Der Re:Hof Rutenberg in der Uckermark

Entschleunigung und Nachhaltigkeit gepaart mit Amsterdamer Coolness

Ihr habt es ja sicher mitbekommen – Herr Hibbel und ich haben in den Herbstferien direkt im Nationalpark Jasmund auf Rügen in engstem Familienkreis geheiratet. Statt danach dann, wie es sich für ordentliche und weitgereiste Reiseblogger gehört, mal eben auf die Seychellen zu düsen und dort die Flitterwochen zu verbringen, haben wir es ganz bodenständig und vor allen Dingen auch nachhaltig angehen lassen. Wir haben unsere „Flittertage“ nämlich in der wunderschönen Uckermark verbracht. Mal ganz davon abgesehen, dass man mit zwei wilden Kerlen im Schlepptau nun echt nicht von romantischen Flitterwochen sprechen kann, aber psst ;).

Stammleser wissen vielleicht, dass ich eine lange Beziehung zur Uckermark pflege, denn ich bin schon als kleines Mädchen mit meinem Vater und meiner Stiefmutter immer wieder mal von Berlin aus am Wochenende dorthin gefahren. Und in den 70er Jahren war das durch die Mauer noch ein sehr abenteuerliches Unterfangen. Kurz nach der Wende kaufte mein Vater in Lychen ein Grundstück am See, baute ein Haus und seitdem ist die Uckermark ein zweites Zuhause für mich geworden. Die Reise geht jedoch noch weiter zurück in die Vergangenheit, denn meine Berliner Großeltern haben bereits Anfang der 30er Jahre ihre Flitterwochen in Lychen verbracht. Meine Oma lebt nun schon viele Jahre nicht mehr, aber sie würde sich wahrscheinlich sehr freuen, wenn sie sehen würde, dass wir ebenfalls unsere „Flittertage“ in Lychen verbracht haben. Vielleicht wird das ja nun Familientradition.

Der Re:Hof Rutenberg bei Lychen

Schon lange hatte ich für meinen nächsten Lychen-Besuch den Re:Hof Rutenberg im Visier, ein ehemaliger Pfarrhof inmitten eines wunderschönen, alt eingewachsenen Garten. Umso größer war meine Freude, als es dann endlich klappte. Die sympathischen Besitzer Martin Hansen und Marieken Verheyen, haben mitten im tiefsten Brandenburg wirklich ein absolutes Kleinod erschaffen. Drei Jahre Arbeit haben sie in die Sanierung des alten Dreiseitenhofes, bestehend aus einem Wohnhaus, einer Scheune und zwei Stallgebäuden gesteckt, sich damit einen Traum verwirklicht und ein ungewöhnliches und sehr ästhetisches Ferienobjekt erschaffen.

Als Landurlaub im Eco-Design könnte man den Re:Hof wohl am Besten beschreiben. Im ehemaligen Stallgebäude entstanden drei großzügig gestaltete Lofts, im Pfarrhaus und Stallgebäude eine romantische und eine rollstuhlgerechte Ferienwohnung und im weitläufigen Garten interessante Architektenpavillons. Drei der Unterkünfte konnten wir uns auch von innen anschauen und ich muß sagen, eine ist cooler als die andere. Hätten wir wirkliche Flittertage gehabt, hätten wir uns zu Zweit auf jeden Fall eins der tollen Gartenhäuser gemietet. Allein dieses Bett im Fenster, mit Blick auf die Felder fand ich absolut großartig. Nachts hat man dort einen galaktischen Sternenhimmel und im Herbst hört man sogar die Hirsche röhren.

Wir haben dafür im nicht minder schönen Stallgebäude Nord gewohnt, einem hippen Loft im 1. Stock mit offenem Wohn-/ Essraum und Küche, Bad mit Dusche, einem Schlafzimmer für 2 Personen (wo die Jungs geschlafen haben) sowie einem Doppelbett auf einer Empore unterm Dach. Absolutes Highlight unseres Lofts, war für die Kinder die riesige „Hängematte“ zwischen den Dachbalken, wo man sie gar nicht mehr rausbekam.

