Ein Tag bei der Condor
Kinderinterview mit einem Piloten

17. August 2016

Reisebloggerkinder haben ja schon ein aufregendes Leben. Nicht nur, dass sie ständig durch die Weltgeschichte reisen, hin und wieder bekommen sie auch noch ziemlich coole Gelegenheiten mal einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.

Diesmal durften die Jungs vor unserem Condor Flug von Frankfurt nach Providence in Rhode Island mal schauen wie ein Cockpit aussieht, einen kleinen Simulationsflug machen, über die Notrutsche aus dem Flugzeug hopsen und einem waschechten Condor-Piloten Löcher in den Bauch fragen. Für die Kinder war das natürlich ein Riesenspektakel und ein unvergessliches Erlebnis.

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Da ich bereits letzten November einen #insightcondor-Tag hatte, wusste ich was uns erwarten würde. Mehrfach hatte ich meinen Jungs davon erzählt und sie konnten vor dem großen Event vor lauter Aufregung kaum schlafen. Als es dann endlich soweit war, waren sie so hibbelig, dass ich kaum ein anständiges Foto schießen konnte. Versucht mal Bilder von einem Sack Flöhe zu machen.

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Den kurzen Simulationsflug über den Frankfurter Flughafen konnten sie in einem vollausgestatteten Nachbau des Airbus A320/321 im Trainingscenter des Gateway Gardens, direkt am Frankfurter Flughafen, machen. Im Mockup bekommt das Flugpersonal normalerweise ihre Schulungen und das SEP (Safety and Emergency Procedures) Training.

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Der Sprung von der Notrutsche war natürlich ebenfalls ein Highlight, für die Kinder allerdings gar nicht mal so ohne. Die Gummierung der aufblasbaren Rutsche ist nämlich relativ hart und rauh und der Kleine scheuerte beim Rutschen mit seinen Unterarmen daran vorbei. Autsch. Beim Sprung muss man also auf jeden Fall immer darauf achten, die Arme hochzuhalten sowie Schuhe und Brille auszuziehen. Das mit der Brille hatte ich vor Ort nicht beachtet, aber im Notfall wüsste ich nun bestens Bescheid.

Unseren Sprung könnt Ihr im Übrigen als Filmchen auch hier auf meinem Instagram-Account sehen.

Auf dem Rückflug von Providence nach Frankfurt durften die Jungs dann noch einen Blick ins echte Cockpit werfen und den Co-Piloten unseres Fluges, Rene Liebing, interviewen. Außerdem bekamen sie zwei kleine Condor-Modelle geschenkt. Ich muss sicher nicht erwähnen, dass die Kinder seelig waren und die Flugzeuge nun einen Ehrenplatz in den Kinderzimmern haben.

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Kinderinterview mit dem Co-Piloten Rene Liebing:

1) Wolltest Du schon als Kind Pilot werden? Und wenn nicht, was wolltest Du denn werden, wenn Du mal groß bist?

Tatsächlich hatte ich schon immer den Wunsch Pilot zu werden. Meine Grundschulfreunde sagen heute immer noch, dass ich früher nur davon geredet habe. Allerdings muss ich zugeben, dass dieser Wunsch dadurch bekräftigt wurde, dass mein Vater auch Pilot (von 1987-1991 sogar bei der Condor auf dem Airbus A310) und meine Mutter Flugbegleiterin war. Somit sind wir schon als Kinder viel gereist und ich fand den Job schon immer faszinierend. Mein Plan B wäre Schifffahrtskapitän gewesen, aber da ich keinen Fisch esse, hatte ich den Traum schon sehr bald wieder ad acta gelegt ;).

2) Was muss man denn gut können um überhaupt Pilot zu werden?

Man sollte sich schon ein wenig für Mathematik und Physik interessieren. Zudem ist es wichtig, dass man zuverlässig ist und sich immer wieder in ein neues Team professionell einbringen kann. Als sehr wichtig empfinde ich unter anderem auch die Mehrfachbelastbarkeit und das räumliche Vorstellungsvermögen.

3) Was ist das Beste an Deinem Beruf?

Ich liebe es vor dem riesigen Flugzeug zu stehen und überlege mir dann immer „Wow, dass 184 Tonnen und 265 Passagiere einfach abheben können“. Sprich, die Technik und die Physik, die hinter so einem Flugzeug stecken. Aber auch das Erkunden von interessanten Orten liebe ich wohl am meisten.

4) Und was magst Du am Allerwenigsten?

