Ein Interview mit 5 Familien

Was kostet eine mehrmonatige Auszeit mit Kindern?

Mit Kindern zu reisen ist leider ein teures Vergnügen. Mit Babies und Kleinkindern sind weitere Reisen finanziell noch irgendwie machbar. Aber spätestens wenn sie in die Schule kommen, man an die Ferien gebunden ist und horrende Preise für Flüge und Unterkünfte zahlen muss, müssen viele Familien reisetechnisch passen. Wenn also die 2-4 Wochen Sommerurlaub schon so teuer sind, wie soll man sich dann erst eine mehrmonatige Auszeit leisten können? Dabei träumen doch so viele Familien von einem Ausstieg auf Zeit aus dem alltäglichen Wahnsinn.

Ich wollte also mal wissen wie andere Langzeitreise-erprobte Eltern das so realisiert haben und war erstaunt über die spannenden und unterschiedlichen Antworten.

Lena von family4travel:

Lena ist mit ihrem Mann und zwei schulpflichtigen Jungs seit einem halben Jahr on the road quer durch Europa. Was die Vier da so alles erleben und wie das mit der travel schooling läuft, könnt Ihr noch die nächsten 5 Monate life auf ihrem Blog family4travel verfolgen.

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1) Wie lange seid Ihr mit Euren Kindern unterwegs gewesen und wo ging es hin?

Wir sind seit Anfang September auf der Reise. Am 1. August wollen wir wieder zu Hause sein, also sind wir ziemlich genau elf Monate unterwegs. Wir reisen quer durch Europa. Unsere bisher bereisten Länder sind Österreich, Slowenien, Kroatien, Ungarn, Rumänien, Serbien, Bosnien-Herzigowina, Montenegro, Albanien, Kosovo, Mazedonien, Bulgarien, die Türkei und Griechenland. Für die zweite Hälfte stehen noch Italien, Frankreich, Spanien und Portugal an, und zum Schluss „müssen“ wir eine Kreuzfahrt machen (die uns eigentlich nach Amerika bringen sollte, aber da durften wir ja nicht hin und mussten entsprechend umbuchen). Zum krönenden Abschluss werden wir also auch noch Island, die Orkney-Inseln und Norwegen inklusive Spitzbergen sehen.

2) Wie habt Ihr Euch kostentechnisch auf diese Reise vorbereitet?

Ich sage immer, unsere Reise kostet auch nicht mehr als ein Sportwagen. Den haben wir uns eben nicht geleistet, sondern fahren seit zehn Jahren EINEN Gebrauchtwagen. Martin ist jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren, damit wir mit einem Auto auskommen. Auch ansonsten haben wir einfach einen sehr kostenbewussten Lebenswandel gepflegt. Ich gehe vielleicht alle zwei Jahre mal zum Friseur, Kleidung kaufen wir grundsätzlich second hand oder wenigstens im Sonderangebot. Ich habe nie das Gefühl gehabt, dass wir auf jeden Luxus verzichten, aber wenn ich mit Freunden unterwegs war, hab ich immer gemerkt, wo bei anderen Leuten das Geld aus der Tasche fließt. Bei uns hat es sich mehr oder weniger nebenbei angesammelt…

3) Wann war der beste Zeitpunkt für diese Reise (z.B. Elternzeit? Zwischen zwei Jobs o.ä.?)

Wir haben den Zeitpunkt für unsere Reise am Alter der Kinder festgemacht. Wir wollten, dass sie sich auch später noch daran erinnern können, dass sie mehr davon haben als die doch eher diffus bleibende interkulturelle Kompetenz, die sich beim Spielen mit Kindern aus anderen Kulturen einstellt. Gleichzeitig sollten sie möglichst nichts Essenzielles in der Schule verpassen – und mit muffeligen Teenagern wollten wir auch nicht unterwegs sein. Wir haben es schließlich so gelegt, dass Silas das erste Schuljahr zu Hause macht, um ans regelmäßige Lernen gewöhnt zu sein. Janis ist in der fünften Klasse, den Stoff können wir ihm selbst noch gut vermitteln. Da die Jungs auf die Waldorfschule gehen, gibt es für ihn keinen Sprung auf die weiterführende Schule.

Jobmäßig hat es für uns keinen Unterschied gemacht. Ich bin Freiberufler, Martin musste seine Arbeit kündigen. Bisher haben wir die Wahl des Zeitpunkts nicht bereut. Mit einem Acht- und einem Zehnjährigen zu reisen, empfinden wir als perfekt.

