Guangzhou entdecken

Die spannendsten Highlights in Südchinas Handelsmetropole

by nadine

Guangzhou gehört zu den Städten, die viele Reisende nur vom Umsteigen am Flughafen kennen oder von denen sie noch nie gehört haben ;). Dabei ist die 18 Millionen Einwohner große Stadt eine der bedeutendsten Handelsmetropolen Südchinas. Sie liegt im Perlflussdelta, einer der wirtschaftlich dynamischsten Regionen Asiens, und ist nur ca. 180 km von Hongkong entfernt. Daher sitzen in Guangzhou z. B. die wichtigsten Lagerhäuser und Lieferanten von Temu. Achtet beim nächsten Kauf eines „Made in China”-Produkts doch mal auf die Stadt, aus der es kommt. Zweimal im Jahr findet in Guangzhou zudem die Canton Fair, die größte Handelsmesse Chinas, statt. Guangzhou ist daher sehr kosmopolitisch.

Hier treffen aber auch jahrtausendealte Geschichte, koloniale Vergangenheit, futuristische Architektur und eine der vielfältigsten Küchen Chinas aufeinander. Wer diese Stadt besucht, entdeckt daher nicht die klassische chinesische Metropole, sondern eine überraschend internationale Seite Chinas. Da Guangzhou sowohl Start- als auch Endpunkt auf unserer Reise mit dem Schnellzug durch China war, haben wir vor unserem Rückflug zwei Nächte in der Stadt verbracht. Hier kommen unsere spannendsten Highlights für euch, wenn ihr Guangzhou entdecken wollt.

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Guangzhou entdecken:

Die spannendsten Highlights in Südchinas Handelsmetropole

#1 Das kosmopolitsche Guangzhou

Guangzhou ist ein wichtiges Handelszentrum Chinas, was der Stadt ein sehr internationales Flair verleiht. Das war uns vor unserer Reise gar nicht so bewusst, weshalb wir sehr erstaunt bis verwirrt waren, als wir feststellten, dass unser Hotel im afrikanischen Viertel liegt. Hier leben mehr Afrikaner und Araber als Chinesen, und man hört Sprachen wie Arabisch oder Französisch. Kleine afrikanische Restaurants, arabische Cafés und internationale Supermärkte gehören daher natürlich auch zum Stadtbild. Ich hatte zeitweise wirklich das Gefühl ich wäre in den Arabischen Emiraten gelandet. In keiner anderen chinesischen Stadt haben wir eine so internationale Bevölkerung gesehen. Guangzhou ist also alles andere als typisch chinesisch.

#1.1 Die Canton Fair

Zweimal im Jahr findet in Guangzhou die Canton Fair (offiziell China Import and Export Fair), die größte Handelsmesse Chinas, statt. Da wir im April, also zu Messezeiten, in der Stadt waren, wurde dieses kosmopolitische Gefühl natürlich noch verstärkt. Dann wird die Stadt von Händlern und Geschäftsleuten aus aller Welt überflutet, die neue Produkte entdecken und Geschäfte abschließen wollen. Versucht diese Reisezeit möglichst zu vermeiden, denn dann sind natürlich auch die Hotelpreise höher.

Gut zu wissen: Wie die meisten chinesischen Großstädte könnt ihr auch Guangzhou sehr leicht und kostengünstig mit der Metro entdecken.

#2 Der Canton Tower: Guangzhou von oben erleben

Wie viele andere Metropolen Chinas hat natürlich auch Guangzhou eine imposante Skyline. Mit dem 600 Meter hohen Canton Tower verfügt die Stadt allerdings über einen der höchsten Fernsehtürme der Welt. Schon von weitem fällt er mit seiner eleganten, leicht gedrehten Form auf. Tagsüber wirkt er eher unspektakulär, nachts wird er jedoch in wechselnden Farben beleuchtet und sorgt so für ein schönes Lichterspiel am Ufer des Pearl Rivers. Je nach Wetterlage verschwindet er jedoch auch einfach in der Wolkendecke. Besonders beeindruckend ist die Aussicht von oben. Von der Plattform blickt man auf eine scheinbar endlose Stadt aus Hochhäusern, Flussarmen und Brücken.

