[Ein Beitrag von Co-Autorin Petra]
Segeln in Kroatien? Hervorragende Idee! Aber allein reisen als Frau, ohne die Familie? Ich habe das mal getestet und war schwer begeistert. Denn bevor ich in Trogir an Bord der Moonshadow, einem Lagoon-Katamaran, ging, hatte ich keine Ahnung, wie gut mir das tun würde. Und dass allein reisen als Frau und Mutter etwas ist, das ich eigentlich viel öfter machen sollte.
Die „Moonshadow” gehört zur Flotte von „More Sailing”, einem schwedischen Segelunternehmen, das Segelreisen in Kroatien, Griechenland, Italien, der Karibik und Schweden anbietet. Die Möglichkeit, bei einem Segeltörn dabei zu sein, klang zunächst einmal ganz allgemein verlockend. Ich mag Boote, habe letztes Jahr deswegen extra einen Motorboot-Führerschein gemacht und wollte bei der Gelegenheit gleich auch mal ein wenig Segelerfahrung sammeln. Also bin ich mit sechs anderen tollen Menschen und der Zweier-Crew, bestehend aus Skipper Noah und Host Axel, losgesegelt und habe mich auf gewisse Weise selbst gefunden. Und das in nur vier Tagen. Wie das geht, warum allein reisen als Frau cool ist und Segeln in Kroatien genau die Auszeit war, die ich gebraucht habe, erzähle ich euch jetzt.





Allein reisen als Frau:
Warum Segeln in Kroatien genau die Auszeit war, die ich gebraucht habe
- Allein reisen als Frau:
- Warum Segeln in Kroatien genau die Auszeit war, die ich gebraucht habe
- #1 Segeln in Kroatien: Meine Antwort auf den „Gender Leisure Gap“
- #2 Solo unterwegs, aber nicht allein: Warum genau das den Unterschied macht
- #3 Segeln in Kroatien mit Skipper: Warum ich mich genau dafür entschieden habe
- #4 Was ich aus dieser Auszeit mitgenommen habe
- #5 Für wen eignet sich so eine Segelreise?
- #6 Anreise und Startpunkt des Törns
- More Sailing
- #7 Allein reisen als Frau: Warum ich es wieder tun würde
- Warum Segeln in Kroatien genau die Auszeit war, die ich gebraucht habe
#1 Segeln in Kroatien: Meine Antwort auf den „Gender Leisure Gap“
Kein Alltag, keine To-do-Listen, kein „Mama, kannst du mal…“. Nur Wasser, Wind und dieses Gefühl, dass plötzlich alles ein bisschen langsamer wird. Genau so hatte ich mir das vorgestellt. Und genau so war es dann auch. Gleichzeitig war da aber, ich gebe es offen zu, gerade am Anfang auch dieses leichte Zögern. Alleine reisen als Frau, noch dazu ohne Kinder, klingt im ersten Moment nach Freiheit. Und fühlt sich im zweiten dann doch irgendwie… ungewohnt an. Darf ich das einfach so? Ein paar Tage rausgehen aus dem Alltag, der sonst so voll ist? Mich rausziehen, während zu Hause alles weiterläuft?
Ich habe gemerkt: Genau dieser Gedanke hält uns oft davon ab, uns diese Auszeit überhaupt zu nehmen. Frauen, und vor allem Mütter, machen das viel zu selten. Mittlerweile gibt es sogar einen Begriff dafür: Gender Leisure Gap. Er beschreibt, dass Frauen ihre freie Zeit deutlich häufiger zurückstellen. Und dadurch allzu oft auch das, was ihnen eigentlich guttut. Und genau deswegen will ich euch diese Reise vorstellen. Als Einladung, sich selbst wieder ein Stück näher zu kommen. Als Frau. Als Abenteurerin. Als Person, die mehr ist als „nur“ Mutter und Familienmanagerin.





