Meine Liebe zu Frankreich habe ich erst sehr spät entdeckt. Genauer gesagt 2016, als wir unsere Herbstferien in der Bretagne verbrachten. Davor habe ich Frankreich meist nur kurz besucht oder bin einfach durchgereist. Ich gebe zu…. auch das Sprachdilemma hat mir Frankreich jahrelang nicht wirklich schmackhaft gemacht. Mein Schulfranzösisch reicht gerade mal, um im Restaurant etwas zu bestellen.
Mit ein paar gelernten Standardsätzen (und zur Not Google Translator) kommt man aber meist gut durch und je nach Region sprechen mittlerweile auch immer mehr Franzosen Englisch. Man sollte sich also nicht abschrecken lassen. Denn Frankreich ist viel zu schön, um es links liegen zu lassen ;). Zur Inspiration habe ich für euch mal die schönsten Regionen in Frankreich zusammengestellt, die sich perfekt für einen Familienurlaub eignen.

Urlaub in Frankreich:
Die schönsten Regionen für eine Reise mit der Familie
#1 Elsass & Vogesen
Das Elsass lockt mit pittoresken Dörfchen, wunderschönen Fachwerkstädten, unzähligen Weinstuben, sanft geschwungenen Hügeln und Weinbergen. Auf den ersten Blick ist das Elsass vielleicht nur ein Ziel für Reisende, die ein Faible für Kultur, gutes Essen und leckeren Wein haben. Aber auch Familien kommen im Elsass auf ihre Kosten. Die verwunschenen Gassen und hutzeligen Häuschen von Eguisheim erinnern an die Filmkulisse von Harry Potter´s Winkelgasse. Im MAUSA Vauban Streetart Museum gibt es ziemlich coole Streetart zu entdecken.
Das Château du Haut-Kœnigsbourg gehört zu den schönsten Burgen Frankreichs und das Écomusée d’Alsace, mit seinen unzähligen brütenden Storchenpaaren, ist für Groß und Klein sehr sehenswert. Und auch Straßburg, die pittoreske europäische Hauptstadt ist unbedingt einen Trip wert. Wer es etwas ruhiger mag, für den lohnt sich auch ein Abstecher in die Natur der Vogesen. Denn hier kann man nicht nur in den supercoolen Nutchel Cabins nächtigen, sondern auch den mystischen Berg Donon mit seinem römischen Tempel erklimmen.





#2 Normandie
Die Normandie ist für mich eine der schönsten, wenn nicht die schönste Region Frankreichs. Ich liebe einfach die wilde Küste, die oft an England oder Irland erinnert, die unglaublich hübschen kleinen Dörfer und die normannische Kultur. Allerdings ist die Normandie so groß, weitläufig und vielfältig, dass man sie am besten mehrmals besucht.
#2.1 Haute-Normandie
Die nördliche Haute-Normandie, die sich etwa von Le Treport bis Le Havre erstreckt, bietet spektakuläre Steilküsten, romantische Dörfer, beeindruckende Bunkeranlagen aus dem Zweiten Weltkrieg und eine spannende Wikingergeschichte. Höhepunkte sind die malerischen Klippen von Étretat, die Architektenstadt Le Havre und die mittelalterliche Hauptstadt Rouen. Charmante Städtchen wie Yport oder Veules-les-Roses und nicht zuletzt die herrliche Küstenlinie entlang des Ärmelkanals haben der Region auch den Namen Alabasterküste eingebracht.





#2.2 Basse-Normandie
Die südliche Basse-Normandie beginnt etwa an der Seinemündung kurz hinter Le Havre und erstreckt sich über die endlose Küstenlinie der Halbinsel Contentin bis zum berühmten Klosterberg Mont-Saint-Michel. Hier liegen mondäne Badeorte wie Honfleur oder Deauville, aber auch die Landungsstrände der Alliierten, die man einmal im Leben besucht haben sollte. Unbedingt auch mit Kindern. Schließlich verdanken wir der bewegenden Geschichte dieser Region unser heutiges Leben in Freiheit und Frieden.
Übrigens: Wenn ihr in der Gegend seid, solltet ihr unbedingt auch mal über einen Trip zu den Kanalinseln nachdenken. Von Saint-Malo aus gibt es zum Beispiel Fähren zur Kanalinsel Guernsey.





#3 Bretagne
Gleich hinter der Normandie beginnt die traumhaft schöne Bretagne, die sich etwa vom Mont-Saint-Michel entlang der wilden Küste bis kurz vor die Tore von Nantes erstreckt. Die Bretagne ragt weit in den Atlantik hinein und ist damit die nordwestlichste Region Frankreichs. Neben zahlreichen Badeorten und schönen Stränden trifft man hier auf die Spuren von Kommissar Dupin und prähistorische Megalithen, die an Asterix und Obelix erinnern.
Ein absolutes Highlight ist die Côte de Granit Rose, deren haushohe, rötlich schimmernde Felsen zum Teil völlig bizarr sind. Die übereinander gestapelten Felsen wirken wie das Spielzeug von Riesen.





