Südafrika mit Kindern

Gedanken, Fakten und Tipps von A bis Z

Südafrika! Ewigkeiten haben wir diesem Trip entgegengefiebert und nun ist er auch schon wieder vorbei und ich versuche all meine Gedanken und Emotionen zu dieser Reise in Worte zu fassen. Keiner unserer Trips (in den letzten 5 Jahren), hat mich gefühlsmäßig so berührt und zerrissen. Nein, mit Südafrika und mir war das nun wirklich keine Liebe auf den ersten Blick. Eher auf den 3. und 4. Blick. Dann aber mit Bääm und ganz viel Herzschmerz. In den nächsten Monaten werdet Ihr hier also mit Südafrika-Beiträgen zugeschmissen werden. Vorher gibts aber erstmal eine Runde Gedanken, Fakten und Tipps von A bis Z für Euch.

A wie Apartheid:

Südafrika hat mein Herz im wahrsten Sinne des Wortes gespalten. Ein wunderwunderschönes Land. Aber die große Armut der Schwarzen, der extreme Unterschied zwischen 1. und 3. Welt und das Gefühl, dass die Weißen immer noch „die Herrscher“ sind, hat uns täglich beschäftigt. Ich war in vielen 3. Welt Ländern unterwegs und habe Not gesehen. Aber die extreme Kluft zwischen weiß und reich / arm und schwarz ist mir bisher in keinem anderen Land so extrem aufgefallen und hat mich sehr betroffen gemacht. Vielleicht ist das so, wenn man das erste Mal nach Afrika reist. Vielleicht ist man es als Europäer einfach nicht gewöhnt, nur von Menschen anderer Hautfarbe bedient zu werden.

hand in hand with Nelson Mandela

Aber Fakt ist…. es fühlte sich für mich absolut nicht richtig an, dass alle Weißen in schnieken Restaurants, Hotels etc. sitzen und die Schwarzen nur für die Drecksarbeit zuständig sind. Es fühlte sich nicht richtig an, alle Schwarzen unter Generalverdacht stellen zu müssen. Das man dazu genötigt wird, sich nicht auf ein Gespräch mit ihnen einzulassen oder sie gar anlächeln zu dürfen, weil sie einen evtl. überfallen könnten. Es fühlt sich nicht richtig an, hinter hohen Mauern und Stacheldraht in seinem teuren Hotel zu sitzen, während ca. 1,5 Mio. Schwarze allein um Kapstadt in ihren Wellblechhütten und Pappkartons hausen. Mir war vorher wohl einfach nicht bewusst, welche Spuren und Wunden die Apartheid, auch 23 Jahre später noch hinterlassen hat.

„it don´t matter if you´re black or white“
– Michael Jackson –

 

Whites only – während der Apartheid

Ich hatte über das Thema im Übrigen ein langes Gespräch mit meinem 83jährigen Onkel, der von 1963 bis 1978 in Johannesburg lebte. Er meinte zu Zeiten der Apartheid war die Kriminalität noch schlimmer und in ihr Haus wurde mehrfach eingebrochen. Außerdem war es oft gar nicht möglich mit Schwarzen zusammenzuarbeiten, weil diese z.B. einfach nicht bei der Arbeit erschienen sind oder total betrunken waren. Viele Männer hatten zu der Zeit bis zu 4 Frauen und die „Tugenden der Weißen“ wie Disziplin oder Ordnung waren ihnen einfach völlig fremd. Letzten Endes die gleichen Probleme, die es auch in Nordamerika, Australien oder Neuseeland mit den Ureinwohnern gibt. Man kann die Menschheit halt nicht in Schema F pressen. Wir sind alle gleich und doch so unterschiedlich.

B wie Buren:

Hatte ich schon mal von gehört und musste dann doch erstmal googlen. Die Buren sind die europäischstämmigen Südafrikaner (meist Holländer, aber auch Deutsche und Franzosen) die seit 1652 das Land besiedelt haben. Das Wort Buren stammt vom niederländischen ab und bedeutete ursprünglich Bauern. Tatsächlich fühlt man sich mancherorts wie nach Holland gebeamt. Die Architektur, Kultur und Sprache der Niederländer haben eindeutige Spuren im Land hinterlassen.

