Der Norden Portugals
Endlose Surferstrände, malerische Fischerorte & mittelalterliche Burgen

16. Juni 2020

Portugal hat unsere Herzen schon während unseres Roadtrips von Faro nach Lissabon 2015 erobert. Ein Wiedersehen war für uns also auf jeden Fall Pflicht. Als wir im Herbst 2019 auf unserem Weg auf die Azoren einen Stop Over in Lissabon hatten, war klar, dass wir uns endlich ein wenig vom Norden des Landes anschauen wollen. Der Herbst mag auf den ersten Blick nicht so verlockend sein, aber im Oktober prallen in dieser Region mit die höchsten Wellen der Erde ans Land. Dadurch hat sich Nordportugal zum Surfmekka gemausert und das wollten wir unbedingt sehen. Zudem hat sich die sengende Hitze des Sommer verzogen und man hat tagsüber immer noch angenehme 20 bis 25 Grad.

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Endlose Surferstrände, malerische Fischerorte und mittelalterliche Burgen

#1 Endlose Surferstrände und wilde Steilküste

Die Strände Portugals gehören für mich mit zu den Schönsten in Europa. Ich mag einfach diese wilde, zerklüftete Küste und die feinsandigen, endlosen Strände. Mich erinnert das immer ein wenig an Kalifornien, aber auch an die Great Ocean Road in Australien. Der Atlantik ist allerdings meist kalt und wird zudem oft von hohen Wellen dominiert.

Daher werden die Strände von Nazaré, Baleal, Peniche und Ericeira auch vom Surftourismus dominiert. Im Herbst entstehen an der Westküste Portugals die sogenannten Supertubos, große röhrenförmige Wellen, die Surfer und Bodyboarder aus der ganzen Welt anlocken. An der Praia do Lagido bei Baleal findet dann auch eine der weltweiten Surfmeisterschaften, die Rip Curl Pro Portugal, statt. Ein Wettbewerb, der zur World Surf League Tour gehört. 2020 findet sie vom 14. bis 25. Oktober statt.

Ein absolutes Highlight ist definitiv auch die Praia de Ursa, im Parque Natural de Sintra-Cascais. Der Weg dorthin ist etwas anstrengend  und beschwerlich, daher haben wir den Abstieg zum Strand mit den Kindern nicht auf uns genommen. Die exponierte Lage verhindert aber vielleicht auch ein wenig, dass der Strand zum totalem Overtourism-Spot wird.

#2 Nazaré – Stadt der Monsterwellen

Nazaré präsentierte sich bei unserem Besuch leider nicht wie erwartet. Statt Monsterwellen gab es nämlich nur Badewannenfeeling. Dank der „Canhão da Nazaré“, wurde die Stadt in den letzten Jahren berühmt-berüchtigt. Vor der Küste Nazarés liegt nämlich eine der größten Unterwasserschluchten Europas, durch die sich oft gigantische Wellen bilden. 2011 gewann der hawaiianische Surfer Garrett McNamara hier den „Billabong XXL Global BigWave Award“, weil er auf einer 30 Meter hohen Welle surfte und damit ins Guiness Book kam.

Aber auch ohne gigantische Wellen ist der Nordstrand wirklich wunderschön und man hat vom Lighthouse, eine phantastische Sicht darauf. Abgesehen davon liegt Nazaré z.T. sehr malerisch an einem Felshang und vom Aussichtspunkt Sítio, hat man einen tollen Blick über die Stadt und die Küste.

#3 Baleal und die Halbinsel Peniche

Nach dem Sommer scheinen manche Touristenorte in eine Art Dornrösenschlaf zu fallen. Viele Restaurants und Bars schließen dann bereits und abgesehen von den Surfern, sieht man nicht mehr so viele Touristen. Wir fanden dieses entspannte bis verschlafene Feeling toll. Wir haben im Surferort Baleal gewohnt, aber da der Ort fast nur aus „Neubauten“ besteht und keinen richtigen Ortskern hat, fanden wir Peniche schöner. Die meisten Touristen kommen nur nach Peniche um mit dem Ausflugsboot auf die Berlenga-Inseln zu fahren. Ein Spot, der eigentlich auch auf unser To-See-Liste stand, aber im Oktober fahren leider keine Boote mehr dorthin.

