3 x Küstenliebe in Neuengland

Und unser Einsatz als Aushilfs-Lobsterfischer

Wenn ich mal groß bin, will ich unbedingt am Meer leben. In so einem schnuckeligen kleinen Holzhaus in Strandnähe. Mit einem Gärtchen, in dem ich mein eigenes Gemüse anpflanze und wo ein paar glückliche Hühner durch die Gegend laufen. Die kleinen Küstenorte in Neuengland kommen diesem Traum schon recht nahe. Die Sommer dort sind wunderschön. Man hat dieses skandinavische Feeling gepaart mit italienischem Sommer. Ich weiß nur noch nicht, wie ich Winter mit meterhohem Schnee und Eiseskälte verkraften werde. Aber auch das ist sicher schöner als rheinisches, graues Usselswetter und Schneematsch.

Falls ihr mich also in 30 Jahren (mit Kittelschürze und lila Pusteblumenfrisur) mal suchen solltet, findet ihr mich vielleicht in einem dieser drei entzückenden neuenenglischen Küstenörtchen.

Portsmouth in New Hampshire

Leider hab ich viel zu wenig Fotos von diesem niedlichen 21.000 Einwohner zählenden Nest gemacht. Vielleicht weil wir nur per Zufall dort gelandet sind und auch nur einen Stop auf unserer Weiterreise nach Maine eingelegt haben. Portsmouth hat jedenfalls eine tolle kleine Waterfront-Restaurantszene und viele nette Shops. Die Küste von New Hampshires ist im Übrigen gerade mal 30 km lang. Es wäre also fast schon ein bisschen unhöflich sie zu ignorieren und einfach nur durchzufahren. Falls ihr also mal an Portsmouth vorbeikommen solltet, legt unbedingt einen Stop ein.

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Portland in Maine

Portland ist die größte Stadt von Maine (nicht zu verwechseln mit Portland in Oregon) und mit gerade mal 66.000 Einwohnern trotzdem sehr überschaubar. Wir haben dort 2 Nächte verbracht, hatten für die Stadt aber gar nicht mal so viel Zeit, weil wir nämlich auf Lobster-Tour waren. Über das Lobsterfishing kann man natürlich streiten, aber wir wollten das unbedingt mal miterleben. Immerhin ist Neuengland und insbesondere Maine das Mekka für Lobster-Fan.

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Ausgestattet mit der Arbeitsuniform der Lobsterfischer (schicken orangen Gummischürzen und Handschuhen) ging es mit dem Boot von Lucky Catch Cruise raus auf die Casco Bay. Die Lobsterfischer haben in der gesamten Bucht ihre Hummerfallen aufgestellt, die sie mit bunten Bojen kennzeichnen, um ihre Käfige wiederzufinden. Jeder gefangene Hummer wird noch an Bord gemessen. Hummer werden in der Regel bis zu 6 kg schwer und 64 cm groß. Sind sie zu klein, werden sie direkt wieder ins Meer geworfen, um den Bestand zu sichern. Haben sie die richtige Größe, werden die Scheren festgebunden, damit sie einen nicht verletzen können und um Kannibalismus vorzubeugen. Ja, ihr habt richtig gehört. Scheinbar fressen sich die Tiere gerne gegenseitig auf, wenn sie anschließend in Gefangenschaft gehalten werden.

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Wie ja sicher fast jeder weiß, werden Lobster normalerweise lebend gekocht und harren bis zu ihrer „Schlachtung“ in ihren gläsernen Gefängnissen aus. Sie lebend zu lagern hat einen Grund: wenn sie tot sind, entwickeln sie sehr schnell Giftstoffe und sind ungenießbar. Ihr merkt schon, so ein echter Lobsterfischer ist nicht aus mir geworden. Nichtsdestotrotz und vielleicht auch gerade darum, war die Tour eine interessante Erfahrung. Ich würde sogar behaupten, daß ich meine Liebe zu diesen Tieren entdeckt habe, die immerhin bis zu 70 Jahre alt werden können und zudem ziemlich wehrhaft sind. Einen Lobster festzuhalten, hat mich alle Kraft gekostet und zudem habe ich mich am scharfkantigen Panzer geschnitten. Die Kerlchen strampeln mit ihren 8 Beinen aus Leibeskräften und versuchen natürlich sofort ihre Scheren zum Einsatz zu bringen.

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Am Ende des Trips kann man die Lobster fangfrisch und lebend kaufen. Mein Buddy hätte gerade mal 6 US $ gekostet und ich hätte ihn direkt im angrenzenden Lobster-Restaurant mit Salat und Fritten zubereiten lassen können. Aber ich habe es ehrlich gesagt nicht übers Herz gebracht. Dafür habe ich am Ende unserer Reise doch nochmal einen mir nicht bekannten Hummer verspeist. Mein Fazit dazu lest ihr hier.

