Ein Exklusivblick hinter die Kulissen der Condor
Wenn ich mal groß bin werde ich… Stewardess

29. Januar 2016

Was war denn eigentlich Euer Berufswunsch als Kind? Meiner war…. pssst…. Stewardess. Muss daran gelegen haben, daß ich von klein auf immer als alleinreisendes Kind zu meinem Vater nach Berlin geflogen bin. Flugbegleiterin bin ich dann zwar nicht geworden, habe aber immerhin 7 Jahre am Düsseldorfer Flughafen beim Bodenpersonal großer Airlines gearbeitet.

Ob Air France, British Airways, Aer Lingus, Hapag Lloyd, LTU oder sogar die Concorde (ja, sooo alt bin ich ;)). Ich hab sie alle abgefertigt und das ist nur eine kleine Auswahl. Denn viele Fluggesellschaften sind gleichzeitig auch Handlings Agent für andere Airlines, die sich kein eigenes Bodenpersonal leisten können oder wollen. Der Gang zur und in die Maschinen, Gespräche mit den Crews, Fahrten auf dem Vorfeld, Einchecken der Passagiere etc. etc. waren also mein tägliches Procedere. Und wisst Ihr was…. ich habe diesen Job wirklich geliebt und vermisse ihn manchmal noch heute.

Als mich Condor dann Ende November zusammen mit ein paar Reisebloggerkollegen auf einen exklusiven Blick hinter Ihre Kulissen am Frankfurter Flughafen eingeladen hat, war ich Feuer und Flamme. Endlich mal wieder ein Flugzeug als Nicht-Passagier betreten. Ein Träumchen!

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Condor´s Erfolgsgeschichte begann vor 60 Jahren, lustigerweise mit einem Pilgerflug amerikanischer Touristen nach Jerusalem. Seitdem hat sich extrem viel getan und Condor hat sich zu Deutschlands beliebtestem Ferienflieger gemausert. Zu Recht, wie ich finde. Trotz meiner leichten Flugangst vertraue ich Condor blind und finde, daß sie im Vergleich zu international erfolgreichen Airlines sehr gut mithalten kann. Außerdem hat Condor ein extrem gutes Streckennetz rund um den Erdball. Unser letzter Flug mit Condor ging z.B. sowohl in der Premium Economy als auch in der Business Class auf die Malediven. Und im Sommer wird es für uns an die Ostküste der USA, nach Providence gehen.

Und was haben wir nun hinter den Kulissen erlebt?

1. Wir haben den Condor Geschäftsführer, Uwe Balser kennengelernt. Chef von 3500 Mitarbeitern, der auch immer noch mal gerne sporadisch einen Tag als Flugbegleiter einlegt. Zudem hat er einst (wie ich), in der Passage gearbeitet. Sehr sympathisch wie ich finde und zeigt vor allem eins: bei Condor herrscht eine sehr familiäre Atmosphäre.

Condor Chefe Uwe Balser

Condor Chefe Uwe Balser

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2. Wir haben ein Sicherheitstraining in einer Flugzeugattrappe des Airbus 321 und einer Boeing 767 durchgeführt und ich hatte wider Erwarten (also trotz meiner latenten Flugangst) großen Spaß. Das Trainingszentrum muss jeder Pilot und Flugbegleiter bei seiner Ausbildung durchlaufen und diese Kentnnisse auch alljährlich auffrischen. In einem Simulationsflug haben wir z.B. die Evakuierung des Flugzeugs durch den Sprung auf die Notrutsche, das Rufen von Kommandos sowie das Öffnen der Türen geübt. Letztes war nicht ganz einfach und wurde zum Teil mit vollem Körpereinsatz und Lachern durchgeführt. Falls Ihr also Make-Up-Spuren an der Flugzeug-Tür seht, wissta Bescheid ;).  Zeigt aber auch, daß meine Befürchtung so eine Tür z.B. einfach in der Luft öffnen zu können, reine Hollywood-Phantasie ist. Da lastet soviel Druck drauf, daß schafft noch nicht mal Hulk.

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Außerdem haben wir uns probehalber in eins der riesigen, runden Rettungsboote gesetzt und erfahren, daß sich an Bord wirklich jeder übergeben muss. Na toll…. als wäre es nicht schon schlimm genug, in so einem Ding auf hoher See sitzen zu müssen. Hoffen wir also mal, daß ich all meine neu gelernten Fähigkeiten nie einsetzen muss.

Ein kleines Video zu unserem #insightcondor-Day könnt Ihr Euch hier anschauen:

3. Wir haben uns mit einer Flugbegleiterin ausgetauscht und durften Fragen stellen, die uns schon immer mal unter den Nägeln brannten. Vor jedem Flug setzen sich die Crews immer für ein umfassendes Briefing zusammen und die Flugbegleiterinnen rufen sich kurz vor dem Start nochmal alle wichtigen To Do´s in Notsituationen ins Gedächtnis. Dazu gehört dann z.B.  resolute Kommandos erteilen und schwierige Passagiere in ihre Schranken weisen. Kaum zu glauben, daß dieses zarte Geschöpf oben zum Oberfeldwebel mutieren kann ;).

