Roadtrip durch Bosnien-Herzegowina
Unsere Erfahrungen und Tipps für das zauberhafte Balkanland

18. November 2022

Wenn mich 2022 ein Land besonders berührt hat, dann Bosnien-Herzegowina. Wir haben es auf unserem Sommer-Roadtrip durch den Balkan besucht und ich war sofort verzaubert. Über Bosnien-Herzegowina denken wohl die wenigsten Menschen als Reiseland nach. Vielmehr bringt man es mit dem schrecklichen Krieg von 1992 bis 1995 und den Massakern von Srebenica und Tuzla in Verbindung. Tatsächlich sind die Narben auch bis heute sichtbar. Auf der anderen Seite, ist der Krieg nun aber auch schon fast 30 Jahre her.

Noch ist das kleine Land so eine Art „Geheimtipp“ und von Massentourismus kann noch nicht die Rede sein. Als Reisebloggerin frage ich mich dennoch, ob ich solche Orte überhaupt noch preisgeben darf? Fakt ist aber: Bosnien-Herzegowina strebt ebenso nach Freiheit, Frieden, Glück und Wohlstand, wie jedes andere europäische Land. Zudem ist es reich an Kultur, landschaftlich bezaubernd, sehr günstig und gastfreundlich. Ich gebe daher mehr als gerne, meine Tipps und Erfahrungen für das zauberhafte Balkanland weiter.

Roadtrip durch Bosnien-Herzegowina

Roadtrip durch Bosnien-Herzegowina: Unsere Erfahrungen und Tipps für das zauberhafte Balkanland

Wichtige Fakten über Bosnien-Herzegowina:

  • BIH gehört zum Balkan, aber nicht zur EU. Es hat ca. 3 Mio. Einwohner:innen und grenzt an Kroatien, Serbien und Montenegro. Hauptstadt ist Sarajevo, was den älteren Semestern unter uns noch von der Winterolympiade 1984 bekannt sein dürfte ;).
  • Der grausame Bosnienkrieg in den 90er Jahren hat ca. 100.000 Menschenleben gefordert und tiefe seelische Wunden hinterlassen. Fast jede Familie hat Angehörige verloren und Menschen in meinem Alter haben z.T. schwer gekämpft und gelitten. Ein Umstand, der mich immer wieder sehr bewegt hat. Die Narben sind auch bis heute, in Form von Einschusslöchern und Bombenkratern, sichtbar.
  • Seit dem Ende des Krieges 1995 ist das Land in die Förderationen Bosnien, Herzegowina und Srpska eingeteilt. Es ist ein multiethnischer Staat und die Förderationen streben immer wieder nach Unabhängigkeit.
  • Die politische Lage ist daher leider immer wieder instabil, auch wenn sich die Menschen einfach nur nach Frieden sehnen. Als Außenstehende:r ist es nicht so leicht die geschichtlichen Hintergründe zu überblicken. Ich kann euch daher das sehr informative Video von MrWissen2go ans Herz legen.
  • Als Touristen haben wir von den politischen Spannungen nicht viel mitbekommen. Die ethnischen Unterschiede sind jedoch sofort sichtbar und unterscheiden BIH ganz extrem von Kroatien oder Montenegro. Es gibt Bosniak:innen, bosnische Kroat:innen und bosnische Serb:innen, mit unterschiedlicher Religion und Kultur. Das Land wird also von katholischen und orthodoxen Kirchen, Synagogen und Moscheen geprägt.
  • Bosnien-Herzegowina gehört, zusammen mit Ländern wie Moldawien, Weissrussland oder dem Kosovo, zu den ärmsten Ländern in Europa.
  • Überraschenderweise sprechen sehr viele Menschen in Bosnien-Herzegowina deutsch. Das liegt daran, dass viele während des Bosnien-Krieges in Deutschland Zuflucht gesucht haben.
  • Eingebettet in der kroatischen Küste, verfügt auch Bosnien-Herzegowina über einen kleinen Meereszugang. Der Abschnitt ist allerdings nur 22 km lang und hat daher, gleich nach Monaco, die zweitkleinste Küstenlinie der Welt.
  • Das Land ist außerhalb der größeren Städte dünn besiedelt und z.T. sehr bergig. Es gibt daher wenig touristische Infrastruktur. Abgesehen davon ist das Hinterland bis heute noch mit nicht geräumten Landminen bestückt. Man sollte sich daher nicht querfeldein bewegen bzw. immer auf den ausgezeichneten Wegen bleiben.
  • In BIH wird, wie in wohl fast allen Balkanländern, viel geraucht. Kippen und Zigarettenqualm sind daher an der Tagesordnung.
  • Wie in allen anderen Balkanländern, sind wilde Müllkippen leider überall zu finden. Abfall liegt auch gerne einfach neben Müllcontainern rum, was mir oft Tränen in die Augen trieb.
  • Weitere persönliche Infos und Eindrücke von mir findet ihr hier.

