Mein persönlicher Düsseldorf Guide
Rheinufer-Flair, Schnitzeljagd, Streetart und grüne Ecken

18. Juni 2021

[Enthält Werbung für Stadtspiel Schnitzeljagd]

Düsseldorf ist nach Köln die Stadt, in der ich die meiste Zeit verbringe. Ich habe in beiden Cities gelebt und da unsere Homebase nun dazwischen liegt, pendel ich zwischen zwei Welten hin und her. Beide Städte könnten wohl nicht unterschiedlicher sein und jede pflegt ihren eigenen Ruf – schickimicki oder lockerflockig! Die Kölner und Düsseldorfer sind daher auch schon seit dem Mittelalter in „liebevoller Rivalität und Abneigung“ miteinander verbunden. In der Regel wird also kein Spruch ausgelassen, wenn man einen Besuch beim 40 km entfernten Nachbarn einlegt. Ich kenne daher tatsächlich auch Menschen, die noch nie einen Fuß in die andere Stadt gesetzt haben. Dieses Spielchen sollte man aber mit einem Augenzwinkern hinnehmen.

Besonders schräg zeigt sich das auch in unserem Dorf, das eher die kölsche Mentalität pflegt. Man trinkt Kölsch, betet den 1. FC Köln an und ruft Alaaf! Keine 2 km weiter beginnt dann die Altbier-, Fortuna- und Helau-Region! Und wehe, man vertut sich da als Imi* ;). Auch mein Herz schlägt für das schrabbelige Köln. Immerhin lebe ich mit drei Ur-Kölnern unter einem Dach. Allerdings mag ich auch unsere beschauliche Landeshauptstadt, die weitaus mehr ist, als reich und schön. Sie ist vielerorts nämlich auch immer noch das Dorf, durch dass die Düssel fliesst. Ich habe daher mal meine persönlichen Must-See-Ecken von Düsseldorf zusammengefasst und einen Tipp für euch, wie ihr die Stadt am Besten mit Kindern erkunden könnt.

PIN ME:

Mein persönlicher Düsseldorf Guide

#1 Rheinufer-Flair

Das Schönste an Düsseldorf ist wohl der Rhein, der gemächlich durch die Stadt zieht und perfekt in die Stadtplanung einbezogen wurde.  Stellt euer Auto am Besten am Parkplatz direkt an den Rheinterrassen (Joseph-Beuys-Ufer) ab. Ihr parkt relativ günstig mit Blick auf den Rhein und Campervans sind btw auch erlaubt. Von dort aus seht ihr schon die Altstadt und könnt die 3 km bis zum Medienhafen immer an der hübschen Rheinuferpromenade entlanglaufen. Bei schönem Wetter kann man sich mit einem kühlen Getränk auf die Spanische Treppe setzen, einen Sprizz in den Kasematten trinken und Düsseldorfs Schickeria beäugen oder entspannt auf den Rheinwiesen sitzen und den fantastischen Sonnenuntergang genießen.

Direkt am Medienhafen liegt der Paradiesstrand, von dem man einen tollen Blick auf den Rheinturm, die Kniebrücke und die Altstadt hat. Und auch auf der anderen Rheinuferseite in Oberkassel, Niederkassel und Lörick, kann man seine Decke ausbreiten. Natürlich hat der Rhein auch außerhalb der Stadt überall Strandabschnitte, an denen man grillen und chillen kann. Meine liebsten Ecken liegen allerdings schon in meiner Hood, auf halber Strecke gen Köln ;).

Aber Achtung: Schwimmen ist im Rhein aufgrund seiner krassen Strömung und den vielen Containerschiffen lebensgefährlich! Weiter als bis zu den Knien sollte man niemals ins Wasser gehen. Schon gar nicht Kinder. Jedes Jahr ertrinken zig unvorsichtige Menschen im Rhein. 

#2 Ja, sind wir im Wald hier….

