Alltagsplänkeleien

Von meiner kleinen Blogger-Sinnkrise und warum ich wieder mehr bei mir sein möchte

Wie fange ich am Besten an? Vielleicht geradeheraus damit, dass ich schon seit Längerem eine kleine Bloggersinnkrise durchlebe. Das ist als Blogger (oder kreativer Mensch aus jeder Sparte) nicht ungewöhnlich. Nach vielen Jahren des Schreibens trifft einen immer mal wieder so eine Flaute. Auch wenn ich das Bloggen eigentlich liebe, habe ich dann das Gefühl, das ich eigentlich nichts zu sagen habe und mir die richtigen Worte fehlen. Das trifft sich natürlich nicht gut, wenn man seinen Blog gerade hauptberuflich macht, aber irgendwie kann man sich halt auch nicht auf Kommando was Witziges oder Geistreiches aus den Rippen leiern.

Was bei mir jedoch seit einiger Zeit erschwert hinzu kommt, ist das Gefühl, in den Weiten des www mittlerweile wirklich alles gesehen und gelesen zu haben und ich zunehmend gelangweilt davon bin. Nicht nur von anderen Bloggern, Instagrammern und Co., sondern auch von mir selber. Als ich vor 6 1/2 Jahren Planet Hibbel ins Leben gerufen habe, war die Bloggerwelt noch übersichtlich. Man kannte sich untereinander, bekam viele Kommentare und Feedback, fieberte dem neuesten Blogbeitrag von Blogger XYZ entgegen und alles war irgendwie neu und spannend. Mittlerweile gibt es Blogger (und Influencer aus allen Sparten) wie Sand am Meer und ich bekomme mehr und mehr das Gefühl: hat man einen gesehen, hat man alle gesehen. Alle haben die gleiche Wohnungseinrichtung, alle reisen an die gleichen Orte, alle tragen die gleichen Klamotten und wirklich jeder schreibt darüber. Das ist natürlich übertrieben, aber da ich mich nun mal in diesen Sphären rumtreibe, fühlt es sich halt manchmal so an.

War meine analoge Weltreise von 1999 bis 2000 noch eher ungewöhnlich, macht heute gefühlt jeder Zweite eine und schreibt anschließend noch ein Buch darüber oder zumindest einen Blog. Ich hatte vor 2 Jahren schon mal darüber geschrieben, dass Weltreisen heutzutage fast schon Mainstream sind. Versteht mich nicht falsch. Ich finde es einerseits toll, dass wir im Jahr 2018 solche Möglichkeiten haben. Andererseits bin ich manchmal fast schon genervt von unser aller Mitteilungsbedürfnis. Und ja, damit schließe ich mich natürlich ein. Denn ich blogge ja hier schließlich auch über unsere Reisen, statt einfach meine Klappe zu halten und die Trips mit meinen Kindern still zu genießen. War unsere zweimonatige Elternzeit in Thailand vor über 6 Jahren noch was halbwegs Besonderes, ist auch das irgendwie Mainstream geworden. Eltern die sich was auf sich halten und hip sind, reisen im Jahr 2018 mit ihren Kindern um die Welt. Ihr merkt, ich pinkel mir gerade selber ans Bein ;).

Was will ich mit meinem Sinnkrisen-Post heute eigentlich sagen? So ganz weiß ich es eigentlich auch nicht, denn das Bloggen an den Nagel zu hängen, kommt derzeit auch noch nicht in Frage. Ich kann jedoch nicht ausschließen, dass ich es irgendwann tun werde, wenn ich etwas gefunden habe, was mich wieder so begeistert, wie das Bloggen in den Anfängen. Vielleicht möchte ich auch einfach nur dazu anstoßen, mal wieder etwas mehr bei sich zu sein, sein eigenes Ding zu machen und nicht zuviel nach links und rechts zu gucken. Denn wenn wir mal ehrlich sind, stresst das auch oft. Ein Blick auf Instagram und man hat das Gefühl, das nur die Anderen die coolen Reisen machen, in schicken Hütten wohnen und jeden Tag neue Klamotten tragen. Was natürlich fast immer Fake ist. Mal abgesehen davon, finde ich es einfach total uncool, wenn alle im gleichen Shirt durch die Welt laufen, jeder Blog und jedes Instagram-Profil austauschbar ist, wir alle die gleichen Stühle und Bilder in der Bude haben und im gleichen hippen Cafe auf Bali sitzen (ich sollte unseren evtl. Trip nach Bali wohl also nochmal überdenken ;)).

Ich für meinen Teil, möchte wirklich wieder mehr bei mir sein, mein ganz eigenes Ding machen und arbeite gerade schwer an mir, auch mal wieder einen Sonnenuntergang einfach genießen zu können, ohne ihn für die Nachwelt festzuhalten. Denn die besten Dinge geschehen nun mal offline.

Erzählt mal! Geht das nur mir so oder habt ihr auch manchmal einen Overkill? Und wenn ja, was könnte man daran ändern? Oder ist die Zeit der Blogs einfach vorbei?

Und falls Ihr Euch fragt, was das da für Fotos im Beitrag sind? Auch das ist eine Facette von mir. Ich finde Stillleben wunderschön und habe das am Wochenende in einem Fotoworkshop ein bißchen geübt. Einfach bei mir sein.

 

44 Kommentare

  1. Hm. Also zum einen muss ich sagen: Ich stimme dir fast überall zu. Aber: Eine Weltreise war jetzt 99/00 auch nichts besonderes mehr – das werden dir all diejenigen sagen, die 78/79 Weltreisen gemacht haben.
    Und ich, als Mutter von älteren Kindern als deinen kann dir auch sagen: Die sechs Monate Thailand gab es auch schon vor deinen Kindern 😉 – aber das weißt du ja sicher auch, man muss es eben irgendwie formulieren.

    Und du hast so recht, dieses Mitteilungsbedürfnis heute, das ist soooooo immens und so krass und zum Teil einfach so unqualifiziert, das mir regelmäßig die Hutschnur platzen könnte – aber ich möchte dann trotzdem nichts kommentieren, weil: Wozu denn. Lustig, ich hatte heute ähnlichen Dünnpfiff (und doch anders) auf meinem Blog – das Dünnpfiff soll aber nicht despektierlich klingen.

    Heute haben sich so viele Halbwahrheiten und Mythen im Netz verbreitet und trotz unserer Möglichkeiten mit Internet und Co geht derzeit so viel Wissen flöten wie nie. Und ja: ich habe den totalen Overkill. Nach zehn Jahren Bloggerei habe ich neulich gedacht: Ich möchte so gern was machen, wo ich alle meine Kanäle löschen kann. Insta, FB und Co.
    Aber selbst bei meinen anderen zwei Wunschträumen wäre es nicht ganz ohne Internet möglich….und der Absprung. Der Absprung ist so irrsinnig schwer, weil: was ist, wenn das alles in die Hose geht. Eine Krux.

