Reise-Nostalgie

Als analoger Nomade in Costa Rica

Es gibt eine Reise in meinem Leben, die mich für alle Zeiten geprägt hat. Es war im Jahr 1994, ich hatte gerade eine stressige Sommersaison bei einer deutschen Airline hinter mir und hielt ein Staff-Ticket für meinen allerallerersten Oversea-Flug in den Händen. Es ging nach Costa Rica und die Maschine nach San Jose ging nur einmal die Woche. Ohne groß drüber nachzudenken, ob ich denn nach 3 Wochen auch einfach so wieder nach Hause kommen würde, stieg ich in den Flieger. Im Schlepptau meinen damaligen spanischen Freund, meinen Rucksack und einen höchst uninformativen Reiseführer. Über Costa Rica wusste ich kaum etwas und es gab weder Internet, Smartphones noch Digitalkameras.

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Costa Rica analog – Vulkan Arenal 1994

Costa Rica ist ein Traum. Ein kleines wildes Land. Ich erinnere mich an Dschungel und unglaublich viel Grün. Schwärme von kreischenden Papageien, Kolibris, Brüllaffen und Krokodile in Mangrovensümpfen. Den rauchenden Vulkan Arenal (siehe Foto). Eine holperige Busfahrt durch den Urwald in einem alten amerikanischen Schulbus. Der Fahrer vielleicht gerade mal 12 Jahre alt. Die wunderschöne Pazifikküste. Tamarindo-Beach mit seinen einzigartigen Loch-Muscheln. Einen Flug in einer winzigen Santa-Maschine an die Karibikküste. Puerto Viejo – damals ein kleines verschlafenes Hippie-Nest.

Und an zwei Neuseeländer, die mein Reise-Leben für alle Zeiten verändert haben. Denn diese zwei Kiwis waren damals schon seit 3 Jahren unterwegs. Immer auf Reisen und zwischendurch immer wieder auf Karibik-Kreuzfahrtschiffen, um als Fotografen Geld zu verdienen. Nie zuvor war ich „modernen Nomaden“ begegnet und war tief beeindruckt über Ihren Mut. Wir hingen fast 2 Wochen zusammen rum und als sich unsere Wege trennten, tauschten wir Adressen aus und ich mir war klar: ich will auch irgendwann ein Nomade sein.

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Backpackerleben anno 1994/ Arenal, Costa Rica

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Wie leicht wäre es im Jahr 2014 gewesen Kontakt zu halten. ** Per Facebook, Instagram, Twitter, Mails, Blogs oder Handys. All das gab es in der Reisewelt des vorigen Jahrtausends aber noch nicht. Kontakt zu halten, bedeutete Briefe zu schreiben. Oder sauteure Telefonate zu führen. Wie praktisch und einfach ist doch heute alles dagegen. Ein Klick und wenn man will, weiß die ganze Welt Bescheid. Man ist überall erreichbar. Im tiefsten Dschungel oder auf dem höchsten Berg. Man ist nie wirklich allein. Und irgendwie doch. Denn mit der digitalen Welt ist auch alles viel oberflächlicher und unverbindlicher geworden.

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Ich bin ein Kind der alten, analogen und der neuen, digitalen Welt. Der Telefone mit Wählscheibe und der Smartphones. Der handgeschriebenen Briefe und E-Mails. Der analogen Fotos und der Digitalkameras. Und nein, ich möchte auf diese Technik auch nicht mehr verzichten. Aber ich bin dankbar und froh, diese analogen Reisezeiten erlebt haben zu dürfen. Denn sie waren befreiter, abenteuerlicher, relaxter und irgendwie auch mutiger als heute. Und wenn ich ganz ehrlich bin, tun mir all diese digitalen Nomaden U30 fast ein bisschen leid, daß sie diese Art zu Reisen niemals erleben werden.

Denn ich empfinde dieses digitale Reisen manchmal als höchst anstrengend. Immer mit der Kamera oder dem Handy im Anschlag und dem Gedanken ans „Teilen“, sieht man die Welt mit ganz anderen Augen und kann sie vielleicht auch nicht mehr so genießen (?).

Was meint Ihr? Seid Ihr auch noch Kinder der analogen Zeit oder ist für Euch ein Leben ohne Internet und Co. undenkbar? Und wohin ging Eure allererste Oversea-Reise?

