Dieses Jahr gibt es einen ganz besonderen Rückblick. Denn es ist sage und schreibe 14 Jahre her, dass ich Planet Hibbel ins Leben gerufen habe. So alt wie unser 14-jähriger Sohn, dessen Babyzeit wir damals genutzt haben, um ein paar Monate Elternzeit mit ihm und seinem vierjährigen Bruder in Thailand zu verbringen. Seitdem ist wahnsinnig viel passiert. Die Kinder sind mittlerweile zu gestandenen Teenagern bzw. jungen Erwachsenen herangewachsen. Wir Eltern haben ein paar mehr Falten und graue Haare bekommen und sind tatsächlich etwas weniger hibbelig unterwegs ;). Blogs verblassen neben Social Media und KI fast schon zu einem altertümlichen Relikt. Und die Welt hat sich so sehr verändert, dass mir manchmal schwindelig wird.
Planet Hibbel ist vor 14 Jahren entstanden, weil wir unterwegs waren. Mit Kindern, mit Chaos, mitunter mit wenig Plan, aber mit viel Neugier und Abenteuerlust im Gepäck. Und was hier damals als persönliches Reisetagebuch begann, hat sich zu einem Langzeitprojekt über das Unterwegssein entwickelt – im Außen und im Inneren. 14 Jahre später blicke ich also zurück: Auf eine Familienreise durch Länder, Haltungen und Lebensphasen. Und manche von euch begleiten uns auf diesem Trip bereits seit dem ersten Tag :).

14 Jahre Planet Hibbel:
Eine Familienreise durch Länder, Haltungen und Lebensphasen
- 14 Jahre Planet Hibbel:
- Eine Familienreise durch Länder, Haltungen und Lebensphasen
- 2012 – Der Anfang: Reisen mit Baby und Kindergartenkind
- 2013 – Erste Kooperationen
- 2014 – Europa mit Kinderblick
- 2015 – Ankommen im eigenen Stil
- 2016 – Wenn Reisen zum Job wird
- 2017 – Trauer und Neustart
- 2018 – Zwischen Fernweh und Klimasorge
- 2019 – Slow Travel als Familie
- 2020 – Stillstand mit Kind und Teenager
- 2021 – Erschütterung und Verletzlichkeit
- 2022 – Achtsamkeit und nachhaltige Reisewege
- 2023 – Freiheit und Loslassen lernen
- 2024 – Ein Jahr der Akzeptanz
- 2025 – Von Wurzeln & Flügeln
- Ausblick 2026 – Weitergehen und sehen was kommt
- Eine Familienreise durch Länder, Haltungen und Lebensphasen
2012 – Der Anfang: Reisen mit Baby und Kindergartenkind
Wie alles begann:
Mein Blog geht unter dem Namen „Good Morning World“ im Oktober 2011 online, denn ich plane unsere Elternzeitreise nach Thailand. Im Januar 2012 starten wir als Patchworkfamilie in unser erstes großes Abenteuer zu viert. Zu diesem Zeitpunkt ist mein älterer Sohn aus erster Ehe vier Jahre alt und lebt im Wechselmodell bei mir und seinem Vater. Dieses Modell setzen wir übrigens auch in Thailand um und wir treffen uns zu fünft unter Palmen. Mein kleiner Sohn ist zu diesem Zeitpunkt sechs Monate jung und wird auf dieser Reise pürierte Mangos vom Baum essen, jeden Tag Babyschwimmen und das Krabbeln lernen. Auch wenn ich bereits 1999 eine einjährige Weltreise als junge Backpackerin gemacht habe und 2002 Australien zwölf Monate in einem Campervan umrundet habe, fühlt sich dieser Trip nun nach einem logistischen Abenteuer an. Ich sage nur: Kinderwagen, Snacks, Windeln und kurze Nächte.
Planet Hibbel wird geboren:
Viele Leute halten uns für verrückt bis verantwortungslos. Wie kann man mit so einem kleinen Baby bloß nach Asien reisen? Daher halte ich unseren mehrmonatigen Thailand-Trip für Familie und Freunde auf dem Blog fest, damit sie sehen können: Alles ist gut! Wir haben die beste Zeit, was auch fremde Blogleser:innen recht schnell bemerken, die sich sehr für unseren Reise-Lifestyle interessieren. Aus einer Schnapslaune am Strand von Thailand heraus taufe ich meinen Blog in Planet Hibbel um und rufe damit, vollkommen ziellos und ohne Marketingplan, einen der ersten Familienreiseblogs Deutschlands ins Leben. Ich schreibe, um Erinnerungen aus unserem Patchwork-Familienalltag zu bewahren und um mir selbst zu zeigen: Reisen mit so kleinen Kindern geht.