4) Was waren die größten Kostenpunkte auf Eurer Reise?

Wenn man mal von dieser Aus-Versehen-Kreuzfahrt absieht, haben wir in unserer Buchführung drei ungefähr gleich große Balken für Ausgaben: Unterkünfte, Auto-Kosten und Essen. An Unterkünften buchen wir einfache Ferienwohnungen oder Apartments (die sind zu viert nämlich billiger als Hostels und wesentlich komfortabler), sparen aber manchmal auch durch Couchsurfing. An Kilometern haben wir in knapp fünf Monaten rund 12.000 Kilometer geschrubbt – witzigerweise hätten wir zu Hause durch das Pendeln zur Schule kaum weniger auf den Tacho gespult. Die Verpflegung setzt sich aus zwei etwa gleichgroßen Posten zusammen, Supermarkt und Restaurants/Cafés, wobei wir höchstens einmal die Woche auswärts essen. Woran wir nicht sparen, sind Eintrittsgelder in Museen – aber das ist trotzdem ein vergleichsweise geringer Posten in der Rechnung. Im Schnitt kommen wir bisher alle vier mit 100 Euro pro Tag hin.

5) Habt Ihr versucht irgendwo zu sparen?

Ja klar. Aber das ist eigentlich ein ganz natürlicher Zustand für uns. Ein Cappuccino für 3,50 Euro schmeckt mir nicht. Den kann ich mir dann auch verkneifen. Wenn das Preisniveau in einer Region hoch ist, gehen wir nicht Essen, sondern kochen jeden Tag in der Ferienwohnung. Dogmatisch sind wir dabei aber nicht, denn Reisen ganz ohne lokale Gerichte ist ja auch Käse. Also, sparen ja, aber auch nicht eisern.

Bei der Unterkunftswahl sind wir dagegen sehr kostenbewusst. Natürlich hätte ich gerne mal wieder eine Spülmaschine, aber wir mieten dann doch lieber günstig. Für uns ist es okay, wenn wir im Wohnzimmer auf der Klappcouch schlafen, während die Jungs das einzige Doppelbett belegen. Unsere Schmerzgrenze liegt bei 40 Euro pro Nacht (im Moment noch, da werden wir uns Richtung Westen und Richtung Saison noch gefährlich umgewöhnen müssen, fürchte ich).

6) Würdet Ihr so eine Auszeit mit Kindern wiederholen?

In Anbetracht der Tatsache, was mich diese Schulbefreiung für Nerven und graue Haare gekostet hat, würde ich mir sehr gut überlegen, die Aktion ein zweites Mal durchzuboxen. Ich denke, das ist so eine Once-in-a-lifetime-Geschichte. Aber es ist wahnsinnig toll, inspirierend, lehrreich, heilsam, und schlichtweg großartig. Ich habe jetzt schon das Gefühl, im letzten knappen halben Jahr ein ganzes Leben geführt zu haben. Ich habe so viel mehr als sonst von meinen Kindern – und von meinem Mann! Ich hoffe, dass wir dieses rapide gewachsene Zusammengehörigkeitsgefühl auch ein Stück weit mit in den Alltag nehmen können, wenn wir wieder zu Hause ankommen. Eine Langzeitreise mit Familie auf unserem Preisniveau ist nicht ganz unstressig. Aber das Preis-Leistungs-Verhältnis bleibt unterm Strich trotzdem einfach unschlagbar.

Dajana von mitkinderaugen:

Dajana ist mit ihrem Mann und Sohn gerade erst aus den USA zurückgekehrt. Sie waren 3 Monate im sonnigen Kalifornien und haben mal gecheckt wie es sich so als US-Bürger lebt. Dajana hat dabei immer wieder neue erstaunliche und amüsante Fakten über Amerika herausgefunden, über die sie auf ihrem Blog mitkinderaugen plaudert.

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1) Wie lange seid Ihr mit Euren Kindern unterwegs gewesen und wo ging es hin?

Wir haben für drei Monate mit unserem dreijährigen Sohn in den USA gelebt. Genauer gesagt in Kalifornien.

2) Wie habt Ihr Euch kostentechnisch auf diese Reise vorbereitet?

Da wir berufsbedingt wegen meinem Lebensgefährten in die USA gegangen sind, haben wir uns kostentechnisch nicht darauf vorbereiten müssen. Es war ja keine Auszeit oder ein Urlaub. Mein Partner musste für drei Monate vor Ort sein und wir sind mitgegangen. Und da ich freiberuflich arbeite, habe ich einfach aus den USA weiter gearbeitet.