** Die beiden Kiwis kamen übrigens aus Mata Mata. Dem heutigen Hobbington. Aber das war uns 1994 allen noch nicht klar ;). Und im Übrigen habe ich ihn, dank Facebook, tatsächlich wieder ausfindig gemacht. Manchmal ist es doch auch schön, daß die Welt zu einem Dorf zusammengeschrumpft ist.

 

35 Kommentare

  1. Was fürn schöner Post! Sosehr ich auch die Berichte über jetzige Reiseziele mag, so toll finde ich aber auch die Reports von früher, als man noch so „schlicht“ unterwegs war. Ich bin da auch zwiespalten. Einerseits ist das Teilen und Dokumentieren mit heutigen Mitteln toll, andererseits aber auch stressig. Traurig ist, dass man so vieles von früher deshalb einfach nicht mehr so genau weiß, aber dadurch werden manche Reisen in Gedanken (oder in echt???) einfach noch viel spannender, spektakulärer, romantischer ;-D ……all das……Kopfkino eben. Meine beeindruckendste und erste Fernreise ging 1992 nach Malaysia, Singapur, Indonesien……….man hab ich die im Kopf verklärt……..abenteuerlichste Reise ever! Winkewinke aus dem Hausumbau! Anne

    • frau hibbel sagt

      Ja, man vergisst so viel. Voll schade. Und diese alten analogen Fotos….OMG!!! Irgendwie witzig, aber auch schade das meine Costa Rica Fotos sooo grottig sind. Mein erstes Mal Süd-Ostasien war 1997. 1992 war das sicher nochmal ne Spur cooler. Fast schon der Hippie-Trail ;).

  2. Ohjaaa, da erkenne ich einiges wieder! Meine erste Rucksackreise ging 1990 nach Indien, lang lang ist’s her. Wenn ich an den Terz mit den Traveller Cheques denke, Kreditkarten gab es damals nicht in dem Umfang und an ATM dachte da auch noch keiner, die Tickets wurden noch mit der Hand ausgestellt und irgendwie war es ein kleines Wunder, von A nach B zu kommen. Die Welt lebte nicht in ständiger Angst vor Anschlägen, in Indien gab es damals weder McD. noch Coke und die Städte in Europa hatten noch ihr eigenes Gesicht ohne die weltweiten Ketten. Aber wie Du schon schreibst, die moderne Welt hat mit ihren Kommunikationsmitteln auch Vorteile… Ich werde auch gerade etwas nostalgisch…
    Liebe Grüsse,
    Ivana

    • frau hibbel sagt

      1990 in Indien!! Ich sach doch (siehe oben)…Hippie-Trail. 😉 War sicher voll cool. Haha…und die ollen Traveller Schecks hatte ich ganz verdrängt. Nutzt die heute noch ein Mensch??

  3. Mein Gott, bist du mutig! 1994 war ich noch ein richtiger Schisser und hatte schon vor Südfrankreich und New York eine Heidenangst! Wahnsinn!
    Ich glaube, dass es gut ist beides zu kennen und auch noch zu wissen, wie man damit umgeht! Das ist der entscheidende Vorteil dieser Generation!
    Ich nehme meine Kamera nicht immer mit, auch wenn ich mich nachher ärgere, den einen oder anderen Eindruck nicht habe teilen können! Tant pis, dafür habe ich den Augenblick genossen.
    Zum Thema Wählscheibe fallen mir meine beiden Kinder ein, wie sie im Auswandererhaus in Bremerhaven vor einem orangefarbenen Wählscheibentelefon standen und nicht wussten, wie man es bedient!
    Gros bisou
    Sandra

    • frau hibbel sagt

      Hihi….das ist gut. Deine Kinder wussten nicht wie man ein Telefon mit Wählscheibe bedient? Naja, besonders mutig bin ich nicht….nur sehr neugierig auf die Welt :). Und ohne Kamera würde ich niiiiieeee das Haus verlassen. Aber ohne Handy würde ich es schon mal ein paar Tage aushalten.

  4. Muss toll sein so ein Rucksackurlaub und ich kann mir sehr gut vorstellen wie gerne du dich an diese Zeit zurückerinnerst. Besonders toll finde ich dass du sie auch wiedergefunden hast und wieder im Kontakt bist.

    Ich bin auch ein Mensch der Beides noch mag d.h. das Internet ist zwar schön, aber die reale Welt geht für mich immer noch vor. So habe ich noch ein Oldtimer-Handy, einfach nur zur Erreichbarkeit und ich lese immer noch Bücher und habe kein Pad und Co.