2013 – Erste Kooperationen
Im Jahr darauf folgen Reisen durch Deutschland und in die USA. Wir besuchen Freunde in South Carolina, verbringen eine großartige Zeit in einem tollen Beachhouse auf den Outer Banks in North Carolina und erkunden mit den Hibbel-Kindern New York. Die ersten Kooperationspartner klopfen an meine Tür: ein Hostel in New York sowie die Tourismusorganisationen von Brandenburg und Hamburg.
So ganz weiß ich jedoch noch nicht, wohin die Blogreise geht. Mal schreibe ich über Reisethemen, mal über das Leben mit Kindern daheim, über Interior, Rezepte oder meine norwegische Familiengeschichte. Jedoch immer, wie mir der Schnabel gewachsen ist, und ohne Hintergedanken. Blogs sind 2013 immer noch etwas Neues, auf Instagram werden profane Bilder von Kaffeetassen gepostet und das Internet fühlt sich (im Gegensatz zu 2025) herrlich unaufgeregt an.




2014 – Europa mit Kinderblick
Deutschland und Europa rücken stärker in den Fokus und mein Blogmotto lautet: Die Welt ist unser Spielplatz! Wir machen einen Roadtrip durch Schottland, entdecken, wie cool Tirol mit kleinen Kindern ist, reisen zum ersten Mal ins Elsass und erkunden Highlights in unserer Heimat NRW. Ich merke, dass das Reisen mit Kindern den Blick für das Unspektakuläre schärft: Spielplätze, Märkte, kleine Cafés. Wir vier von Planet Hibbel sind immer öfter unterwegs, denn ich erhalte zunehmend Kooperationsanfragen. Gleichzeitig gibt es aber auch immer noch viele Destinationen und Unternehmen, die Blogs noch nicht als ernstzunehmende Informationsquelle betrachten.




2015 – Ankommen im eigenen Stil
Da mein Blog von immer mehr Menschen gelesen wird, bleibt Privates zunehmend privat und mein Ton verändert sich. Ich beginne, darüber zu schreiben, wie sich Orte anfühlen und ob sie familientauglich sind – nicht nur für mich, sondern auch für meine Leser:innen. Wir reisen nach Marokko, Norwegen, Portugal und auf die Malediven, aber auch ins Wendland und in die Uckermark. Ich werde immer häufiger gefragt, wie wir uns all diese Reisen leisten können, und meine Antwort ist stets die gleiche: Es ist eine Frage der Priorität. Wir haben kein Wohneigentum, keine teuren Autos oder einen luxuriösen Lebensstil. Aber wir lieben das Reisen!




2016 – Wenn Reisen zum Job wird
Häufige Reisen werden zunehmend Teil unseres Familienlebens und unsere Kinder wachsen mittlerweile mit Pressereisen, Kooperationen und Fotoshootings auf. Sie erleben großartige Dinge wie einen Blick hinter die Kulissen der Fluggesellschaft Condor, Bären-Watching mit Rangern in Kanada oder Nächte in einem coolen Baumhaus in Vermont. Ich beginne zu verstehen, dass dieser Blog mehr ist als nur mein Reisetagebuch. Spiegel Online klopft an und veröffentlicht ein Interview mit mir, wodurch mein Blog für einen Tag lahmgelegt wird. Reisen wird zunehmend zur Arbeit. Eine Arbeit, die mich jedoch glücklich macht und erfüllt.
Ich reise mit Visit Norway ans Nordkapp und auf die Vesterålen und erkunde Ecken meiner zweiten Heimat Norwegen, die ich bisher noch nicht kannte. Mit meiner Familie besuche ich Ibiza, Südtirol, die Bretagne, Neuengland und das kanadische Quebec und wir unternehmen die ersten längeren Wanderungen mit den Kindern. Zeitgleich entwickelt sich Social Media zunehmend zu einer Werbeveranstaltung, und ich frage mich, ob Weltreisen Mainstream werden. In meiner Insta-Bubble sind jedenfalls gefühlt viele auf Weltreise.