Einreise und Grenzkontrolle:

Da Bosnien-Herzegowina weder zur EU noch zum Schengenraum gehört, gibt es eine Grenzkontrolle mit Prüfung der Reisedokumente. Wir sind über Kroatien eingereist und die Kontrolle verlief schnell und unkompliziert. Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise kein Visum. Sie dürfen sich jedoch innerhalb von sechs Monaten maximal 90 Tage visumfrei im Land aufhalten. Weitere Infos zur Einreise vorab unbedingt beim Auswärtigen Amt checken.

Mein Tipp: Angeblich soll ein Personalausweis bei der Einreise reichen, ich habe hierzu aber andere Stories gehört. Daher empfehle ich unbedingt den Reisepass mitzunehmen, auch für Kinder. Hat jedoch den Vorteil, dass man mal wieder einen schönen Stempel bekommt ;).

Sicherheit in Bosnien-Herzegowina:

Wir haben Bosnien-Herzegowina, als sicheres Reiseland empfunden und uns zu keiner Zeit unsicher oder unwohl gefühlt. Wir haben durchweg positive Erfahrungen gemacht und die Einheimischen als sehr hilfsbereit und freundlich erlebt. Ich würde vor einer Reise jedoch immer dazu raten, die Website des Auswärtigen Amtes zu checken. Die politische Lage ist halt instabil und könnte sich ggfs. ändern. Natürlich sollte man aber keine Wertsachen im Auto liegen lassen oder mit teurem Schmuck in der Hand herumwedeln. Es gelten die gleichen Vorsichtsmaßnahmen, wie überall auf der Welt.

Medizinische Versorgung:

Leider musste ich während unseres Balkan-Roadtrips direkt zweimal eine Notfallpraxis aufsuchen. Daher kann sagen, dass die medizinische Versorgung in BIH und Montenegro“angeschlagen“ wirkte. Die Gebäude waren z.T. marode, es gab weder Masken noch Desinfektionsmittel und auch Türen oder WC-Sitze musste man mitunter suchen. Zudem sprach bis auf die Ärzte niemand englisch und Schilder waren bisweilen nur auf kyrillisch. Dies machte die Verständigung manchmal schwierigAllerdings waren wirklich alle Krankenhaus-Mitarbeiter sehr freundlich und bemüht uns zu helfen.

Zum Glück musste ich nur mehrere schwer entzündete Insektenstiche behandeln lassen. Ich mag mir nicht vorstellen wie die Lage in einem echten Notfall aussieht. Absolut ratsam ist daher auf jeden Fall eine Reise-Krankenversicherung. Wir haben seit ewigen Zeiten eine vom ADAC. Diese hat bisher immer anstandslos gezahlt und transportiert einen, im absoluten Notfall, auch nach Hause.

