Berlin mit Teenagern
8 Quick-Tipps für die Hauptstadt

10. August 2022

In den Sommerferien war ich meinem 15-jährigen Teenager und 11-jährigen Pre-Teen mal wieder in Berlin. Zuvor haben wir Oma und Opa in der brandenburgischen Uckermark besucht – dort wo sich Fuchs und Hase wahrlich Gute Nacht sagen. Nach so viel Ruhe und Wlan-freier Zeit musste dann dringend etwas Action her. Und die gibt´s in Berlin ja zu Genüge.

Ich bin zwar Berlinerin und in der Regel mindestens einmal im Jahr bei meiner Familie in der Stadt. Da ich jedoch seit Ewigkeiten im Rheinland lebe, bin auch ich immer wieder erschlagen von der Fülle, Schnelllebigkeit und Veränderung Berlins. Wohin also mit Teenagern? Ich hatte zwar ein paar Pläne im Kopf, die wurden allerdings schnell von 38 Grad Hitze durchkreuzt. Wir haben daher also eher schattige Orte aufgesucht und es 2 Tage lang entspannt angehen lassen. Hier also mal meine 8 Quick-Tipps für Berlin mit Teenagern.

8 Quick-Tipps für Berlin mit Teenagern

#1 Zukunft neu denken: Futurium

Das Haus der Zukünfte – Futurium, liegt 300 Meter vom Berliner Hauptbahnhof entfernt und ist unbedingt einen Besuch wert. Das Futurium ist ein interaktives Museum und es dreht sich alles um die Frage: Wie wollen wir in Zukunft leben? Ob begrünte Hochhäuser, gemeinschaftliche Ökonomie, Roboter Menschen oder Hyperloop – es gibt unendliche Möglichkeiten, unsere Zukunft neu und nachhaltiger zu gestalten.

Mich hat die Ausstellung auf jeden Fall fasziniert, denn sie hat gezeigt – wir könnten so viel zum positiven verändern. Wenn wir nur wollen. Auch die Teens fanden es cool und wollten unbedingt wissen, wie ihre Zukunft aussehen könnten. Wir waren im Übrigen erst um 17 Uhr am Museum. Da es um 18 Uhr schließt, war es nicht sonderlich voll. Ich empfehle aber mind. 1 1/2 -2 Stunden Besuchszeit.

Adresse: Alexanderufer 2, 10117 Berlin

Öffnungszeiten: Mo, Mi, Fr, Sa, So: 10:00 – 18:00 Uhr, Do: 10:00 – 20:00 Uhr, Di: geschlossen

Eintritt: für alle frei

#2 Über den Dächern Berlins: Klunkerkranich

Bei flimmernder Hitze durch Neukölln stromern, ein Eis bei Summertime (Weserstr. 45) essen und anschließend im Klunkerkranich chillen und den Sonnenuntergang über Berlin genießen. Herrlich! Ihr findet den kinderfreundlichen Klunkerkranich auf dem Parkdeck der Neukölln Arkaden. Er ist Kulturdachgarten, Club, Strandbar, Partylocation und Buddelkiste zugleich.

Hier treffen sich Partygäste aber auch Familien auf einen Sundowner, denn man hat einen phänomenalen Ausblick über die Dächer Berlins. An den Wochenenden finden u.a. auch Floh-, Streetfood- oder Kunsthandwerksmärkte statt.

Adresse: Karl-Marx-Straße 66, 12043 Berlin, Parkdeck 6 & 7 der Neukölln Arkaden

Öffnungszeiten: Mo – Mi geschlossen, Do – So ab 16 Uhr geöffnet

Eintritt: 5 € Erwachsene, Kinder frei

#3 Walk along: East Side Gallery

Immer wieder einen Besuch wert: die 1,3 km der East Side Gallery entlangspazieren und den Teens etwas über die Zeit vermitteln, als Berlin noch in Ost und West getrennt war. Das letzte Mal war ich tatsächlich 2013 mit ihnen dort und sie konnten sich natürlich nicht mehr wirklich daran erinnern. Klick für Berlin 2013.

Die Berliner Mauer stand 28 Jahre – vom 13. August 1961 bis zum 9. November 1989. Mein Vater ist btw mit 17 Jahren und einen Tag bevor die Berliner Mauer geschlossen wurde, von Ost nach West Berlin abgehauen. Für uns ist sie also nicht nur die längste Open-Air-Galerie der Welt sondern auch ein Stück Familiengeschichte.

Adresse: Mühlenstraße 4 10243 Berlin

Eintritt: kostenfrei und jederzeit zugänglich

#4 Spitzel, Späher und Agenten: Das Deutsche Spionagemuseum

Berlin ist neben Wien die Hauptstadt der Spione – ein Besuch im interaktiven Spionagemuseum ist also ziemlich spannend. Hier erfährt man alles über die Welt der Spionage – von den biblischen Kundschaftern bis in die Neuzeit. Die Kids können Geheimcodes dechiffrieren, einen Laserparcour durchlaufen, Passwörter knacken oder sich am Lügendetektor Fragen stellen.

Das Museum steht dort, wo die Berliner Mauer bis 1989 die Stadt teilte und vermittelt sehr anschaulich, dass die Bewohner:innen von Ost-Berlin unter ständiger Beobachtung standen.

