolina verknallt, das wir die Stadt spontan haben sausen lassen. So isses manchmal. GlG, Nadine

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