Beste Reisezeit:

In der Zeit von Mai bis Oktober herrscht in der Region überwiegend warmes und trockenes Wetter. Allerdings wird es im Juni/ Juli/ August z.T. auch sehr heiß. Wir waren Anfang Juli im Land und hatten, insbesondere in Mostar, um die 40 Grad. Allerdings zählt Mostar auch zu den heißesten Orten im ganzen Balkan. Nichtsdestotrotz waren die Temperaturen gut auszuhalten, da es eine trockene Hitze ist. Im Winter wird es dagegen sehr kalt, daher fanden ja auch die Olympischen Winterspiele 1984 in Sarajevo statt. Schnee ist also keine Seltenheit.

Reisekosten:

Bosnien-Herzegowina ist immer noch ein sehr günstiges Reiseland. Man zahlt mir der Konvertiblen Mark und Fening, was bei uns Retro-Feeling auslöste ;). Da die Kovertible Mark an den Euro gekoppelt ist, ist das Umrechnen leicht. 1 Euro entspricht ca. 1,96 Konvertible Mark. Man kann allerdings auch fast überall mit dem Euro oder kroatischen Dinar zahlen. Mit einer EC-Karte kann man in größeren Städten problemlos Geld abheben. Es werden jedoch Gebühren und Spesen fällig.

Insbesondere essen gehen ist in Bosnien-Herzegowina eine wahre Freude. Denn im Vergleich zu Kroatien oder auch Montenegro ist es noch sehr günstig. Auch Unterkünfte sind deutlich erschwinglicher als in den touristischen Nachbarländern. Für ca. 80 € die Nacht, bekommt man eine sehr hübsche Ferienwohnung für die ganze Familie. Nach oben ist natürlich keine Grenze gesetzt. Wer jedoch auf ein kleines Budget achten muss, kann in BIH noch echte Schnäppchen machen.

Ein Hauptgericht in einem netten Restaurant kostet zwischen 10 bis 20 KM (5-10 €). Eins Snack, wie z.B. ein Burek 3-4 KM (1,50 – 2 €) und ein bosnischer Kaffee ca. 2 bis 4 KM (1-2 €). Für uns war es auf jeden Fall so günstig, dass wir immer nur auswärts essen gegangen sind.

Tipp: Auch in BIH ist es üblich ein Trinkgeld in Höhe von ca. fünf bis zehn Prozent zu geben.

Essen & Trinken:

Die Balkanküche ist allgemein sehr deftig und fleischlastig und nicht gerade ein Paradies für Vegetarier:innen. Wir wussten das und hatten uns daher schon darauf eingestellt, auch mal Fleisch essen zu müssen. So schlimm war es allerdings dann doch nicht und wir mussten uns nicht nur von Ćevapčići ernähren ;). Da die bosnischen Gerichte auch orientalisch geprägt sind, war die Auswahl sogar größer als gedacht. Sehr lecker sind z.B. Burek, die es auch mit Käse- oder Gemüsefüllung gibt. Aber auch Dolma (gefüllte Paprika, Zwiebeln oder Tomaten) und die reichhaltige Auswahl an gegrilltem Gemüse hat unser Herz erfreut.

Ganz toll fanden wir auch den traditionellen bosnischen Kaffee. Er ist ähnlich wie ein türkischer Mokka und wird stilecht in einer Kupferkanne serviert. Ist der Kaffeesatz abgesunken, füllt man ihn in eine kleine Mokka-Tasse um und trinkt ihn mit viel Zucker. Dazu isst man gerne Baklava bzw. Lokum, eine orientalische Süßigkeit.

Transport, Verkehr und Straßenverhältnisse:

Da wir unseren Mietwagen bereits in Zagreb angemietet hatte, sind wir über die kroatische Grenze Gornji Vinjani eingereist. Ab dort sind die Landstraßen bis Mostar und Sarajevo überraschend gut. Richtung Sarajevo wird aktuell auch eine Autobahn gebaut, für die eine kleine Mautgebühr fällig wird. Auch den Straßenverkehr fanden wir erstaunlich entspannt. Im Gegensatz zu Montenegro, wo die Fahrweise z.T. recht aggressiv war.