2017 – Trauer und Neustart
2017 wird in vielerlei Hinsicht ein Neustart. Wir reisen u.a. nach Südafrika, Schweden, Norwegen, Menorca, Mallorca, in die Niederlande und nach Finnland. Meine Abteilung bei einem Kölner Unternehmen wird geschlossen und ich verliere nach 13 Jahren meinen Job. Daraufhin entscheide ich mich, nur noch den Blog weiterzuführen und damit meinen Lebensunterhalt zu verdienen.
Meine liebste Bloggerfreundin Anne von „Überallundnirgendwo” stirbt an Brustkrebs und hinterlässt Mann und drei Kinder. Eine Tragödie! Im Oktober heiraten Herr Hibbel und ich nach acht Jahren wilder Ehe in kleinster Runde im Nationalpark Jasmund auf Rügen. Dieses Jahr war ein wilder Ritt und ich schwankte zwischen großem Glück und tiefer Trauer.





2018 – Zwischen Fernweh und Klimasorge
Auch 2018 rotiert es in meinem Kopf, denn das Thema Klimakrise wird immer präsenter. Ich liebe diesen Planeten und möchte ihn bereisen. Ich möchte ihn aber auch schützen und für nachfolgende Generationen lebenswert erhalten. Gleichzeitig bekomme ich immer mehr, z. T. auch skurrile Kooperationsanfragen, beispielsweise für eine 48-stündige Reise nach Los Angeles. Wir sind mindestens einmal pro Monat unterwegs – von den Niederlanden über Nordirland, Italien und Frankreich bis nach Singapur und Malaysia. Rückblickend wird 2018 das Jahr sein, in dem ich so viel im Flugzeug sitze wie nie zuvor. Nicht einmal während meiner Airliner-Jahre bei LTU, British Airways und Air France, bin ich so viel geflogen.
Ich frage mich: Muss man so viel reisen? Besteht Reisen nur noch darin, Listen abzuarbeiten? Und welche Verantwortung trage ich als Mutter und Reisebloggerin? Meine Gedanken zu Flugscham und Verantwortung teile ich offen, was manchmal auf Unverständnis stößt.




2019 – Slow Travel als Familie
Das Spannungsfeld in Punkto Klima wird rund um den Erdball spürbarer. Mein Fernweh bleibt, gleichzeitig wächst die Klimasorge. Auf Planet Hibbel benenne ich diese Widersprüche offen. Ohne perfekte Lösungen. Mein Blog wird politischer, ohne laut zu sein. Dennoch wirft manch einer mir den erhobenen Zeigefinger vor und konfrontiert mich mit Whataboutism. Ich sage jedoch Jobs ab, die ich nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren kann. Damit schränke ich mich jedoch auch ein und nehme mir Verdienstmöglichkeiten.
Ich schwenke langsam um: Vom Flugzeug auf unser Auto und die Bahn. Ich entdecke Slow Travel in Deutschland und Europa für uns – sofern das mit Schulkindern überhaupt möglich ist. Mehr Entschleunigung und Achtsamkeit, weniger Hibbel ;). Das habe ich eigentlich auch schon auf meiner einjährigen Weltreise, bei der Umrundung Australiens und in der Elternzeit in Thailand gelebt. Wir reisen nach Dänemark, Schweden, Polen, Frankreich, Portugal und quer durch Deutschland. Zudem geht es für mich ohne die Family auf die Kanalinsel Guernsey. Und ohne es zu wissen, wird unsere Reise auf die Azoren im Herbst 2019 für die nächsten Jahre unsere letzte private Flugreise sein.




