Südnorwegen mit Kindern

Tipps für Kristiansand, Hauptstadt der norwegischen Riviera

Kristiansand, die Hauptstadt der sonnigsten Region Norwegens Sørlandet, ist der optimale Start für einen Roadtrip entlang der Südküste. Entweder fährt man links die Küste Richtung Stavanger hoch, schlägt rechts den Weg Richtung Oslo ein oder fährt einfach direkt hoch ins wilde Landesinnere. Wir entscheiden uns erstmal für den Norden, bevor wir danach wieder auf die Südwestküste stoßen. Vorab verbringen wir jedoch die ersten 2 Nächte in Kristiansand, der fünftgrößten Stadt Norwegens.

Kristiansand ist eigentlich eine Industrie- und Fischereistadt, was man direkt beim Anlegen mit der Colorline am modernen Hafen bemerkt. Sobald man das Hafengelände verlässt, bekommt man davon jedoch nicht mehr viel mit. Die Stadt ist mit seinem vorgelagerten Insellabyrinth, der durchdesignten Waterfront und traditionellen Altstadt sogar ziemlich charming. Neben dem Kristiansand Zoo, gibt es verschiedene Kunst-, Geschichts- und Naturkundemuseen, einen großen Fischmarkt, eine hübsche Innenstadt mit vielen Geschäften, Cafes und Restaurants, das Freiluftgebiet Odderøya mit Badebuchten und Wanderwegen sowie den bezaubernden Schärengarten. Anderthalb Tage Aufenthalt reichen also kaum, um sich alles anzuschauen. Bei uns fällt der eine Tag zudem auf einen Sonntag und alle Geschäfte haben geschlossen. Zum Wohle meines Portemonnaies, denn mein Auge fällt direkt auf ein paar sehr nette Interiorläden.

Nächtigen im stylishen Scandic Bystranda

Wir verbringen zwei Nächte im zentral gelegenenen, stylishen Scandic Bystranda Hotel, direkt an der Waterfront Promenade. Ich verliebe mich spontan in die Lobby und den Spirit des Scandic Bystranda (diese Lampen!) – endlich mal wieder ein Hotel das cool und kinderfreundlich zugleich ist.  Neben dem Kidscorner und dem Kicker in der Lobby, hat das  Scandic zudem ein ausgezeichnetes Frühstücksbuffet und einen Zugang zum Aquarama, einem der besten Schwimmbäder, in dem wir je waren. Perfekte Ausgangsbasis also, für ein kurzes Kristiansand-Wochenende. Von unserem Familienzimmer aus, haben wir einen tollen Ausblick auf den Sonnenuntergang, den Hausstrand der Stadt und schönen Kinderspielplatz mit Beachvolleyballfeld und Skatebahn.

Zu Fuß durch Kristiansands abwechslungsreiche Innenstadt

Vom Hotel aus ist man zu Fuß schnell in der hübschen Altstadt Posebyen, die aus bunten, alten Holzhäuschen besteht. Von dort schlendern wir weiter Richtung Innenstadt, vorbei an der Kristiansand Kathedrale und zurück zur Strandpromenade und der Christiansholm Festung. Das 89.000 Einwohner zählende Städtchen ist überschaubar und daher gerade mit Kindern gut zu Fuß zu erkunden.

Falls Euch unterwegs ein Hüngerchen packt, kann ich Euch im Übrigen den Vietnamesen Le´s Kitchen, auf der Tollbodgata 2 empfehlen. Das Ambiente ist relativ einfach, aber das Essen sehr lecker und für norwegische Verhältnisse auch günstig.

Bystranda – Kristiansands Badestrand mit Rivierafeeling

Eine Besonderheit von Kristiansand (und wahrscheinlich von ganz Norwegen) ist der schöne Badestrand Bystranda mit Palmen!! und Sonnendeck sowie dem Aquarama Spa und Bad. Als wir dort waren, war es zwar sehr sonnig, aber recht windig und kühl. Man kann sich jedoch auf Anhieb vorstellen, was hier an wärmeren Tagen los ist und warum die Südküste, auch als die Riviera Norwegens bezeichnet wird. Sehr schön fanden wir zudem die gepflegte, lange Strandpromenade, die mit vielen Spiel-, Kletter- und Trimm Dich-Geräten bestückt ist.

