Reise durch Yunnan

Tipps und individuelle Route durch den Südwesten Chinas

by nadine

Habt ihr schon einmal von Yunnan gehört? Oder von Shangri-La? Dem sagenhaften und paradiesischen Ort im Himalaya, der für Frieden, Harmonie und Abgeschiedenheit steht ;)? Wir haben in den Osterferien eine Reise durch die zauberhafte Provinz Yunnan gemacht, die im Südwesten Chinas am Fuße des Himalaya liegt. Nachdem wir im letzten Jahr mit dem Schnellzug von einer chinesischen Megacity zur nächsten gereist sind, haben wir uns dieses Mal für eine vollkommen anderen China-Trip entschieden.

Wir haben eine Reise durch Landschaften gemacht, die fast surreal wirken. Wir haben Kulturen kennengelernt, die sich ihre Eigenständigkeit bewahrt haben, und sind in einen Rhythmus eingetaucht, der langsamer ist, als wir es von unseren vorherigen China-Reisen kannte. Wollt ihr mehr wissen? Dann nehme ich euch mit auf unsere Reise durch Yunnan und verrate euch meine Tipps, Erfahrungen und individuelle Route durch den Südwesten Chinas.

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Reise durch Yunnan:

Tipps und individuelle Route durch den Südwesten Chinas

#1 Warum sich Yunnan perfekt für Individualreisende eignet

China individuell bereisen? Für viele klingt das immer noch zu kompliziert. Sprachbarrieren, riesige Distanzen, unbekannte Apps und die Vorstellung, ständig verloren zu sein, schrecken viele ab. Ja, China kann einen manchmal herausfordern. Insbesondere beim Thema Essen. Gleichzeitig ist das Reisen heute sehr viel einfacher als noch vor einigen Jahren. Wenn man erst einmal alle notwendigen Apps hat, ist es sogar überraschend unkompliziert. In diesem Beitrag habe ich alle Apps zusammengefasst, die ihr für eine Reise durch China benötigt.

Gerade die Provinz Yunnan eignet sich perfekt für alle, die China individuell entdecken möchten. Hier geht es nämlich sehr viel ruhiger und gelassener zu als beispielsweise in Peking, Shanghai oder Chongqing. In der Provinz Yunnan, die im Südwesten Chinas liegt und die an Tibet, Myanmar, Laos und Vietnam grenzt, gibt es nämlich weniger Megacities, weniger Beton und weniger Hektik. Stattdessen gibt es: Berge, Seen, alte Handelsstädte, kleine Dörfer und überraschend entspannte Reisetage. Wir waren auf jeden Fall verzaubert. Neben dem sehr authentischen Reisegefühl verfügt Yunnan jedoch auch über eine sehr gute touristische Infrastruktur, denn die Region gehört neben Sichuan zu den beliebtesten Reisezielen der Chinesen.

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#2 Was Yunnan so besonders macht

#2.1 Klima:

Yunnan hat ganzjährig ein mildes Klima. Die beste Reisezeit ist jedoch von März bis Mai sowie von September bis November. Im Sommer ist Regenzeit und im Winter fallen die Temperaturen in Nordyunnan (Lijiang, Shangri-La) unter den Gefrierpunkt. Die Berge sind dann meist schneebedeckt. In Südyunnan (Xishuangbanna) an der Grenze zu Laos, Myanmar und Vietnam ist es dagegen tropisch warm und die Temperaturen erreichen auch im Winter oft über 20 °C.

#2.2 Landschaft:

Die Landschaft Yunnans ist sehr vielfältig. Sie reicht von den über 4.000 Meter hohen Gipfeln des Himalaya im Norden bis hin zu tropischen Regenwäldern im Süden. Dazwischen liegen malerische Seen, Reisterrassen, Weizenfelder, Schluchten und Karststeinwälder.

#2.3 Ethnische Minderheiten:

Yunnan gilt als die ethnisch vielfältigste Provinz Chinas. Hier leben 25 der 55 offiziell anerkannten ethnischen Minderheiten, die zusammen etwa 34 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Wir hatten hauptsächlich zu den Bai (rund um Dali) und den Naxi (rund um Lijiang) Kontakt, die ein fröhliches und farbenfrohes Straßenbild abzeichnen, denn sie tragen meist ihre bunten Trachten. Zudem sprechen sie eigene Sprachen, die meist nur wenig mit chinesisch zu tun haben.

#2.4 Küche in Yunnan:

Die Küche Yunnans ist eine der vielfältigsten und spannendsten Chinas, was vor allem auf die vielen ethnischen Minderheiten und die Einflüsse aus Südostasien zurückzuführen ist. Viele Gerichte zeichnen sich durch eingelegte, scharfe Chilis und saure Aromen aus. Besonders häufig werden wild wachsende Pilze und Blüten verwendet. Im Gegensatz zu vielen anderen Regionen Chinas werden zudem gegrillter Käse und Joghurt aus Yak- oder Ziegenmilch gegessen. Dazu gibt es Lijiang Baba, ein flaches Fladenbrot, das herzhaft oder süß sein kann. Das Nationalgericht ist Guoqiao Mixian, auch „Crossing the bridge noodles” genannt. Es handelt sich um eine leckere Nudelsuppe, deren Zutaten frisch am Tisch zusammengestellt werden.