C wie Capetown:

Start unserer Reise war Capetown und meine Erwartungen waren hoch. Wahrscheinlich zu hoch. Denn überall wird Kapstadt als eine der megacoolsten Cities der Welt angepriesen. Mich hat sie dann aber ehrlich gesagt nicht so aus den Latschen gehauen. Ja, die Kulisse von Kapstadt mit dem Meer vor der Nase und dem Lions Head und Tafelberg im Rücken ist wirklich ein Traum. Ansonsten fand ich die Stadtkulisse aber eher durchschnittlich, völlig überbewertet und die Innenstadt, mit den vielen Obdachlosen, sogar trostlos bis deprimierend. Von den Townships reden wir gar nicht erst. Der Park Companys Garden ist hübsch, aber auch nicht schöner als in vielen anderen Städten und die Waterfront ist halt eine große Ausgeh- und Shoppingmeile. Für den Kontinent Afrika ist Kapstadt aber mit Sicherheit außergewöhnlich und einzigartig.

Der Traumstrand von Camps Bay

D wie Deutsche:

Andere Touristen hat man auf Reisen per se ja nicht so gerne um sich herum. Erst Recht nicht wenn es sich um Landsleute handelt. Ganz Südafrika scheint jedoch übervölkert zu sein von Deutschen. Ich habe selten so viele deutsche Touristen um mich herum gehabt und neben holländisch fast nur deutsch gehört. Besonders beliebt scheinen derzeit deutsche Familien mit kleinen Kindern zu sein, die dort ihre Elternzeit verbringen.

E wie Einreise (mit Kindern):

Ein sehr wichtiges Thema, ganz besonders mit Kindern. Wir waren nämlich wieder Erwarten nicht top vorbereitet und hätten deshalb fast unseren Hinflug verpasst. Das man seit 2015 bei der Einreise mit Kindern eine internationale Geburtsurkunde benötigt, wusste ich. Daher hatte ich zuvor die Geburtsurkunde unseres Sohnes übersetzen und vom Übersetzer beglaubigen lassen. Zudem hatte ich eine Kopie der originalen Geburtsurkunde dabei. Und dann standen wir am Check-In und man wollte uns nicht mitnehmen. Ich muss sicher nicht sagen, dass ich nen halben Herzkapser hatte. 30 Minuten vor Abflug tauchten dann zum Glück noch meine völlig abgehetzten Eltern mit der originalen Geburtsurkunde unseres Sohnes auf.

Die braucht man nämlich lt.  Aussage des Airline Personals. Die Übersetzung ist gar nicht mal so wichtig. Hier gehen die Aussagen der unterschiedlichsten Seiten jedoch auseinander, daher nehmt im Zweifel lieber alles mit und checkt unbedingt auch nochmal die Seite des Auswärtigen Amtes. Ganz kompliziert wird es, wenn nur ein Elternteil mit Kind reist. Dann benötigt man auf jeden Fall zusätzlich, eine auf englisch verfasste und beurkundete Erklärung des anderen Elternteils, dass das Kind reisen darf und eine beurkundete Kopie vom Reisepass der Mutter/ des Vaters. Außerdem benötigt das Kind einen Kinder- oder Erwachsenenreisepass. Meine Kinder haben seit ihrer Geburt bereits den Erwachsenenreisepass, da man mit dem Kinderreisepass in vielen Ländern eh nicht weit kommt.