Gut zu wissen: Auf der höchsten Plattform wartet für ganz Mutige ein kleines Abenteuer: In gläsernen Gondeln, dem sogenannten „Bubble Tram”, kann man außen um die Turmspitze fahren. Das kostet natürlich extra, und aufgrund des Wetters haben wir es nicht gemacht. Mittlerweile gibt es sogar einen Skywalk für alle, die echten Nervenkitzel suchen.

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#3 Am Pearl River entlang spazieren

Der Pearl River ist die Lebensader von Guangzhou. Schon seit Jahrhunderten spielt er eine zentrale Rolle für Handel, Kultur und Alltag der Stadt. Heute säumen Promenaden, Parks und Aussichtspunkte das Ufer. Gerade abends herrscht hier eine besondere Atmosphäre. Dann verbreiten Spaziergänger, beleuchtete Brücken und die funkelnde Skyline eine fast schon magische Stimmung.

Gut zu wissen: Eine Bootsfahrt auf dem Fluss ist eines der klassischen Erlebnisse in Guangzhou. Vom Wasser aus wirken die Wolkenkratzer noch beeindruckender. Vor allem, wenn der Canton Tower in bunten Farben leuchtet.

#4 Tianhe District: Das moderne Herz von Guangzhou

Der Tianhe District ist das moderne Zentrum von Guangzhou. Der Stadtteil zeigt eindrucksvoll, wie rasant sich die Metropole in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat. Besonders rund um das benachbarte Viertel Zhujiang New Town reihen sich futuristische Wolkenkratzer an kulturelle Highlights wie das Guangzhou Opera House oder das Guangdong Museum. Wo früher noch Felder lagen, erhebt sich heute eine beeindruckende Skyline aus Glas und Stahl. Tianhe ist das wirtschaftliche und finanzielle Herz der Stadt. Hier haben internationale Unternehmen, luxuriöse Hotels und einige der größten Einkaufszentren Chinas, wie die Tee Mall, die Grandview Mall oder das Taikoo Hui, ihren Sitz. Hier erwartet einen definitiv ein massiver Konsum-Overkill.

Gleichzeitig pulsiert hier das urbane Leben. In riesigen Einkaufszentren, Restaurants und Cafés trifft sich eine junge, internationale Szene. Abends verwandeln sich die breiten Boulevards in ein beeindruckendes Lichtermeer. Dann bringen die Fassaden der Hochhäuser und der nahe Canton Tower die Skyline zum Leuchten. Tianhe ist auf jeden Fall ein Muss, wenn ihr das moderne, dynamische Guangzhou erleben möchtet.

Gut zu wissen: Um die Zeit bis zum Nachtflug zu überbrücken, haben wir das Guangdong Museum besucht. Es ist architektonisch interessant, aber kein Muss. Es sei denn, man interessiert sich für chinesisches Porzellan aus allen Dynastien. 😉

#4.1 Unterkunftstipp in Tianhe:

Unser Hotel im afrikanischen Viertel kann ich euch nicht wirklich empfehlen. Beim nächsten Mal würde ich aber definitiv das Paco Hotel Tiyuxilu Metro Guangzhou* buchen, da allein schon die Lage im Tianhe District perfekt ist.

#5 Shipai Village: Mein Geheimtipp im urbanen Guangzhou

Nur wenige Schritte von den glänzenden Fassaden der riesigen Shoppingmalls des Tianhe Districts entfernt liegt Shipai Village. Während ringsherum riesige Shoppingcenter, Bürotürme und Luxushotels entstanden sind, blieb hier ein dichter, labyrinthartiger Stadtteil mit schmalen Gassen erhalten.

Kleine Restaurants, günstige Nudelshops, Bubble-Tea-Läden, Bars, chillige Cafés und internationale Streetfoodstände prägen hier das Bild. Da die Atmosphäre hier deutlich entspannter ist als in den großen Malls, kommen viele junge Leute, Studierende und Expats nach Shipai Village. Abends wird es besonders lebendig, wenn sich die engen Straßen mit Menschen und mobilen Essensständen füllen und bunte Neonlichter blinken. Mir hat Shipai Village besonders gut gefallen.