    Meine erste Überseereise ging nach Saudi Arabien. So hat mein Daddy (Stiefvater/Vater verstorben) dort gearbeitet, und es war für mich auch ein besonderes Erlebnis da es dort ja keine Tourismus gibt. Im roten Meer schnorcheln war das Schönste, aber auch die Lebensweise und auch den Prunk sehen zu können.

    Liebe Grüssle

    Nova

    • frau hibbel sagt

      Uh…Saudi Arabien…das war sicher auch sehr spannend. Ich muss gestehen, mit diesem Land habe ich so meine Probleme. Ist mir einfach zu extrem und die „Frauenfeindlichkeit“ zu groß.

  5. Ich bin ganz klar ein Kind der analogen Zeit! Die Erinnerungen sind wach und lebendig, auch wenn die Fotos fehlen. Meine liebste Reisebekanntschaft habe ich vor 22 Jahren in Mexiko getroffen. Unsere Wege haben sich immer wieder gekreuzt und schließlich ist Sarah, meine norwegische Freundin, später sogar unsere Trauzeugin geworden. Ich liebe Internet & Co. und natürlich meine Kamera, aber ich bin versklavt : )
    Übrigens: Coole Jeans, die der Typ im Foto oben trägt – da werden doch echte Erinnerungen wach!
    Sonnige Grüße
    Jutta

    • frau hibbel sagt

      Toll, daß Ihr nach 22 Jahren noch in Kontakt steht. Da müsst Ihr ja ganz schön lange eine Brieffreundschaft gepflegt haben. 😉 Und das meine ich…irgendwie war es zwar komplizierter Kontakt zu halten, aber wenn dann auch inniger. Heute ist es viel einfacher, aber selbst mit vermeintlichen Freunden ist es manchmal schwierig übers Internet in Kontakt zu bleiben. Ich finde es ist dadurch auch viel oberflächlicher geworden. Schade eigentlich. Haha…ja, die Jeans ist cool. Und diese stinkenden Teva-Schlappen trägt heute auch kein Mensch mehr freiwillig.

  6. Flögi sagt

    Hallo Nadine, tolle Erinnerungen, und ich mag diese alten Fotos! Du hast recht, ich bin auch ein Kind von dieser alten Sachen und ich bin sowie so altmodisch, ich habe keine Navi, keine Smart Phone, keinen DVD Player…Costa Rica steht bei mir auch auf dem Wunschzettel!!!! Du hast bei einer Fluggesellschaft gearbeitet? Darf ich fragen was? Wohl nicht als Flugbegleiterin oder? Liebe Grüße

  7. Meine erste Überseereise war mit 14 Jahren für 3 Wochen alleine nach Kalifornien. Mitglieder der Airline haben sich um mich gekümmert, da ich noch so jung war und noch nie geflogen bin. Damals gab es noch gar kein Handy, geschweige denn das Internet im großen Stil.
    Irgendwie war es damals noch viel aufregender. Keine Handybilder. Auf Fotos musste man bis zu zwei Wochen warten, bis sie entwickelt waren. Spannend!
    Trotz allem ist es heute einfacher geworden mit dem Reisen und in Kontakt bleiben. Allerdings ging somit auch ein bisschen der Reiz des Abenteuers verloren….

  8. Flögi sagt

    Ich habe noch was vergessen, fällt mir das ein. Deine Fragen: ja, es ist wahr, auf jeden Fall bei uns Bloggern ist es oft ein Druck in der Reise, irgendwo unbedingt noch rein- oder hingehen, nur damit Fotos für den Blog enstehen…unbedingt peinliche Fotos schießen in einem Restaurant, wo es kein anderer Mensch macht und jede mich mit Killerblicke vernichtet…unbedingt versuchen Sachen zu fotografieren in einem Ort, wo man eindeutig gar nicht fotografieren darf…es stimmt, Reiseblogger zu sein ist oft anstrengend und macht uns in unserem Urlaub manche Sachen zum Pflicht….Liebe Grüße

  9. Ach, ich finde das so cool. Und ich bin wirklich traurig, dass ich das nicht erleben kann – werde.
    Das ist heutzutage wirklich etwas komplett anderes. Hach, weiß auch nicht was ich jetzt besser finden soll 🙂

    LG
    Manuela

    • Hallo Frau Hibbel,
      ein sehr schöner Bericht von damals. 1994 war mein Sohn gerade 1 Jahr alt und ich wäre nie auf die Idee gekommen so weit zu reisen. So etwas habe ich damals bewundert wenn ich von solchen Reisen hörte. Ich liebe so alte Berichte und mag auch die ollen Fotos. Meine analogen Fotos sehe ich mir gerne an die fein säuberlich in meinem Fotoalbum vor sich her schlummern.

