[Ein Beitrag von Co-Autorin Petra]
Das Périgord, eine Region im Südwesten Frankreichs, stand schon seit Ewigkeiten auf meiner Bucket-List. Und doch haben wir es erst im Sommer 2025 tatsächlich geschafft, hinzufahren. Genauer gesagt ins Périgord Noir, das so etwas wie das Herzstück dieser geschichtsträchtigen Landschaft ist. Während unseres Aufenthalts habe ich mich immer wieder gefragt, wie ich ernsthaft glauben konnte, 48 Stunden würden für diese wunderschöne Ecke Frankreichs genügen. Die Antwort ist simpel: natürlich nicht. Und ich verspreche euch, wenn ihr einmal dort wart, werdet ihr genauso empfinden.
Und wenn alle immer über Overtourism reden, sollte man vielleicht auch mal etwas dagegen unternehmen. Zum Beispiel in Regionen fahren, die eher B-gelistet sind. Das Périgord ist mit Sicherheit keine verlassene Gegend, aber es ist eben auch nicht überrannt. Und ich habe das Gefühl, das wird – hoffentlich – auch noch eine Weile so bleiben. In diesem Beitrag verrate ich euch meine 5 ganz persönlichen Gründe, warum ihr unbedingt mal einen Urlaub im Périgord im Südwesten Frankreichs einplanen solltet.





Urlaub im Périgord:
5 Gründe für eine Reise in den Südwesten Frankreichs
#1 Must-See im Périgord
Warum das Périgord bisher noch nicht völlig im Rampenlicht steht, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel. Denn an bedeutenden Orten mangelt es hier nun wirklich nicht und es gibt genug Highlights für einen längeren Urlaub im Périgord. Unsere Zeit war natürlich viel zu knapp, um alles zu erkunden, aber diese Sehenswürdigkeiten haben mich besonders beeindruckt.
#1.1 Die Höhle von Lascaux
Ein absolutes Highlight ist die weltberühmte Höhle von Lascaux. Sie wurde in den 1940er-Jahren, also mitten im 2. Weltkrieg, in dem diese Ecke Frankreichs eine besondere Rolle inne hatte (Stichwort Résistance), zufällig von ein paar Jugendlichen entdeckt. Und mit ihr die atemberaubenden Höhlenmalereien der Cro-Magnon-Menschen, von denen man bis heute nicht mehr weiß, als die Malereien preisgeben. Die Darstellungen von Pferden, Auerochsen, Hirschen und geheimnisvollen Symbolen sind über 17.000 Jahre alt.
Die Originalhöhle ist nicht mehr zugänglich, weil die vielen Besucher dazu führten, dass die Malereien langsam zerstört wurden. Also hat man einfach eine Kopie angefertigt, die 1:1 der eigentlichen Höhle nachempfunden ist. Ein Besuch lohnt sich jedoch sehr! Selbst die Kopie wirkt einfach magisch.
Gut zu wissen: Infos und Buchungen für Führungen könnt ihr direkt über die Website tätigen. Tickets solltet ihr unbedingt vorab online buchen.


#1.2 Höhlenwohnungen
Neben der Höhle von Lascaux gibt es im Périgord noch eine ganze Reihe weiterer besonderer Stätten aus der Frühzeit. Beispielsweise Höhlenwohnungen, die insbesondere rund um Les Eyzies, der „Hauptstadt der Urgeschichte“ liegen. An vielen dieser prähistorischen Stätten wurde im Laufe der Jahrhunderte weitergebaut, und sie wurden teilweise durch Häuser oder sogar Burg- und Befestigungsanlagen erweitert. Ein echt spektakulärer Mix, den ihr euch nicht entgehen lassen solltet – die Höhlenwohnungen können nämlich besichtigt werden. Zum Beispiel die in La Roque-Saint-Christophe oder die des Maison Forte de Reignac.

