Menorca mit Kindern

Karibikstrände, Indiana Jones-Feeling und Piratennester

Wenn man an die Balearen denkt, dann meist zuerst an Mallorca oder Ibiza. Formentera oder Menorca scheinen dagegen eher die Ziele für den zweiten oder dritten Blick zu sein. Dabei sind diese Inseln nicht minder schön oder haben gar weniger zu bieten. Alles in allem sind sie jedoch die ruhigeren Ziele, denn Remmi-Demmi und Bettenburgen muß man dort eher suchen. Genau mein Fall und daher war ich auch ziemlich happy, als ich im Zuge unseres Aufenthaltes im Royal Son Bou die wunderschöne Insel Menorca erkunden durfte.

Mein Highlight – die Cova d’en Xoroi

Meine spanische Freundin Isabel, die uns mit ihrem 8jährigen Sohn begleitete und auf Mallorca lebt, klärte mich erstmal auf: „Menorca ist so wie Mallorca vor 30 Jahren!“ Nun so ganz kann ich das nicht bestätigen, denn ich bezweifle, daß es auf Mallorca in den 80er Jahren schon coole Shops und Hipster-Bars gab, aber ich weiß was sie meint. Menorca ist unaufgeregt und easy-going. Eine Hauptstraße die von Ost nach West führt, wenig bis gar kein Stau und eine sehr relaxte Atmosphäre, die hauptsächlich Familien und wanderbegeisterte Menschen anzuziehen scheint.

Statt diese Ruhe zu genießen, haben wir (wie immer) die Insel in 3 Tagen von rechts auf links gedreht und ein paar Highlights abgeklappert, die ich Euch natürlich nicht vorenthalten möchte.

Der geheimnisvolle Steinbruch von Lithica

Unser erster Stop war der 200 Jahre alte, stillgelegte Steinbruch Lithica im Westen der Insel. An dem Tag waren wir dort so ziemlich die einzigen Touristen, die durch die bizarre von Menschenhand erschaffene Landschaft liefen. Dabei fühlten wir uns fast ein bißchen wie Indiana Jones fühlten, der eine längst vergessene Tempellandschaft entdeckt. Auch die Jungs waren total aus dem Häuschen und wir bekamen sie kaum aus dem verrückten Labyrinth heraus. Die Gärten und Schluchten von Lithica fanden wir fast ein bißchen magisch und es ist sicher ein Highlight, dort mal ein Konzert zu besuchen. Die Akkustik ist bestimmt sensationell. Der Eintritt in Lithica kostet für Erwachsene 5 €, Kinder unter 10 Jahren sind frei.

Traditionsreiche Ortschaften

Menorca hat zwei große Orte, die Hautpstadt Mahon ganz im Osten und das Pendant Ciutadella, ganz im Westen der Insel. In beiden Städten geht es im Mai recht ruhig zu und man hat eine große Auswahl an hübschen Cafes, Restaurants und Shops. Hier kann man auch entspannt mit Kindern durch die Gassen bummeln, einen Cafe con Leche trinken, ein Eis schlecken und ein bisschen inseltypischen Schnick Schnack wie Gin, Käse oder Schuhe kaufen.

Auch das winzige Örtchen Binibeca Vella, welches durch seine verwinkelten engen Gässchen und schneeweißen Häuschen an ein Piratennest erinnert, ist bezaubernd.

Traumstrände wie Sand am Meer

Meine Freundin Isabel muß es wissen, denn sie ist schon mal den Cami de Cavalls, entlang der menorquinischen Küste gewandert. Menorca hat Traumstrände wie Sand am Meer. Viele Buchten sind jedoch nicht immer leicht zu erreichen. Ein Nachteil, der zugleich auch ein Vorteil ist. Denn wer mag schon völlig überfüllte Strände? Wir waren an der Cala de Turqueta und an der Cala Macarella. Für beide Strände muß man vom Parkplatz aus bis zu 30 Minuten Fußweg einplanen. Das ist mit kleinen Kindern und all dem üblichen Strandkram gerade im Hochsommer sicher kein Vergnügen. Dafür wird man dann aber auch mit Karibikflair belohnt und geblendet vom Weiß des Sandes und Türkis des Wassers.