Deutsche Erwachsene benötigen zur Einreise nur einen gültigen Reisepass. Aber auch hier unbedingt vorher informieren, falls sich die Einreisebestimmungen ändern solltem

E wie Essen:

Definitiv nicht zuviel versprochen wurde uns beim Thema Essen. Südafrika ist ein Schlaraffenland und ich habe schon lange nicht mehr so gut gegessen. Nur die Obst- und Gemüseauswahl in den Supermärkten fand ich etwas mau und hätte mir diese weitaus größer vorgestellt. Besonders beeindruckt hat uns das südafrikanische Fleisch. Eigentlich gehören wir ja eher der Gattung Flexitarier an und essen eher selten Fleisch. Da die Südfrikaner aber gerne und viel davon essen und auch Salate fast immer Fleisch beinhalten, kamen wir irgendwie nicht drumherum. Was soll ich sagen? Im Gegensatz zu unserem deutschen Massentierhaltungsfleisch sind südafrikanische Steaks vom Rind oder Strauß ein geschmacklicher und qualitativer Traum. Es geht also fast nichts über ein südafrikanisches Braai (Barbeque).

Oberleckeres Shakshouka im Kirstenbosch Botanical Garden

F wie Flug:

Wir sind mit Emirates von Düsseldorf über Dubai nach Kapstadt geflogen. Prinzipiell war alles super, denn immerhin ging es auch noch im niegelnagelneuen A380 in die Emirate und das war schon ein Erlebnis. Da wir aber von Haustür zu Haustür schlappe 24 Stunden unterwegs waren, kann ich dann doch nur dazu raten, möglichst einen Direktflug zu buchen. Das ist auf jeden Fall erholsamer.

F wie Farbig (versus Schwarz):

Bisher dachte ich immer, daß das Wort Farbig die Hautfarbe eines Menschen erklärt und das gleiche ist wie Schwarz. Tatsächlich gibt es (zumindest in Südafrika) aber einen ganz expliziten Unterschied. Als Schwarze werden die „Urafrikaner“ bezeichnet, als Farbige die, die eine hellere Hautfarbe haben und meist irgendwann aus Asien einwanderten. Ob das ganze nun rassistisch ist oder nicht, sei mal dahingestellt. Fakt ist, dass mir diese Erklärung unser „schwarzer Guide Joepie“ geliefert hat. Mir ist aufgefallen, dass die Farbigen oftmals zwar schlechtere Jobs haben als die Weißen, aber immer noch besser dastehen als Schwarze. Das hat wiederum zur Folge, dass auch unter der coloured Bevölkerung ein nicht unerheblicher Rassismus herrscht. Menschen sind schon irgendwie seltsam.

G wie Garden Route:

Da wir nur 2 Wochen Zeit hatten, haben wir uns für Kapstadt und das Umland sowie einen Teil der Garden Route entschieden. Was die Garden Route angeht war ich zugegebenermaßen auch erstmal erstaunt, denn die hatte ich mir doch irgendwie sehr viel aufregender vorgestellt. Mir war vorher nicht klar, dass der spannendste Teil der Garden Route zwischen Plettenberg Bay und Port Elizabeth liegt. Blöderweise kamen wir aber nur bis Plettenberg Bay, das 400 km von Kapstadt entfernt liegt und Highlights muß man auf diesem Streckenabschnitt eher suchen.   Wir müssen also nochmal wiederkommen und alles nördlich von Plettenberg Bay erkunden.

H wie Highlights:

Das ist natürlich sehr subjektiv, aber dies waren meine persönlichen Highlights auf der Reise:

mit der Seilbahn auf den Tafelberg hochfahren, die Sonnenuntergänge in Hout Bay, Safari in der Nyaru Lodge bei Plettenberg Bay, die Tierwelt (ich sach nur Warzenschwein und Erdmännchen), das Hinterland bei Heidelberg, der Strand von Stilbaai, unser wundervolles Cottage auf der Skeiding Farm, das Weingut Babylonstoren, die Fahrt über den Chapmans Peak

I wie Impfungen:

Wenn man sich nur in der Region Kapstadt und der Garden Route aufhält, braucht man keine nennenswerten Impfungen. Solche wie z.B. Tetanus, Diphterie, Polio oder Hepatitis sind aus meiner Sicht eh Pflicht. Gerade gegen Hepatitis A sollte eigentlich jeder geimpft sein, da man sich diese Leberkrankheit auch hierzulande durch verunreinigte Lebensmittel und Trinkwasser einfangen kann. Auch meine Kinder habe ich schon früh dagegen impfen lassen.