2020 – Stillstand mit Kind und Teenager
Kurz bevor die Pandemie für weltweiten Stillstand sorgt, reisen wir ein letztes Mal ins winterliche Nordnorwegen. Eine Traumreise, in der ich meine Liebe für meterhohen Schnee, Eiseskälte und Hundeschlitten entdecke. Danach fallen sämtliche Reisen weg und unser Familienleben rückt in den Mittelpunkt. Unser Leben besteht aus Spaziergängen vor der Haustür und Achtsamkeit aber auch Homeschooling, zu viel Nähe und Überforderung. Da wir in einem kleinen Haus mit Garten in ländlicher Umgebung leben, kommen wir noch halbwegs glimpflich davon. Der erste Lockdown trifft jedoch auf den 13. Geburtstag meines älteren Sohnes. Rückblickend werde ich erkennen, welche fatale Auswirkungen diese Zeit auf Teenager haben wird. Planet Hibbel wird wieder zu einer Art Tagebuch und hält eine Zeit fest, in der das Unterwegssein nach innen geht.
Es scheint, als würde unsere Erde stillstehen und sich von uns Menschen erholen. Die Luft, die Meere und die Flüsse werden sauberer, Tiere kehren zurück und privilegierte Menschen (wie auch wir) erkennen, dass auch die Natur vor der eigenen Haustür schön ist. Die Deutschen entdecken ihre Heimat – und wir mit ihnen. Ich hoffe, dass diese Phase dem Klima zuliebe anhält und ein Umdenken stattfindet. Da ich in den Jahren zuvor schon vermehrt auf Deutschland-Content umgestiegen bin, habe ich verrückterweise kaum finanzielle Einbußen mit dem Blog. Stattdessen werden wir u. a. für die ZDF-Doku „Sehnsucht Urlaub – So reist Deutschland” beim Kanufahren im Münsterland gefilmt. Und aus einer Laune heraus, die sich als perfekte Idee herausstellen wird, hole ich Petra, Planet Hibbels zukünftige Co-Autorin, mit ins Boot.




2021 – Erschütterung und Verletzlichkeit
Die Pandemie hält die Welt weiterhin in Atem, weshalb wir unseren Roadtrip durch die baltischen Staaten zum zweiten Mal absagen müssen. Stattdessen reisen wir mit Masken und jeder Menge Abstand ins brandenburgische Havelland und erneut nach Frankreich. Regionen wie das sonst so gut besuchte Loire-Tal haben wir dabei fast für uns allein, denn Touristen aus Übersee meiden Europa weiterhin. Während wir uns in der Normandie aufhalten, trifft eine Flut gigantischen Ausmaßes auf das idyllische Ahrtal und kostet zahlreichen Menschen das Leben. Es scheint, als würde eine Katastrophe die nächste jagen. Auch privat wird es mein wohl herausforderndstes Jahr, denn in meiner Familie geschehen unerwartete, belastende Ereignisse.
Mein Schreiben wird ernster, besorgter und dringlicher. Es ist eine Zeit, die mich gedanklich sehr stresst. Dabei ahne ich noch nicht, dass der nächste Supergau vor der Tür steht. Ich schreibe jedoch auch über die kleinen, nachhaltigen Taten, die jeder von uns im Alltag leisten kann, um diese Welt zu einem besseren Ort zu machen. Und ich löse Manuel Andrack ab und werde zwei Jahre hintereinander Wanderbotschafterin von Mobil.NRW ;). Co-Autorin Petra entführt uns derweil mit ihrer ganz besonderen Schreibnote nach Sardinien, Korsika und Südfrankreich und verleiht dem Blog damit neuen Esprit.




2022 – Achtsamkeit und nachhaltige Reisewege
Das Ende der Pandemie wird verkündet und wir können endlich wieder reisen. Zeit zum Durchatmen bleibt jedoch nicht. Kurz nach meinem 50. Geburtstag greift Russland die Ukraine an und dieser Krieg wird Europa und die ganze Welt verändern. Da der Ton in den sozialen Medien zunehmend rauer wird, denke ich immer öfter darüber nach, was und wie ich noch schreiben kann. Mein Bedürfnis, mich aus meinem digitalen Job zurückzuziehen und mich nur noch den Themen Dankbarkeit, Selbstfürsorge, Akzeptanz und Meditation zuzuwenden, mit denen ich mich seit 2020 beschäftige, wird größer.
Meine Kinder sind mittlerweile beide auf dem Gymnasium und haben eigene Bedürfnisse und Wege. Der große Teenager bleibt ergo auch öfters mal daheim. Wir reisen u. a. nach Belgien, Österreich, Frankreich und Südtirol und überqueren 30 Stunden lang mit der Finnlines die Ostsee auf dem Weg nach Finnland. Wir fahren aber auch mit dem Nachtzug nach Zagreb und von dort aus weiter durch Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro. Ein echter Abenteuertrip durch Europa! Damit beweise ich mir selbst: Es ist möglich, nachhaltig mit der Familie unterwegs zu sein. Diese Art des Reisens ist jedoch immer noch aufwendiger und kostenintensiver als ein schneller Flug. Insbesondere mit Familie.





