Roadtrip durch Südnorwegen

Unsere Route + Fährverbindung und warum diese Ecke perfekt für Familien ist

Ihr könnt meinen ewigen Norwegen-Liebesbekundungen sicher schon nicht mehr hören. Aber nachdem wir diesen Sommer mit unserem Auto in Südnorwegen unterwegs waren, müsst ihr noch ein wenig durchhalten, denn da kommen noch ein paar Loveletter. An der Südküste waren wir bisher noch nie und aus irgendeinem ominösen Grund hatte ich mir sie eher lieblich als wild vorgestellt. Die These, dass Norwegen landschaftlich immer rauher werden würde je nördlicher man kommt, stimmt also mal so gar nicht. Norwegens Süden ist eigentlich ein einziger schroffer Felsen umgeben von Meer und Wald. Wir waren 16 Tage lang ständig draußen in der Natur unterwegs und das war gerade mit meinen wilden Kerlen im Schlepptau genau das Richtige. So rauh die Natur jedoch auch ist, das Wetter ist im Vergleich zum restlichen Land dagegen fast mediterran ;). Nur 2 Regentage, viel Sonnenschein und Temperaturen bis zu 24 Grad. Die Jungs haben sich sogar ein paarmal ins Wasser getraut.

Unsere Anreise nach Südnorwegen

Von Deutschland aus gibt es mehrere Möglichkeiten mit dem Auto nach Südnorwegen zu reisen. Wir haben uns auf dem Hinweg für die Route durch Dänemark entschieden und haben uns mit der Colorline von Hirtshals nach Kristiansand übersetzen lassen. Da uns die 945 km bis nach Hirtshals fürs Durchfahren zu lang waren, haben wir uns für einen Übernachtungsstop auf der Höhe von Aarhus entschieden. Das war definitiv eine gute Idee, denn durch die zig Baustellen auf der A2 braucht man für den Weg länger als üblich. Die nur 4stündige Fahrt durch Dänemark ist dagegen locker und entspannt.

Die Speed-Ferry ab Hirtshals ist dann mit 3 Stunden 15 Minuten Überfahrt auch nur noch ein Klacks. Derzeit gibt es zwei Fährverbindungen, eine um 20:45 Uhr und eine um 12:15 Uhr. Wir haben die Mittagsfähre genommen und waren pünktlich um 15:30 Uhr in Kristiansand. Die Fähre ist topmodern ausgestattet und hat mehrere Bordrestaurants, Bistros, Shops und Kinderanimation. Aber Achtung: wir haben zwar nicht so empfindliche Mägen, aber die Überfahrt war durchaus etwas rough. Also vorab besser mal ne Runde Vomex einschmeißen, falls man unter Seeübelkeit leidet.

Unsere Route durch Südnorwegen

Kristiansand, sechstgrößte Kommune Norwegens und quasi Hauptstadt von „Südland“ (Sørlandet) war dann der Ausgangspunkt für unseren Roadtrip. Anhand der Punkte A bis I könnt Ihr nachvollziehen, wie wir gefahren sind.

Colorline Fähre von Hirtshals nach Kristiansand

#A Kristiansand und Umgebung (Tag 1-3)

#B/ C Elgtun und Heddan Gard (Tag 4)

#D Flekkefjord (Tag 5)

#E Skottevik Feriesenter (Tag 6)

#F Sørlandet Feriesenter bei Risør (Tag 7)

#G Tønsberg und Umgebung (Tag 8 – 11)

#H Ulefoss und Umgebung (Tag 12-13)

#G Oslo (Tag 14-16)

Colorline Fähre von Oslo nach Kiel

Rückblickend gesehen würde ich noch ein paar Tage dranhängen oder weniger Zeit in Tønsberg verbringen. Ich hätte nämlich sehr gerne noch Stavanger und den Preikestolen mitgenommen. Aber nachdem wir eine Woche non-stop auf Tour waren, hatten wir auch einfach mal das Bedürfnis ein paar Tage am gleichen Ort zu verbringen. Müssen wir wohl wiederkommen.

Unsere Rückreise nach Deutschland

Die Rückreise haben wir dann von Oslo aus angetreten. Hat uns die Rückfahrt nach Kristiansand gespart und wir konnten eine Mini-Kreuzfahrt mit der Color Fantasy von Oslo nach Kiel genießen. Die 20stündige Überfahrt verging quasi im Flug, denn die Color Fantasy bietet alle Annehmlichkeiten eines Kreuzfahrtschiffs. Wir hatten eine schöne 4-Bettkabine mit Meerblick und Fernseher, in der man sich auch mal länger aufhalten konnte. Praktischerweise kann man die Aussicht auf den schönen Oslofjord auch durch das große Bullaugenfenster von seiner Kabine aus genießen. Mit unseren Kindern entspannt im Sonnenstuhl an Deck sitzen, funktioniert nämlich leider noch nicht wirklich.

