Zero Waste und Nachhaltigkeit

17 Dinge, die ich bereits umgestellt habe und 3 Dinge, an denen ich bisher hoffnungslos gescheitert bin

Es ist ja recht interessant was mit einem so passiert, wenn man sich erstmal eine Zeitlang mit den Themen Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Zero Waste beschäftigt. Ich für meinen Teil, versuche nun seit 1 1/2 Jahren in kleinen Minischritten unseren Alltag ein wenig nachhaltiger zu gestalten und frage mich oft, wie blind, ignorant und auch desinteressiert ich vorher durchs Leben gelaufen sein muß. Plastikfrei einzukaufen wird einem definitiv sehr schwer gemacht und ist zudem auch noch teurer. Nichtsdestotrotz gibt es viele Alternativen und wir haben uns in den letzten Jahrzehnten einfach nur in eine Decke aus reiner Bequemlichkeit gehüllt. In meiner Kindheit und Jugend in den 70er und 80er Jahren, gab es nämlich noch viele Dinge plastikfrei.

Wann hat unser totaler Plastik-Overkill also nur angefangen? Irgendwie muß das ja schleichend passiert sein. Und nachdem wir nun alle wissen, dass unser Müll bisher nach China verschifft wurde und demnächst vielleicht vor unserer eigenen Haustür deponiert wird, sollte vielleicht auch mal der letzte Mensch aufwachen. So können wir jedenfalls nicht weitermachen. Und da wir als Verbraucher sehr wohl mitentscheiden, was da in unseren Supermarktregalen verkauft wird, wird es Zeit sofort mit dem Thema anzufangen.

Idee: Eine umweltfreundliche Sache pro Monat ausprobieren

Shia von WastelandRebel hat in diesem Beitrag kürzlich vorgeschlagen, eine umweltfreundliche Sache pro Monat auszuprobieren. Ich finde, das ist eine megagute Idee, die eigentlich jeder umsetzen kann, ohne total überfordert zu sein. Daher habe ich als kleine Inspirationshilfe mal aufgeschrieben, was wir in den letzten 1 1/2 Jahren so umgestellt haben.

Badezimmer

#1 Wir benutzen kein Duschgel mehr, sondern nur noch Seifenstücke.
#2 Ich kaufe hin und wieder Haarseife am Stück vom Unverpackt Laden. Eine komplette Umstellung ist mir jedoch noch nicht gelungen, da ein Stück Seife ca. 8-10 Euro kostet und zu Viert nicht lange hält. Meine Erfahrung mit verschiedenen Haarseifen ist ansonsten jedoch sehr gut. Sie sind nicht schlechter als Shampoo aus der Plastikflasche.
#3 Wir benutzen nur noch Bambus-Zahnbürsten und diese von Hydrophil*  fand ich bisher am Besten.
#4 Ich benutze nur noch superselten Wattepads und gar keinen Make-Up-Entferner mehr. Zum Abschminken nutze ich nur eine Seife aus Aktivkohle und zum Abschminken der Augen manchmal Kokosöl. Mein Gesicht wasche ich dann mit einem Mikrofasertuch (diese sind im Übrigen auch schlecht, da sie pro Waschgang zig Partikel verlieren, die durch den Kreislauf wieder im Meer und auf unseren Tellern landen). Das klappt ansonsten aber so gut, dass ich noch nicht mal mehr ein Gesichtstonic, geschweige denn ein Peeling benutze.
#5 Gesichtspflege kaufe ich nur noch Bio in Glastiegeln oder Metalltuben, z.B. von Weleda. Leider haben die auch noch einen Plastikdeckel, aber ohne habe ich noch nichts gefunden. Der DM stockt in der Hinsicht auch gerade kräftig an neuen Marken auf. Falls ihr also Tipps habt, immer her damit.
#6 Wattestäbchen nutze ich nur noch selten und wenn dann solche, die einen Papierschaft haben und aus Biobaumwolle bestehen. Gibts ebenfalls beim DM.
#7 Deo benutze ich nur noch als Pumpzerstäuber im Glasflakon, z.B. von CD oder Speick. Deos ohne Aluminium wirken eindeutig nicht mal annähernd so gut, wie mit. Ich finde aber, das der Körper sich 1. im Laufe der Zeit daran gewöhnt und man sich 2. fragen sollte, ob es einem wichtiger ist total geruchsfrei zu sein oder Krebs zu bekommen.
#8 Ich kaufe keine Bodylotion mehr, sondern mische ein hochwertiges Speiseöl (z.B. Mandel- oder Leinöl) mit einem Duftöl und fülle dieses in einen Pumpspender ab. Klappt super.