…. wo bleibt unser Altbier? Wer kennt ihn nicht, den Tote Hosen-Song von 1986, der die längste Theke der Welt beschreibt? Die gibt es btw gar nicht, also sucht gar nicht erst. Die längste Theke wäre es nur, wenn man die Tresen von den über 250 Kneipen aneinander stellen würde. Die Ratinger Straße in der Altstadt, ist eine der ältesten Straßen der Stadt und (gerade nach Feierabend) the place to be. Dann steht gefühlt halb Düsseldorf vor den Kneipen herum, trinkt Altbier und quatscht. Meine Düsseldorfer Freunde landen früher oder später eigentlich immer in der Füchschen Brauerei. Unpraktisch für mich, da ich gar kein Altbier trinke und die Köbesse wenig tolerant sind, wenn es um den Verzehr anderer Getränke geht ;).

Kleiner Touristen-Tipp: Fragt never ever nach einem Kölsch! Nicht mal im Scherz. Und legt immer einen Bierdeckel auf euer Glas, wenn ihr genug habt. Sonst bekommt ihr ungefragt Altbier, bis ihr umfallt.

#3 Der Carlsplatz

Natürlich kann man in der Altstadt auch hervorragend shoppen, denn es gibt unzählige Geschäfte. Ich mag die kleinen individuellen Shops, rund um den Carlsplatz am Liebsten. Dort gibt es auch ein paar nette Cafés, wie z.B. Laura’s Deli, das Cøffe oder Copenhagen Coffee Lab und vom PureCoffee by KaffeeReich zieht ein himmlischer Duft nach gerösteten Bohnen, über den ganzen Platz. Auch die überdachte Markthalle mit ihren tollen Obst-, Gemüse- und Blumenständen sind einen Besuch wert. Anschließend müsst ihr unbedingt ein Eis im Yomaro essen. Für mich das Beste Frozen Yoghurt der Welt und ich habe schon so einige durchprobiert.

#4 Der MedienHafen

Ein weiteres Highlight ist der Düsseldorfer MedienHafen, der nicht nur für Architekturfreaks ein Must-See ist. Mit dem dreiteiligen Gebäudeensemble Neuer Zollhof hat Stararchitekt Frank O. Gehry 1999 ein echtes Düsseldorfer Wahrzeichen geschaffen. In meiner Kindheit war der Düsseldorfer Hafen noch ein echtes Arbeiterviertel, dass man in der Regel nicht aufgesucht hat. Heute ist es eins der Szene-Viertel von Düsseldorf, in dem es neben vielen Büros auch Cafés und IN-Gastronomie gibt. Von der Sky Lounge Bar „The View“ hat man einen großartigen Ausblick auf die Stadt und den Rhein.

#5 Die Trendviertel

Oberkassel liegt quasi auf der Düsseldorfer „Schäl Sick“ (rheinisch für falsche Seite), von der Altstadt aus kommt man aber ziemlich schnell über die Oberkasseler Brücke dorthin. Wohnen ist in Düsseldorf grundsätzlich hochpreisig, aber Oberkassel gehört mit zu den teuersten Stadtteilen und ist, wegen seiner wunderschönen Altbau-Kulisse, sehr begehrt. Kaum zu glauben, dass ich dort vor 20 Jahren mal zum Normalo-Preis gewohnt habe. Es gibt viele nettes Shops, Cafés und Restaurants und jedes Jahr findet im Juli, an den Rheinauen die größte Kirmes am Rhein statt. Ein Riesenevent und fast ein bißchen vergleichbar mit dem Oktoberfest in München. Dann verkehrt auch die Kirmesfähre von der Altstadt rüber zur Kirmes.

Düsseldorf hat viele weitere nette Stadtteile, durch die man sich einfach mal treiben lassen sollte, wie z.B. rund um die Nordstraße in Derendorf, die Lorettostraße in Unterbilk oder die Ackerstraße in Flingern. Ich entdecke immer wieder gerne mal neue Stadtteile, denn es fühlt sich mitunter an, wie ein kleiner Urlaub.

#6 The Kö

Die Welt der KÖnigsallee ist jetzt nicht so mein Ding, denn hier passt das Wort schickimicki wie die Faust aufs Auge. Pelzmäntelchen, Porsche und Schlauchbootlippen sind Programm. Neben den vielen Nobelstores von Armani, Gucci und Co., gibt es jedoch auch große Ketten wie Globetrotter, Zara Home etc. und tolle Shoppingmalls wie das Sevens oder die Schadow Arkaden. Außerdem gehört die Kö, wie auch die Altstadt, einfach zu Düsseldorf und man sollte sie schlichtweg mal gesehen haben.