Wie wunderschön die Küste Menorcas ist, kann man im Übrigen ganz schnell beim Blick aus dem Flugzeugfenster erahnen. Wer braucht da noch die Karibik?

Atmosphärisches Feeling in der einzigen Höhlen-Disco der Welt

Tatsächlich kann Menorca auch Party- und Clubfeeling und ich glaube die Cova d’en Xoroi ist eine der coolsten Bars, in denen ich je war.  Die Höhlendisco liegt in einer absolut spektakulären Lage direkt in der Steilwand bei Cala`n Porter und der Ausblick ist wirklich Hammer!! Man kann sie auch prima mit Kindern tagsüber besuchen, auch wenn der Sonnenuntergang sicher spektakulär ist. Der Eintritt von 9 € für Erwachsene und 5 € für Kinder ist gut investiert, denn er beinhaltet auch ein alkoholisches Getränk.

Während wir Mädels unseren Prosecco bei chilliger Musik und gigantischer Aussicht genossen, entdecken unsere Jungs die spannende Höhlendisco und „retteten“ nebenbei noch einen Babyvogel, der aus einem Nest gefallen war. Da hätten sich die Eltern des Kleinen aber auch einen ruhigeren Brutplatz aussuchen können. Beim Verlassen der Disco drückten wir der verdutzten Kellnerin das Vögelchen, eingewickelt in ein Taschentuch, in die Hand, mit der Bitte sich ihm seiner anzunehmen.

Höhlen und Piratennester

Überhaupt gibt es auf ganz Menorca eine Reihe natürlicher Höhlen, die auch scheinbar gerne noch als Wohn- oder Lagerraum genutzt werden. Einige davon befinden sich auch unter Wasser, die sicher für Taucher interessant sind. Wir haben ein paar kleinere Höhlen entdeckt, eine der Größten, die Cova d‘es Coloms, jedoch leider verpasst.

Chillen im Familienresort Royal Son Bou

Am Ende unserer abwechslungsreichen Tage kamen wir in unser Familienresort am Strand von Son Bou zurück, erfrischten uns im großen Pool und die Jungs spielten noch eine Runde Fußball im Kids-Club. „I`m in paradise“, sagte der Sohn meiner Freundin, als er auch noch den Marshmallow-Schokoladenbrunnen am abendlichen Buffet entdeckte. Die Kinder waren happy und wir Mütter ergo ziemlich entspannt. Mehr zu unserem Aufenthalt im Royal Son Bou lest Ihr hier.

Habt Ihr noch schöne Tipps für Menorca? Eine tolle Unterkunft, coole Bar oder einen malerischen Strand? Dann bitte unbedingt her damit.

Offenlegung: Wir wurden vom Royal Son Bou zu dieser Reise eingeladen. Meine Meinung bleibt davon wie immer unangetastet.

4 Kommentare

  1. Wow, so schöne Strände hätte ich auf Menorca nicht vermutet! Auch die Höhlendisco ist ja total cool und erst der Ausblick!
    Ich glaube Menorca werde ich mir mal merken…

  2. Ich hätte niemals damit gerechnet, dass es dort so schön ist. Durch den Beitrag von dir habe ich auf jeden Fall um einiges mehr Lust dort hinzufahren.

    Vielen dank 🙂

    Cheers

  3. Anita sagt

    Hallo Nadine,
    wir waren damals im archäologischen Fundgebiet Torre d`en Gaumes, das fanden wir richtig toll. Schön war es auch am Cap de Cavalleria, das ist der nördlichste Punkt Menorcas und der gesamten Balearen.

    • Nadine sagt

      Setze ich mir fürs nächste Mal auf meine Liste. Lieben Dank für die Tipps. 🙂

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