#2 Solo unterwegs, aber nicht allein: Warum genau das den Unterschied macht
Die Herausforderung, wenn man allein als Frau reist ist: Man weiß gar nicht so genau, was man machen soll. Alleine ins Hotel? Oder lieber Cluburlaub? Muss man mögen. Denn am Ende sitzt man solo da und langweilt sich schrecklich. Gerade wenn man gewohnt ist, dass immer Trubel um einen herum ist, kehrt sich das manchmal so Ersehnte ins Gegenteil um und man fühlt sich schnell sehr einsam. Wenn auch ihr diese Überlegungen kennt, könnte ein Bootsurlaub etwas für euch sein. Und zwar so einer wie hier, nicht auf einem riesigen Kreuzfahrtschiff! Zugegeben, es kostet Überwindung, sich auf solch ein Solo-Abenteuer einzulassen. Ich kannte niemanden an Bord, als ich angekommen bin. Und trotzdem war da sofort dieses Gefühl: Das hier wird gut. Und: Ich muss hier nichts organisieren, nichts planen, nichts im Blick behalten.
Ein Skipper, der sich um alles kümmert. Ein Host, der dafür sorgt, dass man einfach ankommen kann. Und eine internationale Crew aus Menschen, mit Lust auf ein paar Tage Segeln durch die dalmatinische Inselwelt. Zugegeben: Ein Boot ist ein Ort mit begrenztem Platz. Da hilft es, sich gut zu verstehen. Die Moonshadow hat es uns aber leicht gemacht, denn sie bietet genug Raum, um sich auch mal zurückzuziehen.
Mein Tipp: Wenn dir ein bisschen mehr „Space“ wichtig ist, ist ein Katamaran die beste Wahl. Der großzügige Bereich am Bug, einfach im Netz liegen und aufs Wasser schauen, war für mich einer der schönsten Orte überhaupt. Und auch die Kabinen sind überraschend komfortabel (bei More Sailing übrigens auch als Einzelbelegung buchbar).







#3 Segeln in Kroatien mit Skipper: Warum ich mich genau dafür entschieden habe
Bei aller Liebe zum Wasser und zu Booten: Segeln ist dann noch einmal so etwas wie die Kür. Und genau deshalb wollte ich das unbedingt erleben. Ohne eigene Verantwortung, aber mit Anleitung. Bei den Törns von More Sailing können die Gäste selbst mit anpacken: Segel setzen, beim Ankern helfen, Fender raus- und reinholen oder auch mal das Boot auf Kurs halten. Und gleichzeitig ist da immer jemand wie Noah, unser Skipper an Bord – ruhig, souverän und professionell.
Für mich war das die perfekte Mischung: Ich konnte mich treiben lassen, musste mich um nichts kümmern und konnte gleichzeitig unglaublich viel mitnehmen. Einfach zuschauen, Fragen stellen, verstehen, wie die Abläufe an Bord funktionieren. Beim Ablegen helfen, beim Segelsetzen dabei sein und Schritt für Schritt ein Gefühl dafür bekommen, wie sich so ein Boot wirklich bewegt. Ohne Druck und ohne Erwartungen, aber mit dem Gefühl, mittendrin zu sein.
Falls ihr das alles nicht wollt: kein Problem. Man kann auch einfach die Füße hochlegen und es genießen, einmal für nichts verantwortlich zu sein. Und das mit dem schönen Gefühl im Herzen, mit mehr Abenteuer-Spirit unterwegs zu sein als bei einem klassischen Hotel- oder Cluburlaub.