#6 Beijing Road: Shopping, Streetfood und Geschichte

Zu den lebendigsten und beliebtesten Straßen von Guangzhou gehört auch die Beijing Road Pedestrian Street. Wer das pulsierende Alltagsleben der Stadt erleben möchte, ist hier genau richtig. Die Fußgängerzone liegt im historischen Zentrum und verbindet die moderne Einkaufswelt mit jahrtausendealter Geschichte. Internationale Marken, große Einkaufszentren und kleine Shops reihen sich hier aneinander. Dazwischen locken unzählige Streetfood-Stände mit kantonesischen Spezialitäten.

Besonders spannend sind die unter Glasplatten im Boden sichtbaren mehrere Schichten alter Straßen. Sie stammen aus verschiedenen Dynastien und zeigen, dass hier schon vor über tausend Jahren eine wichtige Handelsstraße verlief. Man läuft also buchstäblich über Geschichte, während um einen herum das moderne Stadtleben tobt.

#6.1 Shangxiajiu Pedestrian Street

Die Shangxiajiu Pedestrian Street gehört ebenfalls zu den ältesten Einkaufsstraßen von Guangzhou und ist bekannt für ihre traditionelle Architektur im Lingnan-Stil. Zwischen historischen Gebäuden, überdachten Arkaden, verzierten Fassaden. kleinen Läden und zahlreichen Restaurants lässt sich hier besonders gut das geschäftige Alltagsleben der kantonesischen Metropole erleben.

#7 Shamian Island: Ein Stück Europa in China

Wem nach all dem Trubel rund um die Beijing Road und Tianhe der Sinn nach etwas Ruhe und Entschleunigung steht, der sollte sich nach Shamian Island begeben. Die Insel hatte im 19. Jahrhundert den Status eines europäischen Konzessionsgebiets. Noch heute erinnern breite Alleen, alte Villen und koloniale Bauten an diese Zeit. Viele dieser kolonialen Gebäude wurden liebevoll restauriert, große Banyanbäume spenden Schatten und kleine Cafés laden zum Verweilen ein. Nach den geschäftigen Straßen der Innenstadt wirkt Shamian Island wie eine grüne Oase und eignet sich daher perfekt für einen entspannten Spaziergang.

#8 Qingping Markt: Heilkräuter, Gewürze und lebende Tiere

Der Qingping Traditional Chinese Medicine Market zählt zu den ungewöhnlichsten Märkten Guangzhous. Er liegt nur wenige Gehminuten von Shamian Island entfernt. Der vordere Teil des Marktes ist vor allem für traditionelle chinesische Heilmittel bekannt. In den kleinen Läden und auf den Marktständen stapeln sich Säcke voller getrockneter Kräuter, Wurzeln, Pilze und Gewürze. Viele dieser Produkte werden sowohl in der kantonesischen Küche als auch in der traditionellen Medizin verwendet.

Wenn man jedoch ein Stück weiter durch die Marktgassen geht, verändert sich das Bild. Hinter dem Bereich mit Heilkräutern beginnt ein Abschnitt, in dem hauptsächlich Haustiere verkauft werden. In großen Becken schwimmen Fische und Aale, daneben sieht man Schildkröten, Frösche und andere Wassertiere sowie Kleintiere. An einigen Ständen werden auch Babykatzen, Hundewelpen oder Ziervögel angeboten. Dieser Teil des Marktes zeigt eine Seite des alltäglichen Lebens in Südchina, wo Märkte traditionell nicht nur Lebensmittel, sondern auch lebende Tiere anbieten.

Extra Hinweis: Für uns westliche Besucher wirkt es definitiv befremdlich, wenn niedliche Haustiere in winzige Käfige gesperrt werden. In Guangzhou habe ich sogar ein Streichelcafé mit Alpakas gesehen, die nachts im Schaufenster schlafen mussten. Katzen-Streichelcafés sind in ganz China ebenfalls sehr beliebt. Nach wie vor gibt es in China kein umfassendes nationales Tierschutzgesetz. Nach der Corona-Pandemie wurde der Handel und Konsum vieler Wildtiere jedoch landesweit verboten. Das Thema ist komplex und ich kenne mich zu wenig damit aus, um euch konkrete Informationen zu geben. Hier habe ich jedoch einen interessanten Artikel zum Haustier-Boom in China gefunden.