#4 Loire-Atlantique
Das Département Loire-Atlantique grenzt an die Bretagne und hier mündet die Loire in den Atlantik. Bei deutschen Tourist:innen steht die Region noch nicht unbedingt auf dem klassischen Frankreich-Programm. Dabei hat sie viel zu bieten und eignet sich hervorragend für einen Familienurlaub.
In Saint-Nazaire gehen Ozeanriesen auf Reisen und man steht vor gigantischen U-Boot-Bunkern aus dem Zweiten Weltkrieg. In der Hauptstadt Nantes spaziert ein mechanischer Elefant durch die Stadt und man taucht ein in die Fantasiewelten von Jules Verne. Entlang der Küste gibt es viele schöne Strände und die traditionellen Fischerhütten auf Pfählen (Carellets). Loire-Atlantique hat sich auch ganz dem Thema Kunst und Nachhaltigkeit verschrieben, und so trifft man überall auf einzigartige Kunstinstallationen. Manchmal sogar mitten auf dem Strand.





#5 Loiretal
Das Loiretal mit seinen unzähligen Schlössern und Weinbergen scheint auf den ersten Blick ein Reiseziel für Senioren, Kulturliebhaber und Feinschmecker zu sein. Aber auch mit Kindern kann man hier einen tollen Urlaub verbringen, denn das Pays de la Loire hat noch weitaus mehr zu bieten.
Hier befindet sich unter anderem die geheimnisvolle Unterwelt der Troglodyten. Weit verzweigte Höhlensysteme, die man zum Teil mit dem Fahrrad durchfahren und in deren Felswohnungen man manchmal sogar übernachten kann. Im historischen Blois gibt es neben mittelalterlicher Architektur auch Street Art und das Maison de la Magie des Zauberers Robert Houdin zu entdecken. Im Château Cheverny wandelt man auf den Spuren von Tim und Struppi und entdeckt die „Geheimnisse des Mühlenhofs“. Und auf der Loire gibt es unzählige Möglichkeiten für Wassersport oder ein entspanntes Picknick am Ufer.





#6 Französische Atlantikküste (Aquitanien)
Die Region Médoc Atlantique liegt in Aquitanien auf einer dreiecksförmigen Halbinsel bei Bordeaux. Sie erstreckt sich vom Mündungsarm der Gironde entlang der endlosen Atlantikstrände bis zur Dune du Pilat bei Archachon. Diese Region ist ideal für einen entspannten oder sportlichen Familienurlaub. Auf den Wellen des Atlantiks lässt es sich hervorragend surfen und die herrlichen Strände laden zu stundenlangen Spaziergängen oder zum Sonnenbaden ein.
Wer Abwechslung vom Strandleben sucht, findet in Bordeaux tolle Einkaufsmöglichkeiten, eine malerische Altstadt und das urbane Szeneviertel Darwin. In Arcachon kann man die größte Sanddüne Europas erklimmen, bunte Fischerdörfer besuchen oder in den unzähligen Weingütern stilecht Bordeaux verköstigen.




#7 Provence
Die Provence liegt im Süden Frankreichs und gehört zu den wärmsten Regionen des Landes. Wer an die Provence denkt, hat wahrscheinlich zuerst duftende Lavendelfelder und malerische Dörfer im Kopf, aber zur Provence gehören auch die Feuchtgebiete der Camargue, die herrlichen Strände der Côte d’Azur (französische Riviera) und berühmte Städte wie Marseille, Nizza oder Saint-Tropez.
Sucht ihr ein Ferienhaus im provenzalischen Stil, wollt ihr die Gorges du Verdon erkunden, den Papstpalast in Avignon besuchen oder in so hübschen Städtchen wie Saint-Rémy den Stil des Südens erleben? Co-Autorin Petra war schon mehrmals dort und hat tolle Tipps für die Provence auf Lager.




#8 Côte d’Azur
Wenn man schon in der Provence ist, sollte man möglichst auch einen Abstecher an die Côte d’Azur machen. Wir waren in den Osterferien 2024 für zwei Wochen in einem Ferienhaus in der Nähe von Saint-Tropez und haben das Savoir-vivre so richtig genossen. Natürlich haben wir uns auch ab und zu von unserem traumhaften Pool entfernt und Ausflüge nach Cannes, Nizza oder eben Saint-Tropez gemacht. Die Osterferien waren vom Wetter her vielleicht noch nicht die beste Zeit für die Region. Aber dafür war es dort noch sehr ruhig und wir hatten viele Ecken für uns alleine. Man sollte sich also auf jeden Fall überlegen, ob man nicht auch in der Nebensaison hinfährt. Im Sommer ist es einfach wahnsinnig voll und auch ziemlich heiß.





