Småland mit Kindern

Ein Sommer wie aus dem Bilderbuch

Es gibt Länder, aus denen kommt man gefühlt als anderer Mensch zurück. Ok, eigentlich geht mir das mit fast jedem Land so, aber manche Orte berühren halt doch ein bisschen mehr als andere. Vielleicht liegt es ja an unseren norwegischen Wurzeln, daß das mit dem Småland und uns direkt eine ganz ganz große Liebe war. Vielleicht aber auch nur, weil der nordische Lifestyle sowieso einfach unserem Lebensgefühl entspricht. Komme ich in nördliche Gefilde, geht halt immer mein Herz auf und es fühlt sich sofort wie „nach Hause kommen“ an. Wir träumen ab jetzt jedenfalls von einem Sommerhaus in Småland.

Quer durch die Schärenwelt von Västervik

#1 In Småland ticken die Uhren definitiv anders, als im hektischen lauten Deutschland. Es ist ruhig, fast schon unheimlich leise. Die ersten Tage war die Stille so allgegenwärtig, daß ich immerzu hinhören musste. Nur der Wind in den Bäumen und ein paar Vögel. Sonst nichts. Balsam für unsere dauerbeschallten Ohren. Die Leute haben Zeit. Hektik und Eile sucht man irgendwie vergebens. Stau bedeutet, man hat mal 2 Autos vor sich und viel schneller als 120 km/h fährt sowieso niemand. Oh, wie sehr habe ich das genossen. Deutsche Autobahnen empfinde ich schon seit Langem als eine Zumutung. Raser und Drängler, die mit 180 Sachen in ihren dicken SUV´s einen auf Straßenrowdy machen und das Leben anderer Menschen gefährden.

Ferien aus Saltkrokran? Nein, auf Hasselö.

#2 In Småland ist irgendwie fast alles zuckersüß und hübsch. Tiefe Wälder, Felder, Kühe, Pferde, Seen mit Bötchen und Steg und überall verstreut diese entzückenden roten Holzhäuschen. Eine absolute Bilderbuchlandschaft. Alles sieht aus wie in Bullerbü, in Lönneberga oder wie bei Pippi Langstrumpf. Und es fühlt sich auch genauso an. In Schweden heisst der Ort im Übrigen Bullerbyn und wir waren dort. Er ist winzig, aber Idylle hoch 10.

Die Hibbels in Bullerbyn

#3 Småland ist groß, ziemlich groß. Irgendwie war mir das vorher nicht bewusst, ich hatte mir „smål“ irgendwie klein und niedlich vorgestellt. In Småland liegt jedoch nichts einfach nur um die Ecke. Nicht mal die Nachbarn. Wir haben inkl. unserer Anreise 3000 km in einer Woche abgerissen. Für Ausflugsziele, die 115 km entfernt liegen, muß man mind. 2 Stunden Anfahrt einkalkulieren. Es gibt halt keine Autobahnen und man fährt stundenlang durch Wälder und Wiesen. Es gibt einige Ausflugsziele, aber die sind quer über die ganze Region verteilt. Småland ist also nicht unbedingt ein Reiseziel für Menschen, die jeden Tag megaaktiv sein wollen, sondern eher für Naturliebhaber und Ruhesuchende. Meine Ausflugstipps gibts natürlich trotzdem demnächst, denn ich bin ja nicht umsonst 3000 km durch die Lande gefahren ;).

Bird Eye´s View – Smålands Wälder

#4 Småland ist im Juni ein Traum. Alles grünt und blüht und die Tage sind endlos. Zwischen dem 20. und 26. Juni wird in Schweden Midsommar gefeiert. Wir waren etwas zu früh da und haben es daher leider verpasst, aber dafür in einer großen Familienreiseblogger-Runde mit Kind und Kegel vorab ein eigenes Midsommar gefeiert. Und das war so schön, daß ich das jetzt bitte einmal im Jahr machen möchte. Mindestens ;). Wir waren ca. 20 Leute und haben bei allerschönstem Wetter gegrillt, getrunken und gequatscht. Wir sind zwischendurch spazieren gegangen, haben Zimtschnecken gebacken und nen selbstgeangelten Fisch geräuchert, waren mit dem Ruderboot auf dem See und am späten Abend noch schwimmen. Die Kinder im Alter von 3 bis 13 Jahren hingen in Gruppen auf der Wiese herum, spielten fangen, quatschten oder hüpften auf dem Trampolin herum. Ein wahrer Sommernachtstraum.

