Mit dem Mietwagen durch Norwegen

10 Tipps für lange Autoreisen mit Kindern

Die Sommerferien stehen vor der Tür und viele Familien reisen in Kürze wieder kreuz und quer mit dem Auto durch Deutschland oder gar ganz Europa. Auch für uns steht wieder mal ein Roadtrip an, auch wenn wir diesmal nur die verkürzte Version antreten. Denn wir fliegen nach Norwegen statt den ganzen Weg dorthin zu fahren und werden ab Trondheim Flughafen dann per Mietwagen weiterreisen.

Eigentlich sind Roadtrips meine liebste Art zu Reisen. Immerhin habe ich auch so in einem Jahr den australischen Kontinent umrundet. Stundenlang durchs Outback. No worries. Mit Kindern sieht das alles mal ganz anders aus. Da ist so ein Roadtrip mitunter schon ne logistische und psychologische Herausforderung. Denn die Brut will ja bespasst werden. Und ich möchte halbwegs bei Sinnen am Ziel ankommen.

Roadtrip2

Ich gebe also zu, daß mir eine 3tägige Anreise ab Deutschland dann doch ein bisschen zu lang war. Wobei ich das mit meinen Eltern früher eigentlich immer nur so gemacht habe. Keine Ahnung wie wir kids das früher ohne IPad und Co. überlebt haben.

Hier also mal meine 10 Tipps für lange Autoreisen (mit dem eigenen Auto oder Mietwagen):

1. Anmietung von Mietwagen

Bei der Anmietung von Mietwagen buche ich immer das volle Paket. Ein ausreichend großes Familienauto, das viel Gepäck fasst. Unbegrenzte Kilometer, denn wir fahren immer sehr viel. Versicherungen möglichst ohne Selbstbeteiligung und die höchste Haftpflichtdeckung. Für das europäische Ausland nehme ich immer unser eigenes mobiles Navigationssystem mit auf Reisen. Und am Praktischsten ist es auch, wenn ich den Wagen kostenlos wieder stornieren kann. Denn mit Kindern passieren halt immer unvorhergesehene Ereignisse. Alles schon erlebt.

2. Kindersitze

Natürlich kann man Autokindersitze auch bei Mietwagenfirmen anmieten, aber wir nehmen wenn möglich immer gerne unsere eigenen mit. Meist ist uns die Miete für die Sitze schlichtweg zu teuer und in manchen Ländern hatten wir z.T. gar keine dabei. In Thailand waren wir z.B. nur ohne unterwegs. Das ist natürlich ein bisschen schräg, weil wir in Deutschland ja schon sehr auf Sicherheit achten. Aber andere Länder andere Sitten und daher verlassen wir uns manchmal halt einfach auf unseren Schutzengel.

3. Autospiele

Auch wenn es uns Erwachsene mitunter zu Tode langweilt, kommt man irgendwann nicht um die obligatorischen Autospiele rum. Da spielen wir dann: Ich sehe was, was Du nicht siehst, Stadt – Land –Fluss, Promi-Raten, wir singen lauthals oder der Beifahrer denkt sich lustige Geschichten und Spielchen mit dem Lieblingskuscheltier aus. Herr Hibbel kann ein Lied davon singen, denn er ist eindeutig der Quatschmach-Entertainer bei uns. Weitere schöne Spielideen auf langen Autoreisen mit Kindern findet Ihr auch hier .

4. Bücher und CD´s

Den Fussraum der Kinder packen wir immer mit Bilderbüchern voll. Kurzweilig finden meine Kinder z.B. die Tip Toi Bücher von Ravensburger oder auch die Tatu und Patu-Buchreihe. Wenn man mit dem Mietwagen unterwegs ist, schleppt man natürlich nicht haufenweise Bücher mit. Dann packe ich in der Regel nur ein paar kleine Pixi-Bücher oder auch mal dünne Comic-Hefte ein. Sehr gerne hören meine Kinder natürlich auch immer CD´s. Ich brenne vor der Reise MP3-CD´s mit den Lieblings-Hörspielen der Kinder. Derzeit stehen die Drei??? Kids, die Playmos und Lego City hoch im Kurs. Meist haben wir das Ganze nochmal auf einem MP3-Stick, damit die Jungs sich das auch nochmal über Kopfhörer reinziehen können. Irgendwann halten auch die stärksten Erwachsenen-Nerven keine Kinderhörspiele mehr aus.

