Erfurt an einem Tag

Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Thüringens Landeshauptstadt

by nadine

Erfurt, die Landeshauptstadt von Thüringen, stand schon sehr lange auf meiner To-See-Liste. Eine Reise dorthin war zwar nicht geplant, ergab sich auf unserer Rückreise vom polnischen Riesengebirge ins Rheinland dann aber wie von selbst. Ich mache ja gerne auch immer den Weg zum Ziel. Es wäre doch schade, an vielen Highlights vorbeizufahren, ohne sie gesehen zu haben. Und so sind wir im August recht spontan für einen Tag in Erfurt gelandet. Was soll ich sagen? Der Stopp hat sich gelohnt.

Wir hatten zwar nicht besonders viel Zeit, kein ausgeklügeltes Sightseeing-Programm und schon gar nicht den Anspruch, Erfurt in ein paar Stunden komplett kennenzulernen. Aber genau das war dann auch sehr angenehm. Da die Stadt überschaubar ist, kann man die Sehenswürdigkeiten von Erfurt an einem Tag entspannt entdecken. Ich nehme euch also mal mit auf einen Rundgang und verrate euch, warum sich ein Besuch in der thüringischen Landeshauptstadt mit ihrem bunten Fachwerk, den charmanten Wasserläufen und der pittoresken Krämerbrücke lohnt.

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Erfurt an einem Tag:

Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Thüringens Hauptstadt

#1 Erfurt – eine Altstadt wie aus dem Bilderbuch

Erfurt hat etwa 215.000 Einwohner:innen und eine relativ überschaubare Größe. Daher lässt sich die historische Innenstadt wunderbar zu Fuß erkunden. Sie ist kompakt und steckt voller kleiner Gassen, Plätze, Brücken und historischer Gebäude. Laut Erfurt Tourismus gilt sie sogar als größtes Flächendenkmal Deutschlands. Man merkt dann auch relativ schnell, warum die Stadt so beliebt ist. Hier stehen aufwendig restaurierte Fachwerkhäuser neben prachtvollen Bürgerhäusern, dazwischen befinden sich Kirchen, kleine Läden, Cafés und Restaurants und natürlich die berühmte Krämerbrücke.

Die historische Altstadt ist ausgesprochen hübsch und gepflegt und wirkt manchmal fast schon zu adrett. Sind wir Kölner gar nicht gewöhnt ;). Erfurt hat auf jeden Fall eine Altstadt wie aus dem Bilderbuch und ist daher schon längst kein Geheimtipp mehr. Die Stadt ist touristisch geprägt. Sehr sogar.

#2 Der Wenigemarkt – mittendrin im Erfurter Altstadttrubel

Direkt am östlichen Ende der Krämerbrücke liegt der Wenigemarkt. Ein hübscher kleiner Platz, auf dem sich historische Fassaden, Restaurants und Cafés zu einem ziemlich fotogenen Ensemble verbinden. Hier kann man draußen sitzen, das Treiben beobachten und wunderbar eine Pause vom Altstadtbummel einlegen.

Allerdings ist man damit nicht allein. Der Wenigemarkt gehört zu den Orten in Erfurt, an denen sich Einheimische und Besucher gleichermaßen tummeln. Wer auf der Suche nach unentdeckten Geheimtipps ist, wird hier also nicht fündig. Dafür bekommt man jede Menge Altstadtflair und einen guten Ausgangspunkt, um durch die unzähligen Altstadtgässchen von Erfurt zu streifen.

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#3 Die Krämerbrücke – Erfurts berühmtester Fotospot

Die Krämerbrücke ist ein Muss für jeden, der Erfurt besucht. Wenn man davorsteht, wird dann auch schnell klar, warum sie das Wahrzeichen der Stadt ist. Mit einer Länge von rund 120 Metern ist sie die längste durchgehend mit Häusern bebaute und bewohnte Brücke Europas. Sie wurde bereits im Jahr 1325 aus Stein errichtet. Heute stehen hier 32 Häuser dicht an dicht, in denen sich kleine Läden, Galerien, Werkstätten und Cafés befinden.