Küche

#9 Ich versuche Plastikverpackungen weitestgehend zu vermeiden. Das ist in der Tat schwierig, teuer und zeitaufwendig und klappt daher auch nur in Ansätzen. Ich suche jedoch ständig nach Alternativen und gehe dadurch vermehrt auf dem Wochenmarkt, im Hof- oder Bioladen einkaufen. Ist für eine 4köpfige Familie auf jeden Fall teurer, als beim Discounter einkaufen zu gehen, aber das ist es mir wert. Zudem spare ich aber auch wieder an anderer Stelle ein, da ich immer darüber nachdenke, ob ich Produkt xyz nun wirklich benötige. In den meisten Fällen kann ich darauf verzichten.
#10 Milch, Joghurt und Säfte kaufe ich weitestgehend nur noch in Pfand-Flaschen und nehme das schwere Schleppen und die ebenfalls höheren Preise in Kauf.
#11 Wir haben uns mehrere Trinkflaschen von 24Bottles* zugelegt, auf die ich absolut schwöre.
#12 Wir benutzen zwar noch alte Tupperdosen aus Plastik, neue kommen mir aber nicht mehr ins Haus. Ich tue mich ein bißchen schwer damit, den Kindern teure Lunchboxen mit in die Schule zu geben, da sie diese bestimmt verlieren. Aber wir nutzen auf Wanderungen z.B. diese Edelstahl LunchBoxen*. Alternativ benutze ich Butterbrotpapier oder -tüten.
#13 Wir benutzen kein Backpapier mehr, sondern nur noch wiederverwendbare, spülmaschinenfeste Dauerbackfolie / Backmatten* aus Silikon.
#14 Wir benutzen keine Spülmaschinentabs mehr, sondern nur noch SODASAN Spülmaschinenpulver *. Das kostet zwar mehr, reicht jedoch für 130 Spülmaschinengänge und ist nicht total ätzend für die Umwelt.
#15 Ich putze weitestgehend mit Soda, Essig, Zitronensäure, selbstgemachten Orangenreiniger und Spülmittel (z.B. von Ecover oder Sonett).
#16 Ich mache unser Waschmittel aus Waschsoda, Marseiller Seifenspänen* und Orangenöl selber. Die Wäsche wird sauber, riecht ganz dezent und ist ganz weich. Hin und wieder benutze ich aber trotzdem auch nochmal gekauftes Waschpulver, weil ich einfach mal einen Duft brauche.
#17 Wir trinken seit Jahren nur Leitungswasser und nutzen für Prickel einen Sodastream Wassersprudler. Leider noch in der ganz alten Plastikversion. Falls der mal hinüber sein sollte, hätte ich aber gerne diesen SodaStream mit Glaskaraffen*.

Woran ich bisher gescheitert bin:

#1 Eindeutig der Menstruationstasse. Ich dachte, ich müsste es der Umwelt zuliebe mal ausprobieren, aber sie drückt, verrutscht und ist maximal unbequem. Bei aller Liebe, aber da muß ich leider bei der Müllversion bleiben.
#2 Wir sind Küchenrollen-Junkies und ich habe auch noch keine Alternative dazu gefunden. Gerade mit Kindern die Maximal rumschlabbern, ein echtes Problem. Da finde ich Lappen irgendwie fies.
#3 Mir ist völlig klar, dass Fliegen die absolute Ober-Ökosünde ist, aber Reisen ist mein Leben und daher etwas, worauf ich nicht verzichten möchte. Mit einem Langstreckenflug ist unsere Ökobilanz de fakto aber für den Rest des Jahres im Eimer. Alternativ könnten wir ein Jahr mit dem Auto fahren, aber da kommen wir leider nicht sehr weit. Was also tun? Manche Leute spenden bei atmosfair für Klimaschutzprojekte, wenn sie einen Flug gebucht haben. Aber kann man den CO2-Abdruck damit tatsächlich wieder verbessern, hilft es nur dem schlechten Gewissen und kommt das Geld überhaupt da an, wo es hin soll? Eine Bekannte verglich diese Spende kürzlich mit dem Ablasshandel. Wie seht ihr das?

