Südnorwegen mit Kindern

10 coole Spots an der Südküste Norwegens

by nadine

Wer an eine Reise nach Norwegen denkt, hat meistens den wilden rauen Norden oder die spektakuläre Westküste mit ihren malerischen Fjorden im Kopf. Man muss jedoch gar nicht so weit reisen, um wunderschöne Landschaften zu genießen. Auch die Südküste Norwegens ist extrem hübsch und bietet gerade für Familien tolle Highlights. Zudem ist sie von Deutschland aus sehr viel leichter zu erreichen als das Nordland oder die Westküste.

Offenlegung: Dieser Beitrag entstand im Rahmen unserer Pressereise mit Visit Norway und Visit Sorlandet. Meine persönliche Meinung bleibt davon unberührt – alle Angaben und Tipps beruhen auf meinen eigenen Erfahrungen, die ich gerne an euch weitergebe.

Südnorwegen mit Kindern:

10 coole Spots an der Südküste Norwegens

Plant ihr eine Reise mit Kindern nach Norwegen? Dann habe ich in diesem Beitrag mal 10 coole Spots an der Südküste für euch zusammengeschrieben.

#1 Kristiansand, die Setesdalsbanen und der Timberwalk

Kristiansand eignet sich perfekt als Ausgangsbasis für einen Roadtrip entlang der Südküste. Eine hübsche Stadt, die auch gleichzeitig der Fährhafen der Colorline ist. Nicht umsonst wird diese Gegend, die Riviera von Norwegen genannt. Hier werden die wärmsten Temperaturen des Landes gemessen und Kristiansand nutzt das mit Palmenstrand und Schärengarten auch gnadenlos aus.

Vor den Toren von Kristiansand kann man eine Fahrt mit der 120 Jahre alten Setesdalsbanen durch die wundervolle Landschaft machen. Ganz in der Nähe gibt es zudem einen großartigen Timberwalk, den ich euch sehr ans Herz legen kann. Eigentlich ist er fast noch ein Geheimtipp, denn er ist kaum in einem Reiseführer beschrieben.

Hier findet Ihr all meine Tipps für Kristiansand und Umgebung:

Tipps für Kristiansand, Hauptstadt der norwegischen Riviera

#2 Unter Elchen in Elgtun

Ein absolutes Must-See ist ein Besuch im Tierpark Elgtun, wo man den beiden Elchen Olga und Orvar sowie ihren kleinen Nachkommen quasi Auge in Auge gegenübersteht. Dreimal am Tag, zu den Fütterungszeiten, ist es Besuchern erlaubt, im Gehege zu sein und mit dem Guide eine Wanderung durch das weitläufige Areal zu machen. Immer mit dabei: zwei ausgewachsene Elche, die einen wie zwei Hunde auf dem Walk begleiten.

Dass Elche wahrlich die Könige des Waldes sind, wird spätestens dann klar, wenn man mal vor Ihnen steht und sich selber ganz schön klein fühlt. Die Begegnung mit diesen Riesen und ihren Babies war für uns alle ein Riesen-Highlight und hat für den ein oder anderen Lacher gesorgt. Man wird schließlich nicht alle Tage von einem Elch angeknabbert oder gar vom Weg geschubst. Aber Achtung! Die Elche sind an Menschen gewöhnt, aber nicht zahm. Respekt sollte man immer vor Wildtieren haben.

Leider hat es bei unserem Besuch wie aus Kübeln geschüttet und daher habe ich viel zu wenig Fotos von meinen Lieblingstieren machen können. Wir müssen das also irgendwann unbedingt wiederholen.

Hinweis: Elgtun hat in der Sommersaison vom 1. Juni bis Mitte September täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. (Kinder bis 3 Jahre: freier Eintritt, 3-12 Jahre: 100 Kronen, Erwachsene: 150 Kronen, Familien: 440 Kronen)

#3 Schlafen wie vor 100 Jahren: Heddan Gard

Von Elgtun aus ging es für uns weiter durch die malerische südnorwegische Bergwelt nach Heddan Gard. Was sich wie ein Ort aus Herr der Ringe anhört, ist ein einsam gelegener, kulturgeschichtlicher Bauernhof mit Restaurant und verschiedenen Unterkünften. Wir übernachteten in einem alten Bauernhäuschen und fühlten uns mindestens 100 Jahre in die Vergangenheit zurückversetzt.