Das Kuriose ist, dass man beim Darüberlaufen zunächst gar nicht das Gefühl hat, über eine Brücke zu gehen. Es fühlt sich eher an, als würde man durch eine hübsche, historische Gasse laufen. Links ein kleines Geschäft, rechts ein Café, irgendwo dazwischen Fachwerk und unzählige Menschen mit Kameras und Smartphones. Erst wenn man die Brücke von außen betrachtet und auf das Flüsschen Gera schaut, wird einem bewusst, dass es sich tatsächlich um eine Brücke handelt. Die Krämerbrücke ist also nicht spektakulär im klassischen Sinn, sondern vor allem ein wunderschönes Gesamtkunstwerk.

#4 Fischmarkt – prachtvolle Fassaden und historisches Flair

Der Fischmarkt zählt zu den schönsten Plätzen der Erfurter Altstadt. Er begeistert mit seinen prachtvollen, historischen Bürgerhäusern und dem neugotischen Rathaus. Besonders sehenswert sind die aufwendig verzierten Renaissancefassaden, die den einstigen Wohlstand der Handelsstadt erahnen lassen. Auffällig sind das Renaissancehaus „Zum Roten Ochsen” und das Haus „Zum Breiten Herd” mit seiner farbenfrohen Fassade. Dazwischen steht das Rathaus, das dem Platz seinen ganz eigenen Charakter verleiht.

#5 Erfurt und seine kleinen Kanäle

Was mir in Erfurt besonders gut gefallen hat, sind die vielen kleinen Wasserläufe und Brücken, die sich durch die Altstadt ziehen. Zwischen den historischen Häusern fließt das Flüsschen Gera durch die Stadt, verzweigt sich in verschiedene Arme und sorgt immer wieder für hübsche Ausblicke. Mal schaut man von einer kleinen Brücke auf das Wasser hinunter, mal spiegeln sich die alten Fassaden darin und manchmal entdeckt man zwischen Fachwerk und Grün einen beinahe verwunschenen Winkel.

Gerade rund um die Krämerbrücke wird deutlich, wie eng Erfurt mit dem Wasser verbunden ist. Die zahlreichen Brücken gehören hier ganz selbstverständlich zum Stadtbild und machen den Spaziergang durch die Altstadt noch abwechslungsreicher. Hinter jeder Ecke wartet gefühlt der nächste schöne Blick aufs Wasser. Natürlich ist Erfurt deshalb noch lange nicht Venedig. Aber ein wenig mediterranes Flair bekommt die ansonsten so adrette Thüringer Altstadt dadurch schon. Während sich auf den großen Plätzen die Besucher tummeln, findet man entlang der Wasserläufe immer wieder ruhigere Ecken, an denen man einfach stehen bleiben und die Aussicht genießen möchte.

#6 Der Domplatz und das große Erfurt-Panorama

Einer der Orte, an denen Erfurt dann nochmal ordentlich Eindruck schindet, ist der Domplatz. Hier stehen der Dom St. Marien und die Severikirche dicht nebeneinander und bilden eines der bekanntesten Ensembles der Stadt. Der gotische Dom und die fünfschiffige Severikirche zählen zu den großen Wahrzeichen Erfurts. Über eine breite Freitreppe gelangt man hinauf zum Domberg, von wo aus man einen schönen Blick auf den belebten Domplatz mit seinen Marktständen hat. Erfurt wirkt an dieser Stelle deutlich größer und monumentaler als beim Bummel durch die kleinen Altstadtgassen. Je nach Tageszeit treffen sich hier Touristen, Stadtführungen und Einheimische, die den Markt besuchen. Es herrscht also reger Betrieb.

#7 Ein Abstecher auf den Petersberg

Wer nur einen Tag in Erfurt hat, muss natürlich ein bisschen Prioritäten setzen. Daher haben wir einen Abstecher auf den Petersberg leider verpasst, obwohl er direkt am Domplatz liegt. Die Zitadelle Petersberg soll jedoch zu den größten und am besten erhaltenen barocken Stadtfestungen Europas gehören. On top gibt es mit Sicherheit schöne Blicke über die Dächer Erfurts.

