Die Cantons de L`Est in Quebec

Ein Stück Kanada abseits der Superlativen

Wenn man mit dem Auto von den USA ins kanadische Quebec reist, fühlt sich erstmal alles ein bisschen wunderlich an. Die Einreise nach Kanada verläuft völlig entspannt und ohne großes TamTam (im Gegensatz zu den USA), die Menschen sprechen auf einmal französisch (und teilweise auch wirklich nur französisch), sehen aus wie Audrey Tatou und Jean Reno ;), es gibt Croissants und Café au Lait und man hat eher das Gefühl, im Elsass als in Kanada gelandet zu sein. Ja, in Quebec tickt das Leben in der Tat etwas anders als bei den nordamerikanischen Nachbarn. Und das ist ziemlich faszinierend.

Bonjour Quebec!

Bonjour Quebec!

Die Estern Townships oder die Cantons de L`Est

Erster Stop unseres Quebec-Aufenthaltes waren die Cantons de L`Est, oder auch die Estern Townships, etwa eine Autostunde östlich von Montreal. Wir sind über Vermont Richtung Sherbrooke eingereist und haben in der Region erstmal einen Stop für 2 Nächte eingelegt. Nachdem wir in New Hamsphire relativ viel Zeit in der Natur verbracht haben, hatten wir das Gefühl, mal wieder ein bisschen Kinder-Programm machen zu müssen. Das hieß in unserem Fall z.B. Zoo und Kindermuseum.

Dadurch haben wir das verpasst, was die Cantons de L`Est eigentlich ausmacht. Nämlich die Weinanbaugebiete Kanadas, Lavendelfelder, Seen, Farmen und pittoresken Dörfer. Aber nun gut… hinterher ist man meist schlauer. Im Laufe meiner unendlichen Neuengland / Quebec-Reiseplanung war ich wohl irgendwann etwas überfordert und hab den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr gesehen. Jedenfalls reift in den Eastern Townships der Wein Kanadas heran, was bei den harten kanadischen Wintern ja schon erstaunlich ist. Wusstet Ihr das?

Der Zoo und Waterpark Granby

Einen Nachmittag waren wir also im Zoo Granby, der in einer Autostunde von Montreal aus zu erreichen ist. Der Tierpark ist hübsch, groß, sauber und aufgeräumt und beherbergt Tiere aus aller Welt. Sogar die australische Tierwelt ist dort vertreten. Zudem hat er eine wirklich tolle, neuartige Attraktion – den Amazoo, der im Eintrittspreis enthalten ist. Einen Water Park mit verschiedenen Pools für Groß und Klein, einer gigantischen Wasserrutsche und einer Art Fluss, auf dem man sich auf großen Reifen entlangtreiben lassen kann. Top bei heißem Wetter und wir haben uns immerhin bei schlappen 32 Grad durch den Zoo geschleppt.

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An einem tollen Sommertag ist es dort jedoch unglaublich voll und man kann sich nicht zwei Stunden lang mit Kindern anstellen, nur um einmal die Wasserrutsche zu nutzen. Zudem hat der Zoo einige kostenpflichtige Attraktionen wie z.B. die Mini-Eisenbahn, die in luftiger Höhe einmal quer durch den Park fährt oder den Trash Pack-Park, der eher eine Art Kirmes ist. Macht einen Zoobesuch am Ende doch etwas teurer als erwartet.

Mein Zoo-Fazit sieht daher so aus: Wer längere Zeit in der Region ist, für den lohnt sich ein Ausflug mit Kindern in den Zoo und Amazoo Granby sicher. Wer aber nur wenig Zeit hat und gerne Kanada sehen möchte, der fährt besser direkt in einen Nationalpark, um sich kanadische Tiere anzuschauen. Die sieht man im Zoo Granby nämlich nicht. Und für Affen, Elefanten und Giraffen muß man als Deutscher nicht unbedingt bis nach Kanada reisen.