Ha det bra Oslo!

An Bord gibt es zudem jede Menge Aktivitäten wie z.B. Einkaufen im Duty Free oder in verschiedenen Shops, diverse Restaurants und Pubs, Kino, Golfsimulator, Casino, Spa & Fitness Center, Schwimmbad oder die Show Lounge, wo man sich abends ein wirklich tolles Musical anschauen kann. Unsere Jungs haben wir dort gar nicht mehr herausbekommen.

Sehr gut essen kann man abends am Grand Buffet, wo es eine sehr reichhaltige und abwechslungsreiche Auswahl plus Kinder-Buffet gibt. Es ist recht hochpreisig, denn wir haben über 130 € für uns Vier bezahlt und nur Wasser getrunken. Aber da es wirklich sehr lecker war, hat sich der Luxus mal gelohnt. Frühstück haben wir dafür ausfallen lassen und unsere letzten Vorräte verbraucht.

So top die Color Fantasy auch ausgestattet ist, habe ich dennoch ein paar kleine Kritikpunkte anzumerken. Kinder im Alter meiner Söhne (6-10 Jahre) kommen an Bord leider echt etwas zu kurz. Es gibt einen Spielraum für Kleinkinder mit Lego Duplo und den Adventure Planet/ Teen´s Plaza, der jedoch fast nur aus kostenpflichtigen Spielautomaten besteht. Auch das Kino und das Aqualand kosten Eintritt (9 € pro Person). Zudem darf man das Schwimmbad dann nur für eine Stunde nutzen. Ich finde, es sollte an Bord unbedingt kostenfreies Entertainment für Kinder allen Alters geben.

Abgesehen davon kamen wir jedoch am nächsten Morgen um 10 Uhr gut erholt in Kiel an und konnten von dort aus entspannt nach Hause fahren.

Meine exakten Tipps für Südnorwegen mit Kindern gibts dann demnächst, aber soviel schon mal vorab: es bietet jede Menge kleine und große Highlights für Familien, Norwegen-Einsteiger und Outdoor-Liebhaber. Zudem ist die Anreise mit dem eigenen Auto von Deutschland aus noch überschaubar. Durch die Fährfahrten hat man ein paar Verschnaufpausen und das ist gerade mit quengelnden Kindern auf der Rückbank ein echter Segen.

Offenlegung: Unsere Reise wurde von Color Line und Visit Southern Norway unterstützt. Meine Meinung bleibt davon wie immer unangetastet.

4 Kommentare

  1. Das klingt toll! Ich fürchte jedoch von Bayern aus ist es mit dem Auto einfach zu weit. Wir müssen wohl eher nach Oslo fliegen und dann ein Mietauto nehmen. Habe allerdings gehört, dass Mietautos in Norwegen sehr teuer sind. Da muss ich mich mal noch genauer informieren. Mal sehen, ich hoffe dass wir es nächstes Jahr das erste Mal nach Norwegen schaffen! 🙂

    • Nadine sagt

      Liebe Sabine, für Euch ist der Weg echt weit. Da müsstet ihr schon mindestens 3 Wochen bleiben, damit sich das lohnt. Wir sind aber auch schon nach Oslo geflogen und hatten einen Mietwagen. So viel teurer als in anderen Ländern in den Sommerferien fand ich es auch nicht. Ist halt immer nur ein Vorteil, wenn man ein paar Lebensmittel und Co. einfach im Auto mit aus Deutschland mitbringen kann. LG/ Nadine

  2. Wir sind letzten Sommer auch mit der Fähre gefahren, allerdings nach Schweden. An Bord gab es auch nix kostenloses für die Kinder. Wir hatten die Tagesfahrt gewählt und saßen 6h oder so mit fauligen Kindern rum, die auch noch ständig bei den Preisen Hunger hatten. Hölle!
    Da muss ich mir beim nächsten Mal was einfallen lassen….
    LG Martina

    • Nadine sagt

      Liebe Martina, wenn es an Bord gar nix für Kinder gibt, ist das echt ein bisschen doof. Wir hatten jetzt halt eine tolle Kabine mit TV und waren schön essen. Den Rest der Zeit verbringt man ja dann eh nur noch mit Schlafen und ein wenig übers Schiff stromern. Bei ner 6stündigen Überfahrt würde ich dann halt jede Menge Essenvorräte einpacken, Karten spielen oder die auch mal vorm IPad parken. Wir waren im Juni in Schweden und haben die Nachfähre genommen. Die Überfahrt bestand dann echt nur aus Abendessen und Schlafen. LG, Nadine

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.