Rumpelig, ungeteert und z.T. mit Schlaglöchern übersät wurden die Straßen erst in der Region Srpska, die man auf dem Weg von Sarajevo nach Montenegro durchqueren muss. Die Strecke entlang des Flusses Drina wird wegen seiner vielen Rafting-Camps jedoch einigermaßen viel befahren. Hier kommen einem auch oft teure und große PKW aus Serbien entgegen, die die schlechten Straßenverhältnisse scheinbar nicht schreckt.

Mein Tipp: Achtet bei der Mietwagenbuchung unbedingt immer auf einen Vollkaskoschutz. Ich buche hier immer das Komplettpaket ohne Selbstbeteiligung bzw. mit Erstattung der Selbstbeteiligung seitens des Vermieters.

Internet:

Da Bosnien-Herzegowina nicht zur EU gehört, ist das Daten-Roaming leider nicht kostenlos. Da man sowas ja gar nicht mehr gewöhnt ist, muss man echt aufpassen, nicht versehentlich im Netz von BIH zu surfen. Es kann verdammt teuer werden. Schaltet das Roaming daher direkt bei der Grenzüberquerung aus und ladet euch vorab Offline-Karten runter, damit ihr euren Weg von A nach B findet.

Die einfachste Möglichkeit ist hier wahrscheinlich der Kauf einer lokalen SIM-Karte. Da wir aber nur ein paar Tage im Land waren, haben wir uns nicht darum gekümmert. Ich habe daher keine Erfahrung. Wir haben immer nur das WLAN in unseren Unterkünften genutzt und waren ansonsten offline unterwegs. War in der Tat mal wieder eine besondere Erfahrung ;).

Unsere Stops & Highlights in Bosnien-Herzegowina:

#1 Mostar

Ein besonderes Highlight ist die Stadt Mostar, die vielen Menschen wahrscheinlich noch aus dem Bosnien-Krieg ein Begriff ist. Denn die berühmte Brücke von Mostar, Stari most, wurde 1993 komplett zerstört und erst 2004, mit internationaler Hilfe, wieder vollständig aufgebaut. Mostar ist zumeist das Ausflugsziel von Tagestouristen aus Dubrovnik. Diese reisen vormittags in Bussen an, laufen über den orientalischen, bunten Basar und pilgern am frühen Abend wieder zurück gen Kroatien.

Seine besondere Magie versprüht Mostar jedoch erst, wenn etwas Ruhe in den malerischen, kleinen Gassen einkehrt und der abendliche Ruf des Muezzin über das Tal hallt. Wenn man entspannt einen traditionellen bosnischen Kaffee in einem der zahlreichen Cafés trinkt und aus den Hinterhöfen der Duft von Grillplatten und lokalen Spezialitäten dringt. Weitere Mostar-Tipps und Eindrücke folgen demnächst.

#2 Blagaj

Der kleine Ort Blagaj liegt nur etwa 10 km von Mostar entfernt und man würde wahrscheinlich achtlos an ihm vorbeifahren, wenn hier nicht eins der beliebtesten Fotomotive von Bosnien liegen würde. Der kleine Quellort hat einen türkischen Sultan so sehr begeistert, dass er hier im 16. Jahrhundert ein Derwischkloster erbauen ließ.

Heute befindet sich in seinem Inneren ein kostenpflichtiges Museum, dass man jedoch nur mit bestimmten Vorschriften betreten darf. Erwachsene müssen einen Wickelrock tragen, Frauen zusätzlich ihr Haar bedecken. Entsprechende Tücher liegen am Eingang bereit. Zudem müssen alle Besucher ihre Schuhe ausziehen. Im Inneren des alten Klosters befinden sich die Überreste eines türkischen Bads (Haman) sowie Gebets- und Wohnräume.

