Sardinien & Korsika mit Kindern
Unsere Familientipps für die Inseljuwelen im Mittelmeer

24. Juni 2021

[Ein Beitrag von Co-Autorin Petra]

Wenige Ziele haben mich in den vergangenen Jahren so geflasht wie Korsika und Sardinien. Dabei sind beide Inseln total unterschiedlich und das liegt nicht nur daran, dass die eine zu Frankreich und die andere zu Italien gehört. Auf unseren Touren mit dem VW Bus haben wir wunderschöne Orte kennengelernt, Strände zum Dahinschmelzen und nicht zuletzt unseren absoluten Lieblings-Campingplatz gefunden.

Ich will dort hin! Immer und immer wieder.

Vor allem haben wir festgestellt, dass beide Inseln Ziele sind, die man immer wieder bereisen kann. Und will! Wenn man einmal diesem besonderen Charme erlegen ist, der euch bei einer Reise über die beiden Inseln begleitet, dann muss man einfach zurückkommen. Denn das haben die beiden dann doch gemeinsam: Diesen Ticken Abenteuer, der immer mit dabei ist. In der Schlange vor der Fähre zu stehen, inmitten von Bullis, Geländewägen, Campern und voll gepackten anderen Fahrzeugen, das entspannt-rege Treiben zu beobachten und dann abzutauchen in den muffigen Schiffsbauch, das hat was von Aufbruch in eine andere Welt. Und wenn es nur für zwei Wochen ist.

Im heutigen Beitrag nehme ich euch mit nach Sardinien und Korsika, verrate euch ein paar meiner Lieblingsspots und gebe Tipps, wie man beide Inseln am besten miteinander verbindet.

PIN ME:

Unsere Tipps für die Inseljuwelen im Mittelmeer

#1 Lieblingsorte auf Sardinien

Natürlich gibt es unzählige wunderschöne Orte auf Sardinien und ich bin sicher, ihr kennt ebenfalls einige davon. Heute nehme ich euch jedoch mal an die Orte mit, wo ich mich bei unseren letzten Besuchen besonders wohl gefühlt habe.

Traumstrände im Nordosten

Wer karibisch angehauchtes Türkis sucht, sollte dem Nordosten einen Besuch abstatten. In Palau kann man easy ein Motorboot mieten und durch die Inselwelt des Maddalena Archipels düsen. In Italien braucht man bei Motoren unter 40 PS nämlich keinen Führerschein. Packt eure Sachen am besten in wasserfeste Säcke, denn in der Regel könnt ihr in den kleinen Buchten nicht bis an den Strand fahren und müsst, wenn kein Steg da ist, vom Boot zum Strand schwimmen ;).

Surfer-Feeling gibt es im nahe gelegenen Porto Pollo, wo es auch einen hübschen Campingplatz gibt. Wir wurden dort zwar fast vom Mistral weggeweht, die Surfer unter uns hat’s aber gefreut. Am Beach ist so ein wenig lässiger Surfer-Mood angesagt, wobei sich dort alles mischt, was eben gerade dort ist.

Auch sonst gibt es im Norden einiges zu entdecken: Die markanten Felsen am Capo d’Orso, das Städtchen Santa Teresa di Gallura, ein wildromantisches Landesinnere … Kurz gesagt: Der Norden Sardiniens ist um einiges mehr als das Einfallstor Olbia und die Promi-Clubs an der Costa Smeralda.

Die wilde Westküste

Definitiv meine Entdeckung der vergangenen Jahre. Die Westküste Sardiniens ist viel wilder und ungezähmter als die Ostküste. An den Stränden liegt Treibholz, die Wellen sind mitunter ganz schön mächtig – genau das Richtige für mich. Flamingos gibt es hier übrigens auch zu sehen, sie stehen in den seichten Lagunen entlang der Küste. Wir wiederum standen mit unserem Bus mitten im Pinienwald direkt hinter den Dünen und haben abends den Wellen zugehört, wie sie an den Strand donnerten. Neben uns hat eine italienische Großfamilie für Stimmung gesorgt – die deutschen Urlauber bleiben wohl gerne im Osten … wir waren gefühlt die einzigen Deutschen auf dem Campingplatz.

Inselglück

Noch so ein Bootstrip-Hotspot: Zur Insel Tavolara kommt man ebenfalls mit dem Motorboot. Wir konnten es kaum fassen, dass wir, kaum dass wir losgefahren waren, eine Delfinmutter mit ihren Jungen gesehen haben. Auf Tavolara selbst kann man einen Snack essen, sich an den Strand legen und ein bisschen chillen. Die Insel hat eine wunderschöne „Skyline“, was sie auch vom Festland aus zu einem echten Ausblicks-Schmuckstück macht. Diese Ecke südlich von Olbia rund um San Teodoro ist nicht ganz so posh wie die Costa Smeralda, aber auch hier gibt’s schicke Beach Clubs und feingekämmte Strände.