#3 Unsere individuelle Route in zwei Wochen

Wir sind mit unserem 14-jährigen Sohn in den zweiwöchigen Osterferien im April durch Yunnan gereist und haben die enormen Strecken mit Inlandsflügen und Schnellzügen zurückgelegt. Zwei Wochen sind natürlich viel zu kurz, daher haben wir Orte wie Shangri-La oder die Tiger Leaping Gorge leider verpasst (schmerzt mich sehr). Daher mein dringender Tipp: Bleibt mindestens 3 Wochen, denn Yunnan ist kein Ort für Eile.

Wer mehr Zeit hat, kann sich ggfs. auch die Inlandsflüge sparen und per Schnellzug reisen. Wir haben damit durchgehend gute Erfahrungen gemacht und man kann zudem noch weitere lohnenswerte Stopps in China einbauen. So benötigt man z. B. von Shenzhen nach Dali 10 Stunden mit dem Schnellzug. Mit dem Flugzeug ist man durch die An- und Abfahrt zum Flughafen, eventuelle Verspätungen etc. nicht unbedingt immer schneller.

#3.1 Unsere Route sah so aus:

  • Flug von Frankfurt über Guangzhou nach Kunming
  • 2 Nächte Kunming
  • Schnellzug nach Lijiang
  • 4 Nächte Lijiang
  • Schnellzug nach Dali
  • 5 Nächte Dali
  • Flug von Dali nach Shenzhen
  • 1 Nacht Shenzhen
  • Schnellzug nach Guangzhou
  • Rückflug nach Frankfurt
KI-generiert @planethibbel

#4 Kunming: Perfekt zum Ankommen in Yunnan

Kunming ist die Hauptstadt der Provinz Yunnan. Die Stadt liegt auf etwa 1.900 Metern Höhe und hat dadurch ein sehr angenehmes Klima. Es ist nicht zu kalt, nicht zu heiß und nicht zu feucht. Daher wird sie auch als die Stadt des ewigen Frühlings bezeichnet. Nach unserem langen Flug war das perfekt. Die Stadt selbst ist modern, aber deutlich entspannter als viele andere chinesische Großstädte. Es gibt breite Straßen, viel Grün und ein Tempo, das weniger überwältigend wirkt.

#4.1 Was man in Kunming machen kann

Kunming ist vielleicht nicht spektakulär, hat aber dennoch ein paar Highlights zu bieten. Daher ist die Stadt ideal, um sich langsam an China zu gewöhnen. In Kunming kann man:

  • über einen Nachtmarkt schlendern
  • durch den Daguan Park bummeln
  • den größten Blumenmarkt Asiens (Dounan) besuchen
  • die Klippen der Western Hills entlangwandern
  • Ausflug zum berühmten Steinwald Shilin machen

Für zwei Nächte war Kunming ok. Rückblickend wäre ich jedoch sogar lieber drei Nächte geblieben, denn den Steinwald haben wir leider auch verpasst. Demnächst folgt auch nochmal ein extra Beitrag über Kunming.

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#5 Lijiang: Die spektakulärste Station der Reise

Von Kunming aus ging es mit dem Schnellzug in etwa vier Stunden weiter nach Lijiang. Dabei fährt man an Dali vorbei, denn eine Rundstrecke gibt es nicht. Ab hier wurde die Reise dann wahrlich spektakulär, denn die Altstadt von Lijiang gehört zum UNESCO-Welterbe und wirkt stellenweise wie eine Filmkulisse. Kopfsteinpflaster, kleine Wasserkanäle, traditionelle Holzhäuser und dahinter die schneebedeckten Gipfel des Himalaya-Vorlands.

Ja, Lijiang ist touristisch. Sehr sogar. Vor allem abends kann es wirklich voll werden. Dann laufen unzählige chinesische Touristen durch die Gassen. Westliche Touristen sind bisher noch in der Minderheit und fallen daher sofort auf. Trotzdem hat Lijiang eine besondere, fast zauberhafte Atmosphäre, die man als China-Reisender unbedingt einmal erlebt haben sollte. Demnächst folgt auch nochmal ein extra Beitrag über Lijiang.

