Die Highlights von Arles

Zwischen Kunst, Geschichte und südfranzösischem Lebensgefühl

by nadine

Es gibt Orte, die bereist man und spürt sofort: Hier liegt etwas Besonderes in der Luft. Die südfranzösische Stadt Arles, die am Rande der Camargue und am Ufer der Rhône liegt, gehört definitiv dazu. Hier treffen nämlich römische Ruinen, Van-Gogh-Farben, avantgardistische Kunstprojekte und das unvergleichliche Savoir-vivre, das man automatisch mit Südfrankreich verbindet, aufeinander. Wir waren im Oktober, auf unserer Heimreise von der Costa Brava nach Hause, für drei Tage in Arles und haben uns sowohl die Stadt als auch einen kleinen Teil der Camargue angeschaut.

Bei warmen Temperaturen im Sommer versprüht Arles sicher noch mehr mediterranes Flair. Dafür konnten wir im Oktober bei goldenem Licht jedoch fast allein durch die Stadt wandeln. Habt ihr schon einmal von Arles gehört? Wenn nicht, nehme ich euch mit dorthin und verrate euch alle Highlights von Arles zwischen Kunst, Geschichte und südfranzösischem Lebensgefühl.

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Die Highlights von Arles:

Zwischen Kunst, Geschichte und südfranzösischem Lebensgefühl

#1 Sehenswürdigkeiten in Arles

Ich muss gestehen, dass mir vorab nicht bewusst war, dass die Altstadt von Arles einem römischen Freilichtmuseum gleicht und deshalb auch als das „Rom Frankreichs” bezeichnet wird. Nirgendwo sonst liegen zweitausend Jahre Geschichte so dicht nebeneinander wie hier. In Arles läuft man daher nicht nur durch farbenfrohe, pittoreske Gassen, sondern auch durch römische Ruinen.

Kein Wunder also, dass sich Vincent van Gogh in Arles verliebte und fast ein Jahr hier verbrachte. Es gibt jedoch auch avantgardistische Kunstprojekte und Architektur wie den schillernden Luma-Tower, der wie ein futuristisches Ufo mitten in der Provence gelandet zu sein scheint. In Arles gibt es also jede Menge Sehenswürdigkeiten und es ist für jeden Geschmack etwas dabei.

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#2 Die acht antiken römischen Monumente

Arles war einst eine der wichtigsten Städte des Römischen Reiches nördlich der Alpen und das spürt man bis heute bei jedem Schritt durch die Altstadt. Insgesamt gibt es acht antike, römische Monumente, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen. Dazu gehören das römische Amphitheater, das antike Theater, die unterirdischen Kryptoportiken, die Thermen des Konstantin, die Alyscamps, die römischen Stadtmauern, der Obelisk von Arles und das Forum Romanum. Wir haben uns nicht alle Ruinen angeschaut, aber auf jeden Fall die wichtigsten.

Besonders beeindruckend ist das römische Amphitheater, das um 90 n. Chr. erbaut wurde und bis heute das Stadtbild prägt. Wo einst Gladiatoren kämpften, finden heute Konzerte und kulturelle Veranstaltungen statt. Nicht weniger faszinierend ist das antike Theater, das bereits im 1. Jahrhundert v. Chr. entstand und einen wunderschönen Blick auf die Rhône bietet. Ergänzt werden diese Bauwerke durch die Thermen des Konstantin, die eindrucksvoll zeigen, wie fortschrittlich das städtische Leben zur Römerzeit war.

Was Arles so besonders macht, ist, dass die Monumente nicht isoliert dastehen, sondern Teil des alltäglichen Stadtlebens sind. Zwischen Cafés, kleinen Boutiquen und schmalen Gassen taucht die Antike immer wieder ganz selbstverständlich auf.

Gut zu wissen: Der Monumente-Pass von Arles ermöglicht den Eintritt zu sechs zentralen römischen Monumenten. Er eignet sich ideal für einen Stadtrundgang durch Arles und ist besonders empfehlenswert für alle, die mehrere römische Sehenswürdigkeiten in Arles flexibel und kostensparend besuchen möchten.