2023 – Freiheit und Loslassen lernen
Unsere Familienreisen führen uns weiterhin quer durch Europa. Ob Österreich, Frankreich, die Schweiz, Italien, England oder Wales – wir reisen sehr oft mit der Bahn und es funktioniert. Nach fünf Jahren Pause ist mein Fernweh nach anderen Kontinenten allerdings groß, daher setze ich mich das erste Mal wieder allein in den Flieger. Mit klopfendem Herzen geht es auf die British Virgin Islands. Nach den schwierigen Jahren und angesichts dieser unglaublichen Farben spüre ich zum ersten Mal wieder eine unglaubliche Freude und Freiheit. Und ich realisiere: Ich bin eine Nomadin und Entdeckerin. Nur noch eingeschränkt über den Tellerrand zu schauen und mein Bündel zu schnüren, hieße, einen bedeutenden Teil meiner Persönlichkeit zu verlieren.
Ich lasse also die Last der Flugscham und das Gefühl, Einfluss auf die Krisen dieser Welt zu haben, los. Gleichzeitig triggert es mich, dass es immer mehr Influencer:innen gibt, die selbst die entlegensten Länder der Welt promoten, nur noch im Schnelldurchlauf unterwegs sind und zig Fernreisen oder Kreuzfahrten pro Jahr als Muss anpreisen. Denn ich bin nach wie vor der Meinung, dass jeder einzelne Mensch Verantwortung für die Klimakrise, den Overtourism, zuviel Konsum und die Ungerechtigkeit in der Welt trägt.




2024 – Ein Jahr der Akzeptanz
Ich stelle fest, dass sich der Blick auf das Leben mit 50+ verändert. Da ich mich in den letzten Jahren sehr viel mit dem Thema Achtsamkeit beschäftigt habe, bin ich dankbar für das, was ich habe und bisher erreicht habe. Ich lasse aber auch vieles los und akzeptiere den Lauf der Welt. Auch, dass es mittlerweile KI gibt, die meine Texte und Inspirationen klaut und mich vielleicht den Job kostet. Das heißt jedoch nicht, dass ich alles hinnehme. Ich protestiere und erhebe meine Stimme, wo es sinnvoll ist. Demokratie ist kein Selbstläufer und 80 Jahre Frieden sind nicht selbstverständlich. Wir müssen also alle dafür einstehen. Ich möchte mich jedoch nicht mehr über bestimmte Geschehnisse und Menschen aufregen, auf die ich keinerlei Einfluss habe.
Wir reisen erneut nach Frankreich, Belgien, in die Niederlande, nach Norwegen und in die Schweiz. Und nach einer fünfjährigen Flugpause fliegen wir nun zum ersten Mal wieder als Familie dorthin zurück, wo 2012 alles begann: nach Thailand! Diese Reise wird für uns vier sehr entspannt, aber auch abenteuerlich werden. Auf dem Weg dorthin erkunden wir nämlich Peking und Shanghai und nach den Corona-Jahren sind wir gefühlt die ersten Touristen im Land. China wird uns nachhaltig beeindrucken, denn dieses riesige Land ist nicht nur unfassbar modern, sondern die Menschen dort begrüßen uns auch mit sagenhafter Freude, Offenheit und Neugier.





