Das Loire Tal mit Kindern
Entdeckt Troglodyten, Streetart und Tintin-Schlösser

16. Februar 2022

Troglodyten? What the hell it that? Das war so ungefähr mein erster Gedanke, als ich das erste Mal von den Troglodyten im Loiretal hörte. Meine Neugier war geweckt, obwohl das Centre Val de Loire bis dato nicht unbedingt auf meiner Must See-Liste stand. Barocke Schlösser finde ich normalerweise nämlich nur so semi-spannend. Doch unsere Sommerreise durch Frankreich war Corona-bedingt eh von spontanen Umplanungen geprägt. Daher entschieden wir uns, nach unserem Aufenthalt in Loire-Atlantique, statt nach Paris, ins Loiretal zu fahren.

Normalerweise wird die Region von Touristen aus aller Welt bevölkert, ohne die obligatorischen Gäste aus Übersee, war es jedoch überraschend ruhig und entschleunigend. Wer auf Weinberge und Schlösser steht, wird hier auf jeden Fall sein Reiseglück finden. Da wir aber Beides z.T. vor unserer Haustür an Rhein und Mosel haben, war ich nicht komplett aus dem Häuschen. Dennoch kann ich euch das Centre Val de Loire ans Herz legen, denn es hat neben Burgen und Wein, auch ein paar überraschende Highlights auf Lager.

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Das Loire Tal mit Kindern: Entdeckt Troglodyten, Streetart und Tintin-Schlösser

#1 Das mittelalterliche Städtchen Saumur

Erster Stop unserer Reise durch das Loiretal, war das Städtchen Saumur, mit seinem gleichnamigen, imposanten Schloss. Dieses trohnt auf einem Felsplateau direkt über der Stadt und hat einen phantastischen Blick auf die Loire und umliegenden Weinberge. Saumur selber ist recht unaufgeregt und man hat es schnell erkundet, es eignet sich jedoch perfekt, um die Region zu erkunden. Wir hatten ein sehr hübsches, kleines Appartment im Boutique Hotel Maison Gaspard (*Werbung), das direkt im Herzen von Saumur liegt. Die Inhaberin ist sehr nett und neben dem gemütlichen Café Maison Gaspard, gibt es auch noch einen kleinen Concept Store.

Das eindrucksvolle Schloss Saumur ist Symbol der Stadt und beherbergt eine umfangreiche Pferde-Sammlung sowie verschiedene Kunstobjekte von der Antike bis zum 20. Jahrhundert. Die Ausstellung fanden wir persönlich nicht lohnenswert, aber durch die alten Gemäuer zu wandeln und von der Burgzinne auf Saumur zu schauen, war auf jeden Fall beeindruckend. Wir sind von unserem Hotel aus, über gewundene Gassen, in ca. 15 Minuten auf den Schlosshügel gelaufen. Man kann aber auch direkt mit dem Auto hochfahren und dort parken.

#2 Die Felswohnungen von Turquant

Von Saumur aus könnt ihr perfekt die Loire hoch- und runtercruisen. Erstaunlicherweise ist die Region sehr beliebt bei (niederländischen) Radfahrern, was mich einigermaßen erstaunt hat. Ich fand die Straßenverhältnisse und Steigungen z.T. nämlich nicht sehr fahrradfreundlich. Hier lohnt sich u.a. ein Besuch des kleinen Örtches Turquant mit seinen Felswohnungen. Wir haben in Turquant diese Mini-Wanderung  gemacht, die uns oberhalb der Felsen durch die hübschen Weinberge führte.

#3 Das pittoreske Candes-Saint-Martin

Direkt am Zusammenfluss von Loire und Vienne und im Herzen des Loiretals, liegt das pittoreske Örtchen Candes-Saint-Martin. Hier spaziert man entlang der idylischen Loire-Auen, durch blumenübersäte Gässchen und vorbei an herrschaftlichen Häusern aus Kalktuff.  Candes-Saint-Martin rühmt sich damit, eins der schönsten Dörfer Frankreichs zu sein. Davon gibt es allerdings auch einige in der Bretagne und der Normandie ;).

#4 Die geheimnisvolle Welt der Troglodyten

Im Loiretal kann man in die geheimnisvolle Welt der „Troglodytes“ steigen, die seit dem 15. Jahrhundert bestehen. Der poröse Kalkstein der Region, wurde zum Bau von Schlössern und Häusern verwendet. Zurück blieben unzählige ausgehöhlte Felsen, die zu Wohnräumen und Viehställen umfunktioniert wurden. In den fast 1000 km langen Stollen und Höhlenwohnungen werden heute Weinfässer gelagert oder Champignons gezüchtet. Die ein oder andere unterirdische Unterkunft, wie z.B. hier*, hier* oder hier* (Werbung), wird aber auch als Ferienwohnung vermietet.

