Ausflugstipp im April: Über Holzpfade in der Nordeifel
Der Bodennaturlehrpfad Todtenbruch im Hürtgenwald

29. April 2020

Im März hatte ich euch eigentlich versprochen, dass unser Aprilausflug mal in eine andere Ecke von NRW als die Eifel gehen wird. Aber shame on me…. wir sind schon wieder dort gelandet. Für diesen Monat hatte ich eigentlich das Siebengebirge im Visier. Dank Corona sind wir ausflugstechnisch aber gerade sehr eingeschränkt. Daher suchen wir uns immer Gegenden aus, wo kaum jemand ist. Und da bietet sich die Eifel nun mal optimal an.

Im April ging es für uns also in den Hürtgenwald in der Nordeifel. Eine Ecke, die wir schon sehr lange auf der To-See-Liste hatten. Im zweiten Weltkrieg fand in diesem Waldgebiet nämlich the „bloody Huertgen“ statt. Eine schreckliche Abwehrschlacht zwischen Deutschen und Amerikanern, bei der auch der Opa meines Mannes fiel. In der amerikanischen Geschichte wurde diese Schlacht als „größtes Desaster der amerikanischen Truppen im Zweiten Weltkrieg“ behandelt. Wir wollten also allein schon wegen der Familiengeschichte mal in den Hürtgenwald.

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Der Bodennaturlehrpfad Todtenbruch im Hürtgenwald

Unser erstes Ziel war jedoch erstmal der 4,5 km lange Bodennaturlehrpfad Todtenbruch. Dieser liegt in einem Moorgebiet bei Hürtgenwald Raffelsbrand (Parkplatz Ringstraße). Der Weg führt unter anderem auf einem 700 Meter langen Holzweg über die sensiblen Böden des Moorgebietes, durch Buchen- und Birkenwälder und vorbei an Tümpeln und gesprengten Bunkern. Der Rundweg ist barrierefrei und lässt sich auch prima mit Kinderwagen und kleinen Kindern begehen.

Mit seinen Birkenwäldchen, Mooren und Holzpfaden hat mich Todtenbruch ein wenig an den Store Mosse Nationalpark in Småland erinnert, wo wir vor 3 Jahren waren. Der Naturlehrpfad beamt einen gedanklich also ein wenig nach Schweden und wir fanden ihn sehr schön. Wir hatten allerdings auch das große Glück ganz allein zu sein. Also fahrt jetzt nicht alle gleichzeitig hin ;).

Da wir die 4,5 km relativ schnell durchlaufen hatten, haben wir danach noch einen Abstecher in das idyllisch gelegene Örtchen Simonskall gemacht. Zu Nicht-Coronazeiten steppt hier sicher der Bär. Der winzige Ort besteht nämlich fast nur aus Restaurants, Übernachtungsmöglichkeiten, Mountainbike- und Wanderstrecken, einem Museum sowie einer Minigolfanlage. Aktuell haben sie wegen Corona alle geschlossen. Weil hier im 2. Weltkrieg der Westwall verlief, kann man diesen auf verschiedenen Wanderwegen ablaufen und stößt dabei ebenfalls auf alte Bunker. Den gut erhaltenen Sanitätsbunker kann man wohl auch immer noch an jedem 1. Sonntag im Monat besichtigen.

Wenn ihr euch für den geschichtlichen Hintergrund dieser Region nahe der belgischen Grenze interessiert, werdet ihr z.T. auch heute noch auf Spuren von Kampfhandlungen treffen. Vielerorts gibt es noch Panzersperren und ein paar ungesprengte Bunker. Zudem werden noch zahlreiche Minen und andere Sprengmittel vermutet. Ich würde also nicht unbedingt querfeldein durch den Hürtenwald laufen. Zudem wurden sogar noch 2008 sterbliche Überreste vermisster amerikanischer Soldaten gefunden.

Wie auch schon in der Normandie und auf Guernsey, gehen mir solche Gegenden mental immer sehr nah. Auch der gefallene Großvater meines Mannes wurde nie gefunden und daher war unser Besuch des Soldatenfriedhofs bei Vossenack ein bißchen rührselig.

Meine Lesetipps für die Eifel*:

  

Seid ihr schon mal im Hürtgenwald gewesen? Ich kann euch die Gegend für einen Ausflug nur empfehlen, denn hier liegt auch das Hohe Venn, eins der letzten Hochmoore Europas und das wunderschöne, mittelalterliche Städtchen Monschau.

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