Weitere Alltagstipps findet Ihr hier und wie ich mit meinen Kindern die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit angehe, hier.

Und ganz viele Tipps findet Ihr auch immer bei meiner wunderbaren Franzi, die sich nach der Challenge „verpackungsfreier Januar“ nun dem Thema „verpackungsfreies 2018“ widmet.

So und nun Ihr! Habt Ihr Fragen, Tipps, Anregungen, konstruktive Kritik? Dann immer her damit!

*Dieser Beitrag enthält mit * gekennzeichnete Produkte mit Link im Rahmen eines Affiliate-Programms. Alle verlinkten Materialien wurden von mir mit Sorgfalt ausgewählt und wie immer, empfehle ich nur Produkte, die ich auch selber benutze und/ oder kaufen würde. Falls Ihr etwas über diese Links kauft, unterstützt Ihr mich mit einer kleinen Provision. Nur durch solche Einnahmen, kann ich diesen Blog (der nicht nur viel Zeit kostet, sondern auch Kosten produziert) überhaupt am Leben erhalten. Vielen Dank für Eure Unterstützung!

22 Kommentare

  1. Mareike sagt

    Schön geschrieben!
    Wir sind auch gern nachhaltiger unterwegs und versuchen auch die Kinder dafür zu sensibilisieren.
    Unser größtes Plus ist die einmal in der Woche kommende Biokiste mit meist demeter-Produkten oder ähnlichen Bioprodukten.
    Darin bekommen wir: Milch (in Glaspfandflaschen), Eier, Joghurt (in Glaspfandflaschen), ein Brot, etwas Käse, Obst für die Woche für 4-5 Personen und Gemüse. Dies wird lose in der großen Pfandkiste geliefert und vor allem spart es mir einen großen Wocheneinkauf.
    Wir haben sowohl beim Geschirrspülen wie auch beim Wäsche waschen auf umweltfreundlicheres Pulver umgestellt.
    Meine persönliche Errungenschaft sind aber die Produkte der Firma greendoor. Die Deocreme ist super und funktioniert auch beim intensivsten Sportprogramm. Das Shampoo hab ich jetzt erstmals getestet und bin auch sehr zufrieden, genau wie mit dem Duschgel. Kann ich sehr empfehlen!

    • Nadine sagt

      Hallo Mareike! Über eine Biokiste denke ich auch schon die ganze Zeit nach und nun werde ich das auf jeden Fall mal in Angriff nehmen. Spart ja nun auch lästige Hin- und Herfahrerei. Und danke für den Tipp mit greendoor. Schaue ich mir auf jeden Fall mal an. GlG, Nadine

  2. Hallo Hibbelchen,
    Lange nix gehört! Toll, wie du dich da reinschneist! Ich kämpfe auch seit etwa zwo Jahren mit unserem Müllaufkommen! Hier in Belgien ist das auch ganz schön schwierig. Ich mache aber viele Sachen genau wie du und auch Wasteland Rebel lese und höre ich manchmal! Duschgel habe ich noch nie benutzt und abschminken tu ich mich meistens mit den Fingern unter der Dusch, oder ganz klassisch mit dem Waschlappen! Bambuszahnbürsten sind unverschämt teuer und mein Mann würde mir wahrscheinlich den Vogel zeigen, wenn ich damit um die Ecke käme😊! Lauren Singer, von „trash is for tosses“ hat ein tolles Rezept für eine Creme, die ich mir regelmäßig mache! …und ich habe mir so Säckchen genäht aus alten Vorhängen und Herrenoberhemden, wo ich mein loses Gemüse und Obst drin verpacke. Die Menstruarionstasse habe ich einmal so geschickt versenkt, dass ich sie fast nicht mehr rausgekriegt hätte😨 seitdem ist das Thema durch…. aber die paar Jährchen…! Hier in Brüssel macht fast alle drei Monate ein neuer unverpackt Laden auf, ich glaube, mittlerweile sind es sieben! Unglaublich! Es geht voran!! Nur der Fleischkonsum könnte noch ein bisschen zurückgehen, was meinst du?
    Ganz liebe Grüße
    Gros Bishu
    Sandra