#3 Durch die Gassen der Altstadt

Die Altstadt von Arles erschließt sich nicht über große Plätze, sondern über ihre unzähligen, verwinkelten Gassen. Als wir im Oktober dort waren, war die große Sommerhitze natürlich verschwunden. Stattdessen lag ein ganz besonderes Licht über der Stadt, das die Häuserfassaden in warmen Ocker-, Apricot- und Rosétönen erstrahlen ließ und selbst den bröckelnden Putz malerisch wirken ließ. Zudem lag eine milde Ruhe in der Luft, fast so, als würde Arles einmal tief durchatmen.

In den kleinen Boutiquen gab es herbstliche Mode und in den Cafés roch es nach Espresso und frischem Brot. Es gab genug Zeit für langsames Schlendern ohne Ziel und kleine Pausen auf einer Bank. Die Gassen von Arles sind im Herbst nicht nur ein perfekter Fotohintergrund, sondern vermitteln auch ein Gefühl von Entschleunigung.

Arles im Sommer: Im Sommer, wenn sich die Hitze wie eine Glocke über Arles legt, wirkt die Stadt sicher nochmal anders. Dann gibt es Wochenmärkte, die zu den schönsten in Südfrankreich zählen, auf denen Oliven, Käse, Fisch, Gemüse, Lavendel und die allgegenwärtigen Seifenstücke in Pastellfarben verkauft werden. An den lauen Abenden, wenn die Sonne langsam hinter der Rhône versinkt und sich die Terrassen der Cafés und Restaurants füllen, kann man draußen sitzen, ein Glas Rosé trinken, eine Portion Tapenade essen und dem Leben zusehen.

#4 Die Fondation Luma und der Luma Tower

Nur ein paar Schritte von der Altstadt entfernt beginnt das moderne Arles. Mit der Fondation Luma hat sich die Stadt neu erfunden. Das Kunst- und Kulturzentrum auf dem Gelände der ehemaligen Bahnwerkstätten ist ein visionärer Ort, an dem Architektur, Design und Nachhaltigkeit verschmelzen.

Absolutes Highlight ist der gläserne, metallische Luma Tower, der vom Stararchitekten Frank Gehry entworfen wurde und schon von weitem sichtbar ist. Im Inneren erwarten einen wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst, Fotografie und Installationen, die selbst Menschen faszinieren, die sonst mit moderner Kunst wenig anfangen können. Besonders cool für kleine und große Kinder ist die integrierte Riesenrutsche im Inneren des Towers. Klar, dass wir die alle genutzt haben, oder 😉 ? Auch auf dem umliegenden Parkgelände und in den weiteren Hallen der ehemaligen Bahnwerkstatt gibt es spannende Ausstellungen zu sehen. Nehmt euch daher genug Zeit.

Gut zu wissen: Eintrittskarten für die Ausstellungen in Luma Arles erhält man online über die offizielle Website oder direkt vor Ort am Ticketschalter im Parc des Ateliers (je nach Verfügbarkeit). Der Zugang zum Gelände, zu den Außeninstallationen, Gärten, Terrassen und zur Architektur des Luma Towers ist kostenlos: Tickets werden nur für die Ausstellungsräume benötigt.

#5 Van Gogh in Arles

Wer Arles besucht, kommt an Vincent van Gogh nicht vorbei. Der niederländische Maler lebte von 1888 bis 1889 in der Stadt, also nur ein Jahr, das jedoch das produktivste seines Lebens war. In dieser Zeit entstanden mehr als 300 Gemälde und Zeichnungen. Wenn man durch die Stadt spaziert und das Umland besucht, versteht man sofort, warum.

Das Licht in Arles ist anders. Es ist intensiv, fast golden und manchmal flirrend. Es taucht die Häuser in Pastellfarben, lässt die Schatten scharf fallen und bringt selbst einfache Motive zum Leuchten. Genau dieses Licht hat nicht nur Van Gogh, sondern auch viele weitere Künstler aus aller Welt inspiriert.

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#5.1 Van-Gogh-Spaziergang

Wer mag, kann sich auf den „Van-Gogh-Spaziergang“ begeben. Ein Rundweg führt zu zwölf Stationen, die mit Reproduktionen seiner Werke versehen sind. Dazu gehört das Café de la Nuit am Place du Forum, das er in seinem berühmten Gemälde „Caféterrasse am Abend“ verewigt hat. Auch die Ufer der Rhône, wo er das Gemälde „Sternennacht über der Rhône“ malte, sind Teil der Route.

