Gesundheit daheim und auf Reisen
Zecken. Die unterschätzte Gefahr vor der Haustür.

31. Mai 2016

[Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Pfizer.]

Wenn wir nicht reisen, sind wir mit den Jungs gerne in der Natur. So ein Spaziergang durch den Wald holt uns alle immer runter vom stressigen Alltag. Sowieso bin ich der Meinung, dass Kinder raus an die frische Luft gehören und durchs Unterholz streifen müssen, um kleine Abenteuer zu erleben. In letzter Zeit bringen wir von unseren Outdoor-Erlebnissen jedoch immer öfter kleine unangenehme Andenken mit nach Hause: Zecken.

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Letzten Sommer waren wir z.B. bei Freunden in Würzburg zu Besuch, die einen riesigen Garten haben. Unsere Kinder waren den ganzen Tag unterwegs, hatten aber gefühlt jedes Mal, wenn sie zurückkamen, irgendwo am Körper eine Zecke sitzen. Am Rücken, in der Leiste, an den Beinen etc. Die Viecher machen leider vor keiner Körperstelle halt. Wochenendbilanz: 4 Zecken, pro Kind. Danach hatte ich erstmal ein paar schlaflose Nächte, denn Würzburg gehört zu den FSME-Risikogebieten in Deutschland.

Unser letztes – äußerst fieses – Zeckenerlebnis ist erst ein paar Tage her. Unser 9jähriger Sohn hatte sich irgendwo im Gebüsch eine Zecke eingefangen. Am Augenlid! Wenn man eine Zecke entfernen will, heißt es allerhöchste Präzision im Umgang mit der Pinzette. Da ich mich nicht getraut habe, die Zecke selber zu entfernen, bin ich mit meinem Sohn zum Arzt gefahren. Danach sollten wir die gestochene Stelle ein paar Wochen beobachten, denn Zecken können ernsthafte Krankheitserreger wie z.B. Borreliose-Bakterien oder das FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) Virus übertragen.

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Lebensbedrohliche Erkrankungen kann man sich also nicht nur im Ausland einfangen, sondern auch gleich vor der Haustür.

Die Welt der Zecken:

Zecken gehören zu den Milben, sind weltweit verbreitet und derzeit sind ca. 900 verschiedene Arten bekannt. Sie werden bei Temperaturen ab 7 Grad aktiv, unabhängig von der Jahreszeit. In unseren Breitengraden ist ihre aktivste Zeit daher Februar bis Oktober. Sie lauern auf Grashalmen, in Büschen und im Unterholz. In Gärten, Parks und im Wald. Und fallen entgegen landläufiger Meinung nicht vom Baum, sondern halten sich in einer Höhe von maximal 1,5 Metern auf. Man kann sich also nur relativ schlecht vor den zunächst winzigen Tierchen schützen. Haben sie erstmal ein Opfer gefunden, ritzen sie mit ihrem Stechrüssel, der auch Zähne aufweist, die Haut ein und saugen das Blut auf. Den Stich bemerkt man im Übrigen gar nicht. Eine vollgesaugte Zecke kann bis zu 200mal mehr wiegen als eine hungrige. Ehrlich gesagt, ekel ich mich allein bei der Vorstellung schon fast zu Tode.

Infos zu FSME:

FSME ist eine Erkrankung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems. Nach zunächst grippeähnlichen Symptomen kommt es bei rund 50 Prozent der Betroffenen zu einer Entzündung der Hirnhaut, bei ca. 40 Prozent zusätzlich zur Entzündung des Gehirns. Einige tragen schwere gesundheitliche Folgen mit dauerhaften Lähmungen, Schluck- und Sprechstörungen oder Atemschwäche davon.

FSME ist nicht ursächlich behandelbar, kann schwere gesundheitliche Folgen haben und sogar lebensgefährlich sein. Braucht also kein Mensch. Borreliose hingegen kann mit Antibiotika therapiert werden.

