Abenteuer Hunsrück

Tipps für ein spannendes Outdoor-Wochenende mit Kindern

Spätestens seit den German Roamers sollte jedem klar sein: Deutschland ist spannend und trendy und schüttelt so langsam sein eingestaubtes Reiseimage ab. Auch junge Menschen finden wieder Interesse daran ihre Heimat zu entdecken und ziehen sich die Wanderschuhe an.  Auch wir entdecken Deutschland gerne und ich bin jedesmal aufs Neue überrascht, wie vielfältig unser Land ist. Ob Berge, Meer, Strände, Schluchten, Moore, Heidelandschaften oder tiefe Wälder. Deutschland hat naturmäßig fast alles zu bieten.

Kürzlich ging es für uns ins Hunsrück, einer Region die bis dato ein weißer Fleck auf unserer Landkarte war. Hauptziel war die Geierlay Hängebrücke in Rheinland Pfalz, die schon länger auf meiner Bucket Liste stand. Die wurde aber schnell relativ nebensächlich, als wir feststellten, wie wunderschön auch die Region ringsum ist.

Leider hat sich der Mai an diesem Wochenende wenig frühlingshaft gezeigt und es hat immer wieder aus Eimern geschüttet. Aber ausgestattet mit der passenden Kleidung und Schirm, hat auch das unserem Trip wenig anhaben können. Denn eingepackt in Dunstschwaden, zeigt die Natur nochmal ganz andere Facetten, als bei Sonnenschein. Der Gang über die Geierlay Brücke (die ja eh schon nix für schwache Nerven ist), wurde dadurch aber zu einer lustigen Schlitterpartie ;).

Nix für schwache Nerven: die Geierlay Hängebrücke bei Regen

#1 Nationalpark Hunsrück Hochwald

Die tiefen Wälder des Nationalparks Hunsrück Hochwald haben mich voll gekriegt. Sie haben was märchenhaftes und es ist kein Wunder, daß die Gebrüder Grimm soviele Geschichten geschrieben haben, die vom Wald handelten. Man könnte bisweilen meinen, das gleich Hänsel und Gretel um die Ecke kommen. Vielleicht sollten wir uns im stressigen Alltag manchmal darauf zurückbesinnen, daß unsere Vorfahren eigentlich Waldmenschen waren. Bis heute haben wir die ein oder andere Tradition, die darauf zurückzuführen ist. Wie, das wir uns z.B. jedes Jahr zur Weihnachtszeit einen Tannenbaum ins Haus schleppen. Wer hats erfunden? Die alten Germanen.

Wir haben eine wunderschöne, ca. 7 km lange Wanderung durch den Zauberwald bei Birkenfeld  gemacht. Der Wald ist dort sehr abwechslungsreich und es gibt immer wieder Haltestationen für Kinder, wo sie sich austoben oder Fragen beantworten können. Bemooster Nadelwald wechselt sich mit grasgrünem Laubwald an und in der Nähe des Aussichtsturmes gibt es Blaubeerbüsche soweit das Auge reicht. Die Hambacher Felsen sind ebenfalls ein Highlight des Waldes und geben ihm ein verwunschenes Flair. Meine Kinder sind jetzt nicht so die Mega-Wanderer, aber mit solchen Strecken bekommen wir sie immer.

#2 Die Klangskulptur Erbeskopf

Nicht weit vom Zauberwald entfernt liegt das Wintersportgebiet Erbeskopf mit der gleichnamigen Klangskulptur. Im Winter heisst es hier Ski und Rodel gut, im Sommer gibt es unzählige Wanderwege und eine Sommerrodelbahn. Und bei schönem Wetter hat man sicher auch eine kilometerweite tolle Aussicht über die ganze Gegend.

#3 Die Burg Grimburg

Wenn Deutschland eins kann, dann Schlösser und Burgen. Ich bin ja immer wieder fasziniert, wie viele wir davon haben. In Rheinland Pfalz scheint es in jedem größeren Örtchen irgendeine Burg oder zumindest die Überreste davon zu geben. Immerhin kann das Bundesland ja auch schon mit der großartigen Burg Eltz aufwarten.  Wir haben die kleine, aber noch sehr gut erhaltene Burg Grimburg erkundet. Wer mag kann hier sogar heiraten.

#4 Die Flugausstellung Hermeskeil

Ebenfalls total sehenswert ist die Flugausstellung Hermeskeil. Als wir per Zufall an dem Gelände vorbeifuhren und eine alte Concorde-Maschine in der Gegend rumstehen sahen, hielt ich direkt mit quietschenden Reifen an. Ein großes Ah und Oh bei den Jungs und auch mein altes Airliner-Herzchen hüpfte. Ich bin echt schon soooo alt, daß ich ohne Quatsch in den 90er Jahren noch Concorde Passagiere eingecheckt habe*.