Das Einzige, was ich manchmal echt ein wenig störend finde, ist die Zeitverschiebung und die damit verbundene Umstellung nach der Landung. Aber tatsächlich fällt mir ansonsten nichts ein.

5) Hattest Du schon mal eine gefährliche Situation im Flugzeug?

Es kam 1-2 Mal vor, dass Situationen schon sehr außergewöhnlich waren. Zum Beispiel medizinische Zwischenfälle an Bord, bei denen man das Flugzeug sehr schnell und sicher landen musste. Aber dafür sind wir wirklich sehr gut trainiert und gehen vier Mal im Jahr in den Simulator.

6) Hast Du manchmal Angst, z.B. vor Gewittern?

Dazu muss ich ein klares Nein sagen. Man sollte stets Respekt vor neuen Situationen haben, aber aufgrund der tollen Zusammenarbeit im Cockpit und dem Vertrauen zu unserer Kabinenbesatzung, würde ich sagen, dass Angst im Cockpit falsch wäre. Gewitter sind natürlich eine Herausforderung, aber wir planen unsere Flüge stets außen herum, um gar nicht erst in eine ernste Situation zu geraten.

7) Wie oft bist Du denn unterwegs?

Also im Monat habe ich im Schnitt 11-12 Tage frei. Meinen Rhythmus würde ich grob mit vier Tagen weg und zwei bis drei Tagen daheim angeben. Wobei ein ganz großer Vorteil des Berufes ist, dass man dann 24 Stunden am Tag voll zu Hause ist und keine große Arbeit mit nach Hause nimmt.

8) Welches Flugzeug fliegst Du am liebsten?

Die Boeing 767-300er, da es ein großes Flugzeug ist, was sich aber gleichzeitig sehr agil fliegen lässt.

9) Musst Du öfters mal im Flugsimulator üben?

Ja das müssen wir. Bei Condor sind es vier Simulationstrainings im Jahr. Davon ist eines für die
Erhaltung der Fluglizenz sehr wichtig, ein anderes ist zum Beispiel ein interner Check. Die beiden weiteren Simulationstrainings dienen dazu, immer wieder neue Szenarien zu trainieren. Somit sind wir bestens ausgebildet.

10) Fliegst Du lieber am Tag oder in der Nacht?

Das kommt wirklich darauf an, ich liebe natürlich die Sonne, weil sie direkt gute Laune verbreitet, aber Nachtflüge gerade im Sommer im hohen Norden haben auch ihre Faszination. Zum Beispiel kann man Polarlichter sehen, oder Großstädte wie Paris wirken von oben mit den Lichtern ganz anders.

11) Was machst Du denn wenn Du müde bist und schlafen willst?

Das ist tatsächlich manchmal nicht so leicht, immer fit zu sein. Ich zwinge mich vor jedem Flug
ausreichend zu schlafen. Und ich muss zugeben, der ein oder andere Kaffee oder die ein oder andere Cola helfen auch ;).

12) Bist Du gerne Zuhause oder am Liebsten immer unterwegs?

Ich glaube es ist schon wichtig, dass man einen Ruhepol hat. Ich freue mich immer wieder darauf, zu Hause zu sein und Zeit mit meinen Freunden und der Familie zu verbringen. Allerdings sieht man unterwegs auch so tolle Seiten von der Welt, insofern würde ich sagen, dass es sich die Waage hält.

13) Hast Du Kinder und wenn ja, sollen die auch mal Piloten werden?

Aktuell habe ich keine Kinder. Aber sie dürften selbstverständlich ihren eigenen Träumen nachgehen. Ich muss allerdings aus meiner Sicht sagen, da mein Vater ja auch Pilot war, dass es schon sehr schön ist, jemanden zu haben, der einen zu 100% versteht und wir haben schon immer tolle Gespräche über das Fliegen führen können.

1000 Dank an Rene Liebing für das spannende Interview mit den Kindern. Und wir können btw bezeugen, dass ein Pilot auch am nächsten Morgen, nach einem 8stündigen Nachtflug, immer noch toperholt aussieht :).

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Auch wir waren trotz des Nachtfluges, bei der Ankunft relativ erholt und hatten wie immer einen sehr relaxten Flug mit der Condor. Nur die Ankunft im trüben, grauen Deutschland hat uns wie immer nicht sehr happy gestimmt. Dank des vielseitigen Entertainmentsystems, dem netten Service und der bequemen Sitze in der Premium Economy Class fliegen wir immer sehr gerne mit unseren Kindern mit der Condor.