3) Wann war der beste Zeitpunkt für diese Reise (z.B. Elternzeit? Zwischen zwei Jobs o.ä.?)

Das ist schwer zu sagen, da ich glaube das der „richtige Zeitpunkt“ für jede Familie ein anderer ist. Da ich freiberuflich bin, war es für mich einfach zu entscheiden, dass ich mit unserem Sohn mitgehe. Ist man in einem festen Arbeitsverhältnis, ist diese Entscheidung natürlich nicht so leicht zu treffen. Mit einen Kindergartenkind für längere Zeit ins Ausland zu gehen, ist wie ich finde auch noch mal einfacher als mit einem Schulkind. Wir haben einfach gesagt, dass unserer Sohn für drei Monate pausiert und da gab auch keine Probleme. Wann alterstechnisch der richtige Zeitpunkt ist, ist sehr schwer zu sagen.

Wir waren bereits vorletztes Jahr für sieben Wochen in den USA. Da war unser Sohn knapp zwei. Da war alles noch anders und auch etwas leichter. Dieses Mal hat er alles ganz bewusst wahrgenommen und manchmal war es für mich schon schwer, ihn ausreichend zu beschäftigen, da er während unseres Aufenthalts nicht in den Kindergarten ging (bzw. war er nur zwei Tage im Kindergarten – Details dazu kann man auf meinem Blog nachlesen). Eine Auszeit während der Elternzeit stelle ich mir eigentlich auch wunderbar vor nur wüsste ich nicht, ob ich diesen Schritt mit einem Baby wagen würde. Aber ich denke Kinder passen sich generell sehr schnell an neue Situationen an. Sind die Eltern entspannt, sind es die Kinder auch. Jede Familie muss für sich entscheiden, wann ein längerer Auslandsaufenthalt ins Leben passt.

4) Was waren die größten Kostenpunkte auf Eurer Reise?

Zum einen die Mietskosten. Wir hatten ja doppelte Kosten. Unsere Kosten in Deutschland liefen weiter und wir mussten zusätzlich noch die Kosten in den USA tragen. Und dann noch die Verpflegungskosten. Wenn man sich in den USA gut und gesund ernähren möchte, muss man tief in den Geldbeutel greifen. Mozzarella kostet $4 das Stück, ein kleines Bund Basilikum $4, Cherrytomaten $4 und so weiter. Alles was gesund und frisch ist, ist sehr teuer. Wir waren wirklich schon sehr, sehr oft in den USA, aber wenn man für drei Wochen Urlaub macht ist es eben etwas anderes, als wenn man dort für drei Monate lebt. Da fällt einem so etwas auf.

5) Habt Ihr versucht irgendwo zu sparen?

Den ersten Monat haben wir gelebt wie im Urlaub. Das haben wir schnell gemerkt, denn wir hatten wirklich viel zu viel Geld ausgegeben. Im zweiten und dritten Monat haben wir viel mehr aufs Geld geachtet und auch nach Angeboten geshoppt. Auch das Kaufen von Klamotten und Geschenken ging ab dem zweiten Monat zurück. Wir waren dann einfach übersättigt bzw. schon an die Produkte gewöhnt. Zu Beginn kauft man einfach alles, da die USA  ein absolutes Shoppingparadies sind.

6) Würdet Ihr so eine Auszeit mit Kindern wiederholen?

Ja, wir würden das wiederholen. Auch wenn wir feststellen mussten, dass auch im Ausland nicht alles rosig ist. Unser Sohn war zwischendurch schlimm krank, Weihnachten ohne die Familien ist nicht dasselbe und der Versuch des Besuchs eines amerikanischen Kindergartens ging komplett in die Hose. Dennoch ist ein Auslandsaufenthalt eine wunderbare Erfahrung für die gesamte Familie. Man erlebt und lernt so viel über das Land und die Leute. Solche Erfahrungen kann man während eines Urlaubs einfach nicht machen. Solche Erfahrungen macht man nur, wenn man in einem fremden Land für eine längere Zeit lebt.

Gabi von den 5 Reicherts:

Gabi von den 5Reicherts war mit Mann und 3 Kindern bereits mehrfach monatelang in der Weltgeschichte unterwegs und ist in dieser Hinsicht quasi mein ganz großes Familien-Reisevorbild. Ihr ältester Sohn Esra macht gerade sein Abi ohne je groß zur Schule gegangen zu sein. Ganz erstaunlich. Guckt Ihr hier.  Da sieht man mal wieder: Reisen ist die beste Schule!