#5.2 Fondation Vincent van Gogh Arles

Die Fondation Vincent van Gogh Arles widmet sich nicht dem Sammeln seiner Werke, sondern dem Dialog zwischen van Gogh und zeitgenössischer Kunst. Erwartet daher keine umfangreiche Van-Gogh-Sammlung. Diese könnt ihr besser im Kröller-Müller-Museum im niederländischen Arnhem bewundern, wo 270 seiner Werke ausgestellt sind. In der Fondation werden in wechselnden Ausstellungen vielmehr die Arbeiten unterschiedlicher moderner Künstler:innen den Themen, Motiven und Gedanken von Van Gogh gegenübergestellt.

Gut zu wissen: Das Museum liegt mitten in der Altstadt und lässt sich ganz selbstverständlich in einen Stadtrundgang einfügen. Es ist ein guter Ort, um Arles noch ein bisschen tiefer zu verstehen.

#6 Camargue, Salz und Rhône

Nur wenige Kilometer südlich von Arles beginnt mit dem Naturpark Camargue eine Landschaft, die für ihre weiten Horizonte, Salzwiesen, Lagunen und Schilfgebiete berühmt ist. Leider hatten wir zu wenig Zeit, um sie ausgiebig zu erkunden. Wir konnten jedoch einen halben Tag für einen Abstecher dorthin nutzen und uns einen kleinen Eindruck verschaffen. Besonders eindrucksvoll sind die pinken Salinen, deren Farben je nach Licht zwischen zartem Rosé und kräftigem Pink changieren. Sie zeugen von Salz, Sonne und Wind und davon, wie eng Natur und menschliche Nutzung hier miteinander verwoben sind.

Die Camargue ist auch für ihre weißen Pferde, schwarzen Stiere und die unzähligen rosa Flamingos berühmt. Leider haben wir keinen einzigen dieser Vögel gesichtet, die hier aber das ganze Jahr über leben. Ganz sicher soll man die Flamingos jedoch im Parc Ornithologique, 4 km nördlich von Saintes-Maries-de-la-Mer, zu Gesicht bekommen. Ein stilles Erlebnis ist die Überfahrt mit der Fähre über die Rhône nach Port-Saint-Louis-du-Rhône. Ohne Brücke und Eile gleitet man von einem Ufer zum anderen und spürt, wie sich die Landschaft langsam Richtung Mittelmeer öffnet.

#7 Slow Travel in Arles

Arles ist größenmäßig überschaubar und daher kann die Stadt ganz wunderbar zu Fuß oder mit dem Rad erkundet werden. Wir haben in diesem Ferienhaus mit Pool* ca. 1,5 Kilometer von der Innenstadt entfernt gewohnt und sind daher meist gelaufen. Wer mit dem Auto anreist, sollte es möglichst an seiner Unterkunft stehen lassen, denn die Altstadt ist weitgehend autofrei. Da die Camargue direkt vor der Tür liegt, lässt sich ein Städtetrip sehr gut mit Aufenthalten in der Natur kombinieren. Und wer ganz viel Zeit hat, kann es vielleicht wie van Gogh machen und direkt ein ganzes Jahr bleiben.

#8 Praktische Reisetipps für Arles:

  • Anreise: Mit dem TGV über Paris weiter nach Arles.
  • Übernachten: Kleine Boutique-Hotels oder nachhaltige Gästehäuser in der Altstadt. Besonders schön sind Unterkünfte mit Innenhof oder Dachterrasse. Für Familien lohnt sich ein Ferienhaus nahe der Innenstadt, wie z. B. die Maison Nadia*.
  • Beste Reisezeit: Frühling und Herbst – mildes Klima, weniger Touristen, goldenes Licht.

Unser Fazit:

Es ist diese Mischung aus südfranzösischer Leichtigkeit, jahrtausendealter Geschichte und künstlerischer Energie, die uns in Arles gut gefallen hat. Hier trifft der Staub der Antike auf den Glanz der Moderne, der Duft von Lavendel auf das Metall des Luma-Towers, und irgendwo dazwischen spürt man immer noch die rastlose Seele von Van Gogh. Die Stadt eignet sich gut für Reisende, die Kultur, Kunst und Natur verbinden möchten, ohne von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit zu hetzen.

Die überschaubare Größe, die gute Erreichbarkeit mit der Bahn und die Nähe zu Landschaften wie der Camargue machen Arles zu einem vielseitigen Reiseziel, auch abseits der Hochsaison. Seid ihr schon mal in Arles gewesen und wie hat es euch dort gefallen?

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