Lauschige Midsommar-Abende mit unseren Familienreiseblogger-Kollegas

#5 Das Wetter ist in Småland ziemlich wechselhaft. Morgens Sonne, abends Regen, dazwischen Sturm, Gewitter und dann fast schon wieder sowas wie Hitze. Egal wo wir hingefahren sind…. wir hatten immer unsere Regenjacken griffbereit. Ein spontaner Regenschauer ist immer möglich, selbst wenn kurz zuvor noch die Sonne vom Himmel lacht.

Unsere neuen Kinder-Outdoorschuhe von Keen* hat dieses Wetter ganz schön an seine Belastungsgrenzen getrieben. Der Kleine hat die robusten Oakridge Waterproof Hiking-Boots. Sie haben eine abriebfeste Gummi-Laufsohle und einen gepolsterten Innenrand, der die Schuhe sehr gemütlich macht. Das Fußbett, das sich an den Fuß anpasst ist, wie immer bei Keen, herausnehmbar und durch den verstellbaren Klettverschluss, ist man schnell hereingeschlüpft.
Das Obermaterial ist aus Leder und Textilien und hat eine wasserdichte, atmungsaktive Membran. Der Schuhe hält einen kurzen Sprung in eine Pfütze oder starken Regen locker aus. Die Füße bleiben schön trocken. Sobald die Sonne aber auch nur ein bisschen herauskommt, wird es schnell zu warm und die Füßchen werden schwitzig. Wir werden ihn daher wohl eher als Übergangsschuh für den Herbst oder kalte Sommertage nutzen.

links der Versavent, rechts der Oakridge Boot von Keen

Der Große hatte dagegen den Versavent Wanderschuh, der sich auch super für die Nutzung im Alltag eignet und ein optimaler Sommerschuh ist. Er ist leicht und atmungsaktiv und hat elastische Schnürsenkel. Auch der Versavent hat eine abriebfeste Gummi-Laufsohle, sowie ein herausnehmbares Fußbett, das sich an den Fuß anpasst. Das Obermaterial ist bei diesem Schuh aus Synthetik und Meshgewebe und daher auch gut für warme Sommertage geeignet. Allerdings hält der Schuh keinem Regenguß stand und der Sohnemann hatte des Öfteren nasse Füße.

#6 Ich fand Schweden, im Gegensatz zu den skandinavischen Nachbarländern, erstaunlich günstig. Die Preise von Benzin oder Lebensmitteln im Supermarkt sind in etwa wie bei uns und ein Sixpack Tuborg kostet auch nur 5 €. Alkoholische Getränke beinhalten jedoch weniger Alkohol als bei uns. Für mich ist das jedoch eh kein großes Thema. Die großen Supermärkte sind in der Regel bis 22 Uhr geöffnet, haben z.T. auch sonntags auf und die Auswahl ist wirklich riesig. Sowas muß man bei uns in ländlichen Gefilden erstmal finden.

#7 Die Sonne geht im Juni im Übrigen schon irgendwann unter. Allerdings ist diese Untergangsphase sehr lang und vor Mitternacht wird es eigentlich gar nicht wirklich dunkel. Und ab 3 Uhr morgens wird es auch schon wieder hell. Man schläft naturgemäß also recht wenig in dieser Zeit. Man muß aber auch jede Sekunde von diesem Bilderbuch-Sommer in Småland genießen.

Was man in Schweden so ab 22 Uhr noch macht….

Weitere Berichte zu Småland könnt Ihr in nächster Zeit auch bei meinen Familienreiseblogger-Kollegas Antje von Meehr-Erleben, Christina von MrsBerry, Julia von Jäger des verlorenen Schmatzes, Jenny von Weltwunderer und Gela von Unterwegs mit Kind lesen. Und unser Schweden-Korrespondent Hartmut von 58 Grad Nord ist eh immer vor Ort, der lebt nämlich in Linköping.

*sponsored by Keen

10 Kommentare

  1. Wunderschöne Bilder hast Du da wieder mitgebracht, Idylle pur. Und Punkt 1 bis 7 unterschreibe ich sofort. Freut mich riesig, dass es Euch allen so gut gefallen hat. Da komme ich glatt ins Grübeln, dieses Jahr, das dritte Mal nach Schweden zu fahren.
    Hej hej und liebe Grüße, Ines
    PS: Und so ganz bescheiden sei erwähnt, ich hätte zu Småland auch noch was beizusteuern. 😉

    • Nadine sagt

      Danke schön, liebe Ines. Für mich war es ja jetzt lustigerweise auch das zweite Mal in 6 Monaten. Das letzte Mal im Dezember, als es wie verrückt geschneit hat. Gegen ein drittes Mal hätte ich auch nichts einzuwenden. LG, Nadine

  2. Liebe Nadine,
    beim Lesen deines Posts wusste ich direkt wovon du sprichst. Selbst nach drei Tagen auf Texel fühle ich mich verändert, das ist ja das Schöne am Reisen. Aber, da gibt es diese Länder oder Regionen, die das Herz berühren. Ein fast unbeschreibliches Gefühl!