    Immerhin: Sonnenuntergänge und -aufgänge kann ich meistens ohne Telefon genießen. Oder Bloggerveranstaltungen, Abendessen, Parties. Ich bin dann einach offline – bei Bloggerveranstaltungen oft als Einzige am Tisch. Ich Rebell! haha!

    Ich glaube übrigens, die Zeit der Blogs ist nicht vorbei, aber ich könnte mir vorstellen, dass sich da schlicht ein paar rauskristallisieren und der Rest dümpelt eben weiter vor sich hin.

    Ich lese dein Blog übrigens nach wie vor gern, denn auch wenn THEMATISCH einiges davon sicher nicht ganz neu ist, bereitest du Themen immer ganz gut auf – und schön zu lesen. (Und so, dass ich Lust habe, Romane drunter zu kommentieren…)

    • Nadine sagt

      Liebe Dani,

      mir ist natürlich völlig bewusst, daß es auch vor 1999 Weltreisende gab. Da muß ich mir nur meine Eltern, Onkel und Tante anschauen, die alte Hippie-Generation, die bereits in den 70er Jahren Joint rauchend unterwegs war. 😉 Trotzdem muß ich Dir widersprechen. Ich kannte 1999 nur eine Handvoll deutscher junger Leute die das gemacht haben. Das waren meist eher Briten, Neuseeländer und Australier, die direkt nach der Schule auf Reisen gegangen sind. Wirklich salonfähig und normal ist das erst in den letzten Jahren geworden. Und die bezahlte Elternzeit, so wie wir sie kennen, gibt es ja nun auch erst seit 2007. Vorher waren definitiv nicht so viele Familien mit Babies auf Reisen. Die hatten nämlich gar nicht unbedingt das Geld und die Möglichkeiten dazu.

      Ansonsten weißt Du ja als, Blogger-Urgestein, wie man sich manchmal fühlt. Für mich ist es nun das 11. Bloggerjahr. 6 1/2 davon mit Planet Hibbel. Das Leben hat sich in dieser Zeit sehr verändert und ja, manchmal gefällt mir halt auch nicht alles davon. Aber das Leben ist ein Flow und man entwickelt sich immer weiter. Und das ist ja auch gut so. Wohin meine Blog-Reise gehen wird, weiß ich gerade noch nicht. Dafür war mein Post auch zu impulsiv ;). Ich weiß nur, das ich eigentlich weitermachen möchte, nur anders.

      Und danke für Deine Romane. Das freut mich :).
      GlG, Nadine

      • Nadine sagt

        PS: Und jetzt hast Du mich ehrlich gesagt ganz schön neugierig gemacht, nach welchen zwei Dingen Dir der Sinn steht. 😉

  2. Liebe Nadine,

    mir gehts zurzeit ähnlich. Ich habe nicht mehr die Lust und den Elan, mich an einen neuen Artikel zu setzen. Auch andere Blogs lese ich kaum noch. Stattdessen verbringe ich mehr Zeit offline, ganz entspannt. Ich denke auch häufig, dass es schön wäre, einfach den Urlaub zu genießen, statt immer auch daran zu denken, genügend Fotos und Infos für die Blogposts zu sammeln und auch schön die Social Media Kanäle zu füllen.

    Allerdings kann ich – zumindest im Moment – nicht einfach aufhören, zu bloggen. Mein Blog gehört zu mir und ich möchte ihn nicht aufgeben.

    Es kommen sicher auch bald wieder motiviertere Zeiten. Daran glaube ich ganz fest.

    Viele Grüße
    Jessi

    • Nadine sagt

      Liebe Jessi! Du bist ja nun auch schon einige Jahre dabei und kannst daher gut nachvollziehen, wie es einem manchmal geht. Unmotiviert bin ich eigentlich nicht unbedingt. Ich bin nur eher etwas ratlos, wie man sich noch vom „Einheitsbrei“ absetzen kann. Man kann das Rad ja nun auch nicht unbedingt neu erfinden. GlG, Nadine

  3. Corinna sagt

    Liebe Nadine,

    tatsächlich empfinde ich das genauso wie du! Ich schreibe zwar keinen Blog, aber das Lesen der immer gleichen Geschichten über die gleichen „Geheimtipps“ und Reisen rund um die Welt, langweilt mich mehr, als dass es mich inspiriert. Dein Blog ist einer der wenigen, die ich noch lese, weil du meiner Meinung nach sehr authentisch bist und eben nicht nur einer möglichst hohen Zahl an Likes hinterherjagst.
    Ich persönlich bin seit über einem halben Jahr in den sozialen Medien überhaupt nicht mehr aktiv, zumindest nicht privat, weil ich von den Geschichten und diesem „immer-höher-immer-weiter“ einfach nur genervt war und bin. Leider erwischt man sich ja doch dabei, wie man seine eigenen Reisen, sein eigenes Leben, mit dem der anderen vergleicht und deren Welt immer ein bisschen strahlender wirkt, als die eigene. Davon will ich mich nicht mehr stressen lassen und ich muss sagen, seit ich Facebook und Co. meide, fühle ich mich viel entspannter! Ist es nicht bedenkenswert, dass dies überhaupt solch eine Reaktion bei mir bewirkt?
    Trotzdem hoffe ich natürlich, dass du deinen Blog noch länger weiterführst, denn auf deine Artikel freue ich mich regelmäßig 🙂 Und ich habe nicht einmal Kinder, mit denen ich reisen könnte 😀

    Liebe Grüße, Corinna

    • Nadine sagt

      Liebe Corinna,

      vielen Dank, das freut mich natürlich, aber das sollte auch kein Fishing-for-Compliments werden. Ich wollte tatsächlich einfach nur mal spontan loswerden, was mich in Bezug auf das Bloggen gerade beschäftigt. Und eigentlich weiß man in der Regel ja, was einem gut tut. Öfters mal ne Social Media-Pause einlegen, hilft da sicher schon ganz gut, um mal wieder einen freien Kopf zu bekommen. Ich glaube ich fange mal damit an, die FB-App von meinem Handy zu löschen. Einmal am Tag am PC reinschauen reicht ja auch. Stattdessen mache ich dann lieber was anderes Schönes für mich selber. LG, Nadine

    • Nadine sagt

      Danke schön, Andrea! Und eigentlich ist das ganze Leben ja eine Reise und es ist immer alles im Flow. Und das ist ja auch gut so. LG, Nadine