Peniche sollte man sich dennoch nicht entgehen lassen, denn aus meiner Sicht hat sich das kleine Städtchen noch ein Stück authentisches Portugal bewahrt Manche Ecken wirken verfallen und leicht schmuddelig, aber zugleich auch charmant. Statt schicker Touri-Restaurants dominieren hier noch Lokale, in denen auch Einheimische essen gehen.

Sehr interessant ist auch das Fort aus dem 16. Jahrhundert, das während der Salazar-Diktatur als Gefängnis für politische Gefangene genutzt wurde. Ein Besuch der ehemaligen Zellen ist stellenweise beklemmend, erinnert einen jedoch daran, das Portugal 36 Jahre lang unter einer strengen Diktatur stand. Der Diktator Antonio de Oliveira Salazar trieb sein Land damit in die Isolation und den wirtschaftlichen Ruin und  Portugal hat lange gebraucht um sich von dieser Zeit zu erholen. Da meine Eltern schon Ende der 90er Jahre des Öfteren den Winter in Portugal verbracht haben, kenne ich das Land auch noch aus einer Zeit, in dem es ihm wirtschaftlich sehr schlecht ging und die Überreste der Salazar-Diktatur allgegenwärtig waren. Zum Glück hat sich Portugal in den letzten 20 Jahren jedoch zu einem florierenden EU Land gemausert.

#4 Ericeira – der Hipster Surfspot

Ericeira war unser persönliches Highlight, aber das lag mit Sicherheit auch an der Nebensaison. Im Oktober ist es bereits so ruhig in den kopfsteingepflasterten Gassen der Altstadt, dass wir ein gemütliches kleines Fischerhaus, 2 Gehminuten vom Stadtstrand entfernt, bewohnten. Nachts hörte man immer noch die Brandung gegen die Kaimauern donnern. Ericeira ist ein gemütlicher kleiner Ort mit hippen Surfshops, Cafés und Restaurants und eignet sich perfekt als Homebase, um Ausflüge nach Sintra, Cascais, Lissabon und die unzähligen Strände der Region zu machen.



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#5 Das mittelalterliche Städtchen Óbidos

Das mittelalterliche Óbidos ist, neben Sintra, eine der malerischsten und am besten erhaltenen Kleinstädte Portugals. Über den Dächern der Altstadt thront eine beeindruckende Burg und Wehrmauer und man hat das Gefühl, dass jedes Zeitalter seine Spuren in diesem Ort hinterlassen hat. Kein Wunder also, dass Touristen aus aller Welt diesen Ort lieben. Selbst Mitte Oktober ist es noch einigermaßen voll. Die verwinkelten Gassen, alten Gebäude, gemütlichen Cafés und kleinen Shops sind aber auch zu charmant. Der ein oder andere Laden wäre sogar eine perfekte Filmkulisse für einen Harry Potter-Film.

Leider hatten wir für die Ecke Portugals nur 5 Tage Zeit, was natürlich viel zu kurz ist. Daher sind wir auch nicht weiter als bis nach Nazare gekommen. Daher steht die restliche Strecke bis Porto auch immer noch auf unserer zukünftigen To-See-Liste. Und vielleicht fahren wir dann einfach weiter bis nach Ourense in Galizien, wo die Großeltern meines halbspanischen Söhnchens leben.

Mein Lesestoff für Nordportugal*:

     

Weitere Berichte, Tipps und Reiseinspirationen über Sintra, Cascais und unseren Roadtrip von Faro bis nach Lissabon findet ihr in meiner Rubrik Portugal.

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1 Comment

  • Reply Carla 16. Juni 2020 at 12:12

    Traumhafte Bilder, liebe Nadine! Jetzt habe ich auch Meer-Weh und Saudade! LG, Carla

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