Auch wenn Zecken überall in Deutschland lauern, gibt es sogenannte FSME-Risikogebiete wie beispielsweise weite Teile Baden-Württembergs, Bayerns, Südhessens und das südöstliche Thüringen, in denen die Gefahr der Übertragung von FSME am höchsten ist. In diesen Bundesländern ist eine Impfung aus meiner Sicht Pflicht. Nordrhein Westfalen gehört eigentlich nicht zum Risikogebiet, aber gerade wenn man so viel auf Reisen ist wie wir, macht eine Impfung ebenfalls Sinn. Und wer weiß schon, ob sich solche Krankheiten aufgrund klimatischer Veränderungen nicht doch auch weiter ausbreiten. Aber das bleibt hoffentlich nur mein fiktiver Gedanke.

Vorbeugende Maßnahmen:

Eine umfassende Vorsorge ist bei Zecken sehr wichtig. Ich war bisher immer recht sorglos was dieses Thema angeht, aber seitdem sich die Zeckenfälle bei uns von Jahr zu Jahr vermehren, sehe ich das anders. Für uns steht daher in Kürze die erste von drei Impfungen gegen FSME an, auch wenn der beste Zeitpunkt für eine Grundimmunisierung eigentlich der Winter ist. Möglich ist aber auch noch eine Schnellimmunisierung im Frühjahr. Erst drei Jahre nach der Grundimmunisierung ist eine erste Auffrischung nötig,  um einen sicheren Schutz aufrecht zu erhalten.

Zusätzlich werde ich nun immer ein Zecken-Repellent in der Tasche haben oder lange Hosen und geschlossene Schuhe tragen, wenn wir uns in Wald und Wiesen herumtreiben. Da das u.U. nicht ausreicht, auf jeden Fall danach immer den Körper nach Zecken absuchen. Nach den letzten Erlebnissen juckt es mich sowieso nach jedem Spaziergang immer am ganzen Körper und ich sehe statt Leberflecken schon Zecken ;). Für den Fall, dass wieder eine Zecke zugestochen hat, habe ich mir ein Zeckenset im Drogeriemarkt für 3 € gekauft, das u.a. eine spezielle Zeckenzange und Desinfektionsmittel beinhaltet. Da es in einem extra Döschen kommt, kann man es prima mit dem Repellent in den Rucksack werfen.

 Meine Checkliste:

  • je nach Wetterlage lange Kleidung und festes Schuhwerk tragen
  • Socken über die Hose ziehen oder Gummistiefel tragen, um es Zecken so schwer wie möglich zu machen, hochzuklettern
  • Einsprühen mit Repellent
  • Hohes Gras, Gebüsch und Unterholz wenn möglich meiden
  • Gründliches Absuchen der Haut nach Zecken (auch an versteckten Orten wie z.B. hinter den Ohren, in den Haaren etc.)
  • Zeckenset anschaffen (gibt es in jedem Drogeriemarkt)
  • vom Arzt zur FSME-Impfung beraten lassen

So ganz kann man sich natürlich nie vor den kleinen Blutsaugern schützen, aber zumindest fühl ich mich ab jetzt ein bisschen sicherer.

 

 

 

 

 

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14 Comments

  • Reply Nicole 31. Mai 2016 at 21:57

    Danke für den informativen Artikel!!!
    Bisher haben wir noch keine persönlichen Erfahrungen mit den Viechern machen müssen – zum Glück -, daher bin ich bislang auch noch recht fahrlässig, was die Zecken-Prävention angeht. Ich packe mir den Bericht aber mal in meine Bookmarks, damit ich ihn im Fall der Fälle parat habe.
    Liebe Grüße,
    Nicole

    • Reply Nadine 1. Juni 2016 at 12:39

      Liebe Nicole, ich war auch völlig naiv was das Thema Zecken angeht und hatte bis letztes Jahr selber auch noch nie eine. Ich habe aber echt den Eindruck die Viecher vermehren sich immer mehr. Meine Jungs schleppen nun ständig welche an, denn die spielen ja naturgemäß auch in den Büschen und im hohen Gras. Die Meisten sind sicher harmlos. Aber irgendwann ist dann vielleicht doch mal ne Überträger-Zecke dabei. LG/ Nadine