#1.3 Das Château des Milandes
Ich muss gestehen, der Name Josephine Baker sagte mir nur entfernt etwas, bevor ich im Périgord auf ihren Spuren unterwegs war. Diese Frau war alles: Sängerin , Tänzerin und Revue-Star in Paris, wenn man so will eine der ersten Influencerinnen, Unternehmerin, Spionin der französischen Résistance sowie Adoptivmutter von einem Dutzend Kindern. Zudem ware sie Schlossbesitzerin im Périgord und zwar vom Château des Milandes. Und genau in diesem Schloss, wo sie viele Jahre lebte, wird ihre Biographie nachgezeichnet.
Ein absoluter Herzenstipp: Eine unglaublich tolle Ausstellung in einem einzigartigen Ambiente. Das Leben von Josephine Baker ist so verrückt, dass es kaum möglich scheint, das alles zusammenzufassen, und doch wird das hier perfekt inszeniert. Gerade mit etwas älteren Kindern oder Teenagern sind das Schloss und seine ehemalige Besitzerin super spannend. Auch der weitläufige Garten ist einen Besuch wert. Im Sommer gibt es dort auch eine spektakuläre Greifvogelshow.
Gut zu wissen: Mehr zum Château des Milandes auf der Website. Bucht die Tickets unbedingt vorab online, das erspart euch Wartezeit am Eingang.





Extra Tipp mit jüngeren Kindern: Mit jüngeren Kindern empfehle ich alternativ das nahe gelegene Château de Beynac, dort gibt es eher das typische Ritter-Feeling, das kleinere Kids lieben. Desweiteren empfiehlt sich die ebenfalls nahe gelegene Burg von Castelnaud.
#2 Frankreich wie aus dem Bilderbuch
Wenn ihr euch mal euer Bild von Frankreich so vor Augen ruft, was seht ihr dann? Ich wette, kleine Orte mit aus Stein gehauenen Häusern und Kopfsteinpflastergassen. Kleine Kunsthandwerk-Läden, Crêperien und bunte Fensterläden …. Willkommen im Périgord Noir, sage ich da nur. Malerischer als dort geht es kaum. Die Achsen bilden die beiden Flüsse der Region, die Dordogne und die Vézère. Dort könnt ihr euch auch mit dem Boot oder dem Kanu fortbewegen (es gibt überall Verleihe und Touranbieter).
Meine beiden Favoriten für wunderschön-romantische Orte: Sarlat (unbedingt im Sommer den Nachtmarkt dort besuchen) und Saint-Léon-sur-Vézère, wo ihr unbedingt an der Crêperie (nicht zu verfehlen, der Ort ist klein) einen Stopp einlegen solltet. Die Besitzerin verkauft über eine Theke aus ihrer Küche heraus. Die besten Crêpes und Galettes, die ich außerhalb der Bretagne jemals gegessen habe!










#3 Gartenparadiese mit Aussicht
Das Périgord ist nicht nur eine Region der Burgen, sondern auch der spektakulären Gartenanlagen. Und mit Garten meine ich nicht das, was ihr hinter dem Haus habt, sondern spektakulär angelegte Gartenkunstwerke. Zugegeben, bei den Kids stehen Besuche in kunstvoll angelegten Gärten nicht immer oben auf der Agenda. Wie gut, dass die Gärten im Périgord immer auch ein „Add-on“ mit sich bringen. Sie liegen spektakulär wie die Gärten von Marqueyssac auf einer Klippe hoch oben über dem Tal der Dordogne. Oder sind Teil einer imposanten Schlossanlage wie dem Château de Losse. Oder sie bieten eine Schatzsuche zwischen Kunstwerken aus Buchs, Eiben und Buchen wie in den Gärten von Eyrignac.
Es ist auf jeden Fall traumhaft schön, durch diese Anlagen zu schlendern, die nicht nur einfach Gärten, sondern historische Monumente sind. Und was man alles aus einem Buchsbaum kreieren kann, ist erstaunlich.
Extra-Tipp: Im Sommer gibt es in den Gartenanlagen auch besondere Veranstaltungen. Kerzenscheinabende, Konzerte oder Diners in diesem atemberaubenden Ambiente. Die genauen Veranstaltungen und Daten findet ihr online im Netz und auf den jeweiligen Websites der Gärten und Schlösser.