    • Nadine sagt

      Liebe Sandra, wie schön, mal wieder von Dir zu lesen. Ich hoffe, Dir geht es gut. Ist doch super, daß in Brüssel alle 3 Monate ein neuer Unverpackt-Laden aufmacht. Hoffentlich schwappt die Welle zu uns rüber. Ich weiß eh nicht was so schwer daran ist. Die Neuseeländer hatten schon im Jahr 2000 große Supermärkte, wo man sich Salz, Mehl, Haferflocken, Nüsse etc. einfach abfüllen konnte. So wie früher im Tante Emma Laden. Ist ja nun auch praktischer für die vielen Single-Haushalte. Die brauchen ja nicht alle immer nur die Monsterfamilienpackung. Und Fleischkonsum ist bei uns eh relativ gering. Die Jungs lieben halt Leberwurst, aber mehr als einmal die Woche essen wir kein Fleisch. GlG, Nadine

  3. Hey, da auch ich mich schon eine ganze Weile, mal mehr mal weniger erfolgreich um das besser/grüner Leben bemühe, fand ich deinen Artikel wirklich interessant.
    Und ich möchte dich ermutigen, es noch Mal mit der Tasse zu probieren. Wenn du die richtige hast, ist’s echt super. Ich hatte es auch wegen des Mülls ausprobiert… inzwischen bin ich aber so happy damit, dass ich es nur empfehlen kann. So komfortabel, gerade auch unterwegs.
    Es gibt ne Facebook Gruppe (Menstruationstasse), da beraten sie dich. Weil wenn sie nicht passt, taugt es nichts 😉

    … komplett ohne Küchenrolle schaffen wir auch nicht. Kinder und so halt. Aber weniger ist’s geworden. Wir haben mehr/kleinere Lappen und waschen sie öfter.

    • Nadine sagt

      Liebe Reta, naja, zigmal durchprobieren ist ja auch so ne Sache. Die sind ja teuer und wenn ich sie nicht mag, kann ich sie ja schlecht weitervererben. Harhar. Nee, ich glaub ich bleib bei meiner alten Variante. Dieses Gummiding konnte mich echt nicht überzeugen. LG, Nadine

  4. Uli Ti sagt

    Ablasshandel ist in meinen Augen die korrekte Bezeichnung. Das geht bei dir los mit all deinen kleinen Dingen, von denen du denkst, das es so viel besser wäre.
    Sobald du in einen Flieger steigst, was sicherlich mehr als einmal im Jahr passiert, ist es völlig egal, wie öko du lebst. Geld hilft ja nicht gegen deinen Ausstoß oder steckst du das dem Flieger in den Auspuff. Oder die Nichtnutzung von Wattepads…

    Übrigens, Mehrwegflaschen aus Glas haben eine schlechtere Umweltbilanz als die aus Plastik (und Einwegflaschen sind generell scheiße, auch und besonders aus Glas (gilt also auch für Kosmetikkrempel! Getränkekartons sind etwas besser – aber auf jeden Fall besser als Einwegglas, allein schon wegen der geringen Masse, die am Ende übrig bleibt, und die fast komplett recyclingfähig ist!).

    Manchmal würde es helfen, als Blogger mehr zu lesen als nur andere Blogs. Dann würden sich eventuell zwei, drei Märchen weniger langfristig halten und die Engstirnigkeit wäre geringer. Das kaum vorhandene Halbwissen hilft unserer Umwelt auch nicht.