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1) Wie lange seid Ihr mit Euren Kindern unterwegs gewesen und wo ging es hin?

Wir haben bereits mehrere Auszeiten genommen. Im Jahr 2000 bereisten wir die USA und Kanada für drei Monate. Die Kinder waren damals 5, 3 und 1 Jahre alt. Mein Mann Gunter hatte durch eine Firmenschließung den Job verloren und wir hatten Zeit. Die zweite lange Reise, ein Jahr später, ging nach Neuseeland und in die Südsee. Noch war mein Mann ohne Job und die Kinder noch im Vorschulalter. 

Die dritte lange Auszeit war im Jahr 2009, wir bereisten Europa für sechs Monate. Dann im Winter 2010/2011 fotografierten wir fünf Monate lang Eis, Schnee und Nordlicht in Skandinavien. Seither waren wir mehrmals für drei Monate unterwegs. Schottische Inseln im Winter, ein Schottland Roadtrip mit dem Wohnmobil, ein Norwegen Roadtrip mit dem Wohnmobil.

2) Wie habt Ihr Euch kostentechnisch auf diese Reise vorbereitet?

Die ersten Reisen waren wesentlich teurer als die folgenden. Die Langstreckenflüge für eine Familie waren z.B. relativ teuer und wir mussten jeweils ein Wohnmobil mieten. Seit wir ein eigenes – wenn auch sehr altes – Mobil haben, ist es günstiger. Im Prinzip ist das Reisen günstiger, je länger wir unterwegs sind.

Die erste Reise war am einfachsten: Gunter bekam weiterhin sein Gehalt gezahlt und eine Abfindung gab uns ein sicheres finazielles Polster.

Im Moment reisen wir, wenn das Mobil nicht defekt ist und Reparatur kostet – sehr günstig. In Skandinavien, Schottland und Frankreich gibt es günstige Stellplätze. Wir haben fast keine Nebenkosten, denn wir verbrauchen im Mobil kaum Gas. Der Strom kommt aus der Solaranlage und die Benzinkosten halten sich in Grenzen, weil wir monatelang unterwegs sind. Die langen Anfahrten relativieren sich so.

3) Wann war der beste Zeitpunkt für diese Reise (z.B. Elternzeit? Zwischen zwei Jobs o.ä.?)

Die ersten beiden Auszeiten lagen zwischen zwei Jobs und vor der Schulzeit. Seit 2009/2010 reisen wir beruflich.

4) Was waren die größten Kostenpunkte auf Eurer Reise?

Die Flüge, Wohnmobilmieten und Campingplätze in den USA und England.

5) Habt Ihr versucht irgendwo zu sparen?

Wir sind seit 2001 nicht mehr geflogen (mit einer Ausnahme – den Azoren). Das ist für eine fünfköpfige Familie zu teuer. Jetzt müssten wir für fünf Erwachsene zahlen, was unmöglich ist.Wir gehen so gut wie nie Essen und besuchen keine teuren Freizeitparks. Wir lieben es, unsere Zeit in der Natur zu verbringen. Wandern, Radfahren und Fotografieren macht uns glücklich.

6) Würdet Ihr so eine Auszeit mit Kindern wiederholen?

Wir machen es gerade. Immer und immer wieder! Wir können es sehr empfehlen, denn es bringt die Familie zusammen und die Kinder lernen fürs Leben!

Jenny von den Weltwunderern:

Jenny war mit Mann und zwei Kindern für 2 Monate in Neuseeland unterwegs und teilt Ihre Reiseerfahrungen sowie viele praktische Tipps auf Ihrem Blog Weltwunderer. Mittlerweile haben die Weltwunderer 3 Kinder im Gepäck und werden im Sommer 2015 eine Reise nach Japan wagen.

Weltwunderer Portrait Fr Hibbel

1) Wie lange seid Ihr mit Euren Kindern unterwegs gewesen und wo ging es hin?

Unsere bisher längste Reise mit Kindern führte uns nach Neuseeland. Dort waren wir knapp zwei Monate unterwegs – und wären liebend gern noch viel länger geblieben.

2) Wie habt Ihr Euch kostentechnisch auf diese Reise vorbereitet?