#4 Foodie-Destination par excellence
Wer gutes Essen mag, ist in Frankreich immer gut aufgehoben und im Périgord erst recht. Das gilt auch, wenn man mit Kindern unterwegs ist! Zugegeben, die Foie gras im „Menu enfant“ wurde eher weniger goutiert, aber die Küche des Périgord hat noch ein Vielfaches mehr zu bieten.
Denn es gibt natürlich nicht nur Enten- und Gänseleber-Pastete, sondern auch Trüffel und Walnüsse, Wild, Pilze und Kastanien. Außerdem guten Wein, wer den mag. Und es gibt zuhauf exzellente Restaurants, Bistros und Cafés, die unbedingt einen Besuch wert sind.

Hier meine Top-3-Auswahl:
#4.1 Maison Lissajoux in Sarlat
Eine Boulangerie-Pâtisserie wie im Traum. Man sitzt an langen Holztischen zum Frühstück mit Croissants, Granola-Bowls und Avocado-Toast, danach vielleicht noch ein Éclair oben drauf. Himmlisch! Am Wochenende gibt’s Brunch.
#4.2 Les Tartines etc. in Tremolat
Das Les Tartines gehört zum Hotel Vieux Logis, dessen Hauptrestaurant mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet ist. Im Tartines bekommt ihr Fast Food auf Périgord-Art – Enten-Burger und Tomaten-Tarte zum Beispiel. Super lecker und perfekt für einen Zwischenstopp in dem kleinen, süßen Weiler (wer die Périgord-Krimis von Martin Walker kennt, dem dürfte der Ort bekannt vorkommen). Nebenan gibt es auch noch das (ebenfalls zum Vieux Logis gehörende) Le Bistrot, falls ihr den Kompromiss zwischen Sterne-Lokal und regionalem Fast Food testen wollt.
#4.3 Le Petit Léon in Saint-Léon-sur-Vézère
Dieses Restaurant ist auf der Liste für den nächsten Besuch. Eine Entdeckung im Vorbeigehen und dann war keine Zeit, um zu bleiben. Kennt ihr diese Orte, bei denen ihr sofort wisst, dass es da gut ist? Ohne Test? Das hier ist so einer. Alternativ: Die kleine Crêperie im Ort, wie schon oben erwähnt, bei der es gigantisch gute Crêpes und Galettes zum Mitnehmen gibt.
#5 Wohnen wie ein Schlossherr
Oder eine Schlossdame, natürlich. Ehrlicherweise war das nicht nur ein Traum meiner Kinder. Ich wollte schon auch gerne mal in einem Schloss wohnen. Im Périgord geht das ziemlich unkompliziert, denn es ist eine Schloss- und Burgenregion par excellence. Etliche davon sind zum Hotel umgebaut. Plüschiges Ambiente, imposante teppichbelegte Treppenhäuser, Ballsäle – alles zu haben. Damit ihr nicht allzu lange recherchieren müsst, habe ich hier mal zwei Tipps für euch:
#5.1 Die Domaine de Monrecours
„Unsere“ Herberge im Périgord war die Domaine de Monrecours* mit sehr gutem Restaurant und zwei Pools (einer davon Adults only). Neben dem Hauptgebäude gibt es ein modernes Nebengebäude, in dem die größeren Familienzimmer liegen. Wenn ihr also das „echte“ Schlossambiente wollt, bitte darauf achten, im Hauptgebäude zu buchen.

#5.2 Le Petit Manoir
Mitten in Sarlat gelegen liegt Le Petit Manoir* mit Pool im Innenhof. Schicke Kombi aus alt und neu, halb Herrenhaus, halb Stadtschloss, erbaut Ende des 15. Jahrhunderts. Um Sarlat und das Périgord Noir zu entdecke, ein perfekter Ausgangsort.
PIN IT AND SAVE IT FOR LATER!

Unser Perigord Fazit:
Unsere Zeit im Périgord war viel zu kurz und ein kurzer Stopp auf der Durchfahrt an die Atlantikküste ist bei Weitem nicht ausreichend. Das Périgord verdient Zeit. Und Aufmerksamkeit. Es ist eine Region für Genießer, für Geschichtsinteressierte, für Familien, für Romantiker. Für alle, die Frankreich lieben, aber vielleicht mal einmal eine neue Perspektive suchen. Plant lieber ein paar Tage mehr ein. Oder direkt einen ganzen Urlaub im Périgord. Kennt ihr das Périgord schon? Oder steht es jetzt auch auf eurer Bucket List?
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