Die eigentliche Schönheit offenbart sich jedoch von außen, denn das Derwischkloster schmiegt sich an den Rücken einer imposanten Felswand und liegt direkt am Höhlenmund der Buna-Quelle. Das glasklare und azurblaue Flüsschen Buna ist eiskalt und mündet nach nur 9 Kilometern in die Neretva. Man kann das Innere der Höhle auch mit einem kleinen Boot befahren, ob sich der Preis dafür lohnt kann ich jedoch nicht sagen.

Oberhalb des Klosters liegt auf einer Bergkuppe auch noch die mittelalterliche Ruine Blagaj Fortress. Die Aussicht über das ganze Tal soll wunderschön sein. Wir wollten uns die alte Burg eigentlich anschauen, mussten bei 44 Grad an dem Tag jedoch passen.

Tipp: Blagaj ist ein extrem beliebter Ort bei Tagestouristen aus Dubrovnik und daher bereits sehr kommerzialisiert. Am Ufer der Buna stehen zahllose Restaurants und Souvenirbuden. Am späten Vormittag treffen die ersten Reisebusse ein und dann wird das gesamte Areal bevölkert und alle Restaurants sind belegt.

Besucht Blagaj daher unbedingt schon morgens oder am frühen Abend. Dann seid ihr mehr oder weniger allein und erlebt den Zauber dieses magischen Ortes. Auch die Einkehr in eines der Restaurants lohnt sich. Hier kann man an einem heißen Tag wirklich sehr entspannt sitzen und essen, denn es weht immer eine angenehm kühlende Brise.

#3 Sarajevo

Nach dem pittoresken Mostar hat mich Sarajevo erstmal gar nicht geflasht. Hochhäuser, Regen, Tristesse und ein Besuch in der Notfall-Klinik (siehe medizinische Versorgung) haben meine Laune schwer angeschlagen. Am nächsten Tag sah die Welt jedoch schon wieder viel rosiger aus und ich verliebte mich auf den zweiten Blick in die quirlige Hauptstadt des Landes. Auch in Sarajevo ist der spannende Kulturmix sofort zu spüren und wenn man durch die Altstadt schlendert, wähnt man sich eher im Orient als in Europa.

Sarajevo ist von einer hübschen Berglandschaft geprägt, in der 1984 die Olympischen Spiele ausgetragen wurden. Wer sich zudem mit der Geschichte des Landes und Europa näher befassen möchte, ist in Sarajevo genau richtig. Das Attentat von Sarajevo auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau war Auslöser des 1. Weltkrieges. Im Bosnienkrieg wurde Sarajevo dreieinhalb Jahre lang belagert und tausende Menschen verloren ihr Leben. Es gibt daher mehrere Gedenk-Museen und den Sarajevo-Tunnel, der unbedingt einen Besuch wert ist. Weitere Sarajevo-Tipps folgen demnächst.

#4 Neum

Was viele nicht wissen: auch Bosnien-Herzegowina verfügt über einen Zugang zum Meer. Dieser ist jedoch nur 22 km lang und liegt eingeklemmt inmitten der kroatischen Küste. Jeder Reisende, der auf dem Landweg nach Dubrovnik möchte, muss also erstmal durch Bosnien-Herzegowina bzw. den bosnischen Ort Neum reisen und zweimal die Grenzkontrolle passieren.

Im Juli 2022 wurde die Pelješac-Brücke fertiggestellt, die nun die Gespannschaft Dubrovnik-Neretva mit dem Rest Kroatiens verbindet. Somit ist sie wohl die ungewöhnlichste Umgehungsstraße der Welt, denn man umfährt direkt ein ganzes Land. Das Projekt war daher auch einigermaßen umstritten. Natürlich ist die Fahrt nun angenehmer und schneller, aber Bosnien-Herzegowina wurde damit noch ein Stück mehr von Europa isoliert.