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Wenn man schon mal in Portland ist, sollte man sich direkt noch den ältesten Leuchtturm Maines anschauen. Das hübsche Portland Head Light liegt sehr malerisch im Fort Williams Park. Im Übrigen kann man sich ab Portland mit der Fähre The Cat in 5 1/2 Stunden nach Novia Scotia übersetzen lassen. Ein Trip den ich ziemlich gerne mal machen würde.

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Rockport in Massachussetts

Total verknallt war ich auch direkt in das kleine Fischerdörfchen Rockport in Massachussetts. Wahrscheinlich das Paradebeispiel für einen neuenglischen Küstentraum. Es liegt gerade mal 40 km nördlich von Boston und hat somit die perfekte Lage auf der Landzunge von Cape Ann. Im Übrigen sind wir nur wegen der Rockport-Lobeshymnen von der lieben Nic aka Luzia Pimpinella dort gelandet und es hat sich in der Tat mal wieder gelohnt, einen Bloggertipp mit in unsere Reise einzubauen.

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Seid ihr schon mal in Neuengland gewesen und habt noch einen Tipp, wo man unbedingt hinfahren sollte? Und was denkt ihr über das Fangen und Verspeisen von Lobstern? 

Offenlegung: Unser Lobster-Trip wurde von VisitMaine unterstützt. Dies hat keine Auswirkung auf meine Berichterstattung.

7 Kommentare

  1. So eine Lobster-Tour klingt super, da wäre ich sofort dabei. Ich würde es auch nicht übers Herz bringen, den Lobster zu essen, den ich gerade noch persönlich kannte. LG, Ines

  2. flögi sagt

    Sehr coole Bilder bei dem Leuchtturm und auch von dem Lobsterfischerei.
    Alles in diesem bericht würde mir auch sehr gut gefallen.
    Liebe Grüße

  3. Mist. Ich bin ein Bösewicht. Ich liebe Lobster. Machste nix. Hach und dieses kleine Dörfchen da…Rockport…..ach ist das putzig. Da wär ich auch gern was geblieben. Ich muss unbedingt nochmal nach America. Hab das Gefühl, ich hab da noch nicht mal 2 % von allem gesehen letztes Jahr. Und Kanada! JA! Und Kananda! Warum haben wir das nur ausgespart. Achja stimmt. Irgendwie kann man in 4 Wochen nicht alles machen. Wie doof. Bussi Hasi! Smak Anne

    • Nadine sagt

      Ehrlich gesagt dachte ich auch, ich hätte Lobster zum Fressen gern. Ich hatte vor Jahren schon mal einen gegessen. Allerdings nur das Fleisch. Ohne das ganze Prozedere mit der Aufknackerei des Panzers etc. Und das ist echt so gar nicht meins. Ich mag aber auch keine Krebse. Aber nu ja….hab ich das auch mal ausprobiert.

      Und wahrscheinlich liebt oder hasst man Amerika. Ich finde es als Reiseland unschlagbar und da gibt es immer noch soooo viele Dinge, die wir uns anschauen müssen. Und ich war echt schon oft dort. Kalifornien würde euch sicher auch gefallen. Überhaupt die ganze Westküste. Das machste dann mal mit Herrn Ü und bleibst direkt 4 Monate, Schatz! 🙂

  4. Ich bin ungerne der Spielverderber… aber ich fände es irgendwie grausam bei so einer Tour mitzumachen und dazu beizutragen, dass irgendwer die Lobster mal isst… 🙁 ABER deine Bilder von Neuengland sind trotzdem richtig schön 🙂 Da würde ich dann doch mal hin 😉

    • Nadine sagt

      Das ist schon ok, Soley. Jedem seine Meinung und ich hab ja auch gefragt :). Grausam finde ich an so einer Tour jedoch erstmal nichts, denn da passiert ja noch gar nichts Schlimmes mit den Tieren. Sie werden halt gemessen und je nach Größe wieder freigelassen oder kommen in das Bordaquarium. Und irgendwie ist der Hummerfang halt auch ne uralte Tradition. Selbst die Indianer haben schon mit Lobstern ihre Felder gedüngt oder diese als Köder genutzt. Dann dürften die Inuit auch keine Robben mehr fangen. Ist halt immer schwierig wenn es um Tiere geht. LG/ Nadine

  5. Eine ganz ähnliche Tour haben wir 2008 gemacht und mir ging es wie dir. Was für ein herrlich friedliches Fleckchen diese Gegend ist. So klar und unaufgeregt. Wahnsinnig schön ☺️

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