4. Wir haben eine Rundfahrt über das Vorfeld des Frankfurter Flughafens gemacht und konnten u.a. parallel neben dem brandneuen A380 von Emirates, dem derzeit größten Passagierflugzeug der Welt, herfahren. Mit über 850 Passagieren ein echter Gigant und wenn sich dieser in die Lüfte erhebt, hat das schon was sehr majestätisches.

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5. Wir durften durch die heiligen Hallen der Condor Technik schlendern und in wirklich jede „staubige“ Ecke des Flugzeuges schauen. Einmal im Triebwerk oder im Cockpit sitzen oder durch den Frachtraum eines Flugzeuges marschieren, hat schon was. In der Technik werden die Maschinen alle 1-2 Monate grob gewartet. Alle umfangreicheren Checks werden jedoch im Ausland durchgeführt. Im Übrigen bin ich vor ein paar Jahren mal 2 Stunden im Cockpit von Düsseldorf nach Mallorca geflogen. Ich hatte Herzrasen ohne Ende, aber das war wirklich ein spektakuläres Erlebnis.

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Was soll ich Euch sagen. Nach diesem Tag war ich richtig wehmütig und hätte am Liebsten wieder meinen alten Job aufgenommen. Wenn nur dieser elende Schichtdienst nicht wäre. Für Arbeitszeiten um 3:30 Uhr in der Nacht bin ich einfach nicht mehr geschaffen.

Ein herzliches Dankeschön an Condor für diesen spannenden und kurzweiligen Tag!

 

 

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20 Comments

  • Reply flögi 29. Januar 2016 at 13:17

    Also, der Tag musste ganz klasse sein, hätte mir auch gefallen. Aber Stewardess sein, wäre nie meins, es ist für mich wie eine Kellnerin/Bedienung und ich sehe so oft, wie Fluggäste mit denen umgehen, sie demütigen. Ich hätte nie Geduld zu so viel unterschiedlichen Menschen, denen immer ihre (oft blöde) Wünsche erfüllen wollen. 😉
    Liebe Grüße

  • Reply flögi 29. Januar 2016 at 13:17

    Also, der Tag musste ganz klasse sein, hätte mir auch gefallen. Aber Stewardess sein, wäre nie meins, es ist für mich wie eine Kellnerin/Bedienung und ich sehe so oft, wie Fluggäste mit denen umgehen, sie demütigen. Ich hätte nie Geduld zu so viel unterschiedlichen Menschen, denen immer ihre (oft blöde) Wünsche erfüllen wollen. 😉
    Liebe Grüße

  • Reply Sandra 29. Januar 2016 at 14:04

    Das war ja mal ein cooles Erlebnis, liebes Hibbelchen! Mann am Düsseldorfer Flughafen hast du gearbeitet? Wie oft wir da wohl ohne uns zu kennen aneinander vorbeigelaufen sein mögen? Ich als Reisende, du als Werkende? Gespenstisch irgendwie!
    Alles Liebe!
    Gros bisou
    Sandra

  • Reply Sandra 29. Januar 2016 at 14:04

    Das war ja mal ein cooles Erlebnis, liebes Hibbelchen! Mann am Düsseldorfer Flughafen hast du gearbeitet? Wie oft wir da wohl ohne uns zu kennen aneinander vorbeigelaufen sein mögen? Ich als Reisende, du als Werkende? Gespenstisch irgendwie!
    Alles Liebe!
    Gros bisou
    Sandra

  • Reply Nova 29. Januar 2016 at 15:58

    Das war bestimmt toll und hätte mir auch gefallen. Mag es immer gerne hinter die Kulissen zu schauen und habe es als Kind geliebt auch mal ins Cockpit zu können^^

    Wünsche dir und deinen Lieben ein schönes Wochenende und sende herzliche Grüssle

    N☼va

  • Reply Nova 29. Januar 2016 at 15:58

    Das war bestimmt toll und hätte mir auch gefallen. Mag es immer gerne hinter die Kulissen zu schauen und habe es als Kind geliebt auch mal ins Cockpit zu können^^

    Wünsche dir und deinen Lieben ein schönes Wochenende und sende herzliche Grüssle

    N☼va

  • Reply Mathias von UNDERWAYGS 29. Januar 2016 at 18:07

    Super Artikel, Nadine! Wirklich sehr interessant und informativ.

    Danke 🙂

    Viele Grüße
    Mathias – underwaygs.com

  • Reply Mathias von UNDERWAYGS 29. Januar 2016 at 18:07

    Super Artikel, Nadine! Wirklich sehr interessant und informativ.