  4. Flögi sagt

    Ich blogge seit 2006, also schon 12 Jahre und mir wurde es nie langweilig. Aber es hat damit zu tun, daß ich in meiner wenigen freien Zeit viel allein zu Hause bin und ich brauche was, daß ich nicht von der Langweile sterbe 🙂 🙂
    Ja, es waren Zeiten, wo man sich persönlich kennengelernt hat und ich fnde toll, daß gerade diese Personen, die seit Anfang da waren als Follwer, noch immer da sind…und ja, es werden wirklich zu viele neue Blogs, ich mag gar nicht neue anzuschauen oder suchen, da ich so viel gar nicht folgen kann. Aber eben deshalb ist es für mich wichtig, daß ich meinen Stil behalten habe, ich schreibe total persönlich, wie ein Tagesbuch, ehrlich und ich schreibe wenig über den Reiseort, oder Tipps, oder was immer andere Reiseblogger schreiben, Adressen und Unterkünfte und Fluggesellschaften, weil ich meine persönlichen Eindrücke, meine Gefühle über meiner Reise zeigen will. Suchen kann jede allein nach Infos, Hotels oder Fluggesellschaften, aber Beschreibungen, die in kleinsten Details gehen, was wie war, findet man so wenig…Mein Blog schaut altmodisch aus, aber so ist es gut, alle die modern haben, haben dieses weißes Design, kein Wunder, daß alles gleichmäßig aussieht, weil eine von den anderen abguckt…War nicht auf dich gemeint. 😉 Ich mag dich und deinen Blog schon seit Anfang und lese immer. Liebe Grüße

    • Nadine sagt

      Liebe Flögi, ich danke Dir. Ich denke Dein Blog ist auch einfach immer noch das was es ursprünglich war – Dein Online-Tagebuch. Das ist es für viele Blogger aber gar nicht mehr. Es ist halt ein lukrativer Job geworden. Da nehme ich mich nicht aus. Und ja, jeder Job ödet oder nervt einen halt auch mal an. Warum sollte das beim Bloggen auch anders sein, als wenn ich einen 9 to 5-Bürojob habe? Da der Blog aber mein Baby ist, liegt es an mir, etwas zu ändern, wenn es mir nicht mehr gefällt. Ich weiß nur noch nicht so Recht was. Aber kommt Zeit kommt Rat. GlG, Nadine

  5. Liebe Nadine, ja, manchmal kommen solche Gedanken… Mir hilft, dass ich nur schreibe, wenn ich Zeit und Lust dazu habe. Vor allem aber auch, dass ich all meine Reiseberichte auch für mich schreibe. Während des recherchierens und wenn ich Fotos zusammensuche, erlebe ich vieles nochmals, erinnere mich an all das Schöne – und lerne oft noch etwas.
    Da kann ich aber natürlich leicht reden, ich mache das nicht beruflich. Und hier liegt vielleicht der Knackpunkt… Was man mit dem Erfolgsdruck und einer gewissen Verpflichtung im Rücken macht, trägt ein erhöhtes Risiko, dass es eben nicht immer nur aus Spass und mit Spass geschieht.
    Ich wünsche Dir, dass Du Deine Freude wieder findest (vielleicht auch beim Herumschauen). Einmal etwas Anderes machen und hineinbringen wie das Stilleben ist da genau richtig. Niemand hat nur eine Facette, „Nische“ hin oder her.
    Liebe Reisegrüsse, Miuh

    • Nadine sagt

      Liebe Miuh, ja wenn aus einem Hobby ein Job wird, ändert sich natürlich vieles. Ich mache das ja eigentlich auch schon viele Jahre nebenberuflich, aber scheinbar habe ich jetzt doch mehr Zeit und bekomme daher auch mit, wie sich das nochmal potenziert hat. Wenn ich weiß das es zu einer Destination schon 180.000 Posts gibt, fällt mir dazu dann halt nichts mehr ein. Ich könnte dann sagen: schreib ich halt nicht drüber. Wenn es dann aber ein Job ist, habe ich halt ein Problem. Freude habe ich aber immer noch daran und so schnell werdet ihr mich auch noch nicht los ;). Danke für Dein Feedback und liebe Grüße, Nadine

  6. Tatjana sagt

    Hallo, ich mag Deine Reiseberichte und empfinde sie als Inspiration. Bei den Reiseblogs finde ich das wesentlich angenehmer (aber vielleicht lese ich auch nicht so viele) als bei den Einrichtungsblogs- ernsthaft da hat doch inzwischen fast jede den gleichen Teppich, die gleiche Vase und das gleiche Regal an der Wand. Das empfinde ich oft schon eher als abschreckendes Beispiel und würde mir genau diese Dinge nie kaufen…L.G.

    • Nadine sagt

      Hallo Tatjana! Bei den Reiseblogs ist das aber ähnlich. Alle fahren nach Portugal, nach Island oder Bali. Manchmal tun mir die Einheimischen fast schon leid und dann frage ich mich, was wir Influencer denen da „angetan“ haben? Klar, haben die da auch was von, denn es fließt jede Menge Geld ins Land. Aber ob die Isländer jetzt so happy darüber sind, das es mittlerweile mehr Touris als Einheimische auf ihrer Insel gibt, wage ich mal zu bezweifeln. Allein aus dem Grund mag ich schon gar nicht mehr dahin fahren, auch wenn es mich natürlich auch total reizen würde. Irgendwie ist die Welt durch das Internet echt ein bisschen schräg geworden. Einerseits ist das toll, weil es soviele Möglichkeiten eröffnet, andererseits echt crazy, wenn dann plötzlich alle das Gleiche machen, oder? LG, Nadine

  7. Von Bloggersister zu Bloggersister. Und auch nur, weil du explizit nach unseren Meinungen gefragt hast. 😉

    Du weißt, wie sehr ich dich, deinen Blog und deine Schreibe mag, liebe Nadine und ich glaube, da bleibt bei all dem Einheitsbrei den du hier beklagst (und zu dem wir irgendwie auch selbst beitragen) noch genug Individualität vorhanden ist.

    Ich habe tatsächlich seit langer Zeit den Eindruck, dass du vielleicht einfach zu viel rechts und links guckst, dir zu viele Gedanken machst und dich auch echt viel ärgerst über dit und dat. Auch über Dinge, die du nunmal nicht ändern kannst. Das merkt man. Der Frust liest sich sehr oft zwischen den Zeilen.

    Das Internet ist seit Jahren schon nicht mehr der Ort, wo man das Rad (welches auch immer) neu erfinden kann. Dafür sind zuviele kreative Leute unterwegs, die sich auch gegenseitig inspirieren. Das bleibt nicht aus. Wie oft habe ich gerade bei uns beiden schon gedacht: „Mist, über das Thema wollte ich auch schon ewig schreiben, jetzt hat sie’s gemacht!“ Und ich weiß, wes war bestimmt auch schon umgekehrt so. 😉 Stimmt’s?

    Aber so ist das manchmal.

