Mannheim mit Kindern
8 coole Gründe für die Quadrate-Stadt am Rhein und Neckar

15. Juni 2022

Habt ihr schon mal über einen Trip nach Mannheim nachgedacht? Ich denke, den meisten Leuten geht es wie mir – Mannheim hatte ich bis vor Kurzem nicht auf dem Schirm. Seit der Pandemie haben wir als Familie jedoch viele Städte entdeckt, die unter dem touristischen Radar laufen. Und da die fast alle sehenswert waren, war sofort klar: Mannheim, wir kommen!

Mein Gefühl hat mich dann auch nicht getäuscht. Mannheim hat sich multikulti, urban, grün und lässig präsentiert und damit unseren Geschmack getroffen. Ich habe daher heute 8 coole Gründe für euch, warum ihr der Quadratestadt Mannheim mit Kindern (aber natürlich auch ohne) unbedingt einen Besuch abstatten solltet.

Offenlegung: Dieser Beitrag enthält Werbung und entstand in Zusammenarbeit mit Tourismus Stadt Mannheim GmbH. Meine Meinung bleibt davon unberührt und es ist mein Anspruch unsere Erfahrungen ganz objektiv und unbeeinflusst darzustellen.

Mannheim mit Kindern: 8 coole Gründe für die Quadrate-Stadt am Rhein und Neckar

Was hat Mannheim mit New York gemein? Na, die schachbrettartige Innenstadt, die in der Zeit von 1720 bis 1760 von Kurfürst Karl-Philipp erbaut wurde. Vom Rande seiner Residenz, dem Mannheimer Schloss, ließ er die Stadt in 144 gleich große Quadrate aufteilen und brachte ihr damit den Namen „Quadratestadt“ ein.

Die Häuserblöcke haben auch keine Straßennamen, sondern sind Buchstaben und Zahlen zugeordnet. Wenn man also von L1 nach H7 möchte, ist das erstmal ein wenig verwirrend. Wirklich verlaufen kann man sich allerdings nicht. Unsere Kinder haben den Weg vom Jungbusch Viertel zu unserem Hotel jedenfalls ganz alleine gemeistert.

#1 Das NYX Hotel Mannheim

Das NYX Hotel Mannheim (Straße F4) ist definitiv ein Hotel, das aus der Reihe tanzt. Mit seinen einzigartigen Graffiti-Wänden, dem stylishen Interior, der szenigen Hotel-Bar, dem Gaming Room und der Fitness-Suite, spricht es auf Anhieb die junge Generation an. Unsere Söhne im Alter von 11 und 15 Jahren haben sie mit dem Style auch sofort gekriegt.

Das NYX Hotel liegt fußläufig zur Haupteinkaufsstraße Planken und dem trubeligen Viertel Little Istanbul – man ist also sofort mitten im Geschehen. Aber auch das Mannheimer Schloss, verschiedene Museen, das hippe Jungbusch Viertel, der Hafen und unzählige Streetart-Werke befinden sich in unmittelbarer Nähe. Das Hotel ist also die perfekte Base für eine Erkundung der Stadt.

Wir hatten zwei stilvolle, nebeneinanderliegende Doppelzimmer – ein Luxus, den wir mit unseren heranwachsenden Kindern mittlerweile sehr genießen. Die 151 Zimmer des Hotels sind thematisch mit urbanen Druckgrafiken und Wandmalereien ausgestattet – ob Little Star, Down To Earth oder Space Zimmer. Zudem verfügen sie über alles was man zum Entspannen benötigt – bequeme Betten, Großbildfernseher, Regendusche, Klimaanlage, kostenloses WLAN, eine Kapsel-Kaffeemaschine und einen kleinen Kühlschrank. Diese Annehmlichkeiten fanden nicht nur wir, sondern auch unsere Jungs ziemlich knorke.

Absolutes Highlight war für die Kids jedoch das Fitness-Center und der coole Gaming Room. An der Arcade Gaming Machine mit vielen Retro-Klassikern, dem Kicker und Billardtisch, hätten wir sie wahrscheinlich volle 3 Tage zurücklassen können ;). Aber auch die Muckibude fand großen Anklang bei unserem Teenager. Da viele Familien im Haus sind, findet sich die Jugend auch schnell im Gaming Room zusammen. Großartig ist auch das reichhaltige Frühstücksbuffet, dass am Wochenende bis 11 Uhr verfügbar ist. Die Kaffeeauswahl ist toll und es gibt sogar Kaiserschmarrn und Milchreis. Da fing der Tag schon chillig an.