#4 Was ich aus dieser Auszeit mitgenommen habe
Es ist erstaunlich, wie wenig Zeit es manchmal braucht, um wieder bei sich selbst anzukommen. Natürlich habe ich nach meiner Rückkehr nicht plötzlich mein Leben umgekrempelt. Auch nach ein paar Tagen auf einem Segelboot geht dein Alltag nahtlos weiter. Termine, Job, Kalender, Haushalt sind ja immer noch da. Ich habe, nachdem ich zurück war, erstmal für ein paar Tage meine Eltern zu Besuch gehabt und war direkt wieder im To-Do-Listen-Modus.
Und trotzdem: Etwas hat sich verändert. Wenn mich etwas stresst, beame ich mich gedanklich immer mal wieder dorthin zurück. Die Zeit auf dem Boot fühlt sich in der Rückblende nämlich fast noch entspannter an als während der Reise. Vielleicht ist es dieses Gefühl, für ein paar Tage nur für mich selbst verantwortlich gewesen zu sein und damit eine andere Rolle einzunehmen. Vielleicht waren es die Gespräche mit Menschen, die in ganz anderen Lebensrealitäten unterwegs sind. Vielleicht war es aber auch einfach die Zeit auf dem Wasser.
Während man zu Hause ständig zwischen Arbeit, Familie und Alltagsorganisation wechselt, bleibt auf solchen Reisen plötzlich wieder Raum für die eigenen Gedanken. Für Dinge, die im normalen Leben oft irgendwo zwischen Einkaufsliste und WhatsApp-Nachrichten verschwinden. Genau deshalb bin ich jetzt noch mehr als vorher überzeugt, dass Auszeiten kein Luxus sind. Zumindest nicht die Art von Auszeiten, bei denen man wirklich einmal aus seinem gewohnten Umfeld herauskommt. Und vielleicht müssen es dafür nicht einmal zwei Wochen Urlaub sein. Manchmal reichen schon ein paar Tage.
#5 Für wen eignet sich so eine Segelreise?
Als ich im Vorfeld von der Reise erzählt habe, kam fast immer dieselbe Frage: „Muss man dafür segeln können?“ Die Antwort ist ganz einfach: Nein. An Bord waren Menschen mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen. Einige hatten bereits Segelerfahrung, andere waren zum ersten Mal auf einem Boot unterwegs. Wer möchte, kann aktiv mithelfen und viel lernen. Wer lieber entspannen möchte, kann genau das tun.
More Sailing ist ein schwedisches Unternehmen, die Reisegruppen sind entsprechend international gemischt. Das kann eine spannende Basis sein, um neue Menschen kennenzulernen.







Hier mal ein paar Fragen und Fakten:
Muss man alleine reisen? Nein. Ihr könnt genauso als Paar reisen oder sogar als Familie. Oder ihr chartert gleich das ganze Boot zusammen mit Freunden. Auch das geht mit Skipper, so dass es null Segelerfahrung braucht.
Wie viel Privatsphäre hat man? Mehr als ich erwartet hatte. Klar, ein Segelboot, auch wenn es ein Katamaran ist, der etwas mehr Platz bietet, hat begrenzten Raum. Aber es gibt immer wieder Möglichkeiten, sich zurückzuziehen. More Sailing bietet als eines der wenigen Segelunternehmen die Möglichkeit, einzelne Kabinen zu buchen (auch nur für 1 Person). So kann man auch solo ins Segelabenteuer starten und ist doch nicht allein. Wer Platz braucht, für den ist ein Katamaran auf jeden Fall von Vorteil, eben weil er mehr Platz und mehr Ecken bietet, sich zurückzuziehen. Sei es in der eigenen Kabine, vorne im Netz des Katamarans (mein Lieblingsplatz) oder einfach mit einem Buch in einer ruhigen Ecke des Bootes.
Ist das etwas für Frauen und Mütter, die eine Auszeit suchen? Ganz klar: Ja. Nicht weil es ein spezielles Angebot für Mütter oder alleinreisende Frauen wäre. Sondern weil es genau die Mischung bietet, die vielen von uns im Alltag fehlt. Man muss nichts organisieren. Man muss niemanden versorgen. Man muss nicht ständig an den nächsten Programmpunkt denken. Stattdessen darf man einfach einmal Gast sein. Essen? Wird zubereitet – und wie! Ich habe so selten so lecker gegessen wie an Bord der Moonshadow. Frühstück und Mittagessen sowie Snacks gibt es an Bord. Abends geht es gemeinsam zum Essen, falls das Boot in einer Marina anlegt oder in einer Bucht mit Restaurant liegt.








