Singapur mit Kindern
Unsere Tipps: von Übernachtung über Essen bis Sightseeing

12. März 2019

(Unbeauftragte und unbezahlte Werbung für Singapur)

Manche Orte verändern sich im Laufe der Jahre ganz erstaunlich. Singapur gehört eindeutig dazu und ich habe, bis auf die Orchard Road, fast nichts mehr wiedererkannt. Nachdem ich bereits 1999 und 2002 dort war, dachte ich eigentlich: „Haste schon gesehen, mußte nicht nochmal hin.“ Aber Singapur hat sich in den letzten 17 Jahren definitiv nochmal neu erfunden und war daher ein echtes Highlight auf unserem Trip, der uns dann weiter nach Malaysia führte. Wirkliche Geheimtipps habe ich nicht mehr für euch, denn dafür wurde über diese Stadt schon zuviel geschrieben. Aber ich nehme euch trotzdem nochmal mit auf eine persönliche Reise durch den kosmopolitischen Insel- und Stadtstaat, der das Prädikat Spektakulär eindeutig verdient hat.

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Wir waren im Übrigen ingesamt 4 Nächte in Singapur. 3 Nächte zu Beginn unserer Reise und 1 Nacht am Ende und die Zeit hat gereicht, um einen groben Überblick über die Stadt zu bekommen.

Unsere Tipps für Singapur mit Kindern

#1 Gardens by the Bay:

Ein absolutes Highlight ist eindeutig Gardens by the Bay, eine über 100 Hektar große künstlich angelegte Parklandschaft, die zum Naherholungsgebiet für die Singapurer geworden ist. Hier entstanden inmitten eines subtropischen Gartens viele Spazierwege, ein toller Kinderspielplatz sowie so krasse Bauwerke wie die begehbaren Supertrees und die größten Gewächshäuser der Welt. Wenn man sich jede Ecke anschauen will, kann man dort locker einen ganzen Tag verbringen. Wir hatten jedoch nur einen Nachmittag Zeit. Der Park ist für jeden frei zugänglich, die Gewächshäuser und Supertrees kosten allerdings Eintritt. Der Eintrittspreis ist für asiatische Verhälntnisse relativ hoch, lohnt sich aber unbedingt. Wir haben uns für den Cloud Forest und Flower Dome entschieden und ca. 60 € für uns Vier gezahlt. Rückblickend, würde ich jedoch nur den spektakulären Cloud Forest und die Supertrees machen. Den Flower Dome fanden wir mit seinen integrierten Märchenlandschaften eher uninteressant und ein bißchen kitschig.

#2 Das Marina Bay Sands und die Light Show:

Direkt am Gardens by the Bay liegt eins der abgefahrensten Luxushotels der Welt, das Marina Bay Sands. Den 350 Meter langen Dachgarten samt Observation Deck und Infinity-Pool kann man besichtigen. Wir hatten jedoch keine Lust weitere 60 € Eintritt zu bezahlen und haben uns den Besuch daher gespart. Um das Hotel herum, gibt es jedoch auch so genug zu sehen, denn die angrenzenden Shoppingmalls mit seinen tollen Foodcourts sind absolut großartig. Ich fühlte mich glatt nach Las Vegas gebeamt. Zudem gibt es täglich um 20 und 21 Uhr die 15minütige, kostenfreie Light- and Watershow Spectra am Event Plaza, die man auf keinen Fall verpassen sollte.

#3 Das ArtScience Museum und die Future World

Da es im Oktober immer wieder auch mal regnete, haben wir mit den Kindern das ArtScience Museum direkt am Marina Bay Sands besucht. Das Museum hat die Form einer gigantischen Lotusblüte und ist nur von außen schon ein architektonisches Highligt. Auch hier lag der Eintritt bei ca. 30 Euro für uns Vier, aber wir wollten unbedingt die interaktive Ausstellung Future World sehen, die auch wirklich großartig ist. Sie ist allerdings schon sehr kinderaffin und lohnt sich jetzt vielleicht nicht unbedingt nur für zwei Erwachsene. Unsere Jungs haben jedoch Bauklötze gestaunt über die unzähligen coolen Lichtinstallationen und besonders auch Sketch Town, die die Kinder durch ihre eingescannten Zeichnungen selber mitgestalten können.

#4 Chinatown

Eins der schönsten Viertel Singapurs ist für mich das quietschbunte Chinatown. Es ist natürlich megatouristisch, aber ich fand es dafür erstaunlich ruhig im Oktober. Hier gibt es wirklich an jeder Ecke etwas zu entdecken und selbst die Jungs kamen bei dem Angebot Lust auf Shopping. Auch wenn das allermeiste Zeugs natürlich – made in China – nicht unbedingt nachhaltig ist.