Besucher des Re:Hofs können sich auf dem Gelände relativ frei bewegen und unsere Jungs stromerten auch direkt im Garten umher und stibitzten Marieke und Martin die letzten Tomaten des Jahres. Das hofeigene Gemüse und Obst sowie weitere regionale Produkte verkaufen sie in ihrem Hofladen, der zu jeder Zeit geöffnet ist. Hier nimmt sich jeder Gast was er braucht und trägt es in eine Liste ein. Ob frische Eier, Bio-Wein, vegane Schokolade oder Quittenmarmelade – abgerechnet wird am Ende des Aufenthaltes.

Die kleine, hübsche Sauna im Garten wird mit Feuer angeheizt, daher muß man rechtzeitig Bescheid sagen, ob man sie nutzen möchte. Verschiedene Terrassen und Feuerstellen stehen zur Verfügung und versprechen in wärmeren Nächten ein nettes Miteinander mit anderen Gästen. Außerdem gibt es noch die „Große Scheune“, die für Events, Feiern und Veranstaltungen angemietet werden kann. Ich sag nur Hochzeiten. Hätte ich nicht bereits geheiratet – ich würde es hier tun ;).

Mein Fazit zum Re:Hof:

Wer Ruhe, Beschaulichkeit und Entschleunigung in der Natur sucht und zugleich umweltfreundlich, nachhaltig und stylish wohnen möchte, wird auf dem Re:Hof sein Paradies finden. Ich war jedenfalls direkt schwerst verliebt. Das Marieken und Martin darauf geachtet haben baubiologisch sinnvoll umzubauen, ist mir ebenfalls schnell aufgefallen. Als alte Asthmatikerin konnte ich im Loft nämlich mal wieder frei durchatmen. Eigentlich erschreckend, dass ich das Zuhause nicht kann. Davon mal ganz abgesehen, ist Lychen aber auch ein Luftkurort und immer ein Segen für meine Lunge.

Das die zwei Hofbesitzer 30 Jahre lang in Amsterdam gelebt haben, merkt man sofort beim Betreten der Ferienwohnungen. Schönes, schlichtes Design made in Holland – ganz nach meinem Geschmack. Ganz großartig finde ich zudem, dass sie wirklich nachhaltig leben, denn sie versuchen z.B. durch Sonnenkollektoren, ein Pflanzenklärbeet oder konsequentes Recycling langfristig selbstversorgend und energieunabhängig zu werden. Das hat zur Folge, dass das Abwasser in ihrem Pflanzenbeet landet und man z.B. keine normalen Shampoos, Duschgels mit Mikroplastik und Chemie etc. nutzen sollte. Wir benutzen schon seit Langem nur noch Bio-Seifenstücke zum Duschen oder Haarseife vom Unverpackt Laden, daher war das kein Problem für uns. Ansonsten bekommt man diese Dinge aber auch in ihrem Hofshop zu kaufen.

Was wir sonst noch so in Lychen und Umgebung getrieben haben, verrate ich Euch demnächst. Bis dahin träume ich ebenfalls von einem kleinen schicken Hof in der Uckermark. Ach, nen kleinen Minihof haben wir ja selber…. blöderweise ist die Luft im Raum Köln/ Düsseldorf dank Braunkohle und Chemie jedoch eine Katastrophe. Aber das ist ein anderes Thema.

Offenlegung: Wir wurden von Brandenburg Tourismus und dem Re:Hof eingeladen. Ein herzliches Dankeschön für diesen Aufenthalt. Meine Begeisterung für den Re:Hof hat das jedoch in keinster Weise beeinflusst.

5 Kommentare

  1. Das klingt nach einem Ort, an dem es uns auch gefallen dürfte! Und ich dachte, ich kenne Brandenburg wirklich gut – spätestens seit meiner kulinarischen Buchrecherche diesen Sommer. Aber nein, den Re:Hof kannte ich noch nicht. Muss ich dringend nachholen, wie mir scheint. Meine Kleene ist dann sicherlich auch nicht aus der „Hängematte“ rauszubekommen 🙂

  2. Christoph sagt

    Hallo Nadine,

    wow, das sieht ja toll aus und werde ich mit Sicherheit mal ausprobieren!!

    Liebe Grüße
    Christoph (travel_chris)

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