Auf dem Innen- und Außengelände kann man ca. 100 Originalflugzeuge aus aller Welt besichtigen. Ob Rosinenbomber, Düsenjets, 50er Jahre Passagiermaschinen, Hubschrauber, Kriegsflugzeuge oder gar Rakete. Jeder flugbegeisterte Mensch wird hier sein Glück finden. Und im Anschluß kann man sogar noch in der zum Cafe ausgebauten Concorde, ein Käffchen trinken.

Royal Jordanian Air Force anno 1941 – wer fliegt freiwillig mit ;)?

*Anmerkung der hibbelschen Redaktion: Ich habe damals sowohl für Air France als auch British Airways gearbeitet. Stellt Euch die Frau Hibbel also mal mit 20 Lenzen in „schicker“ Uniform vor ;).

#5 Die Geierlay Hängebrücke

Bis vor Kurzem war die Geierlay Hängebrücke, mit einer Länge von 360 Metern, die längste Hängeseilbrücke Deutschlands. Sie überquert das Geierlay Tal zwischen Mörsdorf und Sosberg. In Mörsberg gibt es zwar ein Besucherzentrum, aber keinen direkten Parkplatz vor der Brücke. Man muß von beiden Ortschaften aus, erstmal ca. 1,7 km bis zur Brücke laufen. Was mich überraschte war, daß die Beschilderung für diese Touristenattaktion relativ überschaubar ausfällt. Zumindest in Sosberg sind die Schilder klein und und man muß sie mitunter suchen.

Die Brücke is definitiv ein abenteuerliches Highlight und man sollte schon halbwegs schwindelfrei sein. Der Vorteil bei schlechtem Wetter ist, daß nur wenig Besucher vor Ort sind und die im Tal hängenden Wolken, der Gegend eine besondere Aura verleihen. Nachteil ist, daß die Holzbrücke leicht rutschig wird und die Fotos bei strömendem Regen auch nur so medium werden. Aber man kann halt nicht alles haben ;).

#6 Der Ferienpark Landal Hochwald

Ausgangsbasis für unsere Ausflüge war das Landal Hochwald. Es liegt, wie sein Name schon sagt, mitten im Hochwald und neben dem Keller Stausee und ist daher ideal für Wanderungen über die Hunsrücker Traumschleifen, Fahrradtouren oder Ausflüge mit dem Tretboot. Da meine Eltern auf diesem Trip mit dabei waren, hatten wir ein komfortables Ferienhaus für 6 Personen mit Blick auf den Stausee. Nach einem verregneten Tag, gab es fast nichts Schöneres, als sich abends allemann vor den Kamin zu kuscheln.

Wie alle Landal-Parks, sind die Häuser im gleichen modernen Stil eingerichtet und gut ausgestattet. Neben einem Hallenbad mit Kinderschwimmbecken gibt es auf dem Gelände u.a. auch einen Kinderspielplatz, Minigolfanlage, Trampolin, das Indoor-Spielparadies „Bollo“ und weitere diverse Unterhaltungsangebote. Einziges Minus: wir fanden die 6 Personen-Häuser ein bisschen zu beengt für 4 Erwachsene und 2 Kinder.

Der Hunsrück hat natürlich noch viel mehr auf Lager. Insbesondere die Traumschleifen, unzählige abwechslungsreiche Wanderwege, hatten es mir sehr angetan. Daher müssen wir auf jeden Fall nochmal wiederkommen. Kennt ihr die Region und habt ihr vielleicht noch mehr Tipps für uns?

Offenlegung: Unsere Reise wurde unterstützt von Rheinland Pfalz Tourismus.

4 Kommentare

  1. Wieder mal ganz tolle Bilder von einer recht unbekannten Region in Deutschland. Ich finde es ehrlich gesagt sogar schön, dass die Sonne nicht geschienen hat. Die Bilder im Nebel haben etwas Mystisches und der Wald ist soooo schön. Aber ich liebe Wald ja sowieso schon seit ich ein Kind bin.
    Liebste Grüße, Anna

    • Nadine sagt

      Danke schön, liebe Anna! Ich fand das schlechte Wetter auch gar nicht so schlimm, verzauberte es die Landschaft tatsächlich irgendwie. Klar macht eine Wanderung mit Kindern bei schönem Wetter viel mehr Spaß und bessere Fotos zaubert es auch. Aber wie heisst es doch so schön: es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung. Und die Kinder müssen ja eh bei jedem Wetterchen raus, sonst drehen die ja durch. Du kennst das ja. GlG, Nadine

  2. Sehr schöne Bilder! Wenn man erst einmal draußen ist, spielt doch das Wetter keine Rolle mehr. Ich bin immer wieder fasziniert, wie viele schöne Reiseziele es in Deutschland gibt. Da stelle ich jedes mal fest, dass ich von meiner Heimat noch total wenig kenne! Das werde ich jetzt mal Schritt für Schritt nachholen 🙂

    • Nadine sagt

      Finde ich auch, Sabine und werde das jetzt mal in kleinen Wochenendhäppchen oder auch mal nem größeren Trip nachholen. Im Herbst geht es z.B. an die Ostsee. Da war ich (ohne Quatsch) noch nie. GlG, Nadine

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