#8 Die Lange Brücke – kleine Shops und hübsche Wasserblicke

Die Lange Brücke ist ein schöner Ort, um Erfurt abseits der großen Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Sie führt über einen Arm der Gera und ist von historischen Häusern, kleinen Gassen und viel Grün umgeben. Die Umgebung ist besonders reizvoll wegen ihrer vielen individuellen Shops und kleinen Boutiquen, die zum Stöbern einladen und eine schöne Alternative zu den bekannten Ladenketten bieten. Zusammen mit den Wasserläufen und den alten Fassaden entsteht hier eine entspannte Atmosphäre, die perfekt zu einem gemütlichen Bummel durch Erfurt passt.

#9 Der Anger – Erfurts Einkaufsmeile

Wer noch einmal Lust auf Großstadttrubel hat, landet früher oder später am Anger. Die zentrale Einkaufsmeile Erfurts verbindet die historische Altstadt mit dem modernen Stadtleben. Hier reihen sich bekannte Modeketten, Kaufhäuser und kleinere Geschäfte aneinander. Dazwischen gibt es Cafés für eine kurze Verschnaufpause. Zugegeben, architektonisch fand ich die kleinen Gassen rund um die Krämerbrücke deutlich reizvoller. Wer beim Sightseeing aber auch ein bisschen shoppen möchte, ist am Anger genau richtig. Und die zentrale Lage ist allemal praktisch.

#10 Erfurt und die KIKA-Figuren – Augen auf beim Stadtbummel

Wer durch Erfurt spaziert, begegnet plötzlich alten Bekannten aus der Kindheit: dem Sandmännchen, Bernd das Brot, der Maus oder dem Elefanten. Die bunten Figuren stehen an verschiedenen Orten in der Innenstadt und sorgen für kleine Überraschungsmomente beim Stadtbummel. Der Grund dafür ist, dass Erfurt seit 1997 Sitz des Kinderkanals KiKA von ARD und ZDF ist.

Als Hommage an den Sender und seine beliebten Fernsehfiguren wurden zahlreiche Figuren im Stadtgebiet aufgestellt. So wird der Altstadtbummel ganz nebenbei zur kleinen Entdeckungstour für große und kleine Fans. Und natürlich zu einer schönen Gelegenheit für ein Erinnerungsfoto.

#11 Erfurt und Weimar kombinieren

Wer etwas mehr Zeit mitbringt, kann Erfurt wunderbar mit einem Abstecher nach Weimar verbinden. Die beiden thüringischen Städte liegen nur rund 25 Kilometer auseinander und sind sowohl mit dem Auto als auch mit dem Zug schnell erreichbar. Erfurt punktet mit seiner mittelalterlichen Altstadt, der Krämerbrücke und den vielen Fachwerkhäusern, während Weimar mit klassischer Kultur, Goethe und Schiller sowie dem Bauhaus-Erbe lockt.

Zwei Städte, die unterschiedlicher kaum sein könnten und sich gerade deshalb perfekt für einen gemeinsamen Kurztrip eignen. Wir haben Weimar bereits 2016 kurz besucht, es gibt jedoch keinen Beitrag darüber. Ich möchte aber auf jeden Fall gerne nochmal nach Weimar.

Übernachtungs-Tipp: Wir haben eine Nacht im a&o Hostel in Hostel in Weimar* verbracht, bevor wir uns Erfurt angeschaut haben. War easy, praktisch und empfehlenswert.

#12 Mein Fazit: Mehr als nur ein Zwischenstopp wert

Was mir an Erfurt besonders gefallen hat, ist die Tatsache, dass man relativ schnell das Gefühl bekommt, tatsächlich etwas von der Stadt gesehen zu haben. Natürlich reicht ein Tag in Erfurt nicht aus, um die Stadt umfassend kennenzulernen. Dafür gibt es zu viele Museen, Kirchen, historische Orte und verschiedene Viertel. Aber für einen ersten Eindruck? Absolut. Gerade wenn man ohnehin durch Mitteldeutschland reist, lässt sich die Stadt wunderbar mitnehmen.

Erfurt ist allerdings dann auch wieder so hübsch, dass sie mehr als nur einen Zwischenstopp wert ist. Dann würde ich mir allerdings etwas mehr Zeit nehmen. Denn nach ein paar Stunden bleibt es zwangsläufig bei einem ersten Kennenlernen. Und Erfurt hat scheinbar definitiv mehr zu erzählen als nur die Geschichte seiner berühmten Krämerbrücke.

Hier findet Ihr weitere Inspirationen für Städtetrips:

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