    Danke 🙂

    Viele Grüße
    Mathias – underwaygs.com

  • Reply Sabine 30. Januar 2016 at 15:37

    Liebe Nadine,
    dass klingt wirklich, als hättest du großen Spaß gehabt! Und wie immer ein gelungener Artikel in einem äußerst unterhaltsamen Schreibstil!
    LG, Sabine

    • Reply Nadine 2. Februar 2016 at 9:43

      Danke schön, liebe Sabine! Ja, das war wirklich ein netter Tag und ich fand das aus dem Flugzeug hopsen tatsächlich recht lustig. Den Ernstfall möchte ich aber bitte nicht testen. GlG, Nadine

  • Reply Sabine 30. Januar 2016 at 15:37

    Liebe Nadine,
    dass klingt wirklich, als hättest du großen Spaß gehabt! Und wie immer ein gelungener Artikel in einem äußerst unterhaltsamen Schreibstil!
    LG, Sabine

    • Reply Nadine 2. Februar 2016 at 9:43

      Danke schön, liebe Sabine! Ja, das war wirklich ein netter Tag und ich fand das aus dem Flugzeug hopsen tatsächlich recht lustig. Den Ernstfall möchte ich aber bitte nicht testen. GlG, Nadine

  • Reply Anne 30. Januar 2016 at 19:40

    Ach wie coooool. Das find ich mal toll. Im Flugzeug mal son ne Rutsche testen und auch son Kotzboot. Ach und wie man so ne Türe aufmacht. Sehr spannend. Ein Blick hinter die Kulissen ist sowieso IMMER superspannend. Da kann man als Blogger doch glatt ein wenig dankbar sein, dass man zu so etwas mal die Möglichkeit bekommt. Äh ja und ich wollte übrigens viele Jahre Friseuse werden ;-DDDD….KEIN WITZ! Ich bin jetzt irgendwie ganz froh, dass ich das nie gemacht hab. Obwohl ich in Haaren rumflauschen immer noch total mag. Bussiiii Anne

    • Reply Nadine 2. Februar 2016 at 9:42

      Hihihi….also nee, Friseuse kann ich mir jetzt irgendwie für Dich auch nicht vorstellen. Obwohl wer weiß was Du, kreatives Ding den Leuten für ausgefallene Frisen zaubern würdest. 😉 Und ja, wir Blogger haben schon ein ganz cooles Leben und tolle Möglichkeiten. Ich freu mich darüber auch immer wieder wie Bolle. GlG, Nadine

  • Reply Anne 30. Januar 2016 at 19:40

    Ach wie coooool. Das find ich mal toll. Im Flugzeug mal son ne Rutsche testen und auch son Kotzboot. Ach und wie man so ne Türe aufmacht. Sehr spannend. Ein Blick hinter die Kulissen ist sowieso IMMER superspannend. Da kann man als Blogger doch glatt ein wenig dankbar sein, dass man zu so etwas mal die Möglichkeit bekommt. Äh ja und ich wollte übrigens viele Jahre Friseuse werden ;-DDDD….KEIN WITZ! Ich bin jetzt irgendwie ganz froh, dass ich das nie gemacht hab. Obwohl ich in Haaren rumflauschen immer noch total mag. Bussiiii Anne

    • Reply Nadine 2. Februar 2016 at 9:42

      Hihihi….also nee, Friseuse kann ich mir jetzt irgendwie für Dich auch nicht vorstellen. Obwohl wer weiß was Du, kreatives Ding den Leuten für ausgefallene Frisen zaubern würdest. 😉 Und ja, wir Blogger haben schon ein ganz cooles Leben und tolle Möglichkeiten. Ich freu mich darüber auch immer wieder wie Bolle. GlG, Nadine

  • Reply Eva 30. Januar 2016 at 20:50

    Schöne Grüße vom DUS Vorfeld….ich lieb meinen Job als Ramp Agentin! Ich krieche täglich durch die Holds von Condor, TK, Etihad etc pp.
    Es geht auch mit 3 Kindern alleinerziehend in diesem Job. Die AHS sucht immer fähiges Personal ;D
    Liebe Grüße, Eva

    • Reply Nadine 2. Februar 2016 at 9:40

      Haha…danke für das unterschwellige Jobangebot, liebe Eva! Aber Schichtdienst kommt für mich so gar nicht mehr in Frage und sooo toll ist der Verdienst heute nun auch echt nicht mehr. Dir aber weiterhin viel Spaß in den Holds und aufm Vorfeld. Winker rüber nach DUS, Nadine

  • Reply Eva 30. Januar 2016 at 20:50

    Schöne Grüße vom DUS Vorfeld….ich lieb meinen Job als Ramp Agentin! Ich krieche täglich durch die Holds von Condor, TK, Etihad etc pp.
    Es geht auch mit 3 Kindern alleinerziehend in diesem Job. Die AHS sucht immer fähiges Personal ;D
    Liebe Grüße, Eva

    • Reply Nadine 2. Februar 2016 at 9:40

      Haha…danke für das unterschwellige Jobangebot, liebe Eva! Aber Schichtdienst kommt für mich so gar nicht mehr in Frage und sooo toll ist der Verdienst heute nun auch echt nicht mehr. Dir aber weiterhin viel Spaß in den Holds und aufm Vorfeld. Winker rüber nach DUS, Nadine

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