Mit dem Hundeschlitten durch Nordnorwegen
Unser Ausflug zur Jevningen Farm in der Region Narvik

9. März 2020

Es gibt Dinge, die man einmal in seinem Leben gemacht haben sollte. Und dazu gehört aus meiner Sicht unbedingt eine Fahrt mit dem Hundeschlitten durch Narnia äh Narvik. Eigentlich wollte ich euch erstmal ein paar Tipps rund um unsere Winterreise mit Kindern nach Nordnorwegen liefern. Aber da die kalte Saison bald endet, berichte ich euch heute schon von unserem wundervollen Ausflug. Vielleicht seid ihr aktuell ja per Zufall in der Region Narvik unterwegs. Dann nehmt euch unbedingt Zeit für diesen Once in a Lifetime-Trip! Für uns war das definitiv der krönende Abschluss unseres winterlichen Norwegen-Trips.

PIN ME:

Once in a Lifetime: Mit dem Hundeschlitten durch Nordnorwegen

Im Februar waren wir für eine knappe Woche in der nordnorwegischen Region Narvik unterwegs. Eins unserer absoluten Highlights war unser Ausflug zur Jevningen Farm und eine Fahrt mit dem Hundeschlitten durch die tief verschneite nordnorwegische Landschaft.

An diesem Tag war das Wetter wirklich sehr extrem. Es schneite so stark, dass wir für die 45 km von unserem Hotel bis Jevningen Gard schlappe 1 1/2 Stunden benötigten. Wer mir auf Instagram und Stories folgt, hat vielleicht auch meine Autofahrt über total vereiste und verschneite Straßen gesehen. Danach fühlte ich mich wirklich wie so ne coole Truckerbraut vom Sender DMAX ;).

Authentische Hundeschlittentour auf der Jevningen Farm

Endlich angekommen auf der Jevningen Farm, wurden wir herzlich von den Besitzern Monica und Richard sowie ihrer wild lärmenden Huskybande begrüßt. Da unser normales Winteroutfit für diesen Trip nicht reichte, wurden wir erstmal mit wärmenden Overalls, dicken Winterschuhen sowie Fäustlingen ausgestattet. Jevningen Gard hat für jeden Gast die passende Größe vorrätig.

Anschließend bekamen wir eine umfassende Einführung, wie man sich auf einem Hundeschlitten hält, ihn lenkt und die Hunde im Zaum hält. Ich muß gestehen, dass ich erstmal ein wenig Bammel hatte. Würde ich das hinbekommen? Viel Zeit zum Überlegen hatte ich jedoch nicht, denn dann ging es auch schon los. Die Huskybande war nämlich außer Rand und Band und raste direkt los.

Während unser polnischer Guide Remik den Schlitten mit dem Leithund und unserem kleinen Sohn als Beifahrer lenkte, bekam ich einen leeren Schlitten mit nur 4 Hunden. Mein Mann und mein größerer Sohn bekamen 6 Hunde. Je mehr Gewicht desto mehr Tiere. Die ersten 10 Minuten dachte ich, mir fallen die Beine ab und das halte ich nie im Leben eine Stunde lang durch. Ich hielt mich krampfhaft am Schlitten fest, versuchte die Balance zu halten und gleichzeitig zu lenken und zu bremsen. Hier ist nämlich echt Vorsicht angesagt, denn wenn der Schlitten zu schnell wird, fährt er den Hunden in die Beine und kann sie schwer verletzen.

Als ich diesen Vorgang dann aber raus hatte, war ich hin und weg. Wir flogen gefühlt über die tief verschneite Landschaft, fuhren durch Wälder, durch Senken und über weite Ebenen. Ich fühlte mich wie die Eisprinzessin, die durch Narnia reist und es hätte für mich noch Ewigkeiten so gehen können. Bis es mich das erste Mal aus der Kurve fegte und ich volle Karacho mit der Nase im Schnee landete. Falls sich also jemand wundert, woher mein verschmiertes Mascara, der rosige Teint und mein happy Face kommen ;). Es war ein Riesenspaß! Im Übrigen lassen die Huskies während der Fahrt öfters mal einen größeren oder kleineren Stinker ab. Zeit zum Anhalten ist natürlich nicht. Und um sich abzukühlen, fressen sie immer wieder Schnee.

Als würde die Zeit stillstehen. Chillen im Jevningen Farmhaus von 1910.

Nach der Tour gab es ein wärmendes Mittagessen in der gemütlichen Küche des gelben Holzhauses von 1910. Im Ofen prasselte ein warmes Feuer und wir aßen hungrig ein leckeres Bio-Lambstew der hauseigenen Schafe sowie selbstgebackenen Schokoladenkuchen.Tusen takk for mat, Monica! Danach saßen wir satt und zufrieden im Wohnzimmer auf der Couch saßen, tranken Kaffee und kuschelten mit einem der ungestümen Huskywelpen. Unsere nassen Klamotten trockneten über dem Ofen und inmitten der alten Möbel und Familienandenken, fühlte es sich an, als wäre die Zeit stehengeblieben. Wie mag sich das Leben hier vor hundert Jahren angefühlt haben? Monica konnte einiges dazu berichten.