Adresse: Leipziger Platz 9, 10117 Berlin

Öffnungszeiten: Montag–Sonntag, 10–20 Uhr

Eintritt: Tickets müssen vorab online und für ein festes Zeitfenster gekauft werden

#5 Shopping Galore: Mall of Berlin & Potsdamer Platz

Über Shopping-Geschmack lässt sich wohl streiten. Während ich kleine, individuelle Boutiquen bevorzuge, steht mein Nachwuchs auf die großen Modeketten. Und die findet man natürlich in der Mall of Berlin. Empfohlen wurde mir auch Humana Berlin – Europas grösstes Secondhand-Kaufhaus. Findet bei meinem Teen allerdings bisher noch keinen Anklang.

Wenn man schon mal am Mall of Berlin ist, sollte man sich auch direkt den Potsdamer Platz anschauen. Ich finde ihn architektonisch sehr gelungen. Wirklich shoppen kann man dort nicht, aber es gibt Restaurantketten die Teenies spannend finden, wie z.B. Five Guys. Außerdem kann man am Potsdamer Platz 1 mit dem schnellsten Fahrstuhl Europas, in nur 20 Sekunden zur Aussichtsplattform im 24. Stock fahren. Hierfür muss man allerdings Tickets buchen, die 7 € pro Person oder 19,50 € für Familien kosten.

Adresse: Leipziger Platz 12, 10117 Berlin

#6 Movietime: Die deutsche Geschichte im Parlamentsviertel

In der Zeit vom 3.7.22 bis 3.10.22 findet am Marie-Elisabeth-Lüders-Haus direkt am Reichstag, täglich eine imposante Projektionsshow über die Geschichte Deutschlands statt. Mit Einsetzen der Dunkelheit wird die halbstündige InstallationDem deutschen Volke — Eine parlamentarische Spurensuche. Vom Reichstag zum Bundestag“ an das Gebäude projiziert. Ich fand sie wirklich interessant und ich glaube auch der Nachwuchs hat nun Stoff für den Geschichtsunterricht. Und wer auf die Toten Hosen steht, wird ebenfalls auf seine Kosten kommen ;).

Entlang des Spreeufers fand an diesem lauen Sommerabend übrigens Tango und Salsa unterm Sternenhimmel statt, was ich wirklich bezaubernd fand. Jeder der mag, darf einfach drauf lostanzen. Da fühlten wir uns glatt nach Buenos Aires und Rio gebeamt.

Adresse: Friedrich-Ebert-Platz 1 10117 Berlin

Eintritt: Frei

#7 Kiezbummel

Jedesmal wenn ich in Berlin bin, schaue ich mir einen anderen Stadtteil an. Diesmal waren wir im Prenzlauer Berg unterwegs und haben uns bei der Hitze einfach entspannt durch die Straßen treiben lassen. Bis dato kannte ich tatsächlich nur den Flohmarkt am Mauerpark, der allerdings nur Sonntags geöffnet ist.

Rund um die Kastanienallee, Schönhauser Allee, den Kollwitzplatz und die Oderberger Straße findet man coole, individuelle Shops und gemütliche Cafes. Bei Modern Graphics auf der Kastanienallee 79 konnten die Jungs ihrer Comic-Leidenschaft fröhnen und bei Yogu Onu gibt es leckeres Frozen Yogurt Eis. Wie sie dann allerdings noch eine Pho Bo beim Vietnamesen bei 38 Grad essen konnten, wird mir ein Rätsel bleiben.

#8 Teeniefreundlich übernachten

Übernachtet haben wir im Übrigen im Meininger Hotel direkt am Berliner HBF *. Unser Dreibett-Zimmer war klein und einfach, aber sauber. Da es auch Mehrbettzimmer gibt, schien es bei Schulklassen sehr beliebt zu sein. Das Hotel hatte für uns die perfekte Lage, da wir zu Fuss Highlights wie den Reichstag oder das Futurium erreichen und perfekt das 9 €-Ticket quer durch Berlin nutzen konnten.

Da das Hotel zudem hostelmäßig, eine kleine Gemeinschaftsküche hat, konnten wir uns morgens unser Frühstück selber zubereiten. Den nächsten REWE findet man 100 Meter entfernt im Berliner HBF. Außerdem hatte es eine Gepäckaufbewahrung (Schließfach, 8 € für 24 Stunden).

Und sonst? Berliner Unterwelten und Teufelsberg

Eigentlich wollte ich unbedingt eine Tour durch die Berliner Unterwelten machen. Allerdings waren alle kindertauglichen Touren, bereits ausgebucht. Daher unbedingt vor Reiseantritt buchen. Teilnehmer:innen der Tour Nr. 2 müssen z.B. 18 Jahre alt sein und viele Touren werden erst mit Kindern ab der 8. Klasse empfohlen. Ich hätte sie allerdings auch mit meinem 11-jährigen gemacht, da wir auch schon Bunker in der Normandie besucht haben oder im Kriegsmuseum in Narvik waren.

Außerdem stand ein Ausflug auf den Teufelsberg auf meiner Must-See-Liste, aber den musste ich wegen der Hitze canceln. Die alte Abhörstation ist ein Relikt aus dem kalten Krieg und liegt auf einer Höhe von ca. 140 Meter m ü.M., d.h. man hat einen tolle Rundumblick über die Stadt. Außerdem ist der Teufelsberg eine der größten Street Art Galerien der Welt.

PIN ME:

Im Übrigen finde ich Events wie Lasertag, Escape Rooms und Co. immer so lala, denn sowas kann man in der Regel ja auch Zuhause machen. Spannender finde ich die individuellen Highlights einer Stadt. Daher freue ich mich über eure Berlin Tipps mit Teenagern, denn der nächste Trip kommt bestimmt.

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