Mehr über unseren Condor-Flug mit Kindern auf die Malediven erfahrt ihr hier.

Und weitere Infos zu unserer Reise nach Providence in Rhode Island gibt es hier.

Offenlegung: Unsere Reise nach Providence wurde von Condor unterstützt. Dies hat keinen Einfluss auf meiner Berichterstattung. Vielen Dank auch an die Condor für den großartigen Einblick, den sie unseren Kindern ermöglicht hat. Falls einer von Beiden irgendwann mal Pilot werden sollte, wissen wir woran es lag ;).

 

 

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10 Comments

  • Reply Mel 21. August 2016 at 19:06

    WOW, so etwas wünscht sich doch jedes Kind 😀

    Lg Mel

    • Reply Nadine 28. August 2016 at 12:05

      Danke Mel, zumdindest wahrscheinlich fast jeder kleine Junge :). LG/ Nadine

  • Reply Mel 21. August 2016 at 19:06

    WOW, so etwas wünscht sich doch jedes Kind 😀

    Lg Mel

    • Reply Nadine 28. August 2016 at 12:05

      Danke Mel, zumdindest wahrscheinlich fast jeder kleine Junge :). LG/ Nadine

  • Reply Sabrina 1. September 2016 at 15:22

    Meine Kinder sind große Zug- und Flugzeugfans. Mal ins Cockpit reinschauen zu dürfen oder einen Simulationsflug zu machen, wäre für sie wahrscheinlich das Größte. Und gegen einen Sprung von der Notrutsche hätten sie wahrscheinlich auch nichts einzuwenden 🙂
    Ich glaube, wenn ich das nächste Mal fliege, werde ich zumindest mal fragen, ob meine Kleinen sich nicht das Cockpit ansehen dürfen. Es wäre cool, wenn das klappen würde.
    Das Interview ist übrigens auch klasse und sehr interessant.

    • Reply Isabell Göttfert 9. September 2016 at 19:16

      Hallo leider darf man seit 9/11 nicht mehr ins Cockpit aus Sicherheitsgründen. Bei mir wurde vor einem Jahr eine Ausnahme gemacht, da meine Schwester Stewardess bei Condor ist. Aber in der Regel darf man es nicht.

      • Reply Nadine 13. September 2016 at 7:42

        Hallo Isabell, da hast Du Recht. Rein theoretisch ist es nicht mehr möglich. Aber es gibt immer Ausnahmen, da am Ende der Pilot über sein Flugzeug entscheidet. In unserem Fall war das eine lang geplante Aktion mit Condor und ist natürlich nicht per Zufall entstanden. Und ich bin vor 4 Jahren wegen einer überbuchten Maschine mal im Cockpit mitgeflogen. Da hatte ich allerdings auch ein Staff-Ticket. LG/ Nadine

  • Reply Sabrina 1. September 2016 at 15:22

    Meine Kinder sind große Zug- und Flugzeugfans. Mal ins Cockpit reinschauen zu dürfen oder einen Simulationsflug zu machen, wäre für sie wahrscheinlich das Größte. Und gegen einen Sprung von der Notrutsche hätten sie wahrscheinlich auch nichts einzuwenden 🙂
    Ich glaube, wenn ich das nächste Mal fliege, werde ich zumindest mal fragen, ob meine Kleinen sich nicht das Cockpit ansehen dürfen. Es wäre cool, wenn das klappen würde.
    Das Interview ist übrigens auch klasse und sehr interessant.

    • Reply Isabell Göttfert 9. September 2016 at 19:16

      Hallo leider darf man seit 9/11 nicht mehr ins Cockpit aus Sicherheitsgründen. Bei mir wurde vor einem Jahr eine Ausnahme gemacht, da meine Schwester Stewardess bei Condor ist. Aber in der Regel darf man es nicht.

      • Reply Nadine 13. September 2016 at 7:42

        Hallo Isabell, da hast Du Recht. Rein theoretisch ist es nicht mehr möglich. Aber es gibt immer Ausnahmen, da am Ende der Pilot über sein Flugzeug entscheidet. In unserem Fall war das eine lang geplante Aktion mit Condor und ist natürlich nicht per Zufall entstanden. Und ich bin vor 4 Jahren wegen einer überbuchten Maschine mal im Cockpit mitgeflogen. Da hatte ich allerdings auch ein Staff-Ticket. LG/ Nadine

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