Norwegen

Analoge Erinnerungen 1960 + 1984

Inka von blickgewinkelt hatte vor ein paar Wochen zur Blogparade der analogen Erinnerungen aufgerufen. Und da mir die Tage ein altes Foto in die Hand fiel, das 1000 Erinnerungen hervorrief, reihe ich mich heute endlich mal in Ihre Parade ein.

Meine Oma war Norwegerin. Leider ist sie schon vor ca. 8 Jahren gestorben und ich vermisse sie bis heute sehr. Denn sie war der glücklichste und zufriedenste Mensch, den ich je kennengelernt habe. Obwohl ihr Leben wahrlich nicht einfach war. Denn sie hat sich im 2. Weltkrieg in einen deutschen Soldaten verliebt, drei Kinder bekommen und musste nach dem Ende des Krieges mit Kind und Kegel ihre Heimat verlassen. Mein deutscher Opa liebte Norwegen, sprach norwegisch und wäre ebenfalls gerne für immer dort geblieben. Aber Norwegen wollte logischerweise nicht den Feind im Land haben. Und so musste meine Oma ohne ein Wort deutsch zu sprechen im Nachkriegsdeutschland und mit drei kleinen Kindern ein neues Leben anfangen. Ihr Mann ständig unterwegs, um irgendwo Geld zu verdienen. Ich ziehe bis heute meinen Hut vor dieser Frau ♥.

meine Oma, Mutter und Onkel ca. 1960 irgendwo in Norwegen

Meine Sommerferien habe ich daher oft mit meinen Eltern, meinem Bruder, Großeltern, Tanten, Onkels und Cousinen in Norwegen verbracht. Sommer die ich bullerbümäßig in Erinnerung habe. In denen ich mit meinen Cousinen durch die Wälder gestreift und Kanu gefahren bin. Elche und Pilze gesucht oder Multbeeren gepflückt habe. Mit der ganzen Familie angeln war und anschließend die fürchterliche Fischsuppe meiner Oma essen musste. Sommer in denen mir meine Oma in ihrem lustigen deutsch-norwegisch von ihrer Kindheit und Jugend am Trondheim-Fjord erzählt hat und norwegische Lieder trällerte.

Hibbel-Familie, 1984 in Trondheim – Norwegen

Dieses Bild entstand im Sommer 1984 in Trondheim. Unsere ganze norwegische Familie war zusammen gekommen, um ihre deutschen Verwandten zu begrüssen. Ein ganz besonderer Tag für meine Oma, die ein ausgesprochener Familienmensch war. All ihre 7 Geschwister + Kinder + Kindeskinder waren gekommen. Und auch mir ist dieser Tag in besonderer Erinnerung geblieben. Denn die Norweger pflegen im Gegensatz zu uns Deutschen eine sehr enge Beziehung zu ihrer Familie. Fast schon südländisch.

Wie wohl dieses Familienbild im Jahre 2013 aussehen würde? Dreimal so viele Menschen? Wir würden wohl das Foto sprengen. Und jetzt bin ich echt mal gespannt, wer mich in dem Gewusel findet :).

 

19 Kommentare

  1. Nee, echt :)?
    Die Frisuren sind sensationell, meine Mutti hatte zu der Zeit auch eine Prinzessin-Diana-Föhnwelle.
    Ein spannender Bericht übrigens, ich freue mich immer sehr, etwas mehr über Frau Hibbel zu erfahren. Und dieser Teil Deiner Biographie ist nun wirklich nicht alltäglich.

  2. puh, da hatte es deine Oma echt nicht leicht! schön, dass sie dennoch so fröhlich und zufrieden war.
    toll, so ein Familientreffen, oder? ich liebe die jedenfalls! solltet ihr vielleicht wirklich noch mal machen!

    LG
    sjoe

  3. Wow, das nenne ich ja mal eine grosse Familie!!!
    Da ich ja weiss wie alt du 1984 warst und ich weiss, dass du sehr hellblond bist, würde ich auf das Mädchen in der Mitte mit den Zöpfen und der blauen Jacke tippen! …und? Liege ich richtig?
    GLG,
    R.

  4. Sehr schöner Post! Schon beeindruckend, was Frauen früherer Generationen bewältigen mussten. Von meiner Oma gibt´s da auch Geschichten… – Und wie schön, dass trotz der Distanz dann so ein Familientreffen möglich war. Deine Bullerbü-Sommer waren sicher wunderbar. Auf dem Bild vermute ich dich mal ganz vorn rechts – richtig?
    Liebe Grüße
    Christiane

  5. Große klasse, ich wusste ja auch noch nicht, dass Dein Großvater nicht in Norwegen leben durfte, und dass Deine Oma das mitgemacht hat. <3 <3
    Und ich freu mich natürlich umso mehr, dass meine Parade jetzt Zuwachs hat. Aber vor allem finde ich Deinen Post superschön und interessant. Ein Hoch auf Deine Oma. Und die Liebe natürlich. 🙂
    LG /inka

  6. Familientreffen XXL sind toll und back to the roots auch. Das macht einen ja schließlich aus, es ist ein Teil von dir! Schön dass du mal drüber schreibst, so kann ich mir endlich alle Feinheiten deines Charakters besser erklären……..obwohl……waren vielleicht auch irgendwelche Südamerikaner in Familie????? Ich sag nur AMEISENBÄR ;-))))))!!!!! Tschöhööööö Anne

  7. Jetzt hab ichs…….hab die ganze Nacht drüber nachgedacht……Trondheim……ich dachte immer das wäre ne fiktive Stadt…..bei Eragon ist das die Stadt der Zwerge nicht wahr????! ……..Hahahahah……..;-)))))!!!!!

