Irland mit Kindern: Donegal, Longford und Cavan
Klippen, Schafe und extreme slow down

28. Januar 2019

Die Counties Donegal, Longford und Cavan gehören definitiv zu den unaufgeregteren Regionen der irischen Insel. Während z.B. das County Kerry mit Mega-Highlights wie diversen Star Wars Drehorten oder dem Ring of Kerry lockt, geht es in Donegal, Longford und Cavan eher beschaulich zu. Auch in Nordirland mit seiner Coastal Causeway Route jagt wirklich ein Naturhighlight das Nächste.  Nach unserem spektakulären Trip durch Nordirland, fiel es mir in Donegal daher auch erstmal schwer mich einzufinden und fallen zu lassen. In diese Ruhe, Abgeschiedenheit, menschenleeren Strände und baumlose Weiten. Wer nach extreme slow down sucht, wird hier auf jeden Fall fündig. Die ersten Tage war ich unruhig, wollte ständig was entdecken und war erst ein wenig enttäuscht, dass es in Donegal scheinbar nicht viel außer Klippen, Schafe und schottischem Highland-Feeling gibt. Aber genau sowas braucht der Mensch manchmal und nach ein paar Tagen war ich in diesem Entschleunigungsmodus angekommen, nach dem wir uns doch irgendwie ständig alle sehen.

Extreme slow down im County Donegal

Ausschlafen, in Ruhe frühstücken, stundenlang im Ohrensessel sitzen, lesen und den Blick aus unserem Wohnzimmerfenster genießen. Selbstverständlich ohne WiFi. Wir wohnten in einem kleinen, abgeschiedenen Häuschen auf einem Berg, nahe des kleinen Städtchens Dungloe. Nur umgeben von Brombeerhecken, Schafen und Dom, einem kleinen Shetlandpony. Zu unseren Füßen die Weite von Donegals Küstenlandschaft und dem Wild Atlantic Way. Nachmittags machten wir meist einen Ausflug in die Umgebung, der sich aufgrund irischer Straßenverhältnisse immer länger hinzog, als geplant. Für 40 km braucht man da schon mal eine Stunde. Dann fuhren wir auf holprigen Wegen Richtung Norden nach Dunfanaghy oder gen Süden zum Silver Strand oder nach Slieve League.

Unaufgeregte Highlights entlang des Wild Atlantic Way

Auf den zweiten Blick verliebte ich mich dann in das unaufgeregte Donegal, in dem es auch im Sommer sehr entspannt zugeht. Touristen trifft man nur vereinzelt und auch an schönen Tagen, kann man die Besucher an den wunderschönen Stränden eher abzählen. Der wundervolle Silver Strand ist so ein Ort, der wohl in südländischen Gefilden überfüllt wäre. In Donegal trifft man jedoch auf mehr Schafe als Menschen. Wobei es an diesem Augusttag für irische Verhältnisse sicher schon sehr busy war. Auch an den höchsten Steilklippen Irlands, die Slieve League, trifft man nur wenige Touristen. Das Pendant, die Cliffs of Moher im County Clare, sind dagegen fast schon überfüllt.

Der Wild Atlantic Way ist mit über 2600 km Länge im Übrigen eine der längsten Küstenstraßen der Welt. Er schlängelt sich entlang der irischen Westküste von der Halbinsel Inishowen im Norden des County Donegals bis hinunter in den Süden des County Cork.