2025 – Von Wurzeln & Flügeln
Das Jahr 2025 ist für uns ein Jahr des Abschieds und des Weitergehens. Unser großer Sohn ist 18 Jahre alt geworden, hat seinen Schulabschluss gemacht, eine Ausbildung begonnen und zum Jahresende auch noch überraschend seine erste eigene Wohnung bezogen. Damit haben wir nicht nur 16 Jahre Patchwork-Familienleben und Wechselmodell beendet, sondern sind auch zum ersten Mal „Empty-Nester”. „Wurzeln & Flügel” bekommen für uns gerade also zum ersten Mal eine echte Bedeutung. Und auch wenn das noch neu und ungewohnt ist, geht es uns allen gut damit. Wir finden uns als Familie neu, was eine spannende Erfahrung ist. Die Kinder sind mittlerweile Teenager und junge Erwachsene, und Reisen finden neu statt – mal gemeinsam, mal getrennt und manchmal nur noch in Gedanken und Erinnerungen.
Wir waren erneut in Belgien, den Niederlanden, Frankreich, Polen und Tschechien, haben aber auch unser Herz an die spanische Costa Brava im Herbst verloren. Ich war ein paar Tage in München, habe Zeit mit Petra und ihrer Familie verbracht und wieder mal bemerkt: Passt wie Arsch auf Eimer ;). Und ja, wir sind auch wieder nach China gereist, auch wenn ich weiß, das dieses Land polarisiert. Wir haben es auf unserer 1600 km langen Reise mit dem Schnellzug quer durch das Land jedoch anders wahrgenommen, als es in unseren Medien immer präsentiert wird. Und tatsächlich hat Spiegel Online nach 2016 erneut an meine Tür geklopft, um mich um ein Interview für ihren Podcast „Smarter Leben / Stressfreie Ferien” zu bitten.





Ausblick 2026 – Weitergehen und sehen was kommt
Planet Hibbel ist eigentlich nie nur ein reiner Reiseblog gewesen, sondern eine persönliche Familienreise durch Länder, Haltungen und Lebensphasen. Und dabei ging es immer auch um unsere Verantwortung für diese Erde und ihre Menschen, Toleranz, Dankbarkeit, Achtsamkeit und Loslassen. In den letzten Jahren hatte ich oft keine Antworten mehr auf schwierige Fragen. Ist aber auch ok, denn man kann nicht alles wissen. Und man muss auch nicht zu allem eine Meinung haben. Fakt ist aber: ich bin ernüchtert über den mangelnden Klimaschutz und frustriert über die destruktive Zeit. Ich habe zudem realisiert, dass ich mit persönlichem Verzicht und moralischen Appellen nichts erreichen kann, wenn die 195 Staatsoberhäupter dieser Welt es nicht schaffen.
Ich weiß jedoch, warum es Planet Hibbel auch nach 14 Jahren noch gibt: um ehrlich und authentisch vom Unterwegssein zu erzählen, auch wenn das vielleicht mal widersprüchlich ist ;). Vielleicht liegt genau darin die Zukunft dieses Blogs. In einer Zeit, in der viele Texte nur noch künstlich generiert werden, möchte ich etwas Echtes schaffen: mit offenem Blick, ohne Perfektion, aber mit Hoffnung! Ich möchte dieser rasend schnellen Welt mit noch mehr Achtsamkeit und Entschleunigung entgegentreten und davon berichten, dass sich Reiselust und Verantwortung nicht ausschließen! Und wenn ihr mich dabei ein kleines Stückchen begleiten wollt, freue ich mich umso mehr.
Ich wünsche euch allen ein gesundes, glückliches und hoffnungsvolles neues Jahr 2026 voller magischer Reiseabenteuer und täglicher kleiner Marmeladenglas-Momente ♥!