    • Nadine sagt

      Hallo Uli!
      Mit dem Finger auf andere Menschen zeigen und kritisieren ist leicht. Spannender hätte ich gefunden, was Du denn so machst? Ich denke, jeder kleine Minischritt ist besser als nichts und wenn wir alle handeln, können wir sehr wohl etwas verändern. Mal ganz davon abgesehen, bin ich offen für konstruktive Kritik und werde das mit dem Glas nochmal recherchieren. Aber mir in einer überheblichen Art und Weise zu unterstellen, ich würde nur Blogs lesen und hätte nur Halbwissen, finde ich ziemlich daneben. Beste Grüße, Nadine

  5. Liebe Nadine,
    Herrlich, wie ehrlich du schreibst, das mag ich sehr. Mit dem Fliegen sehe ich das genauso, ein Interviewpartner von mir hat es mal Greenwashing genannt und genau das trifft es. Das ist eine echte Gewissensfrage, die mich ja auch betrifft, da es Beruf und Berufung gleichermaßen ist. Ich mache das so, dass ich jede Entscheidung, ob ich fliegen soll, ganz genau prüfe und mich immer öfter gegen die Reise entscheide, auch wenn es verlockend ist. Und die Reisen zeitlich mehr ausdehne, auch das ist letztendlich nachhaltiger, weil dann mehr Geschichten entstehen.
    Ich weiß jetzt gar nicht, ob du auf dem Land oder in der Stadt wohnst, aber das ist für mich gerade echt ein Thema (auf dem Land): Wie kaufe ich am besten Obst und Gemüse ein? Mit dem Rad oder Auto (kürzeste Strecke) und dann mit Plastik, oder fahre ich 20-30 Kilometer für den Wochenmarkt – eine Strecke? Bioladen ebenso weit, der nahe leider irrsinnig teuer und hat auch kein gutes Obst, welches ja der nächste Punkt ist. Ich esse vieles aus dem Garten und aus Nachbarsgarten, haben literweise selbstgemachten Saft, aber im Winter ist das Versorgen der Familie schwierig. Fahre ich nun zum Wochenmarkt mit dem Auto oder kaufe das Plastikbiogemüse? Es ist scheint ein Teufelskreis. Ebenso dieser Glasflaschen-Plastikflaschen-Vergleich.
    Ich habe aus den Kinderhosen neue genäht und aus Pullis Mützen gemacht. Haarseife ist eine tolle Sache, auch zum Reisen und ich finde, es muss nicht immer alles übertönt werden von Duftstoffen. Und dass man alte (und sehr wertige) Möbel von Oma nicht wegschmeißen muss, sondern nutzen kann, ebenso wie Bestecke und Blümchentassen. Sie haben mehr Seele und erinnern mich immer an meine Oma, wenn ich sie nutze, das finde ich richtig schön. Letztendlich aber sind es immer auch persönliche Entscheidungen und niemand ist ein Richter, der dir oder mir sagen kann und darf, was ich zu tun oder zu lassen habe in der Frage. Das muss aus mir selbst herauskommen, aus einem Bedürfnis, sonst bringt es gar nichts.
    Zur Menstruationstasse: Es gibt tolle Konzept, wie es auch ohne Tasse geht, denn schon mal drüber nachgedacht, wie es die Naturvölker gemacht haben? Die haben einfach den entsprechenden Muskel trainiert, ähnlich der Blase, und sich dann gezeilt in Toilettengängen „entleert“. Das finde ich viel erstrebenswerter als diese Tasse.
    Warum man Wasser in Flaschen kaufen muss, wenn es Leitungswasser in unserer Qualität gibt, wollte mir schon länger nicht in den Sinn.
    Aber: Es ist schwierig finde ich, nicht zu verzweifeln, ob der vielen Sachen, die man eben noch NICHT nachhaltig hinbekommt. Die List ist viel zu lang – mein Kommentar auch. Ich sollte wohl bei mir mal selbst einen Blogpost darüber machen, was?
    Viele Grüße an dich und halte durch!
    Andrea vom indigoblauen Blog

    • Nadine sagt

      Liebe Andrea! Ja, das Fliegen ist leider echt ein Problem. Ich bin eigentlich ein Fan von Slow Travel und war ja auch 2 Jahre auf Weltreise. Da bin ich sehr langsam von Land zu Land gereist. Meist im Hühnerbus. Mit schulpflichtigen Kindern, geht das nun natürlich alles nicht mehr. Und nur noch in Deutschland oder dem nahen Ausland zu bleiben, kann ich mir null vorstellen.