    Also, wenn man sich von dem Frust nicht frei machen kann und eben trotzdem tut, was man will, dann hat man es mittlerweile als ambitionierter Blogger wohl wirklich schwer. Aber gerade die Reisebloggerei bietet ja sehr viel Individualismus. Weil eben nur man selbst über seine eigenen Erfahrungen berichten kann.

    Mein ganz persönlicher Tipps ist da tatsächlich… nicht zu viel gucken, was alle anderen machen, sondern sich mit Leidenschaft in die eigene Sache stürzen. Wenn die Leidenschaft nicht reicht, dann braucht man vielleicht mal ’ne Pause. Und wenn sie dann nicht wiederkommt, vielleicht sogar einen anderen Job. Aber ohne Begeisterung für das, was man tut, geht es nicht wirklich beim Bloggen. Und auch nicht mit permanentem Frust.

    Wenn mich manchmal der Frust packt, dann versuche ich mich auch mal daran zu erinnern, was ich für ein Glück habe, so einen geilen Job zu haben. Ich bestimme nämlich, was ich tue und nicht irgendein Chef in irgendeinem Nine-To-Five-Job. Ich erinnere mich daran, wie viel ich schon von der Welt gesehen habe. Auch wegen meines Jobs. Und dann merke ich nämlich ganz schnell, dass das ganz schön Jammern auf hohem Niveau ist, was ich da betreibe.

    Außerdem habe ich irgendwann mal beschlossen, mir keine Bauchschmerzen (und auch keine Kopfschmerzen) zu machen wegen Dingen, auf die ich keinen Einfluß habe. Algorithmen zum Beispiel. Aber das weißt du ja… 😉 Mir geht es besser damit.

    However… mehr bei sich zu sein, ist auf jeden Fall immer ein guter Plan. Du macht´st das schon.

    Sei gedrückt
    Nic

    • Nadine sagt

      Liebe Nic!
      Und Du weißt ebenfalls, wie sehr ich Dich und Deinen Blog schätze. Für mich gehörst Du zu den wenigen Bloggern, die es über all die Jahre geschafft haben, total individuell zu bleiben und ihr eigenes Ding durchzuziehen. Es gibt nicht viele Blogs die ich überhaupt noch lese, aber Deiner ist immer dabei. Aber auch Du hattest sicher schon mal die ein oder andere Blogkrise, oder?

      Ich habe sie alle Jahre wieder, schreibe in der Regel aber nicht drüber, sondern überwinde sie einfach irgendwann. Mir ist völlig bewusst, daß wir einen totalen Luxusjob haben, das es mir verdammt gut geht und mir der Blog schon so viel ermöglicht hat. Aber darum geht es auch gar nicht. Es fällt mir einfach zunehmend schwerer, über Dinge zu schreiben, über die schon alles gesagt wurde. Ich könnte es dann auch einfach sein lassen, aber wenn es ein Job ist, ist es halt schwierig. Das ist dann halt der Unterschied zwischen Hobby und Beruf. Individuell kann man da auch nicht mehr groß sein. Wenn auf einmal alle über das gleiche Hotel schreiben und ähnliche Fotos machen, ist das halt ein Einheitsbrei. Der mich persönlich anödet. Und die Leser ja scheinbar auch. Da ist es dann auch kein Unterschied, ob es eine Region ist, ein Staubsauger oder ne Lampe. Höchstens die DIY Blogger schaffen es noch, da was total Kreatives rauszuholen.

      Das mit den Algorithmen auf IG ist da nochmal ne total andere Sache, auf die Du Dich jetzt sicher beziehst. Klar hat mich das immer wieder mal aufgeregt (so wie viele Andere auch), aber das ist in der Tat total sinnlos, weil man einfach so gar keinen Einfluss darauf hat.

      Nicht so viel nach rechts und links gucken – den Rat gebe ich auch immer gerne und er ist so wahr. Scheinbar hatte ich in den letzten 4 Monaten meiner Selbständigkeit zu viel Zeit auch mal wieder zu gucken und das tut mir augenscheinlich nicht gut ;). FB habe ich direkt mal von meinem Handy verbannt. Bei IG fällt mir das sehr viel schwerer, dabei ist die Einheitssauce da besonders groß.

      Wie dem auch sei. Danke für Dein Feedback und sonnige Grüße ins wunderschöne Hamburg, Sis! 😉

      • Liebe Nadine,

        ich muss sagen, ich hatte noch keine großen Krisen. Manchmal bin ich ein bisschen bocklos und uninspiriert, das sehr wohl und regelmäßig. Weil es eben auch anstrengend ist. Aber ich habe auch immer versucht, mir keinen allzu großen Druck zu machen. Der selbst gemachte Anspruch und das Gucken, was andere machen, waren nämlich immer meine größten Spaßkiller und Stressfaktoren. Wenn ich das nicht irgendwann reduziert hätte, würde ich vermutlich heute nicht mehr bloggen.

        Wir kennen uns ja nicht so richtig viel im echten Leben, aber virtuelle schon sehr gut, denke ich. Vielleicht bist du einfach auch manchmal zu grüblerisch, zu streng mit dir selbst und auch der Welt und ganz bestimmt hast du enorm hohe Ansprüche an das was du tust. Das kann oft ein Klotz am Bein sein. Ich kenne das auch.

        Das Ding ist aber trotzdem… wir werden die Welt nicht verändern dadurch, dass wir Dinge nicht mehr machen, die wir gerne noch lieber würden, wenn „das Internet“ und seine Dynamik nicht wäre. Oder alles so cozy und neu wie früher. Wir werden nur noch unzufriedener, wenn wir das Bloggen mit diesem Fokus betrachten. Was natürlich auch etwas fatal ist, wenn man es als Job betreibt und nicht nur als Hobby.

        Ich wünsche dir, dass du den Spaß bald wieder findest. Ich bin sicher, das tust du.

        P.S. Übrigens können auch DIY Blogger das Rad schon längst nicht mehr neu erfinden…. rate mal, warum ich nicht mehr so viel DIY mache… haha. 😉

        • Nadine sagt

          Auch damit hast Du Recht, meine Liebe! So streng mit mir selbst, bin ich im echten Leben zwar nicht unbedingt, aber mag sein, daß das virtuell manchmal so rüberkommt. Das liegt aber mit Sicherheit auch daran, daß ich nicht der Typ für „Achselzucken und dann ist das halt so“ bin. Erstmal muß ich mir gepflegt die Zähne an etwas ausbeißen, bis ich in das Stadium „Schietegal“ komme ;). Dann ist es mir aber auch wirklich wurscht. Und weisste…. allein das Feedback zu dem Post hat schon wieder etwas mehr Freude bei mir ausgelöst. Wenn man immer nur so still vor sich hinschreibt und nicht so wirklich weiß, ob das nun überhaupt ein Schwein interessiert, ist das halt auch öde. Da helfen dann auch keine tollen aber leblosen Statistikzahlen drüber hinweg.