  • Reply flögi 1. Juni 2016 at 12:24

    Uhh. Ich hbe Zeckenangst. Ich habe das Glück, vermutlich mégen sie meinen Körpergeruch nicht, da ich noch nie eine gehabt habe. Deine Abkürzung kannte ich nicht (in Deutschland werden ganz andere Ausdrücke verwendet, ich kannte nur Zecken-Encephalitis), aber nicht nur diese Krankheit ist gefährlich, sondern auch die Borreliose, wogegen, glaube ich, keine Impfung ist (müsste ich aber nachlesen, kann auch falsch sein). Also, auf jeden Fall sind es für mich zu viele, zu gefährliche Impfungen, die städig wiederholen zu lassen, deshalb versuchen wir es lieben mit Authan und ähnliches Zeug, wenn es sein muß…aber Kinder sind ganz anderes Thema, da sie sich ständig im Rasen gerne aufhalten….
    Liebe Grüße

    • Reply Nadine 1. Juni 2016 at 12:44

      Flögi, ich habe zwar keine Angst, finde sie aber auch total eklig. Und gegen Borreliose gibt es keine Impfung. Nur gegen FSME. Da reden wir glaub ich über die gleiche Erkrankung. Und klar, Erwachsene können sich besser vor Zecken schützen als Kinder. Aber ich hatte letztes Jahr eine nachdem ich barfuss durch unseren Garten gelaufen bin. Und der ist echt total Mini. Da frag ich mich echt wie die sich dahin verirren konnte. Liebe Grüße/ Nadine

  • Reply Nadine 1. Juni 2016 at 12:39

    Liebe Nicole, ich war auch völlig naiv was das Thema Zecken angeht und hatte bis letztes Jahr selber auch noch nie eine. Ich habe aber echt den Eindruck die Viecher vermehren sich immer mehr. Meine Jungs schleppen nun ständig welche an, denn die spielen ja naturgemäß auch in den Büschen und im hohen Gras. Die Meisten sind sicher harmlos. Aber irgendwann ist dann vielleicht doch mal ne Überträger-Zecke dabei. LG/ Nadine

  • Reply Nadine 1. Juni 2016 at 12:44

    Flögi, ich habe zwar keine Angst, finde sie aber auch total eklig. Und gegen Borreliose gibt es keine Impfung. Nur gegen FSME. Da reden wir glaub ich über die gleiche Erkrankung. Und klar, Erwachsene können sich besser vor Zecken schützen als Kinder. Aber ich hatte letztes Jahr eine nachdem ich barfuss durch unseren Garten gelaufen bin. Und der ist echt total Mini. Da frag ich mich echt wie die sich dahin verirren konnte. Liebe Grüße/ Nadine

  • Reply Anne 1. Juni 2016 at 16:12

    Es ist total unheimlich, aber nur Mister Ü hatte vor 25 Jahren mal ein Zecke am Rücken. Ansonsten noch niemalnie setzte eine Zecke ihre Krabbelbeinchen über diese Schwelle. Komisch, was? Als wir viel in Bayern waren vor ein paar Jahren, habe ich die Kinder trotzdem impfen lassen. Wir habens zum Glück nicht gebraucht. GlG Anne

    • Reply Dominik Freitag 23. August 2016 at 11:38

      FSME und Borreliose ist NICHT das Gleiche. Sollte man bei Pfizer eigentlich wissen 😉

  • Reply lena 3. Juni 2016 at 8:49

    meine Tochter ist auch ,besonders jetzt im Sommer, viel in unseren Wäldern und Feldern unterwegs und sagt mal einem kleinen Mädchen, es soll sich NUR lange Hosen und geschlossene Schuhe anziehen, da passiert eher wieder das Gegenteil…- 2 Zecken hat sie dieses Jahr bisher schon gehabt. 🙁 Wir machen da auch keine Kompromisse, fackeln nicht lang und gehen sofort zum Doc. Die Zecken selbst zu entferne, trauen wir uns nicht, weil wir Angst haben, dass der Zeckenkopf steckenbleibt und Entzündungen verursacht… Ist das Zeckenzangenset denn einfach in der Handhabung und fail-safe?