#5 Little India

Ähnlich cool wie Chinatown ist Little India, man braucht jedoch schon etwas mehr Nerven für das quirlige Viertel. Da wir kurz vorm indischen Deepavali-Festival dort waren, hatte sich Little India rausgeputzt und alles war geschmückt. Wir quetschten uns durch (hauptsächlich männliche) Menschenmassen, wurden mit ohrenbetäubender Bollywood-Musik beschallt und unsere Nasen durch krasse Gerüchte herausgefordert. Für uns Landeier, die Gedränge nicht unbedingt so gewöhnt sind, war das schon eine eindrückliche Herausforderung und Farbexplosion.

#6 Übernachtungstipps mit Kindern

Das mit den Übernachtungen für uns Vier war in Singapur nicht leicht, denn in vielen Familienzimmern gibt es nur ein Zustellbett. Wer also zwei und mehr Kinder hat, muß z.T. tief in die Tasche greifen. Die Suche nach bezahlbaren Unterkünften war also nicht leicht. Die ersten 3 Nächte haben wir im Fragrance Hotel Pearl im Stadtteil Geylang geschlafen. Das Hotel ist einfach und zweckmäßig und sieht auf den Fotos definitiv besser aus, als es in Wirklichkeit ist, aber da wir eh nur zum Schlafen dort waren, kann ich es aufgrund des Preises empfehlen. Der Stadtteil Geylang ist eher untouristisch, aber ziemlich lebhaft und man ist direkt im einheimischen Getümmel, zwischen chinesischem Frog-Porridge-Restaurants und indischen Roti-Foodstalls. Die nächste MRT Station ist ca. 10 -15 Minuten zu Fuß entfernt, aber von dort ist man dann schnell in der Innenstadt. Frühstück gibt es in dem Hotel nicht, aber wir haben immer in einem der zahlreichen indischen Restaurants morgens gegessen: Banana Roti und Mango Lassi für nen Appel und ein Ei.

Unsere letzte Nacht in Singapur haben wir dagegen exklusiv verbracht und uns zwei Doppelzimmer im supermodernen Yotel Singapore direkt an der Orchard Road gegönnt. Die Lage ist top, denn man ist mitten im Einkaufszentrum, die Zimmer sind cool und die Aussicht auf das nächtliche Singapur ist der Burner. Da wir zwei Zimmer in unmittelbarer Nähe hatten, haben die Jungs das auch das erste Mal über Nacht ohne uns geschafft und fühlten sich wahrscheinlich wie Gott in Frankreich Singapur.

Falls ihr eines der Zimmer buchen wollt, wäre es supernett, wenn ihr dies über meinen Booking-Empfehlungslink* macht. Dann bekomme ich für den Tipp einen kleinen Bonus und ihr 10 % Ermäßigung auf eure Reise. Vielen Dank!

#7 Essen mit Kindern

Essen ist mit meinen Kindern nicht leicht. Auch wenn ich immer versuche sie an alles heranzuführen, sind sie erstmal skeptisch, wenn es um Grünzeug oder exotische Nahrung geht. Das war in Singapur nicht anders, allerdings ist die Auswahl an Essen hier so unfassbar groß, dass wir immer etwas gefunden haben. Pizza, Pommes und Nudeln sind international, auch wenn es mir natürlich lieber wäre, wenn sie asiatisches Essen mögen würden. Tatsächlich wurden sie im Laufe der Reise aber immer offener und experimentierfreudiger und am Ende probierten sie Sachen, die uns allen völlig unbekannt waren und hatten auch Spaß daran. Restaurants sind in Singapur eher hochpreisig und daher haben wir uns fast nur an die Foodcourts oder kleinen indischen Restaurants gehalten, die es überall in der Stadt gibt. Dort bezahlt man dann für vier Personen ca. 20 – 25 € (Essen und Getränke).

Die Auswahl an asiatischem Essen ist gigantisch. Ob japanisch, malaiisch, koreanisch, chinesisch, thailändisch oder indisch… man bekommt wirklich alles. Da sehr viele Gerichte scharf sind, aßen sie anfangs nur indische Roti (so eine Art Pfannkuchen) und fried noodles, im Laufe der Zeit aber sogar so ausgeflippte Sachen wie die Nyonya Cuisine, chinesische Dumplings oder Eis Kacang (Eis mit Sirup, Kidney Bohnen und Mais). Ein bißchen gegruselt haben wir uns allerdings alle beim sehr beliebten Singapurer Frog Porridge, das es im Stadtteil Geylang gibt.

#8 Transport mit Kindern

Wirklich hervorragend ist das MRT-Netz von Singapur. Da kann sich manch eine deutsche Großstadt in Punkto Pünktlichkeit und Sauberkeit wahrlich eine Scheibe von abschneiden. Alle Stationen sind barrierefrei und zudem sind die Gleise durch Glaswände abgesperrt, was einem im Gedränge schon etwas mehr Sicherheit gibt.