  8. Liebe Nadine,

    ich kann so gut nachvollziehen was Du meinst. Bin ja nun auch seit 2010 unter den Bloggern und die Entwicklung in den letzten Jahren ist nicht wirklich motivierend. Wir hatten die letzten sechs Monate auch eher eine ruhige Phase, weil einfach Kraft und Ideen (Fotos und Textideen gab es genug) gefehlt haben. Ich war beim neuen Job in der Probezeit, die mich sehr in Beschlag genommen hat und jedes Mal wenn ich was im Netz gelesen habe, sank meine Motivation zu schreiben.
    Jeder will überall hin, jeder will das beste Bild (ob Talent da ist oder nicht), es wird nur noch online gelebt und alle schreiben das Gleiche. Es wird sich halbnackt im Bild geräkelt, wo ich mich frage: worum genau gehts hier nochmal? Ach so, die Landschaft – wurde nicht ganz klar.
    Was mich aber besonders nervt: Gott und die Welt reist nun nach Skandinavien und macht sich dann noch nicht mal die Mühe, Orte richtig zu schreiben geschweige denn in Videos richtig auszusprechen. Da könnte ich mit meinem Skandinavienherz (dank Studium und der Reiseleitertätigkeit) regelmäßig an die Decke gehen. Oliver muss mich dann immer bremsen, öffentlich nicht zu ausfallend zu werden 😀

    Aber wie dem auch sei, meine Motivation ist zum Glück wieder da, jetzt fehlt lediglich die Zeit – irgendwas ist ja immer.

    Liebe Grüße, Mila

    • Nadine sagt

      Liebe Mila! Ja, genau so geht es mir auch. Aber irgendwie sind wir an der Situation ja auch nicht ganz unschuldig, weil die Geister die man rief ;). Gerade in Bezug auf Skandinavien. Wenn wir natürlich immer drüber schreibe und schwärmen, ist ja klar, daß irgendwann Gott und die Welt dorthin fährt. Meine Motivation ist auch noch da, mir fehlt es nur zunehmend schwerer über total ausgetretene Pfade zu schreiben. Da müsste ich mit den Kids wahrscheinlich in den Dschungel von Papua Neuguinea reisen um nochmal was Neues zu bringen. Und auch das wäre irgendwann Mainstream. Da hilft wohl nur Rückbesinnung. Und nach der steht mir persönlich gerade sehr der Sinn. Ich weiß nur nicht, wie ich das in einem Blog unterbringen kann. GlG, Nadine

  9. Hallo Nadine, Ich kommentiere normalerweise nicht, aber jetzt muss ich halt auch mal was sagen.

    Ich glaube nicht, dass du mit dieser Frustration da alleine bist. Hast du ja auch selbst erkannt.
    Ich gehe auch durch diese Phasen, sie sind manchmal echt schlimm. Vor allem, wenn man nach links und rechts guckt. Entweder sieht man da Genie oder Wahnsinn, beides ist nicht schön.

    Und dass Erfolg in Sexappeal gemessen wird, ist mein persönlicher Hass-Pol. Aber so ist halt die Welt, und so sind die Massen.

    Wenn ich durch so eine Phase gehe, höre ich auf, nach links und rechts zu schauen und ruhe wieder mehr in mir selbst. Ich bin sehr kreativ, und das Bloggen selbst gibt mir die Kraft weiterzumachen, denn nur das Publizieren ist es, das mir Freude im Leben bereitet (mal abgesehen von Familie und Ehe und Reisen und Currywurst… du weißt schon).

    Social Media ist ein Teufel, und es ist eine Schande, dass man sich da so sehr involvieren muss, um überhaupt gehört zu werden. Als ich anfing zu bloggen, gab es noch kein Social Media und man konnte in gleich mehreren Suchmaschinen ranken. Aber das Leben geht weiter und man muss halt mitlaufen und sich immer wieder neu erfinden. Das kann wirklich ermüdend sein.

    Aber ich ziehe auch meine persönlichen Grenzen. Wenn ich reise, mache ich Fotos, weil es mir Spaß macht. Aber ich mache kein Live-Video, kein Snapchat, kein Twittering… ich erlebe den Moment, denn das macht mich zu einem besseren Schreiber später. So findet jeder seine Stärken und macht das, was ihm gefällt und was er am besten kann.

    Frage dich nicht, was die anderen machen. Sondern frage, was du für deine Leser tun kannst. Sie werden es dir danken. Und wenn du eine Pause brauchst, dann nimm dir die Auszeit bis du wieder voller Kraft und Tatendrang zurück kommen kannst.

    LG aus Spanien.

    • Flögi sagt

      Hallo Silke,
      das hat mir gut gefallen, was du geschrieben hast. Ich denke ähnlich, ich bin ich, ich mache mein Blog, wie ich es mag, in erster Linie für mich selbst und ich ändere nicht daran. Wer es mag, mag, wer nicht, nicht, ich bin hier nicht auf dem Wettbewerb, wer mehr Follower bekommt. Und eben deshalb habe mich schon lange entschlossen, eins reicht mir von allen Richtungen der sozialen Medien. Also, bloggen bei Blogger, mit Menschen in Kontakt sein FB…diese nehmen genug Zeit weg und ich habe mich noch nie überreden lassen auch Twitter oder Instagram oder was weiß ich noch was mitzumachen, da ich es gar nicht mehr schaffen würde und weil dann wirklich so viele Eindrücke und Einflüsse von links und rechts köen, die mich nur noch verrückt machen würden. Also weniger ist manchmal besser. Noch weniger diese Seiten im Urlaub zu besuchen. Das ist Tabu, im Urlaub benutze ich Internet nur paar Minuten für Mails checken und Skype mit meiner Mutter, das wars. Ich habe noch nie live irgendein Foto per FB gepostet oder sonst noch was. So weit darf es nicht kommen. ….Liebe Grüße, Andrea

    • Nadine sagt

      Liebe Silke, Du hast Recht. Zu Social Media kann man wahrlich eine Hass-Liebe entwickeln. Es ist toll und ätzend zugleich. Leider reicht nur der Blog nicht mehr aus, um Leser zu erreichen und auch neue anzulocken. Sonst würde ich es auch glatt sein lassen. Ist zudem ja auch noch ein extremer Zeitkiller. Eigentlich weiß ich was ich brauche. Und Du auch. Das ist gut und hilft einem, mal wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Ändert nur leider trotzdem nichts an der Sachlage, das immer mehr über den gleichen Brei schreiben und mir dann auch nix Neues, Witziges, Spannendes mehr dazu einfällt. Mal sehen also wohin die weitere Reise geht. Bei mir vorerst leider nicht nach Spanien. 😉 GlG also dorthin, Nadine