K wie Kriminalität:

Ein Thema mit dem man auf einer Südafrika-Reise auf jeden Fall konfrontiert wird, denn die Armut ist groß. Man sollte sich aber auch nicht verrückt machen lassen. Letzten Endes kann einem überall etwas passieren und daher sollte man einfach wachen Auges durch die Gegend laufen und (logisch) nicht mit seinem Besitz protzen.

Tatsächlich war Südafrika aber das erste Land, in dem wir an jeder Ampel die Fensterscheiben hoch und das Auto von innen verriegelt hatten. In der Regel will einem nämlich genau dort jeder was verkaufen oder die Fensterscheiben putzen. Dabei wird wohl gerne mal in das offene Fenster gelangt um Gegenstände zu stehlen oder gar die Windschutzscheibe eingeschlagen. Südafrikaner rieten uns zudem (gerade abends), an den Ampeln immer genug Abstand zum Vordermann zu halten, damit man im Notfall schnell wegfahren kann.

Meist sprechen Schwarze einen an, um einem was zu verkaufen, zu betteln oder (angeblich) bei irgendwas behilflich zu sein. Einem deutschen Touristenpaar, mit dem wir uns unterhalten haben, haben sie die Kreditkarte geklaut, weil ihnen jemand beim Parkschein ziehen „helfen“ wollte. Auch sollte man im Dunkeln nicht mehr alleine durch verlassene Gegenden laufen, was man gerade in Kapstadt unbedingt beherzigen sollte. Aber ich renne zuhause auch nicht nachts alleine durch problematische Stadtteile.

Tägliche Gefahren!

Was ich allerdings echt abtörnend fand war, dass wir uns auch an den Stränden nicht unbedingt sicher gefühlt haben. Südafrikas Strände sind ein Traum, endlos lang, menschenleer und laden zu stundenlangen Spaziergängen ein. Bei solchen Schildern kommt dann allerdings keine Freude auf. Südafrikaner erkennt man im Übrigen daran, dass sie am Strand rein gar nichts dabei haben. Außer vielleicht ihrem Strandtuch. Wir wären dagegen mit Rucksack und Kamera im Gepäck immer ein gefundenes Fressen gewesen.

Eine interessante Diskussion über das Thema Kriminalität gibt es hier bei mir auf Instagram.

K wie Kleidung:

Südafrika ist leger und kleidungstechnisch daher voll mein Pflaster. Jeans, TShirt, Turnschuh, fertig. Im Sommer ist es warm (25 – 35 Grad) und all meine wärmeren Kleidungsstücke wie Regenjacke, Jeans und Boots gingen nahezu ungetragen wieder mit nach Hause. Meist hatte ich Shorts und Shirt oder Rock/ Kleid und ein paar Schlappen an. Gerade im Sommer braucht man echt nicht viel.

Unbedingt einpacken solltet ihr aber ein vernünftiges Paar Wanderschuhe. Da hat man im Sommer dann zwar heiße Füße, kann aber auch mal nen Walk durch einen Nationalpark oder anderweitig unebenes Gelände machen. Ich hatte die Terradorra Waterproof Boots von Keen im Gepäck. Die sind superleicht und extrem bequem. Spätestens seit meinen Winterboots schwöre ich ja eh auf die Outdoorschuhe von Keen. Der Terradorra wurde speziell für Frauen entwickelt, ist wasserdicht und atmungsaktiv, hat eine Gummisohle und ein gemütliches Fußbett. Gerade auf unwegsamen Terrain finde ich es immer wichtig, dass die Boots über den Knöchel gehen, damit man nicht umknickt. Außerdem gibt es in Südafrika die ein oder andere (auch giftige) Schlange oder pieksige Pflanzen. Schlappen reichen daher nicht aus. Mit diesem Schuh seid ihr auf jeden Fall trailfit und bereit jeden Berg zu besteigen.

