Moin 2022!
Krassomat: ein Jahrzehnt Planet Hibbel und ein vorsichtig optimistischer Ausblick auf das kommende Jahr

5. Januar 2022

Wir schreiben Tag 5 des Jahres 2022 und nachdem ich nun den ganzen Dezember verschlumpft habe, wird es wohl wieder mal Zeit aus meiner Versenkung aufzutauchen. So ganz bereit bin ich ja noch nicht…. zu tief hatte ich mich in meiner Weihnachts- und Rauhnächte Blase eingemuckelt. Außerdem waren wir über das neue Jahr eine Woche in Schleswig Holstein. Und wie der/ die Norddeutsche so schön sagt: Wat mutt, dat mutt! Sonst wachse ich irgendwann noch am Sofa fest.
 

Ein Jahrzehnt Planet Hibbel und ein vorsichtig optimistischer Ausblick auf das kommende Jahr

Pünktlich zu meiner Dezember-Auszeit, hat es mich erstmal vollkommen aus den Pantoffeln gehauen. Nach fast 2 Jahren Mundschutz, ist das Immunsystem scheinbar gar nix mehr gewöhnt und ich habe wochenlang an einer Erkältung herumlaboriert. Ich habe daher sehr viel Zeit auf der Couch verbracht und hatte dementsprechend Muße zum Nachdenken und Reflektieren. Den Rückblick auf dieses verflixte 2021 erspare ich uns allerdings jetzt mal. Lieber schaue ich gespannt und vorsichtig optimistisch auf das, was da kommt.

Wenn ich 2021 aber wieder mal etwas gelernt habe, dann: lebe den Moment, sei dankbar für die vielen kleinen Marmeladenglasmomente, nimm Dir Zeit für Dich, sei achtsam und lass los! Tatsächlich sah mein 2020 Review Meine Feel Good-Mantras, Gedanken und Wünsche für das neue Jahr(zehnt) gar nicht soviel anders aus, allerdings wurde es in vielerlei Hinsicht noch vom Vorjahr getoppt.

Dit iss Dithmarschen

Ich sach mal so…. irgendwie hatte ich mir das mit unserem Trip zwischen den Jahren in die Region Dithmarschen in Schleswig Holstein  etwas anders vorgestellt. Friedrichskoog: Sprühregen, Brunsbüttel: Nebelbänke, Hamburg: Dauerregen, Büsum: Nebelschwaden mit einer 30-minütigen Auflockerung, Burg: Schneegriesel, Glückstadt: dunstig. Tagelang war es so trübe, dass wir nicht mal die Schafe auf`m Deich sehen konnten, geschweige denn die gigantischen Containerschiffe, die in die Elbe einfuhren. Und dabei wohnten wir quasi direkt hinterm Deich.

Außerdem ist die geplante Fahrt nach Cuxhaven mit der Elbfähre ins Wasser gefallen, da diese seit Mitte Dezember konkurs ist. Unsere Highlights waren daher, haha, die Abschaltung des AKW Brokdorf, die mehrfachen Fährfahrten über den Nord-Ostsee-Kanal und die kunterbunt blinkende AIDA, die Silvester an unserem Wohnzimmerfenster vorbeifuhr. Wer braucht da schon Feuerwerk? Selten habe ich in einem Urlaub so wenig gesehen, erlebt und Fotos gemacht. Dafür umso mehr geschlafen, gebadet, gelesen und gechillt. Und nun ist das menschenleere Dithmarschen auch noch Corona-Hochinzidenzgebiet. Das Wetter muss Schuld sein ;).

Krassomat: Eine Dekade Planet Hibbel

Es ist wirklich kaum zu glauben, aber ich schaue dieser Tage auf 10 Jahre Bloggerei zurück. Was hier Ende 2