Rügen im Herbst
Unsere Highlights und warum wir uns in Deutschlands größte Insel verknallt haben

20. Februar 2018

Ach, Rügen! Fast 4 Monate ist es nun schon wieder her, dass wir auf der wunderschönen Ostseeinsel waren und uns im Nationalpark Jasmund das Ja-Wort gegeben haben. Ich schulde euch immer noch einen Post zu diesem wunderbaren Eiland, aber da dieser Trip seit Langem mal wieder so ein richtiger Urlaub war, stand er auch nicht gerade auf meiner Prioritätenliste. Gut Ding will Weile haben. Hier isser also – mein ganz persönlicher Rügen-Guide!

Rügen ist Deutschlands größte Insel und mit seiner beeindruckenden Kreidefelsenküste, den wunderschönen Buchenwäldern und Seebrücken sowie der bezaubernden Bäderarchitektur eins der Highlights von Deutschland.

Wir hatten für eine Woche ein Ferienhaus im klitzekleinen Ort Wreechen (ganz im Süden), das wir als Basis für unsere Unternehmungen genutzt haben. Da die Insel wirklich groß ist, haben wir uns daher auch hauptsächlich an der Ost- und Südküste aufgehalten. Den kompletten Norden und Westen haben wir nicht geschafft, daher sind so Attraktionen wie das Kap Arkona auch nicht dabei. Das war also auf keine Fall unser letzter Trip dorthin.

#1 Der Nationalpark Jasmund und die Kreidefelsen

Fangen wir mal mit dem weltberühmten Highlight an – der wunderschönen Kreidefelsenküste und seinen lauschigen Buchenwälder. Schon Caspar David Friedrich war davon verzaubert, verbrachte hier 1818 mit seiner Frau die Flitterwochen und malte sein wohl berühmtestes Gemälde „Kreidefelsen auf Rügen“.  Auch heute sieht man noch Künstler, die versuchen die einzigartige Landschaft auf Leinwand festzuhalten.

Sehr beliebt bei Wanderern, ist der 11 km lange Hochuferweg von Sassnitz bis Lohme. Nach ca. 7 km kommt man (von Sassnitz aus) am Besucherzentrum des Nationalpark Jasmund und dem Königsstuhl vorbei. Der Eintritt in Höhe von 9,50 € pro Person lohnt sich im Übrigen nur, wenn man auch unbedingt das Besucherzentrum mit der interaktiven Erlebnis-Ausstellung besuchen möchte. Nur für einen kurzen Blick vom Königsstuhl ist er zu teuer, zumal es ein Stück weiter einen Viewpoint gibt, der kostenlos ist. Die Ausstellung ist allerdings (auch für Kinder) recht ansprechend und interessant. Direkt am Nationalpark gibt es im Übrigen keinen öffentlichen Parkplatz. Der liegt etwas außerhalb, Richtung Lohme, ist aber gut mit einem kostenpflichtigen Pendelbus zum Besucherzentrum verbunden.

Von Sassnitz aus kann man auch direkt am felsigen Strand entlanglaufen und hat immer die malerische Küstenkulisse vor Augen. Aber Achtung! Diese ist wirklich sehr fragil. Immer wieder rutschen Bäume oder gar ganze Felsvorsprünge ab. Gerade nach Regen sollte man sich besonders in Acht nehmen. Wir haben sogar einen recht neu aussehenden Joggingschuh in einer Schlammlawine gefunden und ein bißchen das Gruseln bekommen. Gerade junge Leute turnen für ein Foto auch gerne mal am Abgrund herum.  Todesfälle sind dort also leider nicht selten.

#2 Das mondäne Seebad Binz

Binz ist das größte Seebad auf Rügen und ein schniekes Touristenörtchen mit einer Seebrücke sowie einem langen, gepflegten Badestrand. Es gibt viele Restaurants, Cafes und Geschäfte und viele hübsche Häuser in Bäderarchitektur zu bestaunen. Wer mag, kann am Strand von Binz im ehemaligen Rettungsturm heiraten. Das futuristisch anmutende 70er Jahre Objekt, wurde vom Binzer Architekt und Bauingenieur Ulrich Müther kreiert.

#3 Der Koloss von Prora

Prora ist ein Ortsteil von Binz und vor allen Dingen durch seinen endlos langen Nazi-Beton-Klotz bekannt. Der Bau stammt aus den Jahren 1936 bis 1939 und sollte ursprünglich 20.000 Menschen behergen, die im „Kraft-durch-Freude“ Seebad Rügen Urlaub machen sollten. Der Ort ist gruselig bis skuril zugleich und man kann sich kaum vorstellen, wie hier so viele Menschen auf einem Fleck „Urlaub auf Befehl“ machen sollten. Dazu kam es durch den 2. Weltkrieg allerdings auch nie und der Bau blieb unvollendet. Seit einigen Jahren haben es sich jedoch Investoren zur Aufgabe gemacht, dem Objekt neues Leben einzuhauchen und es entstanden eine Museumsmeile, Geschäfte, moderne Wohnungen und Galerien. Der Strand ist, abgesehen von ziemlich vielen Quallen, im Übrigen sehr schön und das Wasser glasklar.