    Ich möchte schon sehr lange mal nach Smaland und deine Bilder und Worte sind so schön. Ich liebe diese Ruhe, die einem bewusst macht, wie sehr man im Alltag beschallt wird und sich auch selber beschallt.

    viele Grüße
    Berit

    PS: Was nerven mich diese dummen Autoprolls. Zeiten, in denen ein dickes, schnelles Auto für einen großen Penis oder Macht steht sind sowas von vorbei!

    • Nadine sagt

      Aaaaw! Vielen Dank, liebe Berit! Ja, es gibt diese Reisen, nach denen man anschließend am Liebsten sein Leben umkrempeln würde. In Skandinavien wird mir immer ganz doll bewusst wie hecktisch, laut, chaotisch und fremdbestimmt unser Leben eigentlich ist. Und dann würde ich am Liebsten auf eine kleine Farm ziehen und ein Selbstversorger-Leben führen. Aber wer weiß, wie ich das nach einem harten, langen Winter sehen würde ;). Und DANKE….. diese Autoprolls machen mich mittlerweile richtig wütend. Das ist so ein krass deutsches Phänomen, daß die Leute meinen, sie wären ein harter Hund wenn sie einen mit ihren Monsterautos von der Straße drängeln. Je dicker die Karre, desto schlimmer der Fahrer. Und Frauen sind da nicht besser als Männer. Totale Selbstüberschätzung. Ich bin schon in sehr vielen Ländern auf der Welt Auto gefahren, aber Deutschland gehört in der Hinsicht mit zu den Ätzendsten.
      GlG, Nadine

  3. Dodo sagt

    So, liebe Nadine, du hast es wieder geschafft. Nun hab‘ ich ‚Schwedenweh‘! Die Idylle, die du so schön beschreibst, hört sich nach einem ‚Da-will-ich-unbedingt-hin‘-Pätzchen an. Ich hab‘ mal gehört, es ist wg. der Mücken tatsächlich gut, zu Beginn des Sommers nach Schweden zu fahren. Weißt du, ob das wirklich so ist?

    • Nadine sagt

      So soll es sein, liebe Dodo. 🙂 Also ich fand das im Juni jetzt noch nicht so wild mit den Mücken. Allerdings war unser Haus auch auf einem Berg und der See Luftlinie 300 Meter entfernt. Wenn Du Dich in sumpfigen, waldigen Gebieten aufhältst wie z.B. im Nationalpark Store Mosse sieht die Lage dann schon wieder anders aus. Schlimmer sind fast noch die Knotts, so ne Art Stechfliege. Die jucken wie Hölle und schwirren einem besonders nach Regen wie verrückt um den Kopf. Mein kleiner Sohn wird immer ganz besonders schlimm gepiesackt. Den lieben die Viecher und er reagiert da auch noch leicht allergisch drauf. Aber wie gesagt, im Juni hält sich das noch in Grenzen. GlG, Nadine

  4. Oh, ich freu mich so! Das sieht alles ganz wunderschön aus und nach deinem Bericht könnt ich gleich ins Auto hüpfen und ab nach Norden. Wir wollen ja im August für drei Wochen nach Schweden und ich hoffe sehr, dass das auch klappt. Bis dahin lese ich alle eure Beiträge von dieser offenbar tollen Smalanf-Woche 🙂 LG Stefanie

    • Nadine sagt

      Da könnt Ihr Euch auch echt drauf freuen, liebe Stefanie. Ich fand es bezaubernd. GlG, Nadine

  5. Ach, seufz, die Woche war viel zu schnell vorbei. Auch wenn sie sich dank des gemächlichen Tempos, das du ja oben so treffend beschrieben hast, und unserer vielen Aktivitäten eigentlich länger angefühlt hat. Aber eben trotzdem noch zu kurz. Wir kommen bestimmt auch wieder!

  6. Es war ganz wunderbar und Midsommar feiern sollten wir jedes Jahr machen. Wir hängen dieser schönen Zeit auch noch ganz doll hinterher. Irgendwie hat sich Schweden um vieles mehr in mein Herz eingebrannt, als andere Länder bisher.

    Liebe Grüße
    Christina

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