Aber Achtung!! Zweimal ist es uns passiert, dass die Türen einfach zugingen und die Hälfte der Familie draußen stehenblieb. Beim ersten Mal war ich es, beim zweiten Mal mein Mann mit einem Kind. Nicht auszudenken, wenn nur ein Kind alleine stehen geblieben wäre. Wir haben dann nach dem ersten Malheur einen Notfallplan erstellt. Sollte ein Kind alleine stehen bleiben oder gar in der Bahn stehen, soll es dort wo es ist stehen bleiben und wir kommen zurück und holen es ab. Oder es steigt sofort an der nächsten Station wieder aus und rührt sich nicht vom Fleck. Zur Sicherheit habe ich ihnen danach dann auch noch meine Handynummer auf den Arm geschrieben.

Kostentechnisch empfiehlt es sich einen Singapur Tourist Pass zu kaufen. Da wir sehr viel gelaufen sind, hatten wir allerdings nur eine EZ-Link-Karte, deren Guthaben man immer wieder aufladen kann.

Auch für die Anreise vom Flughafen in die Stadt haben wir die MRT genutzt. Man fährt ca. 30 Minuten, ist im Berufsverkehr mit dem Taxi aber auch nicht schneller. Ansonsten kann ich euch nur die Grab-App ans Herz legen, um kostengünstige Taxifahrten zu buchen. Diese haben wir extrem viel in Malaysia genutzt. Auch die Langstrecken-Busse funktionieren im Übrigen sehr gut. Statt nach Malaysia zu fliegen, sind wir per Überlandbus in 5 Stunden von Singapur nach Kuala Lumpur gereist

#9 Lasst euch treiben!

Ich halte meist nicht viel davon alles immer mit dem Reiseführer in der Hand abzugrasen. Ich lasse mich gerne auch einfach treiben. Durch die weniger touristischen Ecken einer Stadt, in denen auch die Einheimischen in den Foodcourts essen oder mit ihren Kindern auf den Spielplatz gehen. Singapur bietet sich dafür total an, denn es ist total sicher, sauber, modern und kosmopolitisch. Im Botanischen Garten gibt es einen tollen Spielplatz für jüngere Kindern, in denen man die Expat-Kinder mit ihren Nannies sieht. In Tiong Bahru schlendert man durchs Szeneviertel mit coolen Shops, Restaurants, Kunstgalerien und Streetart und schaut sich die restaurierten Art Deco Häuser an.  Auf dem Tiong Bahru Market könnt ihr bis ca. 19 Uhr einheimische Gerichte für kleines Geld essen. Oder lauft durch das Viertel Geylang und schaut dem abendlichen Spektakel zu, wenn die Chinesen fürs Frog Porridge Schlange stehen.

Für uns war Singapur auf jeden Fall ein Mega-Highlight und man könnte wahrscheinlich auch locker 2 Wochen nur in dieser Stadt verbringen. Supergerne hätten wir z.B. auch noch die vorgelagterten Inseln bereist oder eine Nacht im Singapore Zoo erlebt.

Seid ihr schon mal in Singapur gewesen und was waren eure Highlights?

Weitere Tipps zu unserer Reise durch Singapur und Malaysia findet ihr hier:

Singapur und Malaysia mit Kindern: 23 Fragen und Antworten zu unserer individuellen Rundreise

Moskitoschutz auf Reisen und Daheim: Unsere 10 Tipps gegen Insektenstiche

*Dieser Beitrag enthält mit * gekennzeichnete Produkte mit Link im Rahmen eines Affiliate-Programms. Alle verlinkten Hotels wurden von mir mit Sorgfalt ausgewählt und wie immer, empfehle ich nur Unterkünfte, die ich auch selber buchen würde. Falls Ihr über einen Link etwas bucht oder kauft, unterstützt Ihr mich mit einer kleinen Provision. Nur durch solche Einnahmen, kann ich diesen Blog (der nicht nur viel Zeit kostet, sondern auch Kosten produziert) überhaupt am Leben erhalten. Vielen Dank für Eure Unterstützung!

 

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2 Comments

  • Reply Maren 12. März 2019 at 19:33

    Uah! Frogporridge. Danke für den coolen Bericht. Der kommt zur rechten Zeit, denn wir planen dieses Jahr auch noch eine Reise nach Singapur. VG, Maren

  • Reply Julia 14. März 2019 at 8:53

    Ach, Singapur hat so viele tolle Ecken! Ich kann Universal studio – selbst wenn es nicht günstig ist- und Sentosa Insel empfehlen 🙂

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