#2 Little Istanbul

Direkt um die Ecke vom Hotel liegt das liebevoll genannte Viertel „Little Istanbul“. Auf den ersten Blick sieht es hier nicht besonders türkisch aus, auf den zweiten Blick fällt der Unterschied zu anderen Stadtteilen jedoch schnell auf.

Rund um den Mannheimer Wochenmarkt gibt es unzählige türkische Restaurants und Imbissbuden, aus denen es duftet, brutzelt und zischt. In den Cafés isst man Baklava, Acma, Börek und Simit und trinkt dazu zuckersüßen türkischen Tee oder Mokka.

Pompöse Hochzeitskleider schmücken die Schaufenster, die Auslagen der Goldhändler quellen fast über und in den Barbershops werden Bärte gestutzt. Aus den Autos (vorzugsweise teure Modelle) dröhnt, bei heruntergelassener Scheibe, türkische Musik. Kurzum: es blinkt und glitzert, es ist bunt, etwas chaotisch und laut und man wähnt sich glatt in einem orientalischen Basar. Uns Kölnern sind solche Ecken sehr geläufig. Wer es nicht kennt, sollte sich jedoch unbedingt durch das türkischste Viertel Mannheims treiben lassen.

#3 Das Jungbusch Viertel

Im Mannheimer Jungbusch Viertel fühlt man sich dagegen ein wenig nach Berlin oder Leipzig gebeamt. In der Gründerzeit war Jungbusch der bürgerlichen Oberschicht vorbehalten, später lebten dort Hafenarbeiter und Tagelöhner und in den 70er Jahren war es als Rotlicht- und Problembezirk verrufen.

Heute ist Jungbusch auf dem Weg eins der angesagtesten Quartiere der Stadt zu werden. Hier wohnen viele Studenten und Künstler, aber auch Menschen aus über 100 Nationen und sozial Benachteiligte. Es gibt eine lebendige Kneipenszene, coole Restaurants und die Popakademie. Jungbusch ist also das kreative Herz der Stadt und in Kombi mit der Jungbuschpromenade, direkt am Hafenbecken, „the place to be“.

Noch ist die Jungbuschpromenade im Umbruch, aber man spürt bereits die große Veränderung. Hier stehen verlassene Fabrikhallen und alte Hafenkräne neben stylishen Architektenhäusern. An warmen Sommerabenden trifft man sich an der Uferanlage auf ein Bierchen und das Ambiente ist total chillig.

Gastro-Tipp: Unbedingt auf der Dachterrasse im 5. Stock des „Die Küche – Jungbusch“ etwas essen gehen oder einen Sundowner trinken. Das Szenelokal hat einen coolen Hafenausblick und das Essen und die Cocktails sind sehr lecker. Umgeben von urbaner Industrieromantik kommt an einem lauen Sommerabend wahrlich Urlaubsfeeling auf.

#4 Der Mannheimer Hafen

Der Mannheimer Hafen grenzt direkt an das Jungbusch Viertel und ist – kaum zu glauben – einer der bedeutendsten Binnenhäfen Europas. Mir war das nicht klar, daher war ich auch einigermaßen erstaunt über die unzähligen Container, die dort verladen werden.

Wer an der geologischen Entstehung von Rhein und Neckar sowie der Geschichte des Hafens interessiert ist, für den lohnt sich die zweistündige, interessante Hafenführung „Industriekultur am Handelshafen“. Diese startet an der Teufelsbrücke und führt über die imposante Kurt-Schumacher-Brücke, die eine direkte Verbindung zwischen Mannheim und Ludwigshafen ist. Von dort aus hat man auch einen weitläufigen Blick auf die Hafenanlage mit seinen Kränen und Containern.

Gastro-Tipp: Nach der Besichtigung des Hafens unbedingt im gemütlichen Restaurant Sonrisas einkehren. Reserviert euch am Besten einen Platz im lauschigen Innenhof. Die italienische Sonrisas-Platte für zwei Personen sowie der Mousse au Chocolat-Cheesecake sind wirklich oberköstlich. Einen Besuch kann man auch gut mit der Streetart im Jungbusch Quartier verbinden.

#5 Stadt.Wand.Kunst – Streetart in den Quadraten

Wer ein Faible für Streetart hat, kommt an Mannheim nicht vorbei. In den letzten Jahren haben sich Streetart-Künstler aus aller Welt auf Mannheims Fassaden verewigt. Dadurch sind bisher, neben unzähligen Graffitis, ca. 40 großformatige Wandgemälde (Murals) entstanden. Einige Werke sind aufgrund von Umbaumaßnahmen oder Abrissen leider schon wieder verschwunden, aber es kommen auch immer Neue hinzu.