Das Aquarama – top modernes Erlebnisbad und Spa

Mit den kids war dann natürlich noch ein kurzer Abstecher ins Aquarama fällig, denn neben den 1-5 Meter Sprungtürmen, einem großen Trainingsbecken und einer FlowRider-Surfwelle, gibt es verschiedene In- und Outdoor Badelandschaften mit unterschiedlichen Wassertemperaturen, Kletterbecken und einer actionreichen Wasserrutsche. Von der Rutsche waren meine Jungs natürlich nicht mehr wegzubekommen und eigentlich hätte ich mich derweil am Liebsten in Norwegens größtem Spa entspannt. Stattdessen flitzte ich ebenfalls mit Gummiring durch diverse Röhren. Ich muß gestehen, dass ich eigentlich kein großer Fan von Erlebnis- und Hallenbädern bin. Das Aquarama ist jedoch eins der besten, saubersten, modernsten und schönsten Schwimmbäder, in dem ich je war und ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

Per Dampflokomotive durch Sørlandet

Kurz hinter Kristiansand ist man dann auch direkt in der norwegischen Wildnis. Schroffe Felsen und Berge, Wälder, rauschende Flüsse und gurgelnde Wasserfälle. Ein nettes Erlebnis ist für uns daher die 8 km lange Fahrt ab Grovane mit der Setesdalsbanen, einer 120 Jahre alten Dampflokomotive, die sich mit viel Rauch gemächlich durch die Landschaft schiebt. Die Jungs fühlen sich wie Lukas, der Lokomotivführer und ich genieße die Fahrt im stilvollen Waggon aus Teakholz. Es geht immer entlang des wilden Flusses Otra, über Brücken, durch Tunnel und scharfe Kurven. Bevor es wieder zurück geht, legt die Bahn einen kleinen Stop an einem alten Bahnhof ein, wo man Erfrischungen und Souvenirs kaufen kann.

Der Lumberslide-Walk Vennesla

Man kann es im Übrigen fast schon Geheimtipp nennen, denn wir hätten den Lumberslidewalk entlang des Flusses Otra ohne diese Zugfahrt sicher nie entdeckt. Daher mein Tipp: lasst Euch auf der Rückfahrt auf halber Strecke absetzen und lauft die Strecke über den hölzernen Timberwalk zurück. Vorab hatten einige Zuggäste den Schaffner gefragt und die Bahn hielt auch extra dafür an. Ursprünglich war die Lumberslide für den Transport von abgeholzten Baumstämmen gedacht. Heute ist sie restauriert und über einige Kilometer begehbar. Wir fanden den Walk grandios. Hin und wieder kann man auch immer wieder mal einen Abstecher in die Büsche machen und Blaubeeren pflücken.

Ach Norwegen… ich könnt ja direkt wieder los. Im Herbst ist es dort nämlich auch ganz großartig und wenn man viel Glück hat, sieht man vielleicht auch schon Nordlichter. 

Mehr zu unserer Anreise und Strecke entlang der Südküste findet Ihr hier.

Offenlegung: Unsere Reise wurde von Visit Southern Norway unterstützt. Meine Meinung bleibt davon wie immer unangetastet.

 

 

6 Kommentare

  1. Liebe Nadine,
    ich habe die Südküste bisher immer recht stiefmütterlich behandelt, aber deine Tipps zeigen, dass ich das ruhig mal ändern könnte. Mit dem Lumberslide-Walk hast du mich, und die Dampflock ist dann das schlagende Argument für die anderen Drei. Danke für die tolle Fotos und Anregungen!
    Liebe Grüße, Nicole

    • Nadine sagt

      Liebe Nicole, ja, die Leute zieht es halt meist in den wilden Norden oder an die Westküste mit den spektakulären Fjorden. Dabei ist die Südküste nicht minder schön, wild und spektakulär. Ich kann Euch das nur ans Herz legen und der Lumberslide-Walk ist gerade mit kleinen Kindern toll. Die können nämlich nirgendwohin abhauen. Haha. LG/ Nadine

  2. Beim Lesen musste ich mal ins Taschentuch schniefen. Südnorwegen und Schweden war der erste gemeinsame Urlaub mit meinem Herzensmann, das war vor 24 Jahren. Ich verstehe gar nicht, warum wir nie wieder in Stavanger, Kristiansand, am Prekestolen usw. waren. Es ist wunderschön dort. Wahrscheinlich würde ich gar nichts mehr wieder erkennen. Danke fürs Mitnehmen Nadine. Liebe Grüße, Ines

    • Nadine sagt

      Boah! 24 Jahre ist ja schon ne Hausnummer. Dann wird es dringend Zeit für ein Revival, Ines. GlG, Nadine

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