  10. Claudia sagt

    Liebe Nadine, halleluja, diese Gedanken habe ich auch oft – mindestens drei Mal im Jahr. Komischerweise immer dann, wenn ich eigentlich gerade richtig viel Zeit zum Bloggeb habe. Wenn ich tausend andere Dinge zu tun habe fallen mir dagegen ein Dutzend gute Textideen ein…. Verrückt oder?
    Ich glaub auch, das Geheimnis ist, nicht so viel zu vergleichen. Das ist je immer blöd.
    Ich wünsch dir ganz bald neue Schreiblust! Wie wärs mal mit Rezepten von all deinen Reisen? Diese tollen Fotos schreien doch nach Food-Fotografie?
    Alles Liebe,
    Claudi

    • Nadine sagt

      Haha, ja ehrlich gesagt habe ich diese Krisen auch mind. 3 mal im Jahr, Claudi. Normalerweise schreibe ich nur nie darüber. Am Feedback auf allen Kanälen merke ich nun aber, daß es ja vielen sehr ähnlich geht. Das hilft ein wenig. Essen von den Reisen hört sich toll an, aber hei…. ich hab hier auch 3 wilde Kerle zuhause sitzen. Was glaubst Du, wie lange das hübsch drapiert auf einem Teller liegt? Nicht annähernd so lang, das ich ein hübsches Foto davon machen könnte. 😉 LG, Nadine

  11. Klar, auch ich habe mir schon mal kurze Pausen genommen. Denke mal das darf auch sein, allerdings habe ich nie den Spaß verloren. Halte es ja auch wie Flögi….da bin ich gerne auch „altmodisch“, behalte meinen Stil vom Aufbau und mache nicht alles auf so „modern“.

    Persönlich bleibe ich auch gerne in der alten Runde, mal ein neuer Blog dazu, aber dieses ganze „Gedöns“ um Influencer, Modeblogs, Mode ab einen gewissen Alten usw. gehen mir auf den Keks. Ich brauche das nicht, aber auch das ist das Schöne, man braucht sich nicht anzuschliessen oder kann wegklicken.

    In erster Linie den Blog für meine „ehemaligen Leute“ in D. gemacht kam eine schöne Runde dazu und die Kommentare machen es dann noch persönlich und man lernt einander auch so schon ein wenig besser.

    Mein Credo war immer: Bloggen soll Spaß machen und man sollte sich auf keinen Fall von etwas beeinflussen lassen. Halte ich aber auch so bei Mode und Co. Alles was ein Hype ist mag ich nicht.

    Zudem bin ich zwar auch bei FB, aber auch nur da und dort mache ich sehr wenig. Beschränke mich auf Blogger und somit setze ich mich auch nicht so unter Stress. Vielleicht liegt es aber auch daran das es sich hier halt entspannter lebt und das nimmt man einfach mit an.

    Liebe Grüsse

    N☼va

    • Nadine sagt

      Liebe Nova, solange man einen Blog als Hobby betrachtet sieht die Lage auch echt anders aus. Da kann einem ja nun auch echt schnurz sein, was die Anderen schreiben. Wenn man aber z.B. einen Bericht über ein Hotel verfasst, sich Fotomotive ausdenkt und kurze Zeit später dann fast exakt das Gleiche auf einem anderen Blog erscheint, dann ist das halt nervig. Und so ist das mittlerweile ständig. Da ist es halt schwer individuell zu bleiben. Man kann sich ja auch nicht ständig neu erfinden. Wie dem auch sei -auf Deinem Inselchen läuft bestimmt auch vieles entspannter ab. Btw, könntest Du bitte mal etwas Wärme rüberschicken? Mir ist kalt. Danke und liebste Grüße, Nadine

      • Klar, das ist natürlich nachvollziehbar. Wobei es auch mir nicht immer schnurz ist, gerade wenn Touristen etwas schreiben und es im Grunde, wenn man hier lebt, doch anders ist 😉

        Ist halt wirklich eine Überflutung, genauso wie die ganzen Reiseportale. Da ist es nervig wenn man einfach, ohne zu fragen, mit „verknüpft“ wird und teilweise auch noch falsche Angaben zu lesen sind (weil eventuell Änderung). Kann man hinschreiben was man will, solange nicht selbst eingestellt kann man nix machen.

        Also heute ist es ein wenig ungemütlich d.h. die Nacht gab es den angekündigten Regen sowie Sturmböen, momentan ruhiger und die Sonne lässt sich blicken. Allerdings soll es heute immer mal wieder ungemütlich werden.

        Ansonsten ist es aber viel wärmer als bei euch ;-))

        Liebe Grüssle

  12. Liebe Nadine,

    Erstmal: dein Blog ist einer der ersten Reiseblogs die ich überhaupt je gelesen habe. Da ich bis vor einem Monat weder auf IG war noch in der Travelbloggerszene unterwegs, ist für mich noch alles neu, obwohl ich schon fast zehn Jahre blogge (und reise 😉 Ich kann dir also guten Gewissens sagen, dass dein Frust nicht zuletzt daran liegt, dass du dich vermutlich in einer Blase befindest. (Deinen Blog finde ich übrigens super, weil du sehr authentisch schreibst. Solchen Menschen folge ich gern, worüber sie dann schreiben ist eigentlich egal.)

    Meine richtig schlimme Blog Krise hatte ich vor ca. 4 Jahren, damals war mein Blog noch ein Literatur Blog. Dann wollte ich gerne wieder mehr bloggen, habe aber ein Kind bekommen und hatte keine Zeit mehr. Vor kurzem ist mir die kreative Energie aber dermaßen aus allen Poren explodiert, dass ich wusste: ich muss das Ding wieder beleben oder ich platze!! Also hab ich wieder angefangen und genieße das sooo sehr jetzt einfach über alles zu schreiben was mich interessiert, also auch übers Reisen. (Das hab ich früher zwar auch ab und zu gemacht aber immer das Gefühl gehabt ich müsste dann auch einen Bezug zu Büchern haben. Totaler Quatsch, was man sich manchmal selbst für Grenzen setzt.)

    Was mir aber aufgefallen ist, seitdem ich selbst ein IG Konto habe (früher hab ich das nur zum lesen benutzt) ist dieser follow- unfollow Wahnsinn der da abgeht. Ich glaub sobald man sich da anstecken lässt, wird man bekloppt. Ich lerne gerade erst wie hashtags funktionieren und freue mich, wenn ich damit interessante Leute finde, die ähnliche Interessen haben wie ich. Aber bei den Leuten die dort stundenlang inflationär Herzchen verteilen, frag ich mich immer wie viel wertvolle Lebenszeit dabei drauf geht. Es gibt in der aktuellen Black Mirror Staffel dazu eine super Folge: „nosedive“. Danach denkt man plötzlich doppelt darüber nach, ob man das Handy nun wirklich gerade in die Hand nehmen sollte 😉

    Deine Stillleben finde ich übrigens ganz toll und hab ich auch schon *tröööt* auf IG bewundert. Und dein Marokko Post (wegen dem ich überhaupt erst hier gelandet bin, seo funktioniert also offensichtlich :p) hat mit dafür gesorgt, dass wir jetzt eine Reise gebucht haben.