    liebe Grüße aus Seis

  • Reply David 21. Juni 2016 at 9:32

    Tatsächlich sehr unterschätzte Gefahr! Wir hatten die Freude irgendwo in der Pampa im norden Schottlands eine Zecke auf/ in der Haut unseres kleinen Mannes zu finden… Fieber hatte er an dem Tag ohnehin und obwohl wir die Zecke sehr schnell, sauber und unkompliziert entfernen konnten, haben wir nochmal eine professionelle Nachkontrolle machen lassen.

  • Reply David 21. Juni 2016 at 9:34

    Interessanter Service, werde ich mir merken.

  • Reply Dominik Freitag 23. August 2016 at 11:35

    Moin,
    ich muss an diesem Artikel ein wenig Kritik üben. Er ist zwar informativ und relevant, nur leider verzerrt er die Realität stark. Die Gefahr, die von Zecken ausgeht, ist nämlich bei weitem nicht so groß, wie hier suggeriert wird. Und was mich besonders stört, ist, dass hier Pfizer, einer der größtem Pharmakonzerne für die Information Pate steht und entsprechend auch zur Impfung geraten wird. Dabei ist die Impfung gegen FSME relativ überflüssig, weil nur ca. 1% aller Zecken überhaupt FSME übertragen. Borreliose hingegen übertragen ca. 75% und dagegen gibt es keine Impfung.

    Hier nachzulesen: „Nach Untersuchungen des Bundesinstitutes für Risikobewertung ging zwischen 1997 und 2003 der Durchseuchungsgrad erwachsener Zecken in den deutschen Risikogebieten sogar zurück: Konnte anfangs noch bei 5% der im Schwarzwald und in der Region Passau untersuchten Zecken FSME nachgewiesen werden, gelang dies 2003 nur noch bei ca. 1% der erwachsenen Zecken – das bedeutet, dass 99% der Zecken auch in Risiko- oder Hochrisikogebieten (Passau) keine FSME übertragen. “ (Quelle: https://www.individuelle-impfentscheidung.de/index.php/impfen-mainmenu-14/31-fsme)

    Zudem gibt es Zecken in nennenswertem Umfang nur in Baden-Württemberg und Bayern und auch in diesen Ländern nur regional.

    Angeischts dieser Fakten sollte man sich überlegen, ob man sein Kind wirklich mit noch einer weiteren Impfung belastet und das Risiko von Nebenwirkungen in Kauf nimmt. Immerhin hält eine Impfung auch keine Zecken vom Körper fern. Das können nur die Schutzvorkehrungen, die ja auch hier im Blogartikel beschrieben werden.

    Ich bin Vater einer 2 Monate alten Tochter und anlässlich des demnächst anstehenden ersten Impfdurchganges im Rahmen der U4 haben meine Frau und ich uns mal intensiv mit dem Thema Impfen befasst. Da es hier um Zecken geht, wollte ich nur auf FSME kurz eingehen. Und dagegen haben wir uns schonmal entschieden.

    • Reply Nadine 23. August 2016 at 13:04

      Hallo Dominik, impfen oder nicht ist ein sehr komplexes Thema und mir ist klar, daß es jede Menge Impfgegner gibt. Meine Kinder sind gegen (fast) alles geimpft und daher stehe ich auch hinter diesem Beitrag, den ich im Übrigen selber geschrieben habe. Nicht Pfizer. Und ich habe nirgendwo geschrieben, das FSME und Borreliose das Gleiche sind. Ich denke hier muss jeder für sich selbst und seine Kinder entscheiden. Wenn Du in keinem FSME-Gebiet wohnst und Deine Kinder nicht ständig mit Zecken nach Hause komen, muß das ja auch nicht sein. Es ist aber eine Option. LG/ Nadine

  • Reply Dominik Freitag 23. August 2016 at 11:38

    FSME und Borreliose ist NICHT das Gleiche. Sollte man bei Pfizer eigentlich wissen 😉

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