Terradorra Waterproof Boots von Keen

M wie Mietwagen:

Da wir ja eine Rundreise mit Erlebe Familienreisen gemacht haben (nachzulesen hier), war der Mietwagen direkt mit im Package und wir mussten uns um nichts weiter kümmern. Der Wagen wurde uns praktischerweise zum Hotel gebracht und wir haben ihn vor dem Abflug wieder am Flughafen abgegeben. Für die Anmietung eines Mietwagens braucht man in Südafrika neben seinem normalen Führerschein auf jeden Fall noch einen internationalen Führerschein.

Bedenken sollte man auch, dass in Südafrika Linksverkehr herrscht. Das mag im ersten Moment einschüchtern, ist aber halb so wild. Wir waren schon oft im Linksverkehr unterwegs und meist hat man das ganz schnell drauf. Interessanterweise habe ich dann meist eher die Probleme wenn ich zuhause wieder rechts fahren muss. Die Südafrikaner sind freundliche und entspannte Autofahrer und deutsche Verkehrsrowdys sind hier fehl am Platze. Innerorts gilt 60 km/h, auf den Landstraßen 100 km/h und auf den Highways 120 km/h und es wird gerne geblitzt. Da viele Straßen einspurig sind, lässt man andere Autofahrer überholen, indem man ganz links fährt und bekommt dafür dann ein Dankeschön mit dem Warnblinklicht. Also nicht wundern.

Wirklich aufpassen sollte man aber auf die vielen Schwarzen, die gerne mal auf der Standspur rumlungern, ein Nickerchen halten, joggen gehen, Fahrrad fahren oder gar über einen vielbefahrenen Highway rennen. Da bekommt man schon kurz einen Herzfraggel.

Ein Navi hatten wir im Übrigen nicht im Auto, sondern haben uns mit einer offline Karte von google-Maps über unser Handy beholfen. Das hat meist sehr gut geklappt. Allerdings erkennt google-Maps natürlich keine Townships und anderweitige Gebiete, die man vielleicht besser meiden sollte. Hatte zur Folge, dass der kürzeste Weg einmal quer durch ein Township führte, was wir erst zu spät bemerkten. Eine Lösung für das Problem habe ich noch nicht gefunden.

On the road – mit dem Mietwagen an der Garden Route

M wie Moskitos:

Die gibt es in Südafrika natürlich und da die Südafrikaner scheinbar nie Moskitonetze vor den Fenstern und Türen haben, empfehle ich euch unbedingt eigene Moskitonetze für die Betten mitzunehmen. Gerade unser Jüngster wird nachts von Mücken gerne halb aufgefressen und daher haben wir unsere Netze oft genutzt. Schützen btw auch vor anderem Ungeziefer wie monströsen Spinnen, Kakerlaken und Co.

N wie Natur:
Diese unglaublichen Bergformationen, die rote Erde, die blendendweißen endlosen Strände, die unfassbar schönen Sonnenuntergänge, das sanfte Grün im Hinterland, dieses Licht. Südafrika ist gesegnet mit spektakulärer Natur und hat uns jede Menge Hachz-Momente beschert. Sehr oft fühlte ich mich wie in ein Gemälde aus Pastellfarben gebeamt oder gar wie Meryl Streep in Out of Africa. Spätestens in solchen Momenten habe ich mich hoffnungslos in Südafrika verliebt.

Frau Hibbel out of africa

O wie Ozean:

Südafrika hat traumhafte Strände, aber das Meer lädt nun wahrlich nicht zum Baden ein. Aber da wir eh nicht vorhatten hatten einen Strandurlaub zu machen, war das für uns auch kein Thema. Das Wasser ist eisig, die Wellen hoch, die Strände z. T. übersät mit giftigen portugiesischen Galeeren und es ist die Heimat des weißen Hais. Nach Plantschen war uns da also nicht zumute. Es gibt aber immer wieder kleine Rockpools, an denen man an heißen Tagen mal einen kleinen Sprung ins kühle Nass wagen kann.