#9 Hérault
Noch so eine Art Geheimtipp ist das Département Hérault, das an die südfranzösische Camargue grenzt und sich rund um Montpellier erstreckt. Im Hérault gibt es weite Küstenstreifen mit Dünen und Stränden sowie Lagunenlandschaften, in denen Flamingos leben. Hier liegen aber auch bezaubernde Städtchen wie Sète, das wegen seines verzweigten Kanalsystems und der vielen Brücken auch „Klein-Venedig des Languedoc“ genannt wird. Außerdem natürlich Montpellier, die coole Studentenstadt, in der im Sommer das Leben auf den Straßen summt und brummt. Co-Autorin Petra war mit ihrer Familie im Hérault und hat viele tolle Tipps mitgebracht.





#10 Korsika
Korsika ist die viertgrößte Insel im Mittelmeer und unglaublich vielfältig. Hier findet man raue Berglandschaften, malerische Täler und Schluchten aber auch wunderschöne Strände, die zum Sonnenbaden und Surfen einladen. Besonders beliebt ist Korsika jedoch für das Schwimmen in wilden Flüssen. Glasklares Wasser, natürliche Wasserrutschen, Wasserfälle und tiefe Badegumpen – ein Traum für kleine und große Kinder.
Wer Tipps für wunderschöne Campingplätze, lässige Beach-Restaurants, Bonifacio – die Stadt auf dem Kreidefelsen oder für die Weiterreise nach Sardinien sucht, wird ebenfalls bei Co-Autorin Petra fündig. Korsika steht für mich seitdem ebenfalls ganz weit oben auf meiner To-See-Liste.





#11 Paris
Ob mit kleinen oder großen Kindern – Paris ist wohl immer eine Reise wert. Nach über 25 Jahren habe ich es im vergangenen Oktober auch endlich mal wieder geschafft, der Stadt einen Besuch abzustatten. Und auch meine Co-Autorin Petra hat Paris schon mit ihrem Mann und ihren drei Kindern entdeckt. Wir sind uns jedenfalls einig: Paris ist einfach traumhaft! Und zu entdecken gibt es auch mehr als genug: Einmal die Mona Lisa besuchen, durch das Künstlerviertel Montmartre schlendern, den Eiffelturm bestaunen, sich in den Katakomben gruseln oder über den entzückenden Flohmarkt von Saint-Ouen bummeln. Man kann eigentlich immer wieder hinfahren.





#12 Disneyland Paris
Wenn man schon mal in Paris ist, sollte man mit Kindern auch unbedingt das Disneyland Paris besuchen. Es steht den Disneylands in den USA, aus meiner Sicht, in keinster Weise nach. Man hat sich jedoch den Flug gespart. Das Disneyland liegt ca. 32 km östlich von Paris entfernt, daher bietet es sich an, es mit einem Aufenthalt in Paris zu verbinden. Aber Achtung: das Disneyland ist so groß, dass man mindestens 2 Tage nur für den Park benötigt.
Wir waren im Übrigen im Oktober im Disneyland, dann ist alles herbstlich geschmückt bzw. bereits auf Halloween eingestellt. Fanden wir großartig! Aber sicher hat fast jede Jahreszeit ihren Reiz.
Hier findet Ihr meine Reise-Inspirationen mit vielen Tipps zum Disneyland Paris!




Für uns gehört Frankreich seit ein paar Jahren auf jeden Fall zu den liebsten Reisezielen in Europa. Es ist einfach wahnsinnig vielfältig und es gibt noch so viel zu entdecken. Habt Ihr eine Lieblingsregion in Frankreich? Und wo sollten wir denn auf jeden Fall noch hinreisen?
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3 comments
oh, ich freue mich so, dass Du Frankreich zu schätzen gelernt hast! ich liebe Frankreich seit jeher und finde es so schade, dass wir so eine Sprachbarriere zu unserem Nachbarland haben. Dein Beitrag ermutigt hoffentlich mehr Menschen, sich dieses Land einmal näher anzuschauen!
liebe Grüße
Corinna
Außer im Disneyland waren wir (meist mit Sohn) schon in allen oben beschriebenen Regionen und egal wo, es war immer herrlich. Mein Städtehighlight ist ganz klar Nantes. Müsste ich gezwungenermaßen eine Gegend herauspicken würde ich das Périgord/Dordogne wählen, die Vielfalt von Kultur und Natur ist so schön.
Das Languedoc-Roussillon und die Auvergne sind auch sehr empfehlenswert…..Ach eigentlich ist Frankreich einfach überall ein tolles Urlaubsland.
Danke Martina! Das ist gut zu wissen und dann haben wir ja noch die ein oder andere Ecke, die wir in Frankreich unbedingt entdecken müssen. VlG, Nadine