Schweden mit Kindern

13 Tipps für die entschleunigte Region Småland

Die Region Småland in Schweden, ist eine dieser Fleckchen, die dieses Jahr definitiv mein Herz berührt hat. Und das lag vor allen Dingen an der Unberührtheit, Idylle und Ruhe. Die Meisten von uns haben ja im Alltag mit superviel Trubel zu kämpfen – was gibt es da also Besseres, als endlich mal ein wenig Entschleunigung. Damit will ich jedoch auch gleichzeitig sagen…. wer Remmidemmi und Action sucht, ist in Småland auf jeden Fall falsch. Småland ist nämlich nicht „small“ sondern riesig und man fährt mitunter Ewigkeiten von A nach B und somit von einer Attraktion zur Nächsten. Småland ist also perfekt für Menschen, die mal mit Ruhe und Muße in den Tag hineinleben und hin und wieder mal etwas entdecken möchten.

Nichtsdestotrotz kann man in Småland, trotz aller Entspanntheit, natürlich auch ein paar tolle und spannende Sachen erleben. Falls Ihr also den Sommertrip 2018 dorthin plant, habe ich heute schon mal eine Reihe von Tipps für Euch.

13 Tipps für Småland mit Kindern

#1 Die Westernstadt High Chapparel

Nun, es lässt sich mit Sicherheit streiten, ob man während eines Schwedenurlaubs unbedingt eine Westernstadt besuchen muß. Ich für meinen Geschmack schaue mir lieber landestypische Sachen an oder bin draußen in der Natur unterwegs. Aber eins muß man High Chapparel lassen – die Westernstadt ist extrem beliebt bei schwedischen Familien und thematisch wirklich sehr gut umgesetzt. Fast hätte ich mich während unseres Aufenthaltes tatsächlich im wilden Westen gewähnt und nicht in den Wäldern Schwedens. Viele Besucher kommen nämlich direkt in voller Cowboymontur mit Hut, Weste und Revolver und leben das Thema an diesem Tag auch voll aus.

Bei der Wildwest-Show geht es actionreich ab – mit wilden Schießereien, spannenden Stunts und Explosionseinlagen. Da macht es auch nichts, dass man die schwedischen Schauspieler nicht versteht. Der Story rund um einen Raub mit Sheriff und Gangstern, kann man auch ohne große Worte folgen.

Solche Live-Geschichten ziehen sich thematisch durch den ganzen Park. Fährt man z.B. eine Runde mit der Dampflokomotive nach Old Mexiko, muß man auf jeden Fall mit einem Überfall rechnen. Man kann nach Gold schürfen, wie ein Cowboy oder -girl reiten lernen, Bogenschießen wie ein Indianer oder einem Siedler helfen, sein Haus zu bauen. Außerdem begegnen einem, in den verschiedenen thematischen Shows, beliebte Wild West-Charaktäre wie Lucky Luke, Billy the Kid oder Zorro. Wer es ruhiger angehen lassen möchte, setzt sich einfach in den Schaufelraddampfer, der gemütlich auf einem Kanal durch den Park gleitet oder ißt einen Happen in einem der Themen-Restaurants. Und wer mag, kann natürlich auch direkt in High Chapparel übernachten und im Wildwest-Motel, einer hölzernen  Trapperhütte oder einfach nur im Zelt schlafen.

#2 Der Store Mosse Nationalpark

Wer in der Nähe von High Chapparel ist, sollte sich einen Ausflug in den Store Mosse Nationalpark nicht entgehen lassen, denn er liegt quasi direkt um die Ecke. Store Mosse ist das größte Moorgebiet Schwedens und Vogelliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten. Im hübschen Besucherzentrum gibt es umfassende Informationen zu dem Sumpfgebiet und seinen tierischen Bewohnern, sowie eine hölzerne Aussichtsplattform, von der man aus Tiere beobachten kann.

Der Park ist durch 40 km Wanderwege erschlossen, die man z.T. aber nur über schmale Holzplanken erwandern kann. Leider war uns das Wetter an diesem Tag nicht sehr hold, aber ich fand es auch bei Nieselregen schön. Ein Trip dorthin ist jedoch leider nicht unbedingt was mit Kinderwagen. Packt also besser für die Kleineren eine Kraxe ein.

#3 Bootsfahrt durch das Västervik Archipelago mit Stop auf der Insel Hasselö

Ein Must-Do ist auf jeden Fall eine Bootsfahrt durch die malerische Schärenlandschaft von Västervik mit Stop auf der idyllischen Insel Hasselö. Die Nase im salzigen Wind, fährt man mit dem Ausflugsboot ca. eine Stunde durch das Archipelago mit seinen 5000 Inseln. Auf Hasselö,  eine der größten bewohnten Schäreninseln, kann man dann einen Stop einlegen. Ganze 35 Personen leben ganzjährig auf der Insel. Im Sommer kann sie allerdings auch schon mal auf bis zu 400 Personen anwachsen. Dann versorgt der zentrale Inselladen Handelsboa und das Café Sandkorn, mit dem angrenzenden Restaurant all die Touristen und Tagesausflügler.