Meine Wish List für Sardinien

Beim nächsten Sardinientrip würde ich sehr gerne in den Süden fahren. Die Strände dort sind laut allem, was ich so sehe und höre mehr als traumhaft. Und auch Cagliari würde ich mir unglaublich gerne mal ansehen. Und ich würde endlich mal ein paar Nächte im stylischen Landhotel Su Gologone buchen – das fand ich schon während meiner Zeit als PR Lady in der Touristik so wunderbar. Ich hab es nur noch nie dorthin geschafft – das letzte Mal sind wir ganz nah vorbeigefahren, ich wurde nur leider von der Family überstimmt, die lieber auf den Campingplatz wollte 😉

#2 Korsika: Die Schöne

Korsika ist tatsächlich wunderschön. Viel kleiner als Sardinien, aber unglaublich vielfältig. Vor allem lohnt es sich, auch mal ins Inselinnere zu fahren. Raue, wilde Berge, Canyoning, Flussbaden, Wandern – hier gibt’s so ziemlich alles, was das Abenteurer*innen Herz begehrt. Zugegeben, mit kleinen Kindern ist das noch ein begrenzter Spaß, alleine wenn ich an die Serpentinenstraßen denke … unser Bus wackelt hinten ziemlich. Spuckattacken nicht ausgeschlossen. Mit Kleinkindern bleibt man also besser am Strand und da gibt es eh ne Menge Auswahl. Wie wäre es mit breiten, eher naturbelassenen Stränden (Ostküste), Traumbuchten mit glasklarem Wasser (Süden) oder wilden Wellen-Spots (Westküste)?

Nicht zu vergessen: die Flüsse. Korsika ist DAS Ziel fürs Baden im Fluss. Wunderschön beispielsweise sind die Badestellen an der Solenzara im Südosten – keine 10 Kilometer von der Küstenstraße entfernt. Aber Achtung: Auf Korsika gibt es immer wieder Bilharziose-Fälle. Checkt unbedingt vorher die Lage vor Ort, das sind echt fiese kleine Dinger, die ihr euch nicht einfangen wollt. Gerade die Gegend im Südosten ist dabei leider zunehmend im Fokus.

Must see: Bonicafio

Es gibt kaum eine Stadt, die so unfassbar schön liegt wie Bonifacio mitten auf dem Kreidefelsen. Natürlich wissen das viele und somit ist die Stadt ganz im Süden Korsikas ein echter Hotspot. Gedrängel inklusive, vor allem tagsüber. Mein Tipp: Bucht eine Übernachtung dort. Es gibt spektakulär gelegene Unterkünfte, von denen ihr direkt übers Meer bis nach Sardinien schaut. Auf diese Weise habt ihr die Stadt am Abend und frühen Morgen fast für euch alleine. Und dann entfaltet sie ihre ganze Magie.

Einmal Lunch-Pause, bitte!

Tipp für einen kleinen Stopp: Auf halbem Weg zwischen Bastia und Bonifacio liegt die Fautea-Bucht. Dort gibt es einen feinen Strand und ein super lässiges Beach Restaurant. Direkt neben der Küstenstaße! Hier könnt ihr stoppen, einen leckeren Lunch genießen und im Anschluss direkt ins Wasser hüpfen. Am Ende der Bucht ist ein Campingplatz – der aber nur mit Zelt richtig schön ist, denn dann steht man auf kleinen Plattformen direkt über dem Meer. Mit dem Bus oder dem Camper muss man auf die größeren Stellplätze auf der staubigen Hügelkuppe. Auch okay, aber niemals so schön wie weiter unten.

Mein Lieblings-Campingplatz

Ich verrate den euch jetzt. Weil so geheim ist der jetzt auch nicht mehr. Als wir ihn vor 7 Jahren entdeckten, waren wir einige Tage fast die einzigen Gäste, standen inmitten einer Korkeichen-Wiese, um uns herum nichts außer das Gezirpe der Zikaden. Mittlerweile gehört der Campoloro zu einem großen Campingplatz-Verbund und wird professionell vermarktet. Es gibt jetzt neben dem (schon früher spektakulären) Poolbereich auch mehrere Rutschen und eine Menge neuer Mobil Homes. Aber trotzdem ist der immer noch besonders, der Fisch im Strandrestaurant schmeckt immer noch fantastisch und die Gegend ist so wunderbar unberührt von irgendwelchen touristischen Attraktionen. Trotzdem ist es nicht weit zur Fähre nach Bastia (etwa 1 Stunde) und auch, um mal ins Inselinnere zu fahren ist die Ecke eine gute Base.