10 comments
Liebe Nadine,
was für ein Rückblick auf unglaubliche 14 Jahre. Ich stelle fest: ich bin schon lange dabei. Und das aus Überzeugung. Nicht nur weil wir ähnliche Reiseziele toll finden. Sondern auch, weil uns die Leidenschaft für Geschichten und das Bloggen verbindet. Und diese Leidenschaft bleibt, auch wenn sich die Spielregeln drumherum immer wieder ändern (Algorithmus-Kirmes, Plattformen kommen und gehen und KI wirbelt alles um…). Von DSGVO ganz zu schweigen.
Deshalb lasse ich Dir ganz oldschool und bon Herzen hier einen Kommentar. So wie man es schon vor 14 Jahren gemacht hat. Die guten Dinge bleiben!
Liebe Anke! Das freut mich so sehr :). Ich folge Dir im Gegenzug ja auch schon so lange, auch wenn ich gar nicht mehr sagen kann, seit wann. Ja, das Bloggen ist nicht leichter geworden. Es fühlt sich manchmal so an, als würde man wie ein großes Unternehmen mit allen Pflichten behandelt werden, dabei ist das hier nur ne winzige One-Woman-Show. OK, mit Petra two woman. Was waren das noch für Zeiten mit einem ömmeligen Blogspot-Blog. Oldschool Kommentar und Herzchen finde ich jedenfalls ganz toll! Diese Mühe machen sich mittlerweile auch nicht mehr viele Menschen. Daher von Herzen Danke! ♥
Herzlichen Glückwunsch zum Blog-Geburtstag!
Ich lese schon seit 2012 mit und freue mich immer über deine Bericht, die du mit viel Herz und persönlicher Note schreibst. Viel Erfolg weiterhin.
Oh, Wow! Das ist wirklich krass und freut mich extremst, liebe Jasmin! Zumal ich mich in 14 Jahren ja auch sehr in Ton und Stil verändert habe. Aber meiner persönlichen Note bin ich ja dann scheinbar doch treu geblieben. Danke von Herzen!
Vielen Dank für alles! Habe schon so viel profitiert!
Das freut mich so sehr, liebe Uta! Von Herzen Danke! ♥
Hey, ich würde mich sehr über Tipps zur erwähnten Reise nach Nord-Norwegen ohne Flugzeug interessieren! Wir sind total offen für lange Fähr- und Zugfahrten.
Ich drücke dir die Daumen, dass du weiterhin deinen Weg findest. Den Wechsel zwischen Flugscham und Fernweh kann ich ganz gut nachvollziehen, ich wäre auch viel lieber noch mehr in der Ferne unterwegs und habe noch nicht ganz entschieden, wieviel Fliegen für MICH ok ist. Hab aber tatsächlich mal in einem Job gesteckt, der gegen meine Werte ging und ich hatte bei dir eine Weile „Sorge“, ob das bei dir auch der Fall wäre. Es hört sich an, als hättest du da einen Frieden für dich gefunden, das freut mich für dich.
Liebe Grüße Jenni
Hei Jenni! Das war tatsächlich unser letzter Jobtrip mit Visit Norway und kurz vor Corona und daher sind wir geflogen. Man kann aber mit dem Zug von Deutschland bis nach Kiruna in Schweden reisen und von dort aus in 2 Stunden weiter mit dem Zug oder Mietwagen nach Narvik. Ich würde das sehr gerne mal machen, aber unter 3 Wochen lohnt sich das ja kaum.
Das Thema Flugscham habe ich tatsächlich abgelegt, ich versuche aber weiterhin unsere Flüge auf ein Minimum zu reduzieren, weil ich schon auch denke, dass jeder einzelne Mensch mit seinem Konsumverhalten bestimmt, wohin die Reise geht. Die Politik macht nur das, was die Menschen wollen. Ich musste 2024 für die Beerdigung meiner norwegischen Tante spontan nach Trondheim fliegen, habe dafür aber seit 2017 nicht mehr meine spanische Freundin auf Mallorca gesehen. Das werde ich demnächst aber mal wieder machen, da dieser Verzicht auch nicht glücklich macht ;). Zudem reisen wir seit 2024 nun auch wieder in die Ferne und das voller Freude. Wir haben 6 Jahre keine Fernreisen gemacht, während die Zahl der Flugreisen weltweit immer stärker anstieg. Da fragt man sich schon, was das bringen soll? Und wenn ich mir den Weltklimarat so anschaue, passiert da ja leider auch mal sehr wenig. Ich wünschte es wäre anders und ich wäre bereit gewesen, mich weiter dafür einzuschränken. Aber ich sehe einfach nicht, dass die Welt an einem Strang zieht. Es ist und bleibt wohl kompliziert. LG, Nadine
Liebe Nadine,
ich schätze deinen Blog sehr und habe mich oft von deinen Reisebeiträgen inspirieren lassen. Ich wünsche Petra und dir noch viele weitere Blogjahre und freue mich auf die nächsten Reiseberichte!
Das ist wirklich sehr lieb von Dir, Silvia! Von Herzen Danke für deine netten Worte und ich wünsche dir einen gesunden und glücklichen Start in das neue Jahr! Liebe Grüße, Nadine