Bei meinen China-Reisen hatte ich bisher jedoch immer den Eindruck, dass die Tierhalter ihre Haustiere genauso verhätscheln und vertätscheln wie hierzulande. Der Tiermarkt in Guangzhou war zudem der erste seiner Art, den ich in China gesehen habe. Und seien wir mal ehrlich: Unsere Massentierhaltung ist ebenfalls extrem verwerflich.

#9 Yuexiu Park: Grüne Auszeit in der Megacity

Auch in einem der vielen Parks der Stadt findet man Ruhe und etwas Entspannung vom geschäftigen Guangzhou. Der größte von ihnen ist der Yuexiu-Park. Zwischen Seen, Hügeln und alten Bäumen können Einheimische eine kleine Auszeit vom Alltag nehmen. Es ist schön mitanzusehen, wie sie hier ihrer täglichen Gymnastik, ihren Tai-Chi-Übungen oder ihren Gesangs- und Tanzstunden nachgehen. Wer wissen möchte, wie Chinesen ticken, sollte sich einen Besuch in einem Stadtpark daher nicht entgehen lassen.

Gut zu wissen: Das bekannteste Wahrzeichen des Yuexiu-Parks ist die Five-Rams-Statue. Sie zeigt fünf Ziegen und erinnert an eine alte Legende, nach der fünf himmlische Wesen auf Widdern Reis in die Stadt brachten und die Bevölkerung so vor einer Hungersnot retteten. Bis heute wird Guangzhou deshalb auch als die „Stadt der fünf Widder“ bezeichnet.

#10 Weitere Tipps:

Prinzipiell reichen zwei Tage für Guangzhou vollkommen aus. Es sei denn, man verliert sich in den unendlichen Weiten der riesigen Konsumtempel. Dennoch gibt es zwei Highlights, die ich gerne noch gesehen hätte. Die Chen Clan Ancestral Hall, ein Tempelkomplex aus dem 19. Jahrhundert, der zu den schönsten historischen Gebäuden der Stadt gehören soll, beherbergt heute ein Museum für traditionelle Kunst und Handwerkskunst.

Wer noch einen Tag mehr Zeit hat, sollte über einen Besuch in die Gulong Gorge nachdenken, die etwa 70 km von Guangzhou entfernt liegt. Dort prägen dicht bewachsene Berge, steile Felsen, Wasserfälle und ein türkisfarbener Fluss die Landschaft. Die Gulong-Schlucht ist jedoch besonders für ihre spektakuläre Glasbrücke bekannt, die sich hoch über der Schlucht spannt und einen beeindruckenden Blick in die Tiefe bietet. Ebenso aufregend ist der gläserne Skywalk, der sich entlang der Felswände schlängelt.

Extra Tipp: Natürlich könnt ihr eine geführte Tour zu Attraktionen wie der Gulong Gorge buchen. Diese Touren sind meist jedoch relativ teuer. Erkundigt euch daher besser vor Ort nach privaten Guides oder bucht euch ein DIDI-Taxi. Oftmals ist es auch möglich diese Highlights individuell zu besuchen und das ist meist deutlich günstiger. So haben wir auch auf eigene Faust die Chinesische Mauer in Beijing erkundet.

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Mein Fazit: Eine der kosmopolitischsten Städte Chinas

Guangzhou ist eine Stadt voller Gegensätze. Zwischen historischen Tempeln, kolonialer Architektur, lebendigen Märkten und futuristischen Wolkenkratzern ist eine faszinierende Mischung aus Tradition und Moderne entstanden. Gleichzeitig spürt man überall den internationalen Charakter der Stadt. Mich persönlich konnte Guangzhou damit jedoch nicht abholen. Das lag aber auch daran, dass ich nach unserer Reise durch das traditionelle China mit Städten wie Chongqing, Chengdu und Guilin mental nicht darauf vorbereitet war. Ihr wisst es nun ;). Und vielleicht bin ich bei der nächsten Reise nun auch mehr auf das multikulturelle und vielfältige China eingestellt.

Hier findet Ihr weitere Reiseinspirationen für China:

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