Wir haben unsere eisernen Reserven aufgelöst und unsere Wohnung zwischenvermietet. Außerdem haben wir geheiratet – und uns von allen Gästen Geld und Ausrüstungsgegenstände für die Reise gewünscht. Während der Reise habe ich auch ein wenig gearbeitet (ich bin freie Lektorin und kann eigentlich überall arbeiten), was ebenfalls zur Entspannung der Reisekasse beigetragen hat.

3) Wann war der beste Zeitpunkt für diese Reise (z.B. Elternzeit? Zwischen zwei Jobs o.ä.?)

Der Klassiker – unsere Älteste sollte im Herbst eingeschult werden und wir wussten: jetzt oder nie!

4) Was waren die größten Kostenpunkte auf Eurer Reise?

Ganz eindeutig die Flüge und das Miet-Wohnmobil. Da gab es auch nicht wirklich viel Einsparpotenzial.

5) Habt Ihr versucht irgendwo zu sparen?

Wo es nur ging! Angefangen damit, dass wir das kleinstmögliche Wohnmobil gewählt haben (die Kombination Auto plus feste Unterkunft wäre nicht günstiger geworden, und ein Zelt hätte uns wegen des wechselhaften Wetters zu sehr eingeschränkt). Wir haben uns weitgehend selbst versorgt, fleißig geangelt und Muscheln gesammelt, möglichst günstige oder kostenlose Campingplätze aufgesucht, waren nie in Restaurants und haben uns die meisten der verlockenden Aktivitäten wie Scenic flights oder Bungee jumping verkniffen. Das war allerdings kein wirkliches Problem, Neuseeland bietet nämlich grandiose Natur und supernette Menschen völlig kostenlos an ;-).

6) Würdet Ihr so eine Auszeit mit Kindern wiederholen?

Wenn es nach mir ginge: Ich würde sofort packen und wieder nach Neuseeland fahren. Die zwei Monate zu viert haben uns allen enorm gut getan. Mit bald zwei schulpflichtigen Kindern und einem angestellten Mann ist es inzwischen zwar finanziell eher drin, zeitlich wird es aber immer komplizierter. Wir arbeiten dran!

Und last but not least: Familie Hibbel

Wir in Thailand, Februar 2012

Wir in Thailand, Februar 2012

1) Wie lange seid Ihr mit Euren Kindern unterwegs gewesen und wo ging es hin?

Wir waren vor 3 Jahren für 2 Monate in Thailand. Einen Monat haben wir auf Koh Samui verbracht und einen weiteren in der Region Krabi und auf Koh Lanta. Am Ende der Reise haben wir uns dann nochmal ein paar Tage Bangkok mit kleinen Kindern gegeben. Hat alles super geklappt und wir haben dem fiesen deutschen Winter ein Schnippchen geschlagen.

2) Wie habt Ihr Euch kostentechnisch auf diese Reise vorbereitet?

Da unsere Lebens-Priorität schon immer auf dem Reisen lag, haben wir ganz klassisch dafür gespart. Andere Familien zahlen Wohneigentum ab oder fahren teure Autos. Wir wohnen nur zur Miete und fahren zwei relativ günstige Autos. Zudem sparen wir Geld fürs Ausgehen, da wir nur selten in den Genuss eines Babysitters kommen.

3) Wann war der beste Zeitpunkt für diese Reise (z.B. Elternzeit? Zwischen zwei Jobs o.ä.?)

Wir haben die Elternzeit dazu genutzt uns für 2 Monate auszuklinken. Wann hat man als berufstätige Eltern sonst schon mal Gelegenheit dazu? Ich hatte 12 Monate Elternzeit und Herr Hibbel 2 Monate, die wir zeitgleich genommen haben. D.h. unser kleiner Sohn hatte uns vom 6. – 8. Lebensmonat komplett entspannt rund um die Uhr bei sich.

4) Was waren die größten Kostenpunkte auf Eurer Reise?

Die Flüge waren es nicht, da die Hälfte der Familie Airline Staff-Tickets nutzen kann. Aber die fixen Kosten daheim für Miete, Versicherung, Strom und Co. waren schon mal ein fetter Batzen. Außerdem waren die Unterkünfte in Thailand mit ca. 80 € die Nacht relativ hochpreisig. Aber da es uns mit einem Baby und 4jährigen im Schlepptau wichtig war, einen gewissen Wohnstandard (z.B. eigene Küche) zu haben, mussten wir auch hier tiefer in die Tasche greifen. Jetzt sagen vielleicht viele: was braucht man eine Küche in Thailand? Aber da unser Kleiner gerade mit Beikost anfing und es kaum vernünftige Babykost in Thailand gibt, habe ich halt auf den einheimischen Märkten frisches Obst und Gemüse gekauft und selber Babynahrung gekocht.