Mein Tipp: Fahrt unbedingt nach Neum und legt eine Übernachtung ein. Der kleine Badeort ist vielleicht nicht spektakulär sein, aber man bekommt hier ein Stück authentisches, bosnisches „Beachlife“ zu sehen. Dieses deckt sich vielleicht nicht unbedingt mit unseren Vorlieben. Ich sag nur bosnische Partymusik und kitschige Souvenirstände. Es war jedoch ein interessantes und witziges Erlebnis. Gefühlt waren wir nämlich fast allein unter Tourist:innen aus Bosnien-Herzegowina, die hier ihren Sommerurlaub verbringen.

Es gibt ein paar nette Hotels und einige Restaurants mit Meerblick, die im Vergleich zu Kroatien, noch sehr günstig sind. Und das kristallklare Wasser ist auf jeden Fall genauso schön wie in Kroatien ;). Wir haben im Übrigen im Hotel Nova* übernachtet, das ich euch empfehlen kann.

Unser Fazit: Bosnien-Herzegowina ist noch eine halbwegs unentdeckte Perle innerhalb Europas. In Orten wie Mostar oder Blagaj hat der internationale Tourismus bereits Einzug gehalten. Es hält sich aber immer noch sehr in Grenzen. Der Unterschied zu sehr touristischen Ländern wie Kroatien fällt auf jeden Fall extrem auf. Alles wirkt ein wenig ärmlicher, dafür aber auch authentischer, abenteuerlicher und exotischer. Durch den multiethnischen Mix fühlt man sich zudem glatt in ein orientalisches Land gebeamt.

Da ich bei der Reiseplanung nicht wusste, was uns erwarten würde, hatte ich leider nur 5 Tage eingeplant. Das war eindeutig zu wenig, denn dadurch haben wir zuviel verpasst. Bosien-Herzegowina würde ich daher wieder bereisen und mich diesmal auch trauen direkt den Weg von Zagreb nach Sarajevo zu nehmen.

Hier findet Ihr weitere Tipps für einen Roadtrip durch Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro:

Im Nachtzug nach Kroatien: So war unsere erste Nachtzugreise mit Kind plus persönliche Tipps

Tipps für Zagreb: Ein Tag in Kroatiens entspannter Hauptstadt

Roadtrip durch Montenegro: Tipps für eine Fahrt durch den wilden Norden des Landes

PIN ME:

Habt ihr schon mal über eine Reise nach Bosnien-Herzegowina nachgedacht oder seid sogar schon dort gewesen? Vielleicht habt ihr ja noch Tipps für mich oder plant auch einen Roadtrip. Dann freue ich mich über eure Kommentare!

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3 Comments

  • Reply Elke 21. November 2022 at 20:26

    Liebe Nadine,
    das klingt nach einer spannenden Reise! Ich bilde mir ein, ich bin vor vielen Jahren auf Durchreise am Strand von Bosnien-Herzegowina entlang gefahren, das war’s. Südosteuropa steht auf jeden Fall ganz oben auf der Liste der nächsten Reiseziele und dein Artikel ist schon gebookmarkt.
    Liebe Grüße
    Elke

  • Reply travellingcarola 22. November 2022 at 9:18

    Liebe Nadine
    Ich bin ganz deiner Meinung! Mich hat letzten Herbst eine kurze Reise nach Sarajevo (inkl. Abstecher in den Süden bis Mostar) geführt. Das, was ich erlebt und gesehen habe, hat mich total überwältigt. Ich will dieses Land unbedingt noch besser kennenlernen.
    Herzliche Grüße
    Carola

  • Reply Julita 22. November 2022 at 22:44

    Hallo Nadine, ich kann deine Begeisterung für das Land absolut teilen! Ich war im Juni ein paar Tage dort und war auch direkt verzaubert. Was noch sehr empfehlenswert ist, ist die Strecke von Sarajevo nach Mostar (oder andersherum) mit dem Zug zu fahren. Die Aussichten sind wunderschön 🙂
    LG Julita

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