      Wir wohnen auf dem Land und haben keine Unverpackt-Läden vor der Nase. Dafür aber Hofläden und Wochenmärkte. Wenn ich aber mal in die Stadt fahre, dann mache ich da direkt einen Rundumschlag. Finde ich super, was Ihr alles so macht. Nur das Konzept der Naturvölker….. danke für die anschauliche Beschreibung… ..endgültig alle mänlichen Leser vergrault….. hahahaha….. das wird nun echt nicht mehr meins. Danke für Deinen ausführlichen Kommentar, der mich sehr gefreut hat. :)) Liebe Grüße, Nadine

  6. Sarah sagt

    Hi, zum Thema Küchenrolle – ich habe ein Handtuch in viele kleine Stücke geschnitten, verwende diese einmal wie ein Zewa und schmeiße sie direkt in die Wäsche, finde ich sehr praktisch 🙂 vielen Dank für die Tipps!

  7. Papa Gei sagt

    Haaaach liebste Frau Hibbel da wirst Du eine Grundsatzdiskussion loslösen – kann man ja schon hier sehen. Ich finde es super, dass Du etwas machst! Das gibt Anregungen, und sicherlich gibt es noch einiges mehr, z.B. deutlich mehr ÖPNV statt Auto nutzen, wenn man jedoch nicht gerade in Berlin wohnt wird es einem sehr schwer gemacht. Ich bin z.B. ein Riesen-Bahnfan und nutze weitgehend diese auf Dienstreisen, zumindest innerhalb Deutschlands. Aber auch hier gilt: Wenn man nicht gerade in den großen Städten wohnt, macht es einem da die Bahn auch nicht gerade einfach……und darüber hinaus ist die Bahn (und hier habe ich sehr viele leidvolle Erfahrungen gemacht) nach wie vor unzuverlässig und unpünktlich (gemessen an einem hochindustrialisierten Land wie Deutschland); darüber hinaus nutzt die Bahn aller Weismachungen zum Trotz immer noch überwiegend Kohle-/Atomstrom.

    Lass Dir übrigens das Fliegen nicht verderben; auch wenn das Flugzeug der Antichrist schlechthin nach Meinung einiger ist, es ist viel besser als sein Ruf. Verbraucht mit Abstand am wenigsten Platz (vergessen viele Verteufeler gerne mal) und ist mit das innovativste Verkehrsmittel. Im Gegensatz zur deutschen Autoindustrie z.B. reduziert die Branche ständig den Verbrauch, bei den neuensten Fliegern steht der Verbrauch dem eines Mittelklasseautos pro Gast (bei vier Gästen) in nichts nach (das Auto nimmt sich dann nämlich mit Gepäck auch einen ordentlichen Schluck aus der Pulle). Zudem gibt es vielversprechende Test hinsichtlich Öko-Treibstoffen….währendie Autoindustrie vor allem im Bereich Bescheißen und Gesetze brechen sehr innovativ ist.

    Eins hat mir dann aber dann doch schlimme Bilder im Kopf verursacht: wie muss ich mir denn diese Menstruationstasse vorstellen? Habt Ihr Mädels dann ne Espresso-Tasse oder nen Kaffeebecher im Schlüppa??? Ich krich echt Alpträume…..

    • Nadine sagt

      Muahahahaha….. Espressotasse im Schlüpper. Lieber Herr Papa Gei, meinen männlichen Lesern zuliebe, werde ich da jetzt mal nicht weiter drauf eingehen. Aber es ist ja nun mal leider ein Thema, mit dem sich Frau jahrzehntelang rumschlagen muss. Bei uns aufm Dorf ist Bahn leider ein No-Go. Da wären wir ewig und drei Tage unterwegs, um zur Arbeit zu kommen. Und mit Kindern finde ich Bahnfahren auch nur so Medium. Wir haben immer so viel Gepäck und wollen ja auch vor Ort mobil sein. Da nehme ich dann doch lieber das Auto. Es sei denn wir machen einen Städtetrip. Und in Punkto Flugzeug vertraue ich Deinem Urteilsvermögen voll und ganz, denn da bist Du einfach der Checker. Nichtsdestotrotz haben wir 2017 unsere Flugreisen schon reduziert und waren dafür oft mit dem Auto unterwegs. Nur nach Südafrika ist das halt schwierig. GlG, Nadine