      So eine weite Reise habe ich bisher noch nie gemacht. Vielleicht eines Tages wenn ich mich mal traue in einen Flieger zu steigen. Du wirst vielleicht lachen aber ich bin 42 Jahre alt und noch nie mit einem Flugzeug unterwegs gewesen.
      Liebe Grüße
      Summer

      • frau hibbel sagt

        Also ich muss gestehen, Summer, jetzt bin ich in der Tat ein wenig erstaunt. Hast Du so eine Flugangst, bisher kein Interesse gehabt oder woran liegts? Kann ich mir so gar nicht vorstellen. Aber ich bin auch schon mit 6 das erste Mal ganz alleine geflogen. Deutschland ist natürlich auch schön. Aber ich musste erst gaaanz weit über den Tellerrand schauen, um das festzustellen. LG, Nadine

    • frau hibbel sagt

      Na wer weiß, was Du so in 20 Jahren sagen wirst. Hach daaamals mit den Handys, das war noch so oldschool. Jetzt beamen wir uns nur noch durch die Gegend ;))).

  10. Welcher auf dem Foto ist denn der Kiwi den du wieder gefunden hast? Der ganze Typ mit der coolen Hose ist ja eine Augenweide.

    LG
    Summer

    • frau hibbel sagt

      Haha…Summer, der Typ sieht immer noch so aus. Nur die Hose hat sich hoffentlich geändert. Also ja…das ist der Kiwi. 🙂

  11. Meine erste Überseh-Reise? Meine Eltern überraschten mich 1993 mit einem Flug in die USA – nach Atlanta ging es; und ich -noch relativ jung- dachte an Atlantis, bis mich meine Eltern aufklärten, dass wir in die Südstaaten der USA fliegen. 🙂

    Stimmt, das Reisen hat sich doch sehr verändert dank den heutigen Medien; etwas weniger Überraschungsmomente – dafür super Planbarkeit. Man kann dank Skype fast überall Kontakt zu Familie und Freunden halten und meldet sich nicht nur alle Jubeljahre mit einem Telefonat.

    Meine Kamera möchte ich definitiv nicht missen und mir gefällt es ehrlich gesagt auch gut, dass ich Eltern/Freunde kurz per Skype sehen und sprechen kann – gerade, wenn man länger unterwegs ist. Letztlich ist es ja auch die eigene Entscheidung, ein Handy abzustellen, die Kamera zu Hause zu lassen und „old school“ unterwegs zu sein. Und es gibt ja auch heute immer noch Orte, wo es kein Internet gibt – ich denke da an meinen einmonatigen Aufenthalt in Burma zurück – mitten auf dem Land, in einem Ort wo es nur Ochsenwagen und keinen Strom gibt. Und das war 2013 😉

    PS: Sehr hübsch deine Bilder von der Costa Rica-Reise 🙂

  12. Pingback: Norden, Süden oder Westen – wohin soll’s gehen? Ihr entscheidet! | family4travel

  13. Sehr schöner Beitrag. Erinnert mich total an meine Gefühle und Erinnerungen bzgl. Venezuela in der 90ern. In den Wochen auf Reisen wusste niemand zu Hause, wo man war. Das steigerte die Neugierde nach Erzählungen und Fotos.
    Eigentlich war man wirklich so richtig weg. Heutzutage kann man fast nicht mehr so schön fliehen. Das vermisse ich. Und leider muss ich mir auch eingestehen, keine Reise wird mehr so faszinierend sein, wie der Reiz der ersten Male. LG, Madlen

  14. Hach ja, die ersten Jugendreisen… Ich hab damals ja langsam angefangen, mein erster Flug (ohne Eltern und gleichzeitig überhaupt) führte mich und eine Freundin nach London, wo wir dann bei 30°C zwei Wochen lang mit lustigen Typen im Hyde Park herumhingen und uns das Drehen von Zigaretten beibrachten. Ich hab bis heute keine einzige „Sehenswürdigkeit“ von London gesehen und doch eine total schöne Erinnerung an die Stadt 🙂

    Meine erste Fernreise ging mit Freund (der heute mein Mann ist) nach… tadaa… Thailand. Ende der 90-er gabs zwar schon Internet (ich bin offenbar doch etwas jünger als einige andere Kommentatorinnen hier ;-)), aber mehr als eine Mail à la „Sind gut angekommen“ aus dem Internetcafé war damals auch nicht drin. Wir sind in Bangkok gelandet mit der Visitenkarte einer Unterkunft auf Ko Samui, die uns mein zukünftiger Schwager gegeben hatte – und nichts sonst an Vorbereitung. War eine tolle Reise voller Überraschungen!