Zudem erwächst hier seit ein paar Jahren mit dem Kö-Bogen eine der Architektur Attraktionen der Stadt. Dafür müssen auf der gut besuchten Einkaufsmeile Schadowstraße zwar ein paar alte Gebäude weichen, aber ich finde das Ingenhoven-Tal, mit seinen schwebenden Mini-Gärten, kann sich sehen lassen. Direkt daneben liegt die grüne Lunge der Innenstadt, der Hofgarten. Und wenn man an einem warmen Sommertag durch den kühlen Park spaziert, während über einem Schwärme von Halsbandsittichen kreischen, wähnt man sich glatt in Sydney.

#7 Die Stadtspiel Schnitzeljagd

Wer Düsseldorf mit seinen Kindern ganz relaxt entdecken möchte, dem kann ich die Stadtspiel Schnitzeljagd sehr ans Herz legen. In der Regel gehe ich nur selten mit meinen Kindern in die Stadt, weil wenig erquickend. Wenn man das Ganze jedoch zu einem spannenden Happening macht, sieht die Lage schon anders aus. Die Schnitzeljagden gibt es bereits in vielen Städten in Deutschland, in Düsseldorf ist sie jedoch noch brandneu. Wir haben uns daher im Mai aufgemacht, die City mal auf diesem Wege zu erkunden. Allerdings war uns das Wetter so gar nicht hold und wir mußten wegen Sturm und Regen abbrechen. Das Gute ist jedoch, dass man die Schnitzeljagd zu jedem Zeitpunkt unterbrechen und ein anderes Mal weitermachen kann.

Man bestellt die Düsseldorf Schnitzeljagd einfach online und bekommt sie in einer hochwertigen Metallbox nach Hause geliefert. Sie eignet sich also auch super als Geschenk. Großartig vorbereiten muß man nichts. Startpunkt ist der Düsseldorfer Hauptbahnhof, wo es auch schon direkt das erste Rätsel zu lösen gibt. Hat man dieses entknobelt, muß man einen der durchnummerierten 10 Umschläge öffnen und wird zum nächsten Punkt geführt.

Vom Hauptbahnhof geht es so ins Japanische Viertel, weiter zum Kö-Bogen und zur Königsallee. Anschließend geht die Jagd durch die Altstadt, zur Rheinpromenade und bis zum Medienhafen. Ganz ohne Stadtplan und ohne Termindruck kann man so die schönsten Ecken der Stadt erkunden und erfährt dabei auch noch spielerisch, was hinter so manch einer Stadtgeschichte steckt. Auch für mich war noch das ein oder andere Aha-Erlebnis dabei, wie z.B. die Geschichte des berühmten Schneider Wibbel. Die ganze Schnitzeljagd dauert etwa 3 bis 4 Stunden und ist ca. 6 km lang. Man kann die Tour zu Zweit oder mit einer größeren Gruppe machen, braucht keine Terminvereinbarung und so lange verweilen, wie man möchte.

#8 Die Kunstszene

Wer auf Kunst steht, wird in Düsseldorf auf jeden Fall sein Glück finden. Es gibt eine große Kunstszene, die hauptsächlich durch die  Kunstakademie entstanden ist, an der schon Joseph Beuys Professor war. In den 50er Jahren kreierten Künstler wie Beuys, Heinz Mack oder Gerhard Richter hier die German Pop Art und verbreiteten sie von Düsseldorf aus nach Frankfurt, West-Berlin und in die ganze Welt. Meinem künstlerisch interessierten und begabten Mann, geht da direkt das Herz auf. Ich muss gestehen, dass ich dbzgl. etwas banausig bin und daher auch noch nicht soviel gesehen habe. Aber begehbare Installationen wie z.B. die Orbit Ausstellung im K21 Ständehaus finde auch ich ganz großartig.