Vor ein paar Jahren übernahmen sie und ihr Mann Richard nämlich die Farm, die einst Monicas Großeltern Odd und Ingrid Jevningen gehörte. Für Monica war die Farm ihr Kindheitsparadies und mit dem Umzug ins ländliche Bardu und den Hundeschlittentouren erfüllte sich die Beiden einen Lebenstraum. Zuvor führten sie mit ihren Kindern in Tromsø das typische Leben einer jungen Familie zwischen Job, Haus, Kindergarten und Schule. Neben den vielen Hunden haben sie eine Herde an langhaarigen Schafen, die einst schon von den Wikingern gehalten wurden. Die Felle und das Fleisch der vollkommen ökologisch gehaltenen Tiere nutzen sie u.a. auch für ihr Lambstew. Mit Jevningen Gard haben sich die Beiden wirklich ein ganz besonderes Kleinod erschaffen und dank ihrer vielen Gäste aus aller Welt, verspüren sie sicher nur äußerst selten Langeweile oder Einsamkeit.

Ich fand es jedenfalls so großartig, das ich am Liebsten direkt von Bloggerin auf Hundeschlitten-Guide umgesattelt hätte. Wer mich kennt, weiß das meine Oma ebenfalls aus Norwegen kommt und ich Monicas Childhoodmemories sehr gut nachempfinden kann. Ich träume ja immer wieder von meinem kleinen Häuschen mit Blick auf den Trondheim-Fjord. Manche Erinnerungen bewahrt man halt für alle Zeiten wie ein Schatzkistchen in seinem Herzen. Oder erfüllt sich einfach seinen Traum! So wie Monica und Richard.

Über die Siberian Huskies:

Auf Instagram bekam ich mehrere Fragen, ob es denn nicht zu anstrengend für die Tiere wäre die Schlitten zu ziehen? Ich bin jetzt kein Husky-Experte, aber ich kann euch versichern, dass die Hunde für mich außergewöhnlich glücklich wirkten. Sibirische Huskies begleiteten Nomaden schon vor 1000 Jahren als Schlittenhunde. Sie sind außerordentlich lebhaft, ausdauernd und robust. Sie sind neugierig, aufgeschlossen, lieben Kinder und sind lt. Monica äußerst freundliche Tiere. Ich war allerdings überrascht wie klein sie sind. Irgendwie hatte ich sie mir größer vorgestellt. In den kleinen Kerlen steckt jedoch eine ungeheure Kraft und Power. Daher sind sie absolut nichts für Stadtwohnungen. Die Huskies der Jevningen Farm leben auch im Winter draußen.

Wieviele Hunde vor einen Schlitten gespannt werden, hängt letzten Endes vom Gewicht ab. Ich hatte z.B. weniger Hunde, als mein Mann mit unserem Sohn im Schlitten. Ich hatte den Eindruck, sie können es wirklich kaum erwarten mit dem Schlitten loszurennen und ich hatte manchmal Mühe sie unter Kontrolle zu halten. Fällt man nämlich einmal vom Schlitten, rennen sie einfach weiter. Unser Guide nutzte dann zwei Anker, um auch mal eine kleine Verschnaufpause einzulegen.

Once in a Lifetime.

Wer mich kennt, weiß das meine Oma ebenfalls aus Norwegen kommt und ich Monicas Childhoodmemories sehr gut nachempfinden kann. Ich träume ja immer wieder von meinem kleinen Häuschen mit Blick auf den Trondheim-Fjord. Manche Erinnerungen bewahrt man halt für alle Zeiten wie ein Schatzkistchen in seinem Herzen. Manche lassen diese Andenken wieder aufleben. So wie Monica und Richard. Vielen Dank, Ihr Zwei! Auch für die vielen schönen Fotos, die ihr uns zur Verfügung gestellt habt. Das war wirklich eine wundervolle Erfahrung! Ich fand es so großartig, das ich am Liebsten direkt von Bloggerin auf Hundeschlitten-Guide umgesattelt hätte.

Ich bin ja nun schon wirklich weit gereist und habe viele tolle Sachen erlebt, aber dieser Trip gehört wirklich zu meinen absoluten Highlights und ich kann dieses Erlebnis jedem nur ans Herz legen. Stellt euch allerdings auch auf den Muskelkater eures Lebens ein ;).

Die etwa 3stündige Tour könnt ihr über diesen Link buchen. Preise, Zeiten und weitere Infos zu dem Trip könnt ihr ebenfalls darüber erfahren. 

Über meine Rubrik Norwegen könnt ihr viele weitere Infos zu dem Land bekommen. Ob Süd- oder Nordnorwegen, dem Trondelag oder Oslo. Viel Spaß beim Stöbern!

Offenlegung: Wir wurden zu dieser unbezahlten Pressereise zum Thema „Das winterliche Nordnorwegen mit Kindern“ von Visit Norway, Visit Narvik und Visit Nordnorge eingeladen. Beiträge dieser Art könnte ich nicht schreiben, wenn ich mir nicht ein eigenes Bild vor Ort machen würde. Da meine Reise keine Vorgaben enthielt, könnt Ihr euch wie immer darauf verlassen, dass mein Bericht meine eigene Meinung und Begeisterung widerspiegelt.

 

You Might Also Like

2 Comments

  • Reply Claudia K 11. März 2020 at 11:32

    Liebe Nadine, ich liebe Deine Beiträge und Deine herrlich unkomplizierte Art zu schreiben. Beim Lesen hatte ich glatt das Gefühl, ich wäre dabei gewesen. Das hört sich so toll an, das es nun direkt auf meine To Do-Liste kommt. Danke dafür und liebe Grüße, Claudia

    • Reply nadine 11. März 2020 at 11:55

      Oh! Ah! Ich danke Dir von Herzen. Das freut mich total. ♥

    Leave a Reply

    Wichtiger Hinweis, bevor Du einen Kommentar abschicken kannst:

    Wenn Du einen Kommentar abschickst, erklärst Du Dich mit der Speicherung des oben angegebenen Namens und der E-Mailadresse durch diese Website einverstanden. In meiner Datenschutzerklärung erfährst Du mehr dazu.