  8. Flögi sagt

    Hallo Nadine,
    ich habe erst vor paar Tagen in einem anderen Blog darüber gelesen, daß Plastimüll nach China geschifft wurde. Ich war so naiv (und auch stolz auf mich, wie gut ich selektiere), daß ich dachte, alles, was wir in Plastiksack extra sammeln, wird wiederverwendet, genauso, wie die PET Flaschen. Also eingeschmolzen und davon neues Plastik hergestellt – dachte ich echt. 🙁
    Du kannst stolz auf dich sein, was du schon alles erreicht hast.
    Ich kann es nicht, bin dazu zu bequem, oder ich mag bei Duschgel meine Düfte, oder will nicht Lebensmittel teuer kaufen, wir sparen unheimlich viel Geld damit, daß wir nur ausschließlich bei Discounter einkaufen. 🙁
    Putzen mit selbstgemachten Sachen, das kann ich mir auch noch gut vorstellen, vielleicht werde ich auch mal machen.
    Ich habe bei dir schon früher über diese Sachen gelesen, ich finde super toll, daß du es durchziehst.
    Über eine Menstruationstraße habe ich noch nie gehört und musste erst nachschauen, was das ist und ich war schockiert schon von der Idee, neee, es ist absolut no go Vorstellung für mich.
    Liebe Grüße

    • Nadine sagt

      Liebe Flögi, ich denke so wie Dir geht es vielen. Es ist einfach eine große Verarschung. „Ich kann nicht“ lass ich allerdings nicht gelten ;). Jeder kann, zumindest bei kleinen Dingen, echt was verändern. Oder hatten Deine Eltern in Ungarn früher auch nur alles in Plastikflaschen? Sicher nicht. Es gibt tolle Düfte, nur als Seifenstück. Und auch die Discounter verkaufen mittlerweile loses Obst und Gemüse. Da muß man auch nicht mehr zur riesigen Plastikverpackung greifen. Mal ganz davon abgesehen, habe ich die Erfahrung gemacht, daß es z.B. bei unserem Edeka mitunter nicht viel teurer ist als beim Aldi. Man muß nur genau hinschauen und überlegen. Braucht man z.B. die Familienpackung Möhren für 2 Personen? Oder reichen auch 5 Möhren fürs Abendessen lose gekauft. Am Ende schmeisst man nämlich auch oft ganz viel weg, weil es in der Zwischenzeit vergammelt ist. Weniger ist halt manchmal mehr. Und die Menstruationstasse finde ich vom Gedanken zwar gut, vom Handling konnte sie mich aber bisher nicht überzeugen. GlG, Nadine

      • Flögi sagt

        Auf paar kleine Sachen achte ich schon, für mehr bin ich zu sehr ein Gewohnheitstier und bequem.
        Und nein, früher gab es nur Glasflaschen. 🙂 Aber ich kaufe geträke nur in PET-Flaschen, die ich zurückbrige.
        Und was in Ungarn ist mit Mülltrennung, darüber brauchen wir nicht zu reden, weil das eine Katastrophe ist. Sogar Freunde von mir, die hier leben verstehen den Sinn davon nicht: Joghurtbecher liegen im Restmüll…frage ich, warum…Antwort: weil sonst im Plastikmüll zwei Wochen lang stinkt. Meine Antwort: du mußt es doch abspülen. Und sie hält mich völlig idiot dafür….

        • Nadine sagt

          Hahaha, Flögi….. ich lache….. ok, ich muss zugeben, meine Joghurtbecher habe ich auch nie ausgespült. Das mache ich nur mit den Pfandgläsern. Und das Süd- und Osteuropa mit Umweltbewusstsein nicht soviel am Hut hat, kann ich mir auch gut vorstellen. Allerdings erlebe ich auch in Spanien und Portugal bereits einen Wandel. Da gibt es z.B. auch immer mehr Vegetarier. Vor ein paar Jahren noch undenkbar. Irgendwer ist halt immer der Erste und muß mal einen Anfang machen. Dann ziehen die Anderen auch irgendwann hinterher. Du bist also nun echt kein Idiot, weil Du Deinen Müll trennst. Nur leider ist das ja scheinbar auch der falsche Weg und sinnlos. Besser also, gar nicht erst soviel Müll zu produzieren.

