Colmar im Elsass
7 märchenhafte Orte, die ihr unbedingt besuchen solltet

27. April 2022

Frankreich ist mit pittoresken Ortschaften wahrlich gesegnet, ein paar ganz besondere Perlen liegen jedoch im Elsass, an der Grenze zu Deutschland. Das märchenhafte Colmar und seine umliegenden Dörfer sind so hübsch, dass sie sogar Disney zu seiner Version von „Die Schöne und das Biest“ inspiriert haben sollen.

Wir waren in den Osterferien eine Woche in der Region und hatten genug Zeit, uns die schönsten Orte anzuschauen und noch einen Abstecher in die Vogesen einzulegen. Heute gibt es jedoch erstmal eine Runde Tipps für die schönsten Spots in und um Colmar.

Colmar im Elsass: 7 märchenhafte Orte, die ihr unbedingt besuchen solltet

#1 Colmar

Colmar liegt 20 km von der deutschen Grenze entfernt und direkt an der Elsässer Weinstraße, die für ihren Riesling und Gewürztraminer bekannt ist. Sie ist die drittgrößte Stadt im Elsass und hat gerade mal 70.000 Einwohner. Dennoch wirkt sie mit ihren unzähligen wunderschönen Fachwerkhäusern, verwinkelten Gassen und romantischen Kanälen, viel größer. Hinter jeder Ecke wartet ein neues Ah und Oh und es gibt überall etwas zu entdecken.

Das Flüsschen Lauch hat die Stadt sehr geprägt und dabei das Viertel „Petite Venise“ (Klein Venedig) entstehen lassen. Hier stehen bunte Fachwerkhäuser zu beiden Seiten des Flusses und man kann das Viertel auch bei einer romantischen Gondelfahrt entdecken. Am „Quai de la Poissonerie“ (Fischerstaden) hielten sich einst die Fischer auf, die hier ihren Fang lagerten und auf dem Fischmarkt weiterverkauften. Direkt daneben liegt die hübsche Markthalle, die regionale und typisch elsässische Produkte verkauft und auch das angrenzende Gerberviertel mit seinen hohen Fachwerkhäusern, ist eine wahre Augenweide.

Colmar hat wirklich unzählige historische Gebäude wie z.B. das Maison Pfister oder das Maison des Têtes. Daher lasst euch einfach durch die Stadt treiben und die Kulisse, die aus einem Grimmschen Märchen entsprungen zu sein scheint, auf euch wirken.

Im Übrigen findet ihr in Colmar auch eine 12 Meter hohe Nachbildung der New Yorker Freiheitsstatue. Da ihr Erfinder, der Künstler Auguste Bartholdi (1834-1904) aus Colmar stammt, wurde sie ihm zu Ehren aufgestellt. Wir haben sie verpasst, aber man findet sie auf der Rte de Strasbourg.

Gut zu wissen: Über Ostern findet ein großer Ostermarkt in Colmar statt und die Stadt ist wirklich extrem österlich herausgeputzt. Überall findet man Osterkörbe mit Hasen, Hühnern, bunten Eiern und Schleifchen. Allerdings ist die Stadt dann auch extrem gut besucht. Versucht daher unbedingt so früh wie möglich am Tag zu kommen oder einen Besuch auf einen Wochentag zu legen.

#2 Riquewihr

Riquewihr ist ein mittelalterliches Dorf mit ca. 1200 Einwohnern und liegt direkt an der Weinstraße. Es trägt die Auszeichnung „Die schönsten Dörfer Frankreichs“ und es ist daher auch nicht verwunderlich, dass sich Touristenmassen durch den Altstadtkern schieben.

Neben vielen Souvenirshops, Boutiquen und Restaurants, gibt es auch Weinstuben, die zur Verköstigung und Besichtigung ihrer Weinkeller einladen. Blumenschmuck darf im Übrigen das ganze Jahr nicht fehlen, aber zu Ostern und Weihnachten wird wirklich alles dekoriert, was nicht niet- und nagelfest ist ;).

#3 Kaysersberg

Kaysersberg war die ehemalige Reichsstadt und besitzt daher auch eine kaiserliche Burg, die über dem Örtchen thront. Heute ist Kaysersberg ein weiterer beliebter Touristenmagnet an der Elsässer Weinstraße, durch dessen Ortskern sich das Flüsschen Weiss zieht. Die hübschen Hausfassaden sind mit Blumenkästen geschmückt und auf den kleinen Plätzen, laden viele Cafés und Lokale dazu ein, sich einfach mit einem Weinchen hinzusetzen und Leute zu gucken.

Gut zu wissen: Kaysersberg ist die Geburtsstadt von Albert Schweitzer und das Museum des Friedens- nobelpreisträgers von 1952, liegt im Herzen des Ortes.

#4 Écomusée d’Alsace

Das Écomusée d’Alsace befindet sich bei Ungersheim, zwischen Mülhausen und Colmar und ist das größte lebendige Freilichtmuseum Frankreichs. Es ist wie ein elsässisches Dorf Anfang des 20. Jahrhunderts aufgebaut und vermittelt sehr anschaulich, wie die Menschen zu dieser Zeit gelebt haben.