Kein Wifi und Straßenlärm, nur die klare Luft der Bergwelt, Ruhe und Natur. Der Hof ist seit unzähligen Generationen im Familienbesitz und wird vom freundlichen, deutsch sprechenden Besitzer mit viel Liebe geführt. Die frisch zubereiteten, typisch norwegischen Gerichte im Restaurant sind btw. ein Gedicht. Unbedingt ausprobieren.

Die Landschaft um Heddan Gard ist wirklich märchenhaft schön und man hat das Gefühl, es könnten einem jederzeit ein paar Trolle und Elfen vor der Nase herumspringen. Macht unbedingt einen Walk zum Lauvatnet-See, der quasi der Mini-Krater eines längst erloschenen Vulkans ist.

#4 Kultur, Genuss und Action in Flekkefjord

Viel zu wenig Zeit hatten wir leider für die bezaubernde Region rund um das Städtchen Flekkefjord. Zu gerne hätte ich noch einen Abstecher auf die Insel Hidra oder eine Wanderung zu den Potholes am Brufjell gemacht. Flekkefjord ist ein gemütlicher kleiner Ort, mit weißgetünchten Holzhäuschen, einem kleinen Hafen, ein paar netten Cafes und Shops und dem holländischen Viertel mit seiner bunten Street-Art.

Gewohnt haben wir in einem hübschen, geräumigen Familienzimmer des Flekkefjord Maritim Fjordhotel* mit Blick auf den Fluß, der im Hafen mündet. Das Hotel  liegt mitten in der Innenstadt, hat Parkplätze vorm Haus, eine hübsche Außenterrasse und ein wirklich spektakuläres Restaurant. Falls ihr auch nur einmal darüber nachdenken solltet, in Norwegen essen zu gehen, dann unbedingt hier. Die Fischgerichte sind ein Traum.

#5 Die Flekkefjord Banen und der Lookout

Was man unbedingt mit Kindern machen sollte, ist eine Fahrt mit der Flekkefjord Banen. Einer Draisine, die über eine 17 km lange, denkmalgeschützte alte Bahnstrecke fährt. Es geht immer entlang am Wasser, vorbei an schroffen Felswänden und durch ganze 17 Tunnel. Die Jungs hatten einen Mega Spaß an der Fahrt, zumal die Draisine z.T. ganz schön schnell wird und die Tunnel finster und ein bisschen gruselig sind ;).

Für ganz kleine Kinder ist die Draisine aus meiner Sicht jedoch noch nicht geeignet, da die Kinder wirklich nur auf einem kleinen Beiwagen sitzen und sich gut festhalten müssen. Macht außerdem unbedingt einen Abstecher zum Lookout in Flekkefjord. Man hat eine großartige Aussicht über den Ort und den ganzen Fjord.

#6 Das Lindesnes Lighthouse

Von Flekkefjord aus ging es für uns wieder zurück gen Osten. Auf dem Weg entlang der malerischen Küste, lohnt sich ein Stop an Norwegens ältestem und südlichsten Leuchtturm auf dem Festland, Lindesnes Fyr. Das erste Leuchtfeuer wurde hier bereits 1655 gezündet.

#7 Das Skottevik Feriesenter

Manchmal braucht es nicht viel, außer einer gemütlichen Unterkunft in herrlicher Landschaft. Das Skottevik Feriesenter* am Skagerak ist so ein Ort. Können die Kinder schwimmen, lässt es sich hier an Sommertagen hervorragend abchillen. Da man das Wasser wirklich direkt vor der Nase hat, kann man hier Boot fahren, angeln, schwimmen oder einfach nur auf den blanken Felsen abhängen und die Ruhe genießen.