#9 Little Tokyo

Da in Düsseldorf ca. 8.400 Japaner:innen leben, bilden diese die einzige Japantown Deutschlands. Obwohl die Japaner:innen nur eine kleine Bevölkerungsgruppe in der Stadt bilden, prägen sie doch auch das Stadtbild. Auf der Immermannstraße in der Nähe des Hauptbahnhofs reihen sich einige japanische Shops und authentische Restaurants aneinander und bilden somit das „japanische Viertel“.  Ich mag diese Ecke ja sehr, daher haben wir vor Kurzem auch direkt 24 Stunden in Little Tokyo verbracht. Neben japanisch kann man auch sehr gut Burger im WhatsBeef essen gehen. Die Shakes dort sind gigantomanisch und fast schon eine Hauptmahlzeit. Ich sag nur Nutella-Donut. Ein Must-Do mit Kindern und Teenies.



Booking.com

#10 Streetart

Düsseldorf kann tatsächlich auch schrabbelig, sozialkritisch und alternativ. Die Kiefernstraße im Stadtteil Flingern war in den 80er Jahren für ihre linke Hausbesetzerszene bekannt und wurde z.T. sogar mit der RAF in Beziehung gebracht. Viele Jahre war das Viertel ein sozialer Brennpunkt, in das man im Dunkeln besser keinen Fuß setzte. Nach einer umfassenden Sanierung der Häuser und Umstrukturierung Anfang der 2000er Jahre, hat sich die Kiefernstraße jedoch zum Positiven verändert und heute leben die Menschen in regulären Mietverhältnissen.

Herausgekommen ist ein multikulturelles Viertel, dass das krasse Pendant zur schnieken Kö darstellt. Sämtliche Hauswände sind mit z.T. sozialkritischer Streetart verziert und geben der Kiefernstraße ein ganz eigenes Flair. Aus Respekt vor den Anwohnern, sollte der Insta-Tourismus in Gruppen jedoch vermieden werden. Einzelne Besucher sind aber kein Problem.

#11 Grüne Ecken

Grüne Ecken sind in Düsseldorf eigentlich nie weit entfernt. Ob man sich nun an die Rheinauen setzt oder durch den weitläufigen Grafenberger Wald spaziert, in dem es auch ein großes Tiergehege mit Rehen, Wildschweinen und Mufflons gibt. Auch der Volksgarten mit seinen Wasserspielplätzen, ist eine Oase in der Stadt. Im Sommer machen wir immer ein großes Picknick / BBQ mit türkischen Freunden und ner Horde Kindern unter den schattigen Bäumen. Am Besten holt jemand noch eine Runde Eis beim Unbehaun, Düsseldorfs ältester und wohl beliebtester Eisdiele. Für mich das beste Eis der Welt, ich kenne es aber auch schon von Kindesbeinen an.

Toll ist auch der Botanische Garten an der Uni, das EKŌ-Haus, der Japanische Garten im Nordpark, der Unterbacher See und das Naturschutzgebiet Urdenbacher Kämpe, ganz im Süden von Düsseldorf.

Für mich ist Düsseldorf eine gemütliche Großstadt, mit dörflichem Charakter und rheinischem Herz. Wer die Stadt nur mit Kö-Schicki-Micki verbindet, kennt sie de fakto nicht richtig. Denn sie ist auch grün und urban, hat alternative Ecken und ein paar liebenswert schrullige Eigenheiten. Seid ihr schon mal in Düsseldorf gewesen? Wenn nicht, wird es höchste Zeit!

Dieser Beitrag enthält Werbung und Links im Rahmen eines Affiliate-Programms. Alle Links wurden von mir mit Sorgfalt ausgewählt und wie immer empfehle ich nur Produkte, die ich auch selber benutze und/ oder kaufen würde. Falls Ihr etwas über diese Links kauft, unterstützt Ihr mich mit einer kleinen Provision.

 

You Might Also Like

No Comments

Leave a Reply

Wichtiger Hinweis, bevor Du einen Kommentar abschicken kannst:

Wenn Du einen Kommentar abschickst, erklärst Du Dich mit der Speicherung des oben angegebenen Namens und der E-Mailadresse durch diese Website einverstanden. In meiner Datenschutzerklärung erfährst Du mehr dazu.