#4 Das Naturerbezentrum und der Baumwipfelpfad

Ein noch relativ neues Highlight der Insel ist das Naturerbezentrum Rügen bei Prora mit seinem Baumwipfelpfad und dem 40 Meter hohen Aussichtsturm. Gerade im Herbst ist es wirklich wunderschön auf einer Höhe von 4 bis 17 Metern durch die buntgefärbten Kronen der Buchen zu laufen. Auf einer Gesamthöhe von 82 Metern über dem Meeresspiegel hat man zudem eine wirklich spektakuläre Aussicht auf die Insel. Auf dem insgesamt 1.250 Meter langen Pfad gibt es verschiedene Erlebnisstationen sowie viel Spannendes und Wissenswertes rund um das Thema Natur.

#5 Das altehrwürdige Seebad Sellin

Seebäder hat Rügen so einige, aber keines hat wohl eine so wunderschöne Seebrücke wie Sellin. Die 394 Meter lange Brücke mit Restaurant entstand 1906 und wurde durch Packeis und Brände schon mehrfach beschädigt, zerstört und wieder aufgebaut. Auch Sellin hat einiges an prachtvoller Bäderarchitektur zu bieten und ich wähnte mich hin und wieder fast an der französischen Riviera.

#6 Die Pfahlhäuser bei Putbus

Spätestens seit dem Bau der megaschönen Pfahlbauten bei Putbus, ist Rügen zu einem Top-Reiseziel in Deutschland avanciert. Von mir waren nur Aahs und Oohs zu hören und ich hätte mich am Liebsten direkt in einem einquartiert. Bootshäuser oder Stelzenhäuser im Wasser kommen bei mir eigentlich noch vor Baumhäusern. Gibt ja wohl nicht viel Besseres, als von seinem Schlafzimmerfenster direkt auf die Ostsee zu schauen, oder?

#7 Hühnergötter suchen

Was ein Hühnergott ist, musste ich bei unserer Ankunft auf Rügen auch erstmal googlen. Aber wenn man mit zwei Jungs auf Reisen ist, die ständig Stöcke und Steine anschleppen, wird schnell klar um was es sich handelt. Hühnergötter sind Feuersteine mit Loch und finden sich bei genauerem Hinsehen eigentlich fast an jedem Strand auf Rügen. Da bekommt man selbst die lauffaulsten Kinder zu stundenlangen Strandspaziergängen motiviert.

#8 Einfach nur der Stille lauschen

Ja und warum hat uns Rügen nun so verzaubert? An den grummeligen und latent unfreundlichen Menschen an diversen Supermarktkassen, in Cafes und Restaurants, kann es jedenfalls nicht gelegen haben. Ein Aspekt, vor dem uns vorab einige Leute gewarnt haben und was ich leider bestätigen muß. Auch wenn ich diese Miesepetrigkeit als Rheinländerin so gar nicht nachvollziehen kann. Ist das einfach vorpommersche Mentalität? Oder eine allgemeine Unzufriedenheit? Vielleicht kann es mir jemand erklären?

Nein, vielmehr war es die Stille, Ruhe und wunderschöne Natur von Rügen, in die wir alle Vier uns sofort verschossen haben. Vielleicht lag es auch daran, dass wir alle mal dringend Urlaub an einem Fleck und ohne Termine und Verpflichtungen gebraucht haben. Und natürlich auch weil wir geheiratet haben. Der Oktober ist jedoch auch eine wundervolle Zeit, um die Insel zu erkunden. Das Licht ist golden und die Natur erstrahlt in seiner ganzen Farbpracht. Die Temperaturen sind noch moderat und nach dem hektischen Sommer, kehrt endlich etwas Ruhe auf der Insel ein.

#9 Ostseeküste mit Kindern

Last but not least, habe ich noch einen Buch-Tipp für Euch. Meine Reisebloggerkollegin Lena von Family4travel hat letztes Jahr zusammen mit Stefanie Holtkamp den Guide Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommern mit Kindern* herausgebracht. Nachdem ich ihren Reise- und Wanderführer gelesen habe, hätte ich am Liebsten direkt die komplette Ostseeküste plus alle Inseln bereist. Die zwei Autorinnen haben dies mit ihren Kindern nämlich schon ausführlich gemacht und beschreiben daher in ihrem Buch 55 verschiedene Wander- und Entdeckertouren zwischen Wismar, Rügen und Usedom. Ob zu Fuß, per Kanu oder mit dem Fahrrad. Außerdem gibt es einen Campingführer und Übernachtungstipps, familiengeeignete Museen und Parks, Badeplätze und Kinder-Infos zu Natur und Umwelt.

Seid ihr schon mal auf Rügen gewesen? Wenn ja, dann verratet mir doch bitte unbedingt Eure Tipps für die Insel. Für uns war das nämlich definitiv nicht die letzte Reise dorthin.

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3 Comments

  • Reply Flögi 20. Februar 2018 at 21:27

    Wirklich sehr beeindruckende schöne Sachen sind dort.
    Liebe Grüße

  • Reply Flögi 20. Februar 2018 at 21:27

    Wirklich sehr beeindruckende schöne Sachen sind dort.
    Liebe Grüße

  • Reply Ostsee-Geheimtipps: Rügen mit Kindern entdecken | weltwunderer 14. September 2018 at 16:10

    […] Nadine von Planet Hibbel und ihre Jungs waren vom Baumwipfelpfad ebenfalls angetan – und zeigen, wie malerisch Rügen im Herbst […]

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