5) Habt Ihr versucht irgendwo zu sparen?

Da Thailand immer noch ein relativ günstiges Reiseziel ist, haben wir nicht allzuviel gespart. Meistens sind wir essen gegangen, aber gefrühstückt haben wir z.B. fast immer in unserem Appartment. Und Kostenpunkte wie Ausgehen fielen bei uns auch weg. Statt von der Ost- an die Westküste zu fliegen, haben wir mit den Kindern die beschwerliche Reise mit Schiff und Bus auf uns genommen. Um am Ende total beklaut zu werden. Da hätten wir also auch direkt fliegen können. Alles in allem hat uns die Reise ca. 7000 € gekostet (ohne die Fixkosten daheim). So viel Geld geben manche Familien schon nur für den üblichen Sommerurlaub aus.

6) Würdet Ihr so eine Auszeit mit Kindern wiederholen?

Jederzeit und immer wieder. Aber da unser Großer mittlerweile in die 2. Klasse geht und Herr Hibbel mit festem Job und eigener Firma beruflich total eingespannt ist, sehe ich für die nächsten Jahre leider schwarz. Daher bin ich doppelt so froh darüber, daß wir die Elternzeit als Familie so intensiv nutzen konnten.

Habt Ihr schon mal über eine mehrmonatige Auszeit mit Euren Kindern nachgedacht? Wo soll es hingehen und wie werdet Ihr das realisieren? Ich bin gespannt auf Eure Antworten.

 

20 Kommentare

  1. Hallo liebe Nadine, eine richtig interessante Sammlung von Elternzeitreisen und Kostenpunkten. Unser Zeitpunkt damals um die Ostsee herum war auch perfekt, da Sven damals im Rechtsstreit mit seinem alten Arbeitgeber war und nicht arbeiten durfte…im Nachhinein hat dieser uns damit also sogar einen Gefallen getan…Herzliche Grüße, Christina

  2. Was Lena in ihrem Punkt 2 schreibt, es betrifft wortwörtlich auch uns und auch der erste Teil des Punkt 5’s.
    Wie Jenny sagt, wir haben auch bei der Hochzeit nur Geld gewollt und das dann in die große Hohczeitsreise verwendet. 🙂 Dafür würden wir am liebsten scheiden lassen und immer wieder neu heiraten. 🙂 🙂

  3. Christine sagt

    Sehr interessante Reisegeschichten. Dennoch schade, dass fast keine Familie die tatsächlichen Kosten dargelegt hat, denn die allgemeinen Kostenpunkte kennt eigentlich jeder. Interessanter wäre zu wissen, wie sich die tatsächlichen Kosten pro Familie unterscheiden. Warum so schüchtern die Fakten (tatsächlichen Reisekosten) preiszugeben?

    • frau hibbel sagt

      Hallo Christine, ja ganz genaue Reisekosten wären natürlich hilfreicher. Aber oftmals weiß man es auch einfach noch nicht (wie bei Lena) oder es ist zu lange her (wie bei Gabi) oder man hat es vielleicht nie so richtig zusammengerechnet? In unserem Fall wollte ich es selber wissen und bin tatsächlich auch auf eine Summe gekommen. Und die ist irgendwie überschaubar für 2 Monate. Ich kenne auch Familien die geben das für nen 2-3 wöchigen Spanienurlaub aus. GLG, Nadine

  4. Liebes Hibbelchen,
    Ein interessanter Post! Die Geschichten, die die Familien erlebt haben werde ich mir sicher auch durchlesen! Die Erfahrungen sind bestimmt prägend für Kinder und Eltern und von den Erinnerungen zehrt man sicher lange!
    Gros bisou
    Sandra

  5. Superspannend. Endlich weiß ich, was Dajana in den USA gemacht hat….ich hab mich auf instagram immer gefragt, wie lange sie denn noch bleiben will ;-D! Ich frag mich aber auch ….hm…..ists für uns wohl schon zu spät für so eine Familienzeit? Die Jungs sind ja schon ziemlich groß? Hm. Ach warten wir einfach mal ab. Manche Dinge ergeben sich einfach, ne? Wäre zu cool! Bussls Schatzi, Anne

    • frau hibbel sagt

      Nee Anne, ich glaube zu spät ist es nie. Hast Du mal bei Joanna von Liebesbotschaft geguckt? Die geht jetzt mit den zwei Teenies für ein paar Monate nach Kalifornien. So wie Deine Freundin? 😉 G& K, Nadine