Malerische Rockpools zwischen Bettys Bay und Gordons Bay

P wie Preise:

Südafrika ist aus meiner Sicht recht günstig. Wirklich schnieke, stylishe Unterkünfte bekommt man zwar auch nicht gerade umsonst, aber man zahlt für normale Ferienwohnungen mit 2 Schlafzimmern ca. 50 – 80 €. Sehr günstig würde ich dagegen essen gehen bezeichnen. Für ein wirklich erstklassiges Mittag- oder Abendessen mit Fleisch und Fisch sowie Bier und Wein haben wir in der Regel zwischen 20 und 30 € für uns Drei gezahlt.

R wie Radio:

Kein Roadtrip ohne die passende Musik. Normalerweise habe ich immer was im Gepäck, habe es aber diesmal schlichtweg vergessen. Und dann durften wir stundenlang durch südafrikanische Steppenlandschaft fahren und hatten nur ein monotones Chrchrchrchrchr und Biiiieeeep im Ohr. Radioempfang kannste in Südafrika echt völlig vergessen. Also nehmt Euch bloß anständige Musik von zuhause mit.

S wie Shopping:

Außerhalb von Kapstadt gibt es nicht mehr viele Möglichkeiten zum Shoppen. Wer Souvenirs kaufen möchte, dem empfehle ich daher unbedingt dies in Kapstadt oder den naheliegenden Ortschaften in der Kapregion zu machen. Wir waren direkt am Tag nach unserer Ankunft am Greenmarket Square. Dort gibt es täglich einen recht touristischen Markt, wo man Gemälde, Holzfiguren mit afrikanischem Print, Ketten und Ohrringe, Taschen und vieles mehr findet. Da ich direkt am Anfang einer Reise nur selten in Souvenirshoppinglaune bin, habe ich nichts gekauft. Ein Fehler. Danach musste ich nette Shops und Souvenirs nämlich regelrecht suchen.  Plant also unbedingt gezielt Shoppingtage ein.

Souvenirshopping am Greenmarket Square

S wie Sprache:

Südafrika hat elf amtliche Landessprachen und gehört damit zu den Ländern mit den meisten offiziellen Sprachen der Welt. Führende Verkehrssprache ist englisch, aber mindestens genauso oft hört man Afrikaans. Eine sehr lustig anmutende Sprache, da sie aus Niederländisch, Englisch und den einstigen Sprachen der Sklaven entstand. Gerade als Rheinländer kann man das ein oder andere gut verstehen. Sehr gerne genutzt, wird z.B. das Wort „lecker“ wenn man etwas toll findet. Außerdem z.B. die man, die vrou, die kind, dankie, goeiedag, ek verstaan nie, nee, ja. Easy oder ;)?

T wie Tierwelt:

Südafrika war für mich immer das Synonym einer vielfältigen Tierwelt und ich dachte, man würde Strauße, Zebras, Antilopen und Co. an jeder Straßenecke zu sehen bekommen. In Australien rennt einem gefühlt jedenfalls ständig ein Känguruh oder Emu vor der Nase herum. Die einzigen Tiere, die man entlang der Garden Route oder um Kapstadt herum aus dem Autofenster zu sehen bekommt, sind allerdings nur Schafe und Kühe. Alle anderen afrikanischen Tiere sieht man eigentlich nur in Nationalparks oder privaten Reservaten.

Dafür waren wir dann aber auch jedes Mal so richtig aus dem Häuschen. Ob Gnus, Giraffen, Warzenschweine, Paviane oder Pinguine – wir haben sie z.T. hautnah gesehen. Die Tierwelt ist definitiv ein totales Highlight von Südafrika. Auch wenn man sie nicht an jeder Ecke zu sehen bekommt. Bei giftigen Schlangen oder riesigen Spinnen ist man dann allerdings froh, wenn man diese nicht zu Gesicht bekommt.