    Ich wünschte manchmal, ich hätte damals schon Kinder gehabt und mit ihnen diese offene Art des Reisens praktizieren können/müssen – heutzutage ist man ja schon fahrlässig, wenn man nicht im Vorhinein das komplette Impf-und-Recherche-Programm absolviert… seufz.

  15. Hartmut sagt

    Hmmm, Costa Rica waren wir vor einem Jahr zusammen mit den Kindern. Waren tolle 4 Wochen, kreuz und quer durch dieses herrliche Land gereist. Waren meist mit Auto unterwegs, immer in kleineren Hotels übernachtet, iPad, iPhone und Kamera dabei… wie das eben heute so ist.

    Die erste Fernreise ging zu den Verwandten nach USA. Das war damals Ende der 70er (!!) schon etwas besonderes. Weitere USA-Reisen als Kind und Jugendlichen folgten. Mit den Eltern ging es meist „nur“ nach Österreich oder an die Nordsee – war aber auch sehr schön. Damals haben wir noch mit einer geliehenen Super-8-Kamera gefilmt!!
    Anfang der 90er ging’s mit nem Kumpel mit dem Fahrrad durch Europa. Einen Sommer (93 od 94) fuhren wir mit dem Rad durch die baltischen Staaten – das war auch ein Abenteuer! Absolut keine touristische Infrastruktur, und das gar nicht mal so weit von zuhause entfernt… man fühlte sich wie, wenn man eine Zeitreise gemacht hätte. Kontakt nachhause war schwierig, mal ein Fax von einem grossen internationalen Hotel geschickt (nein, wir wohnten da nicht, gingen nur zum Fax senden hin) oder eben nen Brief… schön war, dass man nicht diesen ständigen Stress hatte, allen mitteilen zu „müssen“, wo man war, wie es einem ging, was man gerade so macht… und völlig unabhängig von Auflademöglichkeiten – hatten ne Spiegelreflexkamera mit ner Batterie, die mehrere Jahre hielt und zur Not auch noch ne mechanische Verschlusszeit hatte… heute irgendwie kaum noch vorstellbar – aber schön war’s!
    /Hartmut

  16. Dank Deines neuen (schöööönen, aber ich vermisse die süße „Hibbelkugel“ ein bisschen) Designs stolpere ich nun auch über diesen Artikel und Du triffst mich echt im Mark.
    Cost Rica hat mich auch total geprägt ich war im selben Jahr dort. Es war mein dritte große Rucksackreise aber die turbulenteste ever, ever! In San José ist ein verrückter meiner Freundin einer an die Gurgel, in Tortuguero wurden wir wegen eines Hurrikans evakuiert, in Jacó mussten wir vor Hochwasser fliegen (wir waren in der Regenzeit dort, mangels besseren Wissens und totaler Unverplantheit) in Montenegro Nebelwald haben wir uns verlaufen und mussten in der übelsten Schutzhütte jemals unterkommen und hungern und sonst gab es noch ein paar nette Auge-in-Auge Begegnungen mit einer Schlange und einer monströsen Vogelspinne. Ach ja und eine Autopanne hatten wir auch noch und dann waren da noch die Kröten mit den Gift-Drüsen am Rücken, die den Hund unserer Vermieterin auf dem Gewissen hatten …. Ein Wahnsinn aber schön wars und vor allem so unbeschwert. Gerne wäre ich kopfmäßig nochmal so frei und unvoreingenommen unterwegs wie damals. Danke für den Flashback!
    Eva

    PS: Den reiseführer habe ich auch noch im Regal. Damals gabs noch nicht mal einen Costa Rica Lonely Planet.