  6. Hi Christine
    bei uns sind die Flugreisen so weit zurück, dass die Kosten da heute nichts mehr aussagen würden – und wir wissen es tatsächlich nicht mehr genau, was wir ausgegeben hatten.
    Unsere Wohnmbilreisen sind für uns teilweise günstiger, als die Kosten, die man daheim in einem Haus hat.
    Ich denke bei Lena kommt das doch so richtig gut rüber – die Pendler Kilometer, die man daheim zurücklegt, bringen dich, wenn du einfach nicht mehr zurück pendelst ans Ende der Welt 🙂

    liebe Grüße Gabi

  7. Eine super Zusammenfassung und sehr spannend zu lesen, was jede Familie so erlebt hat. Ach, da überkommt mich augenblicklich das Fernweh … LG Ines

  8. Hallo Nadine,

    vielen Dank an Dich und Lena, Dajana, Gabi und Jenny für die spannenden Beiträge!
    Ich glaube auch, dass man die Kosten nicht (mehr) exakt beziffern kann, zumal es abhängig davon ist wie oft man Essen geht (und da ist die Spannbreite der gewählten Gastronomie ja breit), bzw. welchen Standard man für sich und die Familie wählt.

    Wir waren vor 2,5 Jahren für 7 Wochen in Kroatien in der Elternzeit. Da wir Verwandtschaft dort haben konnten wir oft kostenlos wohnen, was dem Budget gut getan hat. Beim Planen der Reise kann man ja schauen ob man Freunde an anderen Orten besuchen kann und somit auch der Weg ein Stück Ziel sein kann 😉

    Wenn ich die Fernreisenberichte so lese dann packt mich das Fernweh und sollte es Kind 2 geben, muss es ja nicht wieder Europa sein…Aber eine längere Reise das muss sein!

  9. Hi Nadine,

    bin gerade über deinen Blog gestolpert, da ich auf der Suche bin nach Familien, die zur Zeit auf Reisen sind (was ja bei euch gerade nicht der Fall ist, wenn ich es richtig verstanden habe).

    Nun zu deiner Frage: Wir haben vier Kinder und machen ab Juli eine einjährige Weltreise! 🙂 (Unser Blog dazu ist seit gestern online.)

    Wer von euch ist denn norwegischer Abstammung, wenn ich fragen darf? Wir sind nämlich beide aus Norwegen, meine Frau und ich! 🙂 Wir wohnen aber seit ca. 10 Jahren in Deutschland.

    Liebe Grüße,
    Thor

    • frau hibbel sagt

      Hei Thor! Coole Sache. Gucke mir euren Blog mal genauer an, wenn ich von der ITB aus Berlin zurück bin. Und ich bin die mit norwegischen Wurzeln. Meine Mutter kommt aus Trondheim. 🙂 LG, Nadine

  10. Cosmicgirl sagt

    Hallo Frau Hibbel,

    nachdem ich vor meinen Kindern gerne durch die Welt gebackpacked bin, quält mich seit längerem das Fernweh. Mein Ziel ist es, nächstes Jahr Mann (mit Flugangst 😉 und Kinder (dann 6 und 8 Jahre) einzupacken und entweder über Weihnachten oder Ostern für 3-4 Wochen nach Thailand zu fahren (mehr ist wegen der Schule leider nicht drin.) Könntest du mir einen Tipp geben, wo man am besten hinfährt, wenn man einfach die Seele baumeln lassen will (Strand, Wandern, lecker Essen) und Land und Leute aufsaugen will, möglichst nicht unter Massen von anderen Touristen, sondern etwas abseits aber für Kinder noch ok? Welche Reisezeit würdest du empfehlen?
    Danke!

    • frau hibbel sagt

      Hallo Cosmicgirl, in Thailand kann man eigentlich überall die Seele baumeln lassen und es ist echt total easy zu bereisen mit Kindern. Zumal Deine ja auch schon etwas größer sind. Wir fanden Koh Lanta toll. Nicht zu groß, nicht zu klein, nicht zu überlaufen. Und von dort aus kann man auch viele kleinere einsamere Inseln ansteuern. Und ich denke sowohl Ostern als auch Weihnachten sollte die Reisezeit ok sein. Sommer ist immer etwas „schwieriger“ weil heisser und regnerischer. Ist aber auch kein Hinderungsgrund. LG und viel Spaß beim Planen, Nadine