Autos sucht man auf Hasselö vergeblich und das ist wahrscheinlich auch der besondere Charme dieser Insel, die über eine kleine Brücke mit der noch kleineren Insel Sladö verbunden ist. Man kann natürlich hervorragend über die Insel wandern, zur Freude meiner Jungs wurden wir jedoch per Quad umhergefahren. Spätestens im winzigen Dörfchen Sladö fühlte ich mich dann endgültig wie in der Kulisse von „Ferien auf Saltkrokan“ und wäre am Liebsten den ganzen Sommer geblieben.

#4 Smålands größter Campingplatz Lysingbadet

Schwedens größter 5-Sterne Campingplatz Lysingbadet, liegt direkt bei Västervik und am Fährableger nach Hasselö. Neben den verschiedensten Stellplätzen für Zelte, Wohnwagen und Wohnmobile gibt es kleine, rote Ferienhäuschen direkt am Wasser. Im Sommer laufen hier sicher drölfzigtausend Kinder durch die Gegend und es kommt nur wenig Langeweile auf. Neben einem Minimarkt gibt es auch einen kleinen Badestrand mit Spielplatz sowie ein cooles Erlebnisbad für Schlechtwettertage.

Wer länger in einer bestimmten Ecke von Småland bleiben möchte, dem empfehle ich jedoch ein Ferienhaus zu mieten. Der Skandinavienspezialist Novasol verfügt über mehr als 750 Häuser, von denen wir Familienreiseblogger einige besonders schöne während unserer Reise durch Småland bewohnt haben. Einen umfassenden Beitrag zu unserem wunderschönen Holzhaus am See und den Häusern meiner Kollegen könnt Ihr hier nochmal nachlesen.

#5 Die Astrid Lindgren Welt in Vimmerby

Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga, Ronja Räubertochter, die Brüder Löwenherz oder Karlson vom Dach…. wer kennt sie nicht, die Kinderhelden aus den Büchern von Astrid Lindgren? Ein Besuch in der gleichnamigen Astrid Lindgren Värld in Vimmerby und Heimat der berühmten Kinderbuchautorin, war für mich also Pflicht. Wobei ich sagen muß, dass mir all diese Figuren aus meiner 70er und 80er Jahre Kindheit geläufiger sind, als meinen eigenen Kindern. Wenn ich Weihnachten mal wieder nostalgische Anflüge bekommen und zum 77.000 mal den Michel (der in Schweden im Übrigen Emil heißt) gucken möchte, verdrehen meine Jungs schon die Augen. Die Astrid Lindgren Welt ist aus meiner Sicht daher eher was für kleinere Kinder oder Hardcore-Fans ;).

Ich hatte jedoch meinen Spaß und bin einen Tag lang durch die Welt meiner Kindheitshelden spaziert. Der Park ist liebevoll und detailgetreu gebaut und es gibt viele verschiedene Theaterbühnen, wo die bekanntesten Geschichten von Michel, den Brüdern Löwenherz oder Ronja Räubertochter nachgespielt werden. Auch hier ist schwedisch nicht unbedingt notwendig. Wer die Geschichten kennt, wird sie auch so schnell wiedererkennen.

#6 Ein Ausflug nach Bullerbü

Das winzige Örtchen Bullerbü (auf schwedisch Bullerbyn) im Herzen von Småland, ist der Inbegriff von Kindheitsidylle. Tatsächlich gibt es den Ort, der aus ganzen 3 Höfen besteht und eigentlich Sevedstorp heißt, auch wirklich und war Kulisse des gleichnamigen Filmes „Wir Kinder aus Bullerbü“. Astrid Lindgrens Familie väterlicherseits kam aus Sevedstorp und es sieht heute noch genauso idyllisch aus, wie 1915. Die Zeit, in der der Film spielt. Wenn man die Buslandungen an Touristen ausblendet, die immer wieder über das kleine Dorf herfallen.

#7 Gränna – Heimat der Zuckerstangen

Spätestens zur Weihnachtszeit erinnert man sich wieder an die rot-weiß geringelten Zuckerstangen, die für mich bis dato immer ein Synonym für amerikanische Weihnachten waren. Dabei kommen die Polkagrisar (Zuckerstangen) doch eigentlich aus dem schwedischen Gränna, einer hübschen Kleinstadt am Vättern, Schwedens zweitgrößtem See. Seit 1859 werden die Zuckerstangen hier produziert. Damals enstanden sie aus der Not heraus durch die alleinstehende Mutter Amalia Erikson, die ihre Familie ernähren musste. Heute reiht sich hier ein Polkagrisar-Laden neben dem Anderen und man kann durch Glasscheiben die Produktion beobachten. Gränna ist aber auch abseits der Zuckerstangen ein hübscher Ort mit einem spannenden Polarmuseum und einer Knäckebrotfabrik.

2 Kommentare

  1. Anita sagt

    Danke für die Buchempfehlung, das werde ich mir noch kaufen. Schon schade, dass die Kinder nicht mehr so viel mit Astrid Lindgren anfangen können. Meine Tochter würde sich auch lieber über den Besuch der Bibi & Tina Schauplätze freuen. Aber nach Småland müssen wir trotzdem mal.

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