Das Museum hat ca. 75 unterschiedliche Gebäude und ist absolut sehenswert. Vom Turm aus hat man einen phantastischen Ausblick über das Museumsdorf, dass so idyllisch ist, dass sich auf jedem Hausdach Storchenpaare zum Brüten niedergelassen haben. Es lässt das ländliche Kulturerbe aufleben und präsentiert den Besuchern anhand von täglichen Animationen und Veranstaltungen das traditionelle Leben im Elsass.

#5 Eguisheim

Auch das mittelalterliche Eguisheim trägt den Titel „Schönstes Dorf Frankreichs“ und erinnerte mich, mit seinen verwunschenen Gassen und hutzeligen Häuschen, bisweilen an Harry Potter´s Winkelgasse. Das charmante Örtchen ist daher in den letzten Jahren wahrscheinlich der Insta-Spot des Elsass geworden und es ist kein Wunder, dass sich unzählige Touristen durch die engen Straßen schieben.

Zur Weihnachtszeit findet in Eguisheim ein Weihnachtsmarkt statt, der sicher so kitschig-schön daherkommt, dass er sich als Drehort für einen Charles Dickens-Roman anbieten würde.

Gut zu wissen: Manch ein Anwohner ist verständlicherweise nicht begeistert über den Touristenansturm vor seiner Haustüre. Die Vorstellung, dass Influencer auf meiner Türmatte posieren, fände ich auch nicht sonderlich cool. Daher sollte man Rücksicht nehmen und sich möglichst leise durch die engen Gassen bewegen.

#6 MAUSA Vauban – Musée d’Art Urbain et du Street Art

Das Mausa Vauban Streetart Museum im kleinen Örtchen Neuf-Brisach ist wirklich ein ganz spezieller Ort. Es fällt mit seiner urbanen, internationalen Straßenkunst, zwischen all den historischen Sehenswürdigkeiten, nämlich ganz schön aus der Rolle und ist daher ein großartiges Kontrastprogramm.

Zudem befindet es sich in den Katakomben einer sternenförmigen Festungsanlage, die Ende des 17. Jahrhunderts erbaut wurde und fast vollständig erhalten ist. Auf 1200 m2 befinden sich unzählige Werke internationaler Streetart Künstler und es kommen ständig Neue hinzu. Auch auf dem Außengelände der Festung, die man umrunden kann, befinden sich diverse Kunstwerke. Wir fanden es grandios!

Hier findet ihr weitere Informationen, Öffnungszeiten und Preise.

#7 Das Château du Haut-Kœnigsbourg

Das wunderschöne Château du Haut-Kœnigsbourg (Hohkönigsburg) bei Sélestat, ist mit jährlich ca. 500.000 Besuchern die meistbesuchte Burg des Elsass und französisches Nationaldenkmal. Die Burg thront in 757 Metern Höhe auf einem mächtigen Buntsandsteinfelsen am Ostrand der Vogesen und der Ausblick reicht weit über die Rheinebene bis zum Kaiserstuhl und auf mehrere benachbarte Burgruinen.

Hohkönigsburg wurde in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts von den Herzögen Lothringens erbaut. Während der Jahrhunderte und in unzähligen Kriegen, wurde sie immer wieder zerstört. Der Architekt Bodo Ebhardt hat dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts ihr 9 Meter dickes Bollwerk, Türme, Zugbrücken, Wohn- und Schlafräume, Waffenkammern, Küche und Säle sehr aufwendig restauriert. Auch Elemente aus dem täglichen Leben, wie z.B. Kachelöfen, Latrinen, Spülbecken und Brunnen wurden rekonstruiert, wodurch man sich glatt ins Mittelalter gebeamt fühlt.

Gut zu wissen: Die phantasiereichen Rekonstruktion der Burganlage inspirierten den J.R.R. Tolkien-Illustrator John Howe bei seinen zahlreichen Werken.

ÜBERNACHTUNG:

Wir hatten für 4 Nächte diese gemütliche Ferienwohnung* (Werbung) mit Garten in Bischwihr, die für uns optimale Homebase war, um die Region rund um Colmar zu erkunden. Natürlich gibt es aber auch unzählige tolle Unterkünfte direkt in der Innenstadt.

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ESSEN:

In Frankreich isst man gerne und gut und das ist im Elsass natürlich nicht anders. Die elsässischen Spezialitäten sind jedoch wesentlich deftiger, als die der klassischen französischen Küche. Wurstberge, Fleisch, Schinken und Speck stehen auf jedem Menü und das war, gerade für uns Veggies, nicht immer so easy. Wir sind da jedoch nicht dogmatisch und haben uns irgendwann in unser Schicksal ergeben ;). Spätestens wenn man einen Salat Elsässer Art bestellt, weiß man Bescheid. Ein Salatblatt, eine Brühwurst und ein Haufen Käsehobel.

Wer Wurst, Flammkuchen, Sauerkraut, Brezeln und Spätzle liebt, wird auf jeden Fall sein Glück finden. Sehr empfehlenswert ist die Küche im Restaurant La Couronne in Scherwiller. Dort findet ihr eine große Auswahl an typisch elsässischen Gerichten.

Gut zu wissen: Die Elsässer gehen früh Mittag essen und daher sind Lokale um 12:30 Uhr meist schon sehr gut besucht. Reservierungen sind also angebracht.

PIN ME:

Offenlegung: Unsere private Reise wurde in Form von Rechercheausflügen von Visit Alsace unterstützt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung bleibt davon unberührt und es ist mein Anspruch, unsere Erfahrungen ganz objektiv und unbeeinflusst darzustellen.

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