ontheroad1

5.  Mobiles Entertainment

Ich weiss, ich weiss….pädagogisch wertvoll geht anders. Aber auf Reisen bin ich dann doch sehr froh über mobiles Entertainment via IPad, Handy und Co. Wobei ich bisher immer noch um so Dinge wie tragbare DVD-Player und Nintendo Geräte herumgekommen bin. Aber wenn es dann doch zu lange dauert und der Nachwuchs nur noch nörgelt helfen kindertaugliche Apps und kleine Filmchen ungemein. Da meine Kinder 4 Jahre Altersunterschied haben, lade ich z.B. immer gerne Tom & Jerry oder Octonauten Folgen runter. Die gucken größere und kleinere Kinder gerne. Apps gibt es wie Sand am Meer, aber auch viel Schund. Besonders toll finde ich aber die Petterson und Findus App, bei der die Kids Erfindungen zusammenbauen

6. Snacks und Getränke

Essen kann man nie genug dabei haben. Hab ich erst kürzlich wieder bemerkt, als wir dank Stau drei statt fünf Stunden für eine Strecke benötigt haben. Der Nachwuchs bekam natürlich Hunger und ich hatte nur noch ein bisschen Studentenfutter dabei. Daher: Snacks, Snacks und nochmals Snacks einpacken. Belegte Brötchen, geschnittene Äpfel und Möhren, Nüsse, Kekse, Gummibärchen etc. An Getränken packe ich meist nur Wasser ein, da eine klebrige Apfelschorle auf dem Rücksitz einfach kein Vergnügen ist.

7. Feuchttücher, Küchenrolle und Reisemülleimer

Nachdem unserem Großen auf dem Weg durch Schottland mal schlecht wurde und unseren Wagen in einem desolaten, stinkenden Zustand hinterließ, reise ich nicht mehr ohne Feuchttücher und Küchenpapierrolle. Braucht man sowieso auch immer wenn die kids hinten mit Essen rummatschen. Am Besten auch direkt noch eine Plastiktüte für Essensreste und Co. einpacken, sonst hat man irgendwann eine rollende Müllhalde.

8. Kinderkram

Auf jeder Reise packen meine Jungs ihren eigenen kleinen Rucksack mit Kuscheltieren, Schnuffeltuch, Malsachen und kleinem Spielzeug selber. Oftmals packe ich noch ein kleines Überraschungsgeschenk ein, das sie dann auf der Fahrt auspacken können. Schön ist auch immer ein kleines Kopfkissen und eine Decke, falls die Kurzen mal müde werden.

9. Pausen

Klar das man mit Kindern immer genug Pausen einlegen sollte. Wobei wir auch gerne mal ein paar Stunden durchbrettern, damit wir endlich ankommen. Wenn wir dann aber Pausen einlegen scheuchen wir die Jungs ein paar Mal über die nächste Wiese. Spielen fangen oder legen ein paar kleine Sporteinlagen ein.

10. Fahrzeiten

Unsere längste Fahrzeit betrug bisher aufgrund Staus 11 Stunden. Das fand ich echt grenzwertig, denn das hat ja schon was von einem Langstreckenflug. In der Regel versuchen wir also nicht mehr als 7 Stunden zu fahren und lieber übernachte ich irgendwo um das Ganze für uns alle so erträglich wie möglich zu machen.

Habt Ihr noch Tipps für Autoreisen mit Kindern? Wie macht Ihr das, wenn Ihr in Kürze wieder mit der ganzen Familie nach Frankreich, Italien oder Kroatien reist?

* (Anzeige)

 

 

 

 

 

 

 

7 Kommentare

  1. Ist ja lustig, ich habe gestern mit einem ähnlichen Artikel angefangen. Aber spezieller für Babys 🙂
    Das Tablet ist bei uns für den Großen auch immer mit an Bord und Petterson und Findus steht auch bei uns hoch im Kurs!
    Ein super Auto-Spiel ist auch „BRÜCKKKKEEEE“ und alle heben die Arme oder „WAAASSSSEEEER“, dann müssen die Füße hoch. Dabei fallen den Kindern immer neue Sachen ein, die man machen muss. Bspw. „Blaues Schild“ = am Ohr ziehen oder „Reh“ = an der Nase ziehen (kommt nur fast nie vor :)).

    Unterm Strich finde ich Autofahren mit Kindern weniger stressig als Fliegen, 1. hat man nicht das Gefühl andere Leute zu stören 2. kann man immer anhalten.