Zudem stromern hier im Sommer zig Kinder über den Campingplatz, der neben Stellplätzen auch Hütten und Ferienwohnungen anbietet. Wir hatten eine Wohnung mit 6 Betten, Bad und Wohn-/ Essraum sowie Balkon mit Blick aufs Meer und hätten diesen auch fast als Sprungturm ins Wasser nutzen können.

#8 Tvedestrand und Arendal

Entlang der Küste gibt es einige hübsche kleine Örtchen, die einen Stopp lohnen, wie z.B. Tvedestrand, das für seine zahlreichen antiken Bücherläden bekannt ist. Sowohl von Tvedestrand als auch von Arendal aus kann man sich zur autofreien Insel Lyngor mit seinen  Badestränden übersetzen lassen. Wir haben die Fähre zur Insel leider verpasst und die Alternative wäre nur ein recht kostspieliges „Bootstaxi“ gewesen.

Stattdessen bummelten wir mit einem Eis in der Hand, durch die engen Gässchen der Altstadt von Arendal und bestaunten die pittoresken, bunten Holzhäuschen – an warmen Sommertagen zeigt Südnorwegen wahrlich sein allerfeinstes Gesicht. Wer braucht schon Südfrankreich ;)?

#9 Das Sørlandet Feriesenter

Das Sørlandet Feriesenter* bei Risør ist ebenfalls ein idyllisches Plätzchen zum Urlauben. Hier kann man zelten, seinen Wohnwagen oder -mobil aufstellen oder in einem der gut ausgestatteten Holzhütten schlafen. Der Campingplatz liegt direkt an einem Meeresarm und hat neben einem hübschen Strand, ein Outdoor-Schwimmbad, Restaurant, Shop und Spielplatz. An schönen Sommertagen steppt hier wahrlich der Bär und es sind zig Familien auf dem Platz.

Ich finde es ja immer großartig, wenn meine Jungs mal alleine durch die Gegend stromern können, ohne dass ich mir Gedanken um sie machen muss. Hier war das der Fall und wir Großen hatten auch mal etwas Ruhe für uns. Zudem hatten wir wieder mal Riesenglück mit dem Wetter und daher plantschten Groß und Klein im (eisigen) Wasser herum.

Auch in Sørlandet hält man es gut ein wenig länger aus und es gibt ein paar schöne Ecken in der Umgebung, die man sich anschauen sollte, wie z.B. ein Abstecher in das kleine Örtchen Risør, ein Walk zu den Potholes Sild oder ein Besuch des Camp Skarvann.

#10 Abenteuer im Camp Skarvann

Ich verrate jetzt mal nicht, dass wir uns beim Kanufahren erstmal tierisch angestellt haben, weil das so eine mega wackelige Angelegenheit mit den Kindern war. Fotografieren ging nur unter Einsatz meines Lebens oder zumindest dem Verlust meines Handys ;).  Zuletzt saßen wir in Kanada in einem Kanu und waren daher wohl etwas aus der Übung. Hat man sich aber erstmal wieder daran gewöhnt und den Dreh raus, ist so eine Kanufahrt eine wunderschöne Sache. Einfach übers Wasser gleiten und die himmlische Ruhe genießen. Nun ja, mit meiner hibbeligen Brut an Bord war wenig Ruhe, aber zumindest hatten wir Spaß.

Ansonsten gibt es im Camp Skarvann aber auch einen kleinen Kletterpark und andere Aktivitäten, wie z.B. Bogenschießen oder Stand Up Paddling, die man aber vorab buchen sollte. Die Gegend um das Camp Skarvann ist traumhaft schön und daher unbedingt einen Ausflug wert, es ist jedoch nicht so leicht zu finden.

Wie Ihr seht, waren wir eigentlich fast immer nur draußen in der Natur unterwegs und das ist ja auch das Schönste auf solchen Reisen. Erlebnisse und Abenteuer mit seinen Kindern, die man nie mehr vergisst und die einen zusammenschweißt. Gerade für Familien ist Südnorwegen also wahrlich ein skandinavischer Sommertraum.