    Liebe Grüße
    Mila

    • Nadine sagt

      Liebe Mila! Mit der Blase hast Du mit Sicherheit Recht. Das ist wahrscheinlich bei jedem Job so, daß man die Dinge aus einer anderen Perspektive betrachtet, als Menschen die nichts damit zu tun haben. Daher war mein Lamentieren hier vielleicht gar nicht so schlecht. Es hat mal wieder ein bißchen Input gebracht, der von außerhalb kommt. Und anhand der Kommentare hier (über die ich mich wahnsinnig freue), sehe ich ja, daß es zwar vielen Leuten ähnlich geht, es aber gar nicht unbedingt immer um die Themen geht. Sondern auch sehr viel um den Menschen hinter dem Blog und wie man das Thema aufbereitet.
      Ach und Instagram ist nochmal ein ganz anderes Thema. Dieses Höher, Weiter, Schneller, Geiler… da hab ich mich schon so oft drüber aufgeregt, daß mir dazu gar nix mehr einfällt. So sind die Menschen scheinbar. Lieschen Müller möchte halt auch ein Star sein. Da muß man ja nur DSDS gucken ;). Euch ganz viel Spaß in Marokko (ich möchte ja auch unbedingt nochmal…. nur wann?) und liebe Grüße, Nadine

  13. Anita sagt

    Hallo Nadine,
    ich kann nur aus meiner Sicht als Nicht-Blogger berichten. Dass es ständig neue Blogs gibt und alle über das Gleiche berichten, kriege ich so gar nicht mit, weil ich einfach nur ein paar Blogs habe, die ich regelmäßig lese. Dass Weltreisen oder längere Elternzeit im Ausland alltäglich geworden sind, kann ich auch nicht bestätigen, denn ich kenne niemanden persönlich, der das gemacht hat. In Bloggerkreisen ist das wahrscheinlich gang und gäbe und wenn sie halt darüber berichten wollen, sollen sie das machen. Wir reisen bei weitem nicht so viel wie ihr (auch wenn ich das gern hätte), dennoch gelten wir im Freundes- und Bekanntenkreis als Vielreisende, weil die anderen einfach nur ein oder maximal zweimal im Jahr verreisen. Ich hätte auch gar nicht die Zeit, ständig neue Blogs zu lesen, deswegen bleibe ich lieber bei den bewährten. Und deiner gehört auf jeden Fall dazu, ich finde bei dir überhaupt keinen Einheitsbrei, du und dein Blog seid sehr individuell und vielfältig, bunt gemischt, so ist es einfach am schönsten. Und ich hoffe natürlich, dass du bald wieder mehr Freude am Bloggen hast und freue mich immer, wenn es einen neuen Post von dir gibt. LG, Anita

    • Nadine sagt

      Liebe Anita! Vielen Dank für Dein nettes Feedback. Ich lebe mit Sicherheit in einer Blase, in der es nun mal sehr viele Menschen gibt, die das gleiche machen wie ich. Das ist einerseits megaschön, da diese Leute die gleichen Dinge lieben wie ich und wir viele Gemeinsamkeiten haben. Andererseits ist es natürlich unglücklich, wenn wir alle über den gleichen Kram schreiben. Da geht mir dann halt zwischendurch die Luft aus. Dank der vielen Kommentare zu dem Thema aus allen Ecken, fange ich mich aber gerade wieder ein bißchen. Denn scheinbar geht es gar nicht so sehr um die Themen über die ich schreibe, sondern um die Frau Hibbel hinter dem Blog ;). Und das ist eigentlich das schönste Kompliment. Also Danke! ♥ GlG, Nadine

  14. Christian sagt

    Hallo Nadine,
    ich finde du triffst es mit deinem Artikel völlig auf den Punkt. Mir geht es ganz genauso.
    Nach dem ich zwei Jahre lang mit viel Spaß an meinem Blog hatte, kam eine Lebenskrise und anschließend eine Sinnkrise hinzu. Man kann sein Leben nun mal nicht planen. Eigentlich wollte ich meinen Blog auffrischen und besser machen, die Sparte etwas verändern, aber den endgültigen Dreh habe ich nie geschafft. Somit schlummert mein alter Blog offline vor sich hin und auch der neue halbfertige Blog liegt offline brach.
    So ganz hat mich die Lust zwar nicht verlassen aber es ist genau dieser Einheitsbrei der mich bremst. Ich habe das Gefühl ständig schießen neue Blogs aus dem Boden und jeder zweite will einen mit den 10 besten, unglaublichsten, geilsten, alternativsten usw. Tipps und Tricks als Leser einfangen. Teilweise schreien die Texte nur so nach Keywords. Aber wo bleibt das Authentische vom Verfasser. Ich kann so was vielleicht leicht sagen, da ich nie aus wirtschaftlichen Gründen gebloggt habe, sondern weil es mir Spaß gemacht hat meine erlebte Reisen mit anderen zu teilen und Erfahrungen auszutauschen. Nur irgendwie kam das Gefühl auf, dass es unter den beruflichen Bloggern nach höher, schneller, weiter geht und man sich genauso gut einen stinknormalen Reisebericht durchlesen kann. Wobei mir schon klar ist wie schwer es ist Geld mit dem Blog zu verdienen bzw. hauptberuflich Blogger zu sein. Die Zeit nebenher zu bloggen möchte ich aber wirklich nicht missen. Wer weiß vielleicht fange ich ja nochmal an. Das Positive aber ist tatsächlich, dass ich erst durch meinen Blog auf viele tolle Blogs aufmerksam geworden bin, zu dem auch dein Blog zählt. Ich verfolge eine ausgewählte Anzahl regelmäßig bei Instagram, gelegentlich bei Facebook und lese nur noch ausgewählte Artikel. Erst wenn eine Reise ansteht suche ich aktiv auf den mir altbekannten Blogs ob etwas interessantes zu meinem Reiseziel berichtet wurde, da greife ich dann doch lieber auf Blogbeiträge als auf Reiseführer zurück. Im Grunde sind solche Hoch und Tiefs aber völlig normal, das wird man in jedem Berufszweig haben. Ich wünsche mir, dass du noch viele gute Ideen für Reisen und Beiträge auf Lager hast und dein Blog noch lange erhalten bleibt. Ich schaue immer wieder gerne hier vorbei weil ich den unkomplizierten Scheibstil mag.
    In diesem Sinne ein gutes Reisejahr mit vielen Eindrücken, tollen Erlebnissen und spanneden Geschichten. Ich für meinen Teil werde lediglich meinen Instagram Account füttern und freue mich auf die nächste Reise nach Malta 🙂