  17. Amelie sagt

    Die Bilder erinnern mich an meine Kindheit. Danke dafür! Super Beitrag! LG aus Schlernbödelehütte

  18. Pingback: Costa Rica Tipps: 18 Reiseblogger antworten

  19. Papa Gei sagt

    Liebste Nadine,

    zwar erst jetzt entdeckt, aber leider kann ich Deinen Beitrag nicht unkommentiert stehen lassen. Dein Flug war nicht mit Santa, sondern SANSA (Servicios Aereos Nacionales S.A.) – die gibt es tatsächlich bis heute. Dein Flieger war eine CASA 212 Aviocar und mit 19 Plätzen mitnichten winzig, heutzutage sind die luftigen Beförderungsmittel bei der Airline noch kleiner und EINmotorig, Du hattest immerhin zwei. Die CASA wird übrigens sehr gerne als Fallschirmspringertransporter genutzt aufgrund nach hinten öffnender großflächiger Klappe. Ich vermute Ihr seid allerdings „vernünftig“ ausgestiegen :-). Es reicht jetzt aber auch wirklich mit dem Klugscheißen und das auch noch auf Nebenschauplätzen.

    Wir beide kennen ja auch noch die Zeiten, als frau/man innerhalb (West-)-Berlins für eine Einheit ohne Zeitlimit telefonieren konnte….hach war das schöööön. Ok ok gibt es heute auch wieder…..als man sich noch in der Schule/Uni für die Disco (auch das waren noch Zeiten, als ein Club noch so hieß) verabredet hat…..und dann auch (zumindest halbwegs) pünktlich sein sollte….heute schreibt man sich ne Whatsapp („bin unnerweeeeegs“) und schmückt das noch mit diversen Emoticons aus…..

    Und ich bin da voll mit dabei. Ansonsten einfach mal ein WE lang alle Technikgadgets zu Hause lassen und entschleunigen. Habe ich auch noch nie geschafft seitdem die Dinger verfügbar sind.

    Ne Analogkamera hab ich immerhin noch und meine erste Fernreise ging anno 1990 in die DomRep. Pauschal. Schon damals gab es dort All Inclusive…..habe dankend abgelehnt. Stattdessen hab ich nen zweitägigen Individualausflug auf die British Virgin Islands gemacht und bin noch kurz auf dem Rückweg auf St. Thomas gestoppt.

    Wirklich tolle Retro-Bilder aus einem tollen Land (soll ja nach wie vor toll sein, leider ist Lateinamerika ein nahezu weißer Fleck auf meiner Reisekarte). Dafür war ich schon zweimal in Japan ***ÄTSCH***.

    Janz viele Grüße vom Papa Gei!

    • Nadine sagt

      Hilfe und hahahaha….wo habe ich denn Santa geschrieben? Ich such mir gerade nen Wolf. Ich weiss doch, daß das ne Sansa Maschine war. Aber natürlich nicht mit all den technischen Feinheiten wie Du. Ja, mein lieber alter Freund…..ich erinnere mich noch sehr gut an diese lustigen analogen Zeiten mit Dir im neuen West-Berlin. Wann war das? 1990? Gott, waren wir jung. Und um Japan beneide ich Dich glühendst. Gruss und Kuss nach Hessen(??), Nadine PS: WANN sehen wir uns denn nun endlich mal wieder?

  20. Papa Gei sagt

    Im zweiten Textabschnitt unter Deinem ersten Vulkan-Foto: „Einen Flug in einer winzigen Santa-Maschine an die Karibikküste.“…..

    Und jupp das waren noch Zeiten im neuen West-Berlin – ja anno 1990…..heute is aba ooch nicht schlecht, von einigen Ausreißern mal abgesehen. An dieser Stelle hätte ich auch noch diverse Analogfotos im Angebot, auch von……jaaaaa genau von da!

    Wir sehen uns auf jeden Fall bald wieder. Tausend Dank für Deine Grüße nach Hessen (korrekt), ab jetzt praktisch wieder nahezu Stadtleben (und mittendrin), Dorfleben adé….

    Natürlich Gruß und Kuss an den Rhein an Dich & Deine drei Jungs!

    • Nadine sagt

      Stimmt! Ich Blindfisch. Da kann man 1000mal über seine Texte lesen und sieht es nicht. Hei und wenn wir uns irgendwann mal wieder sehen, dann machen wir ein Revival und schauen uns alte analoge Bilder und Filme an. Ich hätte da auch noch so einige lustige Frisuren in der Schublade ;). GlG auch an Deine Damen, Nadine

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