Das Hotel Le St-Martin Bromont – Nächtigen wie im Chateau

Sehr lohnenswert ist jedoch eine Übernachtung im Hotel Le St-Martin Bromont Hotel et Suites, in der Nähe des Zoos, das wie ein kleines Chateau in Bordeaux aussieht. Gerade wenn man frisch aus den USA kommt und dort nur die typischen Motels gewöhnt ist, ist das Hotel eine Offenbarung. Für meinen Geschmack ist es zwar einen Tick zu „romantisch“ angehaucht, aber für nordamerikanische Verhältnisse ist das Hotel wirklich sehr schön. Gemütliche Zimmer mit modernen, hochwertigen Badezimmern, eine Hotel-Lounge mit Kamin, Swimming-Pool, Jacuzzi und Fitness-Center sowie ein sehr leckeres, gesundes Frühstück und köstlichem Café au lait. Spätestens an dieser Stelle fühlte ich mich endgültig nach Frankreich gebeamt. Das Hotel liegt nahe des Highways, eines Outlet-Centers und diversen Restaurantketten.

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Von dort aus ging es dann am nächsten Tag auch schon direkt weiter nach Sherbrooke. Wettertechnisch war das im Übrigen der einzige Tag in 3 Wochen, wo es mal nicht so dolle war. Es schüttete aus Kübeln und wir kämpften uns durch ein fettes Gewitter über den Highway.

Das Musée de la Nature et des Sciences in Sherbrooke

Wir taten also gut daran, in Sherbrooke erstmal das Museum für Naturkunde und Wissenschaft anzusteuern.

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Es gibt dort verschiedene Ausstellungen, die auch für Kinder sehr spannend sind. Wie z.B. die interaktive Show Terra Mutantes, die einem die Entstehung der Region und besonders der Appalachian Mountains bis zum heutigen Tage näher bringt. Oder die Exhibition World of the Nights, wo alle nachtaktiven Tiere zum Leben erwachen. Man kann aber auch Salamander streicheln und findet alle typisch kanadischen Tiere (natürlich nur in ausgestopfter Form) im Museum. Außerdem gibt es eine Sonderausstellung über Quebecs beliebteste Comedy Sitcom „La Petite Vie„, die von 1993 bis 1999 lief. Ich muß gestehen, dass ich bis dato noch nie davon gehört hatte.

Sherbrooke selber ist ein entspanntes, kleines Städtchen, das am Ufer der Flüsse Saint-François und Magog liegt. Man kann schön am Flußufer des Magog spazieren gehen, Streetart bestaunen oder auf der Rue Frontenac in einem der hübschen Cafes einkehren.

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Finde das Hibbel-Kind!

Finde das Hibbel-Kind!

Epopee de Capelton – Kanadas älteste Mine und North Hatley

Danach ging es weiter nach North Hatley, wo wir eigentlich die Epopee de Capelton , eine 150 Jahre alte Mine besichtigen wollten. An diesem Tag war uns der Wettergott jedoch wahrlich nicht hold und bis wir endlich bei strömenden Regen dort ankamen, war die letzte Tour schon vorbei. Also falls jemand mal in die älteste Mine Kanadas fahren sollte oder bereits dort war, berichtet doch mal wie es war.

Stattdessen sind wir dann einfach nur ein bisschen durch das niedliche North Hatley am Lac Massawippi gelaufen und haben einen kleinen Eindruck von der wasserreichen und hübschen Natur der Cantons de L´Est bekommen.

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Das Hotel Cheribourg in Magog

Unsere zweite Nacht haben wir dann im Hotel Cheribourg, nahe es Mont-Orford Nationalparks verbracht. Der Hotelkomplex ist ziemlich weitläufig, hat 118 Zimmer und Suiten, 1 Cottage und 2 Condos und ist besonders auf Familien ausgerichtet. Es gibt einen kleinen Streichelzoo, Indoor-Playground, Swimmingpool und das hauseigene Restaurant bietet wirklich sehr leckeres Essen an.