  9. Danke für den Artikel. Ich bin seit einiger Zeit auch sehr aktiv dabei, meinen Lebenstil umzukrempeln und habe gerade letztens vieles ausprobiert. Dazu gehört auch die Umstellung auf Haarseife und das Ziel ist es, nur noch die zu benutzen. Seit meiner Weltreise benutze ich eh kein Duschgel und keine Bodylotion mehr – eigentlich total unnötig und die Haut trocknet nun auch nicht mehr aus.
    Was ich anfangs erstaunt war ist, wie einfach es ist, Putzmittel selbst herzustellen oder auch Deo. Den Tipp mit den Backfolien kannte ich aber noch nicht und die werde ich mir gleich bestellen. Danke!

    • Nadine sagt

      Liebe Sarah, eigentlich stellt der Körper sich erstaunlich schnell um. Bodylotion nehme ich auch gar nicht mehr. Hin und wieder etwas Öl, das wars. Ich denke, wenn man immer aggressive Duschgels, Peelings und Co. nutzt, trocknet das die Haut auf jeden Fall aus. Ich würde mich nun echt nicht als total achselhaarigen Oberöko bezeichnen und mag auch manchmal Mädchen-Schischi, aber ich nehme immer mehr Abstand von all dem Kram. Für den ja auch Tierversuche gemacht werden. LG, Nadine

  10. Hallo Nadine,

    ich habe zu der Küchenrolle eine Anregung: bei gopandoo gibt es Küchrolle aus Bambus, die man waschen kann und eine soll bis zu 60 handelsübliche Papierrollen ersetzen. Ausprobiert habe ich sie selbst noch nicht, es aber vor, sobald ich wieder zu Hause bin. Ob das nun so viel anders ist als ein altes zerschnittenes Handtuch… aber ausprobieren werde ich es auf jeden Fall!

    Dann noch zum Fliegen: ich finde, man sollte es anders herum betrachten.
    Vielleicht reißt das Fliegen Deine weiteren Bemühungen runter, aber immerhin bemühst du dich um die anderen Dinge!
    Es ist also nicht das Fliegen was du sparst, sondern all die anderen alltäglichen Kleinigkeiten. Es wäre ja NOCH schlimmer, würdest Du den Rest des Jahres auch noch so leben, als wäre Dir die Umwelt egal 😉
    Und als Ausgleich: Du kannst ja an eine andere Organisation spenden, der Du vertraust. Es gibt so viele kleine und private Projekte, die unendlich viel für die Umwelt tun, von denen man aber nie etwas hört, weil sie nicht Unsummen in die Werbung stecken.
    Vielleicht gibt es eine örtliche Eulen-/ Schmetterlings-./ Wald-…schutzgruppe?

    Ich habe noch keine herkömmliche Haarseife verwendet, finde aber die von Lush sehr ergiebig.

    Zur Hautpflege nehme ich lediglich pures Aloe Vera Gel und Kokosöl, damit ist die Haut mit Feuchtigkeit und Fett versorgt – je nachdem, was sie gerade benötigt.

    Danke auf jeden Fall für Deinen Artikel mitsamt den vielen Anregungen!
    Lieber Gruß- Sara

    • Nadine sagt

      Liebe Sara, vielen Dank für Dein nettes Feedback und den Tipp mit der Küchenrolle. Hört sich interessant an und werde ich gleich mal googlen. Und ja, das mit dem Thema Fliegen sehe ich auch so wie Du. Ich weiß natürlich, daß das Scheiße ist. Aber ich versuche im Alltag auf relativ viele Dinge zu verzichten und tue mein Möglichstes zumindest in der Hinsicht ein „besserer Mensch“ zu sein. Noch schlimmer wäre es ja wohl, zu sagen: Nach mir die Sintflut und jetzt ist eh alles egal.

      Mal ganz davon abgesehen, sind das zwei verschiedene Dinge. Das eine ist der wachsende Plastikmüll, Konsum, Schadstoffe auf den Feldern und im Essen etc. etc. und das Andere der steigende CO2-Haushalt. Dafür essen wir dann halt kaum Fleisch, was auch extrem für den Anstieg verantwortlich ist. GlG, Nadine

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