Die Tierwelt Südafrikas zum Greifen nah

W wie Wetter:

Wir waren im Februar in Südafrika, der jahreszeitenmäßig wie unser August ist. Tagsüber hatten wir Temperaturen zwischen 25 und 35 Grad, nachts zwischen 12 und 20 Grad. Prinzipiell war es also sehr warm bis heiß, wenn da nicht der immerwährende Wind gewesen wäre. Und der war z.T. richtig stark und leicht fröstelig. Eine Fleecejacke sollte man also immer griffbereit haben. Regenjacken brauchten wir absolut nicht; es fielen einmal 3 Tropfen vom Himmel. Ansonsten leidet gerade Kapstadt im Sommer unter einer extremen Wasserknappheit und man wird darauf hingewiesen, möglichst wassersparend zu duschen.

Z wie Zeit:

Die Zeitumstellung beträgt (in unserem Winter) gerade mal 1 Stunde. Jetlag hat man also nicht wirklich, wenn man davon absieht, dass man vom endlosen Flug erschöpft ist. Ansonsten kann ich zum Thema Zeit nur sagen, daß 2 Wochen Südafrika zwar machbar sind, aber man sich eigentlich unbedingt mindestens 3 Wochen Zeit nehmen sollte. Sonst verpasst man einfach zuviel von diesem traumhaft schönen Land.

Wer nun meint, mein Post wäre kritisch und vielleicht ein Tick zu negativ, dem sei gesagt… das ist er zwar in manchen Punkten, aber trotzdem sage ich eindeutig Yay! zu Südafrika und wir werden auf jeden Fall wiederkommen.

Habt Ihr noch Fragen? Dann immer her damit. Ich habe sicher das ein oder andere vergessen und kann das gerne nachtragen.

Bei der lieben Sabine von Reisespatz findet Ihr im Übrigen eine ganz großartige Packliste für Südafrika und bei der lieben Ines von Viermal Fernweh ebenfalls viele spannende Tipps für Südafrika.

5 Kommentare

  1. Katrin M sagt

    Ich kann viele deiner Eindrücke bestätigen. Sind gerade auf Game Drive. Waren vorher in Kapstadt und Hermanus. Ab morgen noch Knysny und Addo auf dem Plan. Liebe Grüße aus Albertinia!

    • Nadine sagt

      Oh, dann erzähl bitte nach Eurer Rückkehr noch ein bisschen, Katrin. Bin sehr gespannt. Ganz viel Spaß und gute Reise noch. LG, Nadine

  2. Flögi sagt

    Hallo Nadine,
    die Hautfarbe betroffen habe ich schon Cappuccino auch gehört…
    Das mit der Geburtsurkunde finde ich extrem übertrieben, aber muß irgendwie mit dem Kinderhändlerei in Zusammenhang sein. Als mein Mann mit seinem Bruder und mit seinem 12-jährigen Neffen von Kanada kurz nach Alaska rüberfahren wollte, war auch ein mächtiges Zirkus, Polizei hat das Kind verhört, ob er von dem Vater nicht gekiddnappt worden ist etc. Nur weil sie geschiden sind und die Mutter nicht dabei war….
    Ja, diese Geschichten über Kriminalität…wir wollen auch mal dahin reisen, aber ich habe wieder viel zu viel Angs nur zu zweit mit dem Auto.
    Ich bin schon gespannt auf deine weitere Berichte.
    Ich habe dir einen Kommentar geschrieben bei Malediven, als du weg warst, der ist nicht erschienen, aber ist ja auch schon egal….
    Liebe Grüße

    • Nadine sagt

      Liebe Flögi,

      Dein Malediven-Kommenar ist aber angekommen und ich hab Dir auch geantwortet. Schau nochmal unter den Artikel. Hast Du sicher nur übersehen. Und das mit der Geburtsurkunde kann ich wegen Kindesentührung und Co. auch nachvollziehen, aber manchmal ist das Gewese darum doch etwas hysterisch.
      Und sooo schlimm ist Südafrika dann auch wieder nicht…..die Reise dorthin lohnt sich. Man muß halt nur gewisse Abstriche machen und ein paar Regeln beachten.
      GlG/ Nadine

  3. Pingback: Einmal Toronto mit Kindern - Einreise mit Hindernissen - Butterflyfish

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