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Planet Hibbels Familienreise-Fazit:

Die Eastern Townships sind vielleicht nicht das, was man sich beim ersten Gedanken unter Kanada vorstellt. Hier dominieren sanfte Hügel, schachbrettmäßige Felder und Seen die Natur. Es ist also definitiv ein Kanada abseits der üblichen Superlativen. Die Mega-Highlights haben wir erst nach der Überquerung des Sankt Lorenz-Stroms gen Westen entdeckt. Die Cantons de L`Est sind einfach ein unaufgeregteres Kanada, jedoch ebenfalls Wert, entdeckt zu werden. Besonders im Winter ist diese Gegend nämlich ein sehr beliebtes Ski-Gebiet.

Seid Ihr schon mal in dieser Ecke Kanadas bzw. Quebecs gewesen? Was habt ihr dort erlebt und gesehen? 

Offenlegung: Unsere Reise durch Quebec wurde von den Cantons de L`Est und Tourismus Quebec unterstützt. Meine Meinung bleibt davon unangetastet.

6 Kommentare

  1. Wie brav die Jungs in dem senkrechten Bett da schlafen, wenn´s doch immer so einfach wäre, oder?
    Kanada steht noch auf meiner To-Do-Liste! Neben vielen anderen Ländern!
    LG
    Martina

  2. flögi sagt

    Toll für eure Kinder, was sie alles schon erleben können.
    Eine Kanada/Alaska Reise würde mich auch reizen.
    Liebe Grüße

  3. Hoha. Wir arbeiten uns durch Kanada und ich finds ja sehr spannend. Ich war das ja noch nie und es sieht doch wirklich echt anders aus als in Amiland. Französisch ist in unserem Fall allerdings echt ein Problem ;-D……wir haben hier zwar ALLE (ja auch alle Kinder!) jahrelang Französisch in der Schule gehabt aber ich würd jetzt nicht sagen, dass…nunja……döbagetteawekdebörsiwuplä…….ich hab das Gefühl mehr is nich drin bei uns ;-D. He und dieser Wasserparkzoo der sieht ja aus wie in Dubai?!?! Die kupfern auch alle nur unternander ab, wah? Schmatz Anne

    • Nadine sagt

      Kanada (oder sagen wir Quebec, mehr hab ich ja auch noch nicht gesehen) ist super. Solltet ihr unbedingt auf eure Liste setzen. Und klar….Schulfranzösisch können wir hier rein theoretisch auch. Aber für ne Konversation müsste ich wohl erst ein paar Flaschen Rotwein intus haben. Harhar. Und ich würd ja sagen Dubai kupfert alles ab oder wie kommen die sonst auf den Wasserpark in der Wüste ;))? Knutscha, Nadine

  4. Simone sagt

    In Quebec sprechen die meisten Leute aber sehr gut Englisch! Und wenn nicht, dann klappt’s bestimmt mit Händen und Füßen. Deswegen sollte man sich Qúebec nicht entgehen lassen 😉

    • Nadine sagt

      Hallo Simone! Wir haben die Erfahrung gemacht, daß die Menschen in Montreal alle sehr gut Englisch sprachen, aber sobald es in die „Wildnis“ ging, konnten selbst junge Leute nur noch ein paar Brocken sprechen. Das fanden wir schon sehr erstaunlich und haben des Öfteren nachgefragt, wie man denn ohne Englisch zu sprechen durch sein eigenes Land (also außerhalb Quebecs) reist. Die Antwort war: gar nicht. :)) Aber klar….es geht auch immer mit Händen, Füßen und einem Lachen auf den Lippen. Und natürlich sollte einen das nicht abhalten. Wir reisen in Kürze auch in die Bretagne und ich bin mir sicher, da sprechen viele Leute kein Wort Englisch. Liebe Grüße, Nadine

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