    • Hahaha……Du bist ne Marke. Konntest deswegen nicht schlafen? Ich musste erstmal googlen. Du hast Recht. Trondheim ist die Festung bei Herr der Ringe. Ich hatte keine Ahnung. Weiß aber das einige der Herr der Ringe-Städte ihre Namensgebung von skandinavischen Ortschaften haben. Und das mit den Feinheiten meines Charakters musst Du mir irgendwann nochmal erklären? Erklärt das meine Abneignung gegen Winter, Schnee und Dunkelheit? 😉

    • Wieeee??? Bei Herr der Ringe auch???? Ne ich meinte das bei Eragon Schattentöter gesehen zu haben. Bin mir sicher…….Gott sind die dann aber einfallslos, dass die in jeder Fantasyklitsche die gleichen Städte nehmen. Und mit den Feinheiten deines Charakters…..jaaaaaaa……..das analysiert Ihnen Frau Doktor gerne nochmal ;-)))))…….total tiefenpschyscholojisch natürlich……is klar wah ;-)))))!!!!

    • Eragon kenn ich gar nicht. Sowas guckt man sicher nur mit größeren Jungs ;). Ob es das bei Herr der Ringe gibt weiß ich nicht genau…aber ich hab Trondheim und Herr der Ringe gegoogelt und da wurde tatsächlich ne Festung ausgespuckt. Ja, Frau Doktor…ich bitte drum…dann analysieren wir auch nochmal den Ameisenbären ;).

  8. Dieses Gruppenfoto ist der wahre Wahnsinn! 🙂 Meine Oma und Opa kamen aus Siebenbürgen und die Oma hatte 11 Geschwistern. Sie sind auch nach dem ersten Weltkrieg nach Ungarn geflüchtet und von politischen Gründen durften sie dann gut 30 (?) Jahre lang nicht nach Rumänien fahren, so sind einige Kontakte verloren gegangen. Und heutzutage kennen wir gar keinen von denen, Null Kontakt und so verliert man hunderte Verwandten und ist man allein. Liebe Grüße

    • Solche Geschichten finde ich ja voll spannend, Flögi. Vielleicht solltest Du mal recherchieren. In den Zeiten des Internets gibts doch sicher Mittel und Wege Menschen wiederzufinden. Dann bist Du ja eigentlich halb Rumänin, halb Ungarin, oder? Oder ist man wenn man aus Siebenbürgen kommt nicht auch fast irgendwie deutschstämmig? Liebe Grüße nach München!

    • Solche Geschichten finde ich ja voll spannend, Flögi. Vielleicht solltest Du mal recherchieren. In den Zeiten des Internets gibts doch sicher Mittel und Wege Menschen wiederzufinden. Dann bist Du ja eigentlich halb Rumänin, halb Ungarin, oder? Oder ist man wenn man aus Siebenbürgen kommt nicht auch fast irgendwie deutschstämmig? Liebe Grüße nach München!

  9. Ich habe deine Antwort erst jetzt gelesen. Siebenbürgen (Ung. Erdély) gehörte bis zum (I? oder II? – ich habe Geschichte gehasst in der Schule und konnte nie ein Jahreszahl merken) WK zu Ungarn, wie auch ein großer Teil von ehem. Jugoslavien und Tschehoslovakien…an diesen Randgebieten von Ungarn leben heutzutage noch immer zig tausende Ungaren, die einfach von ihrem Heimat abgeschnitten wurden und gezwungen worden andere Sprachen zu sprechen. Siebenbürgen ist rein ungarisch, hat mir Rumänien nicht zu tun, es ist sogar für einen Ungaren eine große Beleidigung, ihn Rumäne zu nennen;-) Auf jeden Fall sind früher viele Sächsische Bewohner dorthin gesiedelt worden, so sind zwischen meinen Vorfahren auch ganz viele deutschen Nachnamen! Ich habe schon recherchiert, aber die Nachnamen kommen dort so häufig vor, nur in Facebook fan ich hunderte, die unseren Verwandten sein könnten…LG ps. Vielleicht einmal schreibe ich darüber im Blog…

    • Flögi, tut mir leid. Ich wollte Dich natürlich nicht beleidigen. Ich hab null Ahnung von rumänischer Geschichte. Wusste aber, daß in Siebenbürgen auch viele Deutsche lebten. Bin also gespannt auf Deinen Post. GlG, Nadine

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