Auf einen Blick: Segeln mit More Sailing
Konzept: Segeltörns mit Skipper und Host an Bord, eine Mischung aus Aktivurlaub, Entspannung und Inselhopping.
Für wen geeignet? Für Alleinreisende, Paare, Freundesgruppen und Familien. Segelerfahrung ist nicht erforderlich. Wer möchte, kann aktiv mitsegeln, wer lieber entspannen möchte, lehnt sich einfach zurück.
An Bord inklusive: Skipper, Host, Frühstück, Mittagessen, Getränke an Bord, Bettwäsche, Handtücher sowie die üblichen Yachtkosten wie Hafengebühren und Kraftstoff.
Unterbringung: Moderne Segelyachten und Katamarane mit Kabinen an Bord. Einzelkabinen können je nach Reise gebucht werden.
Mitmachen oder entspannen: Segel setzen, steuern und beim Anlegen helfen ist möglich, aber keine Pflicht.
Reiseziele: Unter anderem Kroatien, Griechenland, Italien, Schweden und die Karibik.
Kroatien-Routen: Start meist in Trogir bei Split, von dort geht es zu Inseln wie Hvar, Brač, Vis oder Korčula.
Dauer: Die meisten Törns dauern eine Woche, es gibt aber je nach Saison und Angebot unterschiedliche Varianten.
Weitere Informationen & Buchung: Auf der Website von More Sailing
#6 Anreise und Startpunkt des Törns
#6.1 Anreise
Der Startpunkt der Kroatien-Törns ist Trogir, das von Deutschland aus gut erreichbar ist. Der Flughafen Split liegt nur wenige Kilometer entfernt und wird im Sommer von zahlreichen deutschen Flughäfen direkt angeflogen. Wer nicht fliegen möchte, kann auch per Auto oder Fernreisebus anreisen – allerdings mit deutlich mehr Reisezeit. More Sailing organisiert Transfers vom und zum Flughafen.

#6.2 Startpunkt des Törns: Trogir
Trogir ist im Übrigen eine tolle Stadt zum Erkunden, mit verwinkelten Altstadtgassen, charmanten kleinen Läden und vielen Bars, Cafés und Restaurants. Also plant euch dort unbedingt auch noch etwas Zeit ein, beispielsweise am letzten Tag. Auschecken auf dem Boot ist morgens, euer Gepäck könnt ihr in der Marina aufbewahren lassen und zu Fuß etwa 15 Minuten in die Altstadt gehen.





#7 Allein reisen als Frau: Warum ich es wieder tun würde
Die allermeisten Frauen kennen den aufreibenden Alltag, den man als Mutter und Familienmanagerin hat. Viel zu selten macht man mal etwas, das man ganz alleine für sich tut. Schon gar nicht, wenn das eine mehrtägige Abwesenheit bedeutet. Und wenn diese Abwesenheit dann auch noch „Leisure“ ist und keine Dienstreise oder ähnliches. Für mich waren die Tage auf dem Segelboot in Kroatien daher ganz besonders. Weil sie ihren eigenen Rhythmus hatten, der einmal nicht fokussiert war auf andere.
Für mich war diese Segelreise eine echte Inspiration und auch eine Art Augenöffner. Eine Erinnerung daran, dass die Dinge, die uns begeistern, nicht verschwinden, nur weil andere Themen im Leben wichtiger werden. Manchmal warten sie einfach darauf, dass wir ihnen wieder ein bisschen Raum geben. Und wer weiß, vielleicht kann ich Nadine ja auch noch zum Segeln inspirieren, immerhin war sie ja sogar schon mal auf einer Segelregatta auf den British Virgin Islands ;).
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Allein reisen als Frau
Warum Segeln in Kroatien genau die Auszeit war, die ich gebraucht habe
Inselhopping auf den British Virgin Islands
4 tropische Inselträume und Must-See Orte