In der Tourist Information Mannheim könnt ihr Stadtführungen mit Stadt.Wand.Kunst buchen. Dort gibt es zurzeit eine Tour durch die Quadrate und eine Tour in der Neckarstadt-West. Ihr könnt euch aber natürlich auch allein auf die Suche nach den gigantischen Kunstwerken begeben. Wir haben eine 1 1/2-stündige geführte Tour in der Mannheimer Innenstadt gemacht, die Murals in der Neckarstadt-West haben wir allerdings auf eigene Faust erkundet.

Da die Wege mitunter weit sind, haben wir es bedauerlicherweise nicht geschafft uns alle anzuschauen. Es lohnt sich daher ggfs. Räder oder E-Roller anzumieten, um schneller von A nach B zu kommen. In der Tourist Information am Willy-Brandt-Platz 5 bekommt ihr eine Map, auf der alle Murals eingezeichnet sind. Hier könnt ihr euch die Map aber auch als pdf downloaden.

In Mannheim scheint wirklich jedes Fitzelchen Grau angepinselt zu sein – ob Stromkasten, Brückenpfeiler oder Hauswand. Das macht die Stadt nicht nur viel bunter, sondern verwandelt sie auch in einen großen Spielplatz und ein cooles Open Urban Art Museum. Wir lieben diesen Trend und finden, die Welt braucht viel mehr Streetart.

#6 Das Mannheimer Schloss

Das Mannheimer Schloss ist das größte Barockschloss Deutschlands und die zweitgrößte Barock-Schlossanlage Europas nach Versailles. Kurfürst Carl-Philipp hat sich mit dem ca. 450 Meter langen Schloss und der weitläufigen Anlage einen wahrhaft fürstlichen Sitz erbauen lassen. Wie feudal er gelebt hat, kann man an den aufwändig restaurierten Räumen erkennen, die einen mit über 800 Exponaten in das 18. Jahrhundert entführen.

Selbstverständlich kann man an Führungen teilnehmen, wir haben uns das Schloss jedoch auf eigene Faust angeschaut. Dafür kann man sich die hauseigene App auf sein Smartphone herunterladen, die einen auf eine Erlebnistour durch das Barockschloss führt. Mit so einer „Handy-Führung“ bekommt auch die Kids. Sehr spannend ist aber auch die 7-minütige Virtual Reality-Tour, die einen mit auf eine dreidimensionale Zeitreise nimmt.

Weitere Informationen zu Preisen und Öffnungszeiten findet ihr hier.

#7 Besuch beim Erfinder des Spagetti-Eis

Wusstet ihr, dass das Spagetti-Eis 1969 in Mannheim erfunden wurde? Und dass sein Erfinder, Dario Fontanella bis heute sehr erfolgreich seine zwei Eisdielen in Mannheim führt? Da Spagetti-Eis mein absolutes Lieblingseis ist, war klar, dass wir ihm einen Besuch abstatten müssen. Meine drei Männer bestellten dann auch direkt das klassische Spagetti-Eis, ich testete eine moderne Variante mit Eierlikör.

Dario Fontanella hat mit gerade mal 17 Jahren, die wohl coolste Idee seines Lebens gehabt. Im Mannheimer Eissalon seines Vaters Mario, kreeirte er mit einer eiskalten Spätzlepresse das erste Spagetti-Eis der Welt. Die Sahne kam irgendwann allerdings erst auf Wunsch seiner Gäste hinzu. Um das Gesamtbild jedoch nicht zu stören, versteckte er die Sahne einfach unter dem Eisnudelberg. Und die Sahne ist ja wohl unbestritten das Beste am Spagetti-Eis.

Da seine Familie seine geniale Erfindung allerdings nicht ganz ernst nahm, hat er sein Spagetti-Eis tragischerweise nie patentieren lassen. Was das bedeutet, können wir uns alle denken. Es gibt wohl keine Eisdiele in Deutschland, die nicht Spagetti-Eis serviert. Mittlerweile ist das Kult-Eis sogar nach New York hinübergeschwappt.

Adresse: Eis Fontanella, O4,5 & Intermezzo Q7, Mannheim

#8 Der Luisenpark

Der Luisenpark ist die größte Parkanlage Mannheims und zu jeder Jahreszeit die Oase der Stadt. Hier kann man sich bei einer Bootsfahrt mit der Gondoletta entspannen, exotische Pflanzen und Tiere in Schauhäusern und Tropenhallen entdecken, auf zahlreichen Spielplätzen und Trampolinen austoben oder einfach nur ein Picknick auf den weitläufigen Rasenflächen veranstalten. Den Luisenpark kennt sicher jedes Mannheimer Kind, denn hier kann man sich nach Herzenslust austoben und chillen.

