Die Mährische Walachei in Tschechien

Tipps für Natur, Kultur und Genuss in den Beskiden

by nadine

Habt ihr schon einmal von der Mährischen Walachei gehört? Von den Beskiden oder vom beschaulichen Städtchen Rožnov pod Radhoštěm? Eher nicht, oder? Die Region liegt ganz im Osten Tschechiens, eingebettet in die sanften Bergzüge der Mährisch-Schlesischen Beskiden, die an die Slowakei und Polen grenzen. Wer hierher reist, hat sich wahrscheinlich verfahren oder sucht Natur, Ursprünglichkeit und Ruhe ;). Wir sind letzten Sommer auf unserem Roadtrip durch Südpolen für ein paar Tage in der Mährischen Walachei gelandet. Das war nicht ganz zufällig, denn ich hatte mir diese Ecke aufgrund einiger Highlights ganz bewusst herausgesucht. Was wir dann jedoch vorgefunden haben, hat unsere Erwartungen übertroffen. Denn diese Region ist ruhig, grün, bodenständig, erstaunlich vielseitig und noch ein echter Geheimtipp in Europa.

Das Städtchen Rožnov pod Radhoštěm selbst ist eine überschaubare Kleinstadt und für uns eher Ausgangspunkt als Hauptattraktion gewesen. Die Umgebung der Beskiden bot jedoch zahlreiche Möglichkeiten für Wanderungen, kleine Entdeckungen und Einblicke in die regionale Kultur der historischen Wallachei (Valašsko). Leider war ich während unseres Aufenthalts krank, musste teilweise das Bett hüten und habe einige meiner ausgewählten Must-Sees verpasst. Dennoch möchte ich euch heute mit in die Mährische Walachei in Tschechien nehmen und euch ein paar Tipps für Natur, Kultur und Genuss in den Beskiden verraten.

Hinweis: Dieser Beitrag enthält Werbe- und Affiliatelinks*. Tätigst Du über diesen Link eine Buchung, erhalte ich eine kleine Provision. Du bezahlst den gleichen Preis.

Die Mährische Walachei in Tschechien:

Tipps für Natur, Kultur und Genuss in den Beskiden

#1 Die Mährische Walachei und die Beskiden

Die Landschaft der Mährischen Walachei ist geprägt von bewaldeten Höhenzügen, offenen Weiden und kleinen Tälern. Sie geht fließend in die Mährisch-Schlesischen Beskiden über, ein Mittelgebirge, das sich hervorragend für Wanderungen, Radtouren und ruhige Naturerlebnisse eignet. Im Gegensatz zu bekannteren Gebirgsregionen wie z. B. die Hohe Tatra in Polen stehen hier nicht extreme Höhenmeter, sondern gleichmäßige Bewegung und Weitblick im Vordergrund. Typisch für die Mährische Walachei sind lange Kämme, Mischwälder und immer wieder freie Flächen, die Ausblicke auf die umliegenden Hügel bieten.

#2 Radhošť – spiritueller Berg der Region

Der 1.129 Meter hohe Radhošť ist einer der bekanntesten Berge der Mährischen Walachei. Er ist eng mit der regionalen Mythologie und Geschichte verbunden, gilt als symbolträchtiger Berg der Region und ist ein beliebtes Ziel für Wanderer. Gut ausgebaute Wanderwege sollen auch für weniger geübte Wanderer gut machbar sein. Wir haben ihn wegen meiner Erkrankkung zwar nicht bestiegen, konnten ihn aber immer wieder aus verschiedenen Perspektiven sehen.

#3 Pustevny – Bergplateau, Architektur und Ausblicke

Dafür waren wir in Pustevny, einem der bekanntesten Bergplateaus der Mährischen Walachei. Es liegt auf rund 1.000 Metern Höhe zwischen Rožnov pod Radhoštěm und dem Radhošť. Das Gebiet ist sowohl landschaftlich als auch kulturell von großer Bedeutung und leicht erreichbar, beispielsweise per Seilbahn von Trojanovice aus oder mit dem Auto. Charakteristisch für Pustevny sind die wunderschönen bunten Holzgebäude im traditionellen walachischen Stil.

Pustevny ist zugleich ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen, etwa weiter auf den Radhošť oder entlang der Höhenwege der Beskiden. Auch kürzere Spaziergänge über das Plateau bieten weite Ausblicke und laden zum Innehalten ein. Zudem gibt es einen Baumwipfelpfad, auch bekannt als Stezka Valaška, samt Hängebrücke und Skywalk. Er befindet sich in der Nähe der oberen Station der Seilbahn Pustevny und bietet spektakuläre Ausblicke auf die Umgebung.

#3.1 Hotel Maměnka

Das Hotel Maměnka* ist keine gewöhnliche Unterkunft, sondern ein historisches Architekturjuwel der Mährischen Walachei. Das Ende des 19. Jahrhunderts nach Entwürfen des bedeutenden slowakischen Architekten Dušan Jurkovič im Stil der walachischen Volksarchitektur erbaute Gebäude gehört heute zu den nationalen Kulturdenkmälern Tschechiens. Ursprünglich als Berghütte errichtet, wurde das Hotel über Jahrzehnte liebevoll restauriert und verbindet heute traditionelle Holzbaukunst mit modernem Komfort.