Abseits der Touristenpfade in Longford und Cavan

Auch in den Counties Cavan und Longford geht es extremst beschaulich zu. Sie liegen im Landesinneren, abseits der üblichen Touristen-Highlights und werden daher meist nur durchfahren. Von Donegal nach Cavan fuhren wir wieder mal quer durch Nordirland. Grenzen gibt es nicht (und ich hoffe das ändert sich im Zuge des Brexits auch nicht) und man bemerkt nur an den Schildern die abwechselnd km oder Miles anzeigen, in welchem Land man gerade ist. Im County Longford bewohnten wir 2 Nächte ein uriges steinaltes Cottage und schmissen erstmal den Kamin mit getrocknetem Torf an. An diesen August-Tagen wehte ein kühler Wind durch das grüne, bewaldete Cavan, das landschaftlich so anders ist als Donegal. Falls ihr Interesse an dem Cottage habt, wäre es nett wenn ihr es über diesen airbnb-Link bucht*. Für euch entstehen dadurch weder Kosten noch Unannehmlichkeiten, aber ihr unterstützt mich damit mit einer kleinen Provision.  Nur durch solche Einnahmen, kann ich diesen Blog (der nicht nur viel Zeit kostet, sondern auch Kosten produziert) überhaupt am Leben erhalten. Daher vielen Dank für Eure Unterstützung!

Der Cuilcagh Mountain Park

Wer die Wanderung zum Cuilcagh Mountain in Cavan machen möchte, dem empfehle ich genug Proviant, gute Wanderschuhe, Regenjacken und ziemlich fitte Kinder. Die Wanderung vom Parkplatz bis auf den Berg zieht sich unendlich dahin. Für die ca. 8-10 km Return brauchten wir 3-4 Stunden. Die Wanderung geht zum Teil über hölzerne Boardwalks und ist schön, aber auch recht monoton.  Zudem weht über die Ebene ein rauher Wind und das Wetter ändert sich z.T. minütlich. Wir starteten bei strahlendem Sonnenschein und kamen im strömenden Regen zurück. Ganz auf den Berg haben wir es daher nicht mehr geschafft, weil wir die finsteren Wolken inkl. Gewitter kommen sahen. Der Parkplatz wird im Übrigen bewacht und kostet 5 Pfund.

Von Cavan ging es für uns zurück Richtung Belfast, wo wir auch unsere Reise durch Nordirland und Irland gestartet hatten. Wir waren insgesamt 2 Wochen unterwegs und wer mehr Zeit hat, sollte sich die auch unbedingt nehmen. Den nördlichsten Zipfel Donegals auf der Halbinsel Inishowen haben wir aus Zeitgründen leider nicht mehr geschafft. Dabei wurden auch dort Szenen für Star Wars gedreht. Wir sind vor 9 Jahren mal zu Zweit in einer Woche durch den Süden der irischen Insel gereist und haben damals schon viele Highlights gesehen. Mittlerweile hat sich dort jedoch viel getan und ich würde wahnsinnig gerne mal auf den Skellig Ring, am südwestliche Spitze des Wild Atlantic Way.

Seid ihr schon mal in Donegal oder gar Lonford und Cavan gewesen? Wie hat es euch gefallen und was waren dort eure persönlichen Highlights?

 

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4 Comments

  • Reply Hartmut 28. Januar 2019 at 12:54

    Jetzt bekomme ich gerade richtig Lust, nach (Nord)Irland aufzubrechen… war da schon mal vor knapp 30 Jahren, damals mit Zug und vor allem per Anhalter! Scheint ja so, als wenn sich Donegal noch so einiges von seinem ursprünglichen Charme bewahrt hat!!
    LG
    Hartmut

  • Reply Ute 28. Januar 2019 at 17:25

    Liebe Nadine, ich könnte sofort die Koffer packen, um nach Irland und Nordirland zu reisen. Klippen und Schafe und einfach nur die wunderschöne Natur genießen – irgendwann werden wir dieses Herzensziel ansteuern. Vielen Dank für Deinen Artikel und die Fotos!

  • Reply Flögi 29. Januar 2019 at 18:17

    Einfach traumhaft schön. Da wir zweimal nicht (oder nur sehr selten) zu dem selben Ort reisen, will mein Mann da nicht nochmal hin, er hat dort als Jugendliche eine lange Rucksacktour gemacht. Ich würde aber so gerne…
    Liebe Grüße

  • Reply 12 Orte, wo Europa so schön wie Neuseeland ist | weltwunderer 1. Oktober 2019 at 11:40

    […] Nadine von Planet Hibbel hat in Irland reichlich Schafe […]

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