Zudem gilt der Park als Gartendenkmal, denn im Frühjahr ist die Anlage in ein Blütenmeer getaucht, man kann durch die Klangoase wandeln, Konzerten lauschen oder eine traditionelle chinesische Teezeremonie abhalten. Das chinesische Teehaus müsst ihr unbedingt besuchen. Es ist wirklich traumhaft schön und man fühlt sich glatt nach Peking gebeamt.

Hinweis: Der Park ist absolut sehenswert, allerdings sind aktuell viele Highlights aufgrund von Renovierungsarbeiten geschlossen. Der Luisenpark putzt sich nämlich für die BUGA 2023 heraus, für die z.B. auch ein völlig neues Schmetterlingshaus gebaut wird. Vom 20.06. bis Mitte August wird auch der Betrieb der Gondolettas eingestellt. Der untere und älteste Teil des Luisenpark ist kostenfrei zugänglich, der obere Luisenpark kostet Eintritt.

Anreise

Mit der Bahn zu reisen ist ja immer so eine Sache. Es kann Fluch und Segen zugleich sein. Da ich den Verkehr, besonders im Viertel Little Istanbul, jedoch etwas anstrengend fand, kann ich eine Anreise mit der Bahn nur empfehlen. Innerhalb von Mannheim benötigt man auch nicht unbedingt ein Auto. Vom HBF bis zum Hotel läuft man ca. 15-20 Minuten, es ist aber auch gut mit Bus und Straßenbahn erreichbar. Da die Stadt in Quadraten angelegt ist, kann man sich eigentlich auch nicht verlaufen. Und ansonsten hat die Stadt auch ein gut ausgebautes Netz an Radwegen.

Mannheim mit Kindern

Alles haben wir leider nicht geschafft. Wir hätten uns z.B. gerne noch das Technoseum, direkt gegenüber vom Luisenpark angeschaut. Dafür haben wir Mannheims Rheinauen und den Waldpark per Rad erkundet, darüber gestaunt wie grün die Stadt ist und ein paar schöne Outdoor-Momente erlebt. Davon berichte ich dann beim nächsten Mal.

Mannheim hat uns auf jeden Fall überzeugt und auch unsere Kinder fanden es absolut sehenswert und cool. Mit seiner bunten Kulisse, den weitläufigen Parks, den Spielplätzen, kinderaffinen Museen und dem alljährlichen Kinderfest zeigt die Stadt, dass sie wahrlich ein Herz für die Kleinsten hat. Damit sich z.B. auch die Jüngsten in der Quadratestadt zurechtfinden, gibt es sogar einen speziellen Kinderstadtplan. Anhand von kleinen Symbolen, erfährt man als Familie schnell wo der nächste Spielplatz oder eine Eisdiele liegt.

Hier findet ihr auch nochmal ganz viele Familientipps für einen Besuch in der Quadratestadt und auch Nina von Familienreisefieber hat tolle Inspirationen auf Lager. Wir Vier hätten jedenfalls nichts gegen einen erneuten Besuch zur BUGA 2023 einzuwenden ;). Habt ihr schon mal über eine Reise nach Mannheim nachgedacht?

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4 Comments

  • Reply Katja 17. Juni 2022 at 15:23

    Tolle Eindrücke und Tipps, nächstes Mal unbedingt ins Technoseum gehen, das lohnt sich!

    • Reply nadine 22. Juni 2022 at 8:21

      Vielen Dank, Katja. Das machen wir beim nächsten Mal auf jeden Fall.

  • Reply Corinna 21. Juni 2022 at 21:15

    Danke für diesen wundervollen Bericht über „meine“ Stadt, liebe Nadine! Ich finde, du hast den besonderen Flair gut rübergebracht. Ein Tipp wäre noch das „Alter“ an der Kurpfalzbrücke in der Neckarstadt (https://www.alter-mannheim.de/). Bei Bedarf hätte ich auch noch diverse Empfehlungen zum Essengehen etc. 😉
    Eine der bekanntesten Redewendungen hier ist übrigens „In Mannheim weint man zweimal – einmal, wenn man kommt und einmal, wenn man geht.“ 🙂
    Lieben Gruß
    Corinna

    • Reply nadine 22. Juni 2022 at 8:24

      Vielen Dank, liebe Corinna. Das freut mich sehr. 🙂 Ich finde Mannheim hat wirklich ein ganz eigenes Flair. Und weißt Du was….. das ALTER habe ich bereits per Zufall entdeckt und nicht vergessen. Es kommt aber erst im zweiten Beitrag ;). GlG, Nadine

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