    Liebe Grüße aus Krefeld
    Christian

    • Nadine sagt

      Lieber Christian, danke für Dein nettes Feedback und schade, daß Du irgendwann von der Bildfläche verschwunden bist. Auch wenn ich die Gründe natürlich alle nachvollziehen kann. Da Du ja quasi in meiner Nähe wohnst, fand ich es immer spannend zu lesen, was es denn vielleicht in unserer Ecke noch zu entdecken gibt. Vielleicht hast Du ja doch nochmal Bock Dich daran zu wagen? Da wärst Du wahrscheinlich eher allein mit dem Thema, denn über Malta haben dagegen ja schon so viele geschrieben. Vielleicht muß man sich da auch mehr seine Nische in der Nische suchen? So laut gedacht. 😉 Und ja, wenn aus einem Hobby ein Job wird, ist das schon ein Spagat. Nichtsdestotrotz liebe ich meinen Job und kann mich nun weiß Gott nicht beklagen. Ich könnte ja auch am Fließband stehen ;). Dir alles Liebe, eine tolle Reise nach Malta und viele Grüße in die Nachbarschaft, Nadine

  15. Liebe Nadine,

    du machst das hier auf deinem Blog so toll, da bin ich erstaunt, dass du über den Einheitsbrei grübelst. Ich muss zugeben, dass Planet Hibbel einer der wenigen Blogs ist, wo ich immer wieder gerne vorbeischaue und auch auf Insta finde ich das mega super. Dein Blog hat mehr Individualität und (was mir noch wichtiger ist) Persönlichkeit, als zehn neue Blogs zusammen.
    Ich darf natürlich auch nicht ganz soo groß den Mund aufmachen, da vier Jahre noch nicht die Welt sind. Aber ich gebe zu, dass ich gerade im Moment wenig nach links und rechts schaue und einfach mein Ding mache. Klar kommt es immer mal wieder vor, das ich einen geposteten Artikel sehe, wo ich mir denke „Mist, der steht bei mir kurz vor dem Veröffentlichen“. Aber darüber ärger ich mich nur kurz, denn man macht ja doch irgendwie etwas Persönliches draus. Ich meine jetzt nicht von ein und dem selben Hotel zu berichten, sondern eher allgemein. Ich fand den Vergleich von Nic super, es gibt ja auch tausende unterschiedlicher Lieder. Klasse Vergleich!
    Ich wünsche dir, dass du zu dir selbst findest (das hört sich so yogamäßig an ;)), aber bleib so wie du bist, denn du machst das großartig!

    Liebe Grüße,
    Tanja

    • Nadine sagt

      Liebe Tanja, also erstmal muß ich Dir sagen, daß ich 4 Jahre auch schon recht lange finde für einen Blogger. Das muß man ja all die Jahre auch erstmal durchziehen und ich habe da auch schon viele kommen und gehen sehen. Du machst das also auch ganz wunderbar. Ja, ich denke es ist am Wichtigsten sich selber treu zu bleiben. Manchmal geht einem trotzdem auch zwischendurch die Puste aus. Du weißt ja selber, daß es ein Balanceakt ist. Es ist allein durch Social Media ein 24 Stunden-Job, man hat gefühlt nie frei (außer man zieht bewusst den Stecker) und irgendwie teilt man ja auch immer ein kleines Stück seines Lebens mit der Öffentlichkeit. Und klar, wiederholen sich Artikel auch ganz oft, weil wir alle das Rad nicht neu erfinden können. Aber genau an dieser Stelle habe ich dann halt oft keine Kreativität und Lust mehr, den 100. Post darüber zu schreiben. Wie dem auch sei… jeder Job hat halt auch Tücken und das Perfekte gibt es einfach nicht. Danke jedenfalls für Deine lieben Worte und vielleicht laufen wir uns ja auf der ITB über den Weg. GlG, Nadine

  16. Ich kann deine Sinnkrise total gut verstehen. Meinen Blog hab ich 2007 gestartet, als Rezept-Datenbank – und besonders viel Text ist mir zu Rezepten noch nie eingefallen 😉 Das mir auch das Schreiben (und nicht nur Kochen, Fotografieren und Teilen) Spaß gemacht hat kam dann erst mit den Berichten über meine Reisen. Aber selbst da denke ich mir manchmal, wie du auch – brauch es jetzt wirklich noch einen Bericht übers Kap der guten Hoffnung ? 😉 Ich versuche deshalb, irgendeine Form von Mehrwert zu schaffen mit meinen Beiträgen, andere Sichtweisen, meine Veggie-Guides für Städte.. Eben Dinge, die es noch nicht auf allen anderen Blogs gibt. Aber das ist manchmal nicht so einfach.
    Manchmal hat man nach so vielen Jahren wohl einfach keine Lust mehr. Das gehört dazu. Ich mach gerne Pausen, richtigen Urlaub, wo ich nicht ständig veröffentlichen muss. Damit auf dem Blog was passiert arbeite ich vor und veröffentliche automatisch, aber ich selbst habe dann bis zu 3 Wochen meine Ruhe. Das tut mir gut, mal nichts produzieren zu müssen. Vielleicht hilft dir das auch 🙂
    Weiterhin alles Gute für deine bzw. eure Reise!
    Liebe Grüße,
    Ela

    • Nadine sagt

      Liebe Ela, danke für Dein Feedback. Ja, kreative Pausen sind sicherlich sinnvoll. Wenn der Blog aber auch ein Job und nicht nur Hobby ist, ist das halt nicht immer so einfach. Aber da das in all den Jahren nicht meine erste kleine Krise war, weiß ich auch, daß das irgendwie normal ist und vorübergeht. In der Regel spreche ich halt nur nicht unbedingt über solche Zeiten. Scheinbar ist das aber gar nicht so schlecht, denn man bekommt ja so viel Feedback dazu :). Und das tat richtig gut. Also Danke! GlG, Nadine

  17. Jana sagt

    Hei!
    Sagt man nicht immer, dass alles nur eine Phase ist 😉
    Ich finde deinen Blog voll toll, da er auch einer der ersten ist, die ich jemals gelesen habe.
    Ich glaube, unter reinen Blogglesern ist die Wahrnehmung sowieso eine ganz andre als unter deinen Kollegen. Viele Leser haben ein paar feste Bloggs und schauen überhaupt nicht was es neues gibt, genau wegen diesem Ûberangebot.
    Bitte bloss nicht aufhören, ich finde deine Themen super, besonders so viel über Norwegen und Deutschland und mit Kindern. Wobei für mich über Deutschland fast am inspirieresten (heisst das so?) ist, da ich selbst in Norwegen wohne.

    Liebig Grüsse, Jana

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