    Gute Fahrt,
    Marc

  2. Wir spielen oft so Wörterspiele…..es gibt ein Oberthema, z.B. Namen, Tiere, Essen, dann kommt ein Startwort, z.B. Gisela und der nächste muss immer mit dem Endbuchstaben ein neues Wort erdenken…..Adalbert. Sehr cool ist die Variante „Bescheuerte Tiere“, “ durchgeknallte oder prollige Namen“ und „Essen der Welt“. Da sind natürlich! Worteigenkreationen erwünscht und gewollt und machen erst die richtige Gaudi. Natürlich geht das erst mit etwas älteren Kindern. Und der Fahrer kann auch guten Gewissens mitmachen. Schön vorsichtig fahren! GlG Anne

  3. Schöner Artikel, wir haben letztes Jahr zum ersten mal eine Autoreise getestet. Reisezeit sollte gute 6Stunden sein Richtung Rügen, gebraucht haben wir die geschätzten 8 Stunden inkl. Pausen. War o.k. und klappte erstaunlich gut mit zwei Kindern im Alter von 1 und 4 Jahren. Wie auch unser erster Flug mit 9 Monate altem Kind. Der zweite Flug war umso anstrengender, deshalb bin ich auf die nächste lange Autostrecke gespannt.

    Empfehlenswert ist noch die APP von serways. Dort kann der Beifahrer einfach mal die Route eingeben und nach Raststätten filtern die besonders für Kinder geeignet sind (Spielplatz, Spielzimmer, Wickelraum etc.) So kann man gleich sehen was einem auf der Raststätte erwartet.
    Ansonsten haben wir deine Tipps alle sehr bei unserer ersten Autoreise beherzigt. Plastiktüten für Müll etc. am Besten mit ZippLock so bleibt alles wo es ist und es müffelt nicht.
    Wenn ich an meine Kindheit und zahlreichen Urlaubsfahrten nach Österreich denke, da hatte ich einen Walkman, etwas zum lesen und das Autofenster zu raus gucken.

    In diesem Sinne entspanntes Reisen

  4. Wir waren gerade wieder auf Roadtrip durch Cornwall unterwegs und haben den wunderbaren Hörbüchern von Harry Potter (gelesen von Rufus Beck) gelauscht. 137 Stunden lang! Das hat prima funktioniert – so gut, dass die Kinder bei manchen Stopps gar nicht mehr aussteigen wollten, weil es gerade so spannend war…

  5. Pingback: Lange Autofahrten mit Baby und Kleinkind: Tipps und Erfahrungen

  6. Hallo Nadine! Ich kann nur zustimmen! Mein Credo für´s Reisen ist „Alles was Spaß macht und bei Laune hält“ – enterrainmentmäßig wie kulinarisch…
    Wir sind gerade aus der Bretagne zurückgekommen. Über 1000km, zwei Kinder (1 und 7) – und zwei Fahrtkonzepte. Die Hinfahrt haben wir in zwei Teile aufgeteilt mit Fahrt tagsüber und einer Übernachtung nach 2/3 der Strecke. Auf der Rückfahrt sind wir um 21 Uhr losgefahren und nach zwei Tankstopps und einer Pinkelpause am nächsten Morgen um 9 Uhr angekommen.
    Und wir können einstimmig sagen: die Rückfahrt war um Längen besser! Weniger Stau/Verkehr, angenehmere Temperaturen, mehr Schlaf auf der Rückbank. Für den Nachwuchs war natürlich jede Menge Spielzeug, Gerät und jede Menge Snacks an Bord – brauchten wir aber kaum! Für beide Fahrer gab einen Druidendrink (bretonisches Red Bull – die Bretonen sind da sehr eigen…) und Musik auf die Ohren.
    Diese Option war gerade auch mit Krabbelkind perfekt – denn wo kann man sein Kind mit Bewegungsdrang an einer Raststätte schon rumkrabbeln lassen?!

    Ich wünsche Euch noch einen schönen Urlaub und gute Fahrt!

    Gruß Diana

  7. Sabine sagt

    Hallo Nadine, wir werden im Dez unsere erste große Reise mit über 8 Stunden Fahrt machen. Mal sehen, wie Kind1 (4) und Kind2 (1) mit deinen Tipps gebändigt werden können.
    Vielen Dank für den wirklich tollen Artikel. Hab ich gleich mal gebookmarkt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.