Der Parcours-Troglodyte befindet sich im charmanten Örtchen Souzay-Champigny und ist frei zugänglich. Es liegt ca. 7 km von Saumur entfernt und man kann durch eine Art Höhlensystem laufen, in dem es einige alte Wohnungen und Geschäfte zu sehen gibt. Hier verläuft auch die Radstrecke Loire Velo, daher begegnen einem immer wieder Fahrradfahrer mitten in den Höhlen.

Die Troglo Sarcophages in Doué-la-Fontaine kosten dagegen Eintritt und gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. Dafür sind sie jedoch sehr gepflegt und man wird mit geschichtlichen Informationen versorgt.

#5 Das historische Blois

Zweiter Stop war das sehr hübsche Städtchen Blois, mit seinem historischen Stadtkern und dem gleichnamigen Schloss. Dieses haben wir uns jedoch nicht angeschaut. Ein Bummel durch die Altstadt mit seinen pittoresken Gassen und hübschen, alten Häusern ist aber unbedingt Pflicht. Vom Schlossplatz aus, hat man aber eine schöne Aussicht auf die Stadt und dort liegt auch das Maison de la Magie vom Magier Robert Houdin. Es präsentiert in einer Ausstellung und Aufführungen, die ganze Welt der Zauberkunst und zu bestimmten Uhrzeiten, kommen Drachenköpfe aus den Fenstern.

In Blois findet man zudem immer wieder kleine und größere Streetart. Die Stufen der Escalier Denis Papin in der Innenstadt, waren im Sommer 2021 mit einem Bücherregal bemalt. Sie wurde aber auch schon von einem Bild der Mona Lisa geziert. 

#6 Das Tim & Struppi Chateau Cheverny

Das Chateau Cheverny war das einzige barocke Schloss, das wir uns angeschaut haben. Es hat unser Interesse vor allen Dingen deshalb geweckt, weil es Kulisse des Tim & Struppi Comics „Die Geheimnisse des Mühlenhofs“ ist. Es ist eins der größten Schlösser im Loiretal und wird seit 6 Generationen von der gleichen Familie bewohnt. Die Räumlichkeiten des Schlosses sind beeindruckend und das Schlafzimmer des Königs ist seit 400 Jahren unverändert. Von Blois aus ist es in 20 Autominuten zu erreichen und ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

Für Tintin-Fans lohnt sich auf jeden Fall auch ein Besuch der interaktiven Ausstellung „Die Geheimnisse des Mühlenhofs“, die in Zusammenarbeit mit der Stiftung Hergé realisiert wurde. Hier kann man auf über 700 m² in die Welt von Tim und Struppi und deren Abenteuer tauchen. Auch ein Besuch des wunderschönen Parks, mit seinen Blumenmeeren, Mammutbäumen und Zedern, dem Labyrinth und Rasenflächen im englischen Stil, ist unbedingt einen Besuch wert.

Wenn man schon mal vor Ort ist, sollte man daher den höheren Eintrittspreis in Kauf nehmen, der für uns Vier immerhin beim 63 € lag. Hier könnt ihr die Ticketpreise, Öffnungszeiten und Corona-Regeln checken.

#7 Loire Impressionen

Die Loire entspringt im Zentralmassiv von Rhone-Alpes und fließt bei Saint-Nazaire in den Atlantik. Bis dahin hat sie sich ca. 1006 km quer durch Frankreich geschlängelt und auf 280 km, durch die Regionen Pays de la Loire und Centre-Val de Loire. Durch die großen Mengen an „Geschiebe“, verändert sie ständig ihr Ausehen und hat vielerors Sandbänke und Flussinseln gebildet. Wegen der Schönheit des Tals ließ sich der französische Adel im 16. Jahrhundert bevorzugt im Centre Val de Loire nieder und errichtete prächtige Schlösser und Weingüter.

Wir haben ein paar Tage in einem hübschen Häuschen in einem winzigen Dorf nahe Saumur gewohnt und unsere Tage waren von Chillen, Boule spielen, Baguette essen, Wein trinken und ein wenig Sightseeing geprägt. Sehr empfehlenswert also für alle, die mal die Seele baumeln lassen wollen.

So und nun gerne her mit euren Tipps! Seid ihr schon mal im Loire Tal gewesen und was hat euch besonders beeindruckt?

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