#3 Korsika & Sardinien: So kombiniert ihr die beiden Inseln

Wer beide Inseln in einem bereisen möchte, braucht 2 Wochen Zeit (mindestens). Besser noch 2,5 Wochen wegen der Anreise. Dann macht ihr das so: Ihr fahrt über Nacht von Livorno aus mit der Fähre nach Olbia. Die läuft spätabends aus und kommt sehr früh an. So könnt ihr dann gemütlich zu eurem Zielort in Sardinien fahren und habt trotzdem noch den ganzen Tag zur Verfügung.

Mit der Fähre nach Korsika und Sardinien

Um nach Korsika zu kommen, setzt ihr dann von der Nordspitze der Insel über nach Bonifacio. Die fährt stündlich, ihr braucht da auch nicht zu reservieren. Das Ganze hat den Charme, dass ihr so eine Fahrt in den Fjord von Bonifacio gleich integriert habt – sonst müsst ihr die für viel Geld separat buchen ;).

Von Bonifacio aus bereist ihr dann Korsika. Und nehmt dann die Fähre von Bastia nach Livorno. Die fährt am frühen Nachmittag ab und kommt gegen 18 Uhr in Livorno an. Wenn ihr das packt, könnt ihr dann in einer Nachtfahrt direkt nach Hause fahren. Oder ihr übernachtet noch eine Nacht in der Ecke – mein Tipp ist die Gegend um Lucca (etwa 45 Minuten von Livorno).

Das Ganze geht natürlich auch in umgekehrter Richtung, also erst Korsika, dann Sardinien. Kleiner Extra-Tipp: Die Fährte von Livorno nach Bastia fährt schon morgens um 8 Uhr. Wem das zu stressig ist – man kann schon am Vorabend auf dem Schiff einchecken und dann an Bord übernachten.

Und wer gerne die Fährüberfahrten über ein Reisebüro buchen möchte (lohnt sich durchaus, weil die tolle Tarife haben, die den Onlinepreisen mindestens ebenbürtig sind), dem oder der empfehle ich Turisarda Krause Travel Service . Auch wenn mal was nicht klappt oder ihr von unterwegs was umbuchen oder stornieren wollt, habt ihr so immer einen Ansprechpartner zur Hand, der euch schnell und kompetent weiterhilft (und glaubt mir: Ihr wollt nicht wirklich in eine italienische Hotline geraten, wenn ihr unter Zeitdruck eure Buchung ändern wollt, weil ihr die Fähre nicht mehr schafft ;-))

Sardinien & Korsika – das sind zwei Wochen voller wunderschöner Momente. Strand und Sommer und Sonne, Café au Lait trinken mit den Füßen im Sand, Schwimmen in smaragdgrünen Gumpen, dasitzen und aufs Meer schauen, Muscheln sammeln, kleine Bergstraßen entlang kurven, würzigen Käse mit Oliven essen und sich dabei so zu fühlen, als wäre man am schönsten Ort der Welt. Was nicht so ganz erfunden ist, denn Korsika und Sardinien gehören, zumindest für mich, mit zu den schönsten Orte, die ich kenne.

In diesem Sinne: Tanti Saluti und Gros Bisous – habt einen wundervollen Urlaub – vielleicht ja auf Sardinien und auf Korsika.

Über die Co-Autorin:

Petra lebt mit ihrer Familie im Umland von München und hat beruflich als PR Managerin für einen großen Reiseveranstalter jahrelang die Welt bereist. Als Mutter von drei Kids weiß sie mittlerweile die Vorzüge von Zielen vor der Haustür sehr zu schätzen. Deshalb trifft man sie auch gerne mal auf einem Berg an. Der darf in Bayern stehen, aber auch sehr gerne in den österreichischen Alpen oder in Südtirol.

Ab und zu überkommt sie dann aber doch die Sehnsucht nach Meer und Sand zwischen den Zehen – da trifft es sich gut, dass man von Oberbayern recht schnell in Italien ist. Auf ihrem Blog allesinklein.com schreibt sie über die kleinen und feinen Momente des Familienlebens. Und auch sonst ist das Schreiben ihr täglicher Begleiter – in ihrem Job als selbständige Redakteurin und Texterin.

Blog: allesinklein Instagram: allesinklein Facebook: allesinklein

 

You Might Also Like

No Comments

Leave a Reply

Wichtiger Hinweis, bevor Du einen Kommentar abschicken kannst:

Wenn Du einen Kommentar abschickst, erklärst Du Dich mit der Speicherung des oben angegebenen Namens und der E-Mailadresse durch diese Website einverstanden. In meiner Datenschutzerklärung erfährst Du mehr dazu.