#3.2 Restaurant Libušín

Wenn ihr schon einmal in Pustevny seid, solltet ihr unbedingt auch im Restaurant Libušín einkehren, das weit mehr ist als nur ein Ort zum Essen. Das 1899 erbaute Gebäude gilt als Meisterwerk der regionalen Volksarchitektur im Stil der slawischen Art Nouveau und wurde ebenfalls vom Architekten Dušan Jurkovič entworfen. Nach einem verheerenden Brand im Jahr 2014 wurde das Gebäude sorgfältig und historisch korrekt rekonstruiert und 2020 wiedereröffnet. Im Inneren erwartet euch nicht nur eine märchenhafte Atmosphäre mit traditionellen Holzdetails, sondern auch eine authentische walachische Küche. Auf der Speisekarte stehen unter anderem Hirschgulasch, Suppen, Kartoffelnocken, Knödel und frgály, fruchtige Teigkuchen aus der Beskiden-Region. Wir hätten uns hier am liebsten einmal durch die gesamte Speisekarte gefuttert.

#5 Rožnov pod Radhoštěm – Tor zur Mährischen Walachei

Rožnov pod Radhoštěm wird oft als das kulturelle Zentrum der Mährischen Walachei bezeichnet. Die Stadt selbst ist zwar überschaubar, spielt aber eine wichtige Rolle als Ausgangspunkt für Ausflüge in die Region. Hier verbinden sich Natur, Geschichte und Alltagsleben auf angenehme Weise. Das Stadtbild ist unaufgeregt und die Wege sind kurz. Cafés, kleine Läden und Parks laden zu Pausen zwischen Wanderungen oder Museumsbesuchen ein.

#5.1 Übernachtungstipp in Rožnov

Wir haben am Stadtrand von Rožnov pod Radhoštěm in einer niegelnagelneuen großen Ferienwohnung mit toller Aussicht auf die Berge gewohnt. Leider scheint die Wohnung nicht mehr vermietet zu werden und ich habe keine ähnliche gefunden. Alternativ sehen das Anděl Penzion & Cafe* oder die Villa Rosenaw* aber nett aus.

#6 Das Wallachische Freilichtmuseum

Ein zentrales Highlight der Mährischen Walachei ist das Valašské muzeum v přírodě, das Wallachische Freilichtmuseum in Rožnov pod Radhoštěm. Es zählt zu den bedeutendsten Freilichtmuseen Mitteleuropas und vermittelt ein umfassendes Bild vom traditionellen Leben in der Mährischen Walachei. Aufgrund meiner Erkrankung konnte ich mir leider nur einen kleinen Teil des Museums anschauen, aber das Gelände soll sehr weitläufig sein.

In dem Museum wurden historische Bauernhäuser, Mühlen, Kirchen und Wirtschaftsgebäude originalgetreu wieder aufgebaut und in eine offene Landschaft eingebettet. Wer die kulturellen Wurzeln der Mährischen Walachei verstehen möchte, sollte dem Museum unbedingt einen Besuch abstatten und ausreichend Zeit einplanen.

Gut zu wissen: Ein Highlight des Museums ist der markante bunte Holzturm, der über dem Gelände thront. Dieser Aussichtsturm wurde nach den historischen Skizzen des Architekten Dušan Jurkovič errichtet, dessen Stil die Volksarchitektur der Mährischen Walachei maßgeblich geprägt hat. Den Turm könnt ihr auch vom Parkplatz aus auf einer kleinen Wanderung erreichen, ohne Eintritt für das Museum zu zahlen.

#7 Kleine Orte rund um Rožnov pod Radhoštěm

Die Region lebt von ihren kleinen Orten, in denen traditionelle Volksarchitektur, Feste und das Bewusstsein für lokale Handwerkskunst im Vordergrund stehen. Dazu gehören unter anderem Dolní Bečva, Horní Bečva oder Velké Karlovice. Leider haben wir all das aufgrund meiner Erkrankung verpasst. Wer die Mährische Walachei jedoch nicht nur erwandern, sondern auch kulturell erfahren möchte, findet in diesen Ortschaften gelebte Kultur. In Horní Bečva befindet sich zudem ein Stausee, der im Sommer zum Baden und Spazierengehen genutzt wird.

#8 Deutsche Ortsnamen

Bei Reisen durch die Mährische Walachei fällt auf, dass an manchen Orten deutsche Bezeichnungen auftauchen, obwohl die Region nie deutsch war. So hieß Rožnov pod Radhoštěm beispielsweise früher Rosenau, was zunächst irritierend ist. Zur Zeit der Habsburgermonarchie war es jedoch üblich, Orte in Böhmen und Mähren sowohl auf Tschechisch als auch auf Deutsch zu benennen, unabhängig von der tatsächlichen Bevölkerungsstruktur. Heute tauchen sie vor allem im historischen Kontext, in Museen oder auf touristischen Informationstafeln auf und sind Erinnerung an die komplexe Geschichte der Region.

PIN IT AND SAVE IT FOR LATER!

Unser Fazit: Eine Region für leises Reisen

Die Mährische Walachei und die Beskiden sind kein Reiseziel für schnelle Highlights oder laute Erlebnisse. Sie richten sich an Reisende, die bewusst unterwegs sein möchten, die Natur schätzen und die regionale Kultur nicht nur konsumieren, sondern auch verstehen wollen. Rožnov pod Radhoštěm eignet sich dabei hervorragend als ruhiger Zwischenstopp auf einer Reise durch Tschechien oder als Basis für mehrere Tage in der Mährischen Walachei. Wer Entschleunigung, Natur und regionale Kultur miteinander verbinden möchte, findet hier eine stimmige Balance. Leise, grün und unaufgeregt.

Hier findet Ihr weitere Reiseinspirationen für Tschechien und Polen:

You may also like

Leave a Comment

Wichtiger Hinweis, bevor Du einen Kommentar abschicken kannst:

Wenn Du einen Kommentar abschickst, erklärst Du Dich mit der Speicherung des oben angegebenen Namens und der E-Mailadresse durch diese Website einverstanden. In meiner Datenschutzerklärung erfährst Du mehr dazu.