#5.1 Was man in Lijiang machen kann

Wir haben vier Nächte in Lijiang verbracht und uns bewusst Zeit für kleine Cafés, spontane Spaziergänge und das Verlieren in den Gassen genommen. In Lijiang kann man:

  • In der UNESCO-Altstadt wohnen
  • durch Gassen mit Wasserkanälen & traditionellen Holzhäusern laufen
  • Aussicht vom Löwenhügel (Lion Hill) über die Dächer von Lijiang genießen
  • Cafés mit Dachterrassen und Bergblick entdecken
  • Streetfood & kleine Teehäuser ausprobieren
  • Tagesausflug zum Jade Dragon Snow Mountain machen
  • Das Blue Moon Valley besuchen
  • Durch kleine Dörfer der Naxi-Minderheit spazieren
  • Tempel & traditionelle Innenhöfe entdecken
  • Den Black Dragon Pool Park besuchen
  • Lokale Märkte erkunden
  • Einfach durch die Gassen treiben lassen

Gut zu wissen: Aufgrund unseres „Slow Travel“ haben wir leider die Tiger Leaping Gorge und auch Shangri-La, das nochmal 170 km weiter nördlich liegt, verpasst :(. Ihr könnt Shangri-La jedoch mit dem Zug von Lijiang aus in ca. 2 Stunden erreichen. Der im November 2023 erbaute Bahnhof Shangri-La markiert seitdem das Ende der Eisenbahnstrecke durch Yunnan.

#6 Dali: Zwischen Altstadt und Erhai-Lake

Von Lijiang aus ging es in etwa zwei Stunden mit dem Schnellzug zurück nach Dali, das als das kulturelles Zentrum der Bai-Minderheit gilt. Die Stadt hat ca. 800.000 Einwohner, liegt sehr malerisch am Erhai-See und ist für chinesische Verhältnisse klein. Stellt euch trotzdem kein beschauliches Örtchen vor ;).

#6.1 Die geschäftige Altstadt von Dali

Aufgrund mangelnder Informationen habe ich bei der Planung unserer Reise die KI genutzt. Sie hat mir Dali als entspannten Künstler- und Rückzugsort mit Backpacker-Feeling empfohlen. Sozusagen als leise Alternative zu Lijiang. Ich war also sofort Feuer und Flamme und habe 5 Nächte in Dali eingeplant. Die Realität sieht inzwischen jedoch etwas anders aus. Die Altstadt ist voll, laut und geschäftig. Es gibt unzählige Souvenirläden, Cafés, Streetfood und Musik aus allen Richtungen. Verlasst euch also nicht unbedingt auf die Aussagen einer KI, denn sie war noch nie vor Ort ;).

Dali hat mich im ersten Moment daher enttäuscht, dann aber doch gekriegt. Denn der eigentliche Zauber von Dali liegt nicht in der Altstadt, sondern in den Menschen und der idyllischen Umgebung. Und auf den zweiten Blick findet man dann tatsächlich auch die chinesische „Slow Living“-Atmosphäre, denn hier leben viele junge digitale Nomaden aus China und auch chinesische Amerikaner. Demnächst bekommt ihr auch weitere Infos über Dali.

#6.2 Was man in Dali machen kann

Wir haben fünf Nächte in einem besonders süßen kleinen Hotel in Dali verbracht und hätten, nachdem wir uns eingegroovt hatten, am Ende auch problemlos länger bleiben können. Nicht wegen der Altstadt, sondern wegen des Kontrasts aus Trubel und Weite. Dali ist vielleicht nicht mehr das, was es einmal war. Aber es ist immer noch ein Ort, der etwas mit einem macht. In Dali kann man:

  • durch die Altstadt mit ihren Toren, Gassen & Märkten spazieren
  • Fahrradtour entlang des Erhai Lake machen
  • Kleine Fischerdörfer & traditionelle weiße Häuser entdecken
  • Cafés mit Blick auf Berge und See besuchen
  • Wanderungen im Cangshan-Gebirge unternehmen
  • Tee aus Yunnan probieren
  • Tagesausflüge in kleinere Orte rund um den Erhai-See machen

#6.2 Die Leichtigkeit des Erhai-Lakes

Verlässt man die quirlige Altstadt Dalis, wird es plötzlich weit und ruhig. Rund um den Erhai-See liegen kleine Dörfer, in denen das Leben deutlich langsamer zugeht als im touristischen Zentrum. Zwischen Weizenfeldern, Fischerbooten und traditionellen Häusern bekommt man ein Gefühl dafür, wie entspannt es in China außerhalb der gigantischen Städte ist. Besonders schön ist es, den See mit dem Fahrrad oder E-Scooter zu erkunden und einfach spontan irgendwo anzuhalten.

Mein Yunnan Fazit:

Unsere Reise durch Yunnan war keine klassische China-Rundreise und wir hatten keine Liste von Must-Sees, die wir abhaken konnten. Yunnan ist vielmehr eine Einladung, sich mal wieder treiben zu lassen. Gut, dadurch haben wir natürlich ein paar Highlights verpasst, die ich natürlich auch gerne gesehen hätte. Dafür hat uns Yunnan gezeigt, dass China auch leiser kann.

Wenn ihr also Lust habt auf:

  • beeindruckende Natur
  • charmante Altstädte mit Geschichte
  • entspannte Tage am Wasser
  • und einen Hauch Abenteuer

… dann setzt Yunnan auf eure Liste! Und nehmt euch Zeit. Wirklich! Yunnan hat uns auf jeden Fall berührt und Spuren in unseren Herzen hinterlassen. Und wer weiß, vielleicht müssen wir genau deshalb nochmal mit mehr Zeit zurückkehren.

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