  11. Kirsten sagt

    Wir kommen gerade aus Sri Lanka zurück, waren drei Monate mit unserer einjährigen Tochter und unserem dreijährigen Sohn unterwegs. Genutzt haben wir dafür die Elternzeit. Kann nur allen dazu raten den Mut zu einer solchen Reise zu haben, es war wunderschön und hat uns als Familie eng zusammengeschweißt. Kosten: Flug 1600 (für alle), Budget: 90 Euro am Tag. Übernachtung, in der Regel mit Frühstück, zwischen 20 und 40 Euro, in einfachen Guesthouses. Wir haben nie gekocht, da Essen in Sri Lanka nicht so teuer ist und sind mit unserem Budget gut hingekommen. LG, Kirsten

    • frau hibbel sagt

      Hallo Kirsten, das hört sich toll an und die Kosten sind ja auch irgendwie noch halbwegs überschaubar. Kostentechnisch kommt man in Asien halt immer noch am Besten weg. Ich war mal vor 12 Jahren auf Sri Lanka und fand es dort auch wunderschön. Lieben Gruss, Nadine

  12. Ulla sagt

    Hallo, wir sind gerade mit unserer 5monate alten Tochter nach Brasilien für 2Nonate aufgebrochen. Ich rechne mit ca. 100 Euro pro Tag inkl. Unterkunft und Mahlzeiten. Zur Zeit leben wir aber drüber- noch haben wir das Gefühl wir müssten uns einfach mal was gönnen (schöne Pensionen etc) sparen können wir definitiv durch kochen und offensiver nach Preisnachlässen bei den Unterkünften Fragen, da wir oft eine Woche und länger am Stück bleiben. Essen gehen abends (was immer ins Geld geht) nervt uns beide grade, da immer jemand das Baby auf dem schoß hat. Wir hatten aber Glück was den Flug angeht, der war für uns drei hin und zurück mit 750 Euro sehr günstig.
    Letztlich will ich die kosten gar nicht so exakt wissen, ich hab ein bischen Geld gespart. Lieber spare ich demnächst Zuhause wieder mehr als mir hier alles zu verkneifen- dafür ist die Zeit zu kostbar!

    • frau hibbel sagt

      Hallo Ulla, wow…das hört sich klasse an. Brasilien war ich noch nie und stell es mir immer relativ gefährlich vor. Wie empfindest Du das? Ach ja und über das Geld kannste zuhause immer noch nachdenken. Einfach die Zeit geniessen. Sie kommt nie wieder. Alles Liebe Euch! Nadine

  13. Hallo, wir nutzen unsere gemeinsame Elternzeit auch zum Reisen und waren kürzlich 4 Wochen mit unser 8-Monate alten Tochter auf Bali (Ubud, Amed und Sanur), verbringen nun noch 2 Wochen auf Mallorca und überlegen schon wieder, wohin eine weitere Flucht gehen könnte. Südostasien ist preistechnisch ja extrem reizvoll. Auf Bali hatten wir sehr einfache aber schöne Apartments via Airbnb gebucht, die mit eigener oder Gemeinschaftsküche ausgestattet waren (genau aus dem Brei-Machen-Grund), alle für etwa 20€/Tag. Da die indonesische Küche so günstig und unfassbar köstlich ist, waren wir jeden etwa 2mal/ Tag auswärts essen. Das Frühstück gabs meist von den Familien, bei denen wir gemietet haben. Wir haben insgesamt für alles 3300€ ausgegeben wobei die Flüge und die Tauchgänge das teuerste waren. Das Geld haben wir vom Ersparten genommen.

    Vorher hatten wir leichte Sorgen zwecks Regenzeit und dem damit verbundenen höheren Moskitoaufkommen- war aber total unbegründet. So gut wie keine Mücken (auch nicht mitten in den Reisfeldern) aber angenehmes Klima mit ab und an einer Dusche von oben was bei Temperaturen von 30°C plus sehr angenehm ist.

    Ich kann es ebenfalls uneingeschränkt empfehlen mit auch sehr kleinen Kids zu reisen! Gerade in Südostasien sind die Menschen extrem kinderfreundlich und kleine dicke europäische Babys für dortige Bewohner scheinbar der Hit :o) Sollten wir aber wieder so einen Flugmarathon machen, dann nur mit einem Overnight- Stop. 30h ohne wirklichen Schlaf (für die Eltern) unterwegs zu sein, ist dann doch nicht so prickelnd gewesen.

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