Unsere nächsten Stops waren Tønsberg, Ulefoss, die Stabkirche Heddal und Oslo. Hier habe ich ein paar Impressionen dazu und eine kleine Ode an mein Herz- und Mutterland.

Alle Infos zu unserer An- und Abreise mit der Colorline sowie unsere detaillierte Reiseroute könnt Ihr hier nachlesen.

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12 comments

Flögi 12. Dezember 2017 - 20:54

Hallo Nadine,
mir gefällt dort alles, die bunten Häuser, die Landschaften, die Elche…boah, die sind echt megagroß und die kleine so süß!! 🙂
Das „Schinenfahrrad“ würde uns mächtig Spaß machen.
Das Land sollten wir auch mal besuchen…
Liebe Grüße, Andi

Reply
Sönke 14. Dezember 2017 - 21:14

Hi, sehr schöner Bericht. Wir sind jedes Jahr in Südnorwegen zum Tauchen. Von dem Timberwalk haben wir noch nie gehört, wo finden wir dazu nähere Infos? Vielen Dank und liebe Grüße

Reply
Reiseplanung: Die schönsten Reiseziele 2018 (nicht nur) für Familiena daily travel mate 27. Dezember 2017 - 19:45

[…] 10 coole Spots an der Südküste Norwegens […]

Reply
Dörthe Behring 31. Januar 2018 - 15:51

Hei Sönke,
google mal Limber Slide in Vennesla. Da findest du die genaue Adresse. Wir waren im letzten Jahr dort.?
Hilsen Dörthe

Reply
Heidi Neumärkel, Berlin 1. Februar 2018 - 3:07

Danke für den tollen Bericht. Norwegen ist eine grosse Sehnsucht für mich. Schon sehr lange versuche ich einen Mitreisenden zu finden. Aber leider hat aus meinem Freundeskreis niemand Lust mich zu begleiten. Kommentare: zu kalt und trübes Wetter. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf!

Reply
Sönke 1. Februar 2018 - 17:35

Klasse, damit kann ich was anfangen. Vielen Dank!!

Reply
Heiko Altmann 6. Juni 2018 - 14:50

Sehr schön und interessant geschildert. Kann mich den Worten nur anschließen. Fahren seit 10 Jahren (meist angenehm warm und kaum Regen) nach Norwegen und haben 5 der Orte schon in unserer Erinnerung verankert. In drei Tagen geht es wieder los um neues zu entdecken und altes schönes wieder zu sehen.

Reply
Nadine 7. Juni 2018 - 13:38

Dann gute Reise, viel Spaß und grüsst mir das wunderschöne Norwegen! Danke für Dein Feedback, Heiko und liebe Grüße, Nadine

Reply
Henrik 22. Januar 2023 - 8:23

zu welcher Jahreszeit habt ihr die Reise gemacht?

Reply
nadine 22. Januar 2023 - 10:26

Im August! VG

Reply
Reiseplanung: Die schönsten Reiseziele 2018 (nicht nur) für Familien 26. Oktober 2018 - 14:17

[…] 10 coole Spots an der Südküste Norwegens […]

Reply
Heike 11. Dezember 2018 - 20:58

Vielen herzlichen Dank für diesen unkomplizierten Reiseführer. Wir hatten zwei wunderbare Sommerwochen im Süden Norwegens. Die Elche im Elgtun haben wir bestaunt. Draisine sind wir gefahren durch unendlich lange Tunnel und vorbei an Fjorden aus ganz anderen Perspektiven. Den Timberwalk und das Lighthouse im Süden haben wir erklommen. Wir hatten ein Ferienhaus am See ohne direkte Zufahrt für das Auto und mussten unser ganzes Gepäck rüberpaddeln. Am Haus herrschte Ruhe pur. Nur wir mit den beiden Jungs allein. Eine Riesenrutsche von der Terrasse sowie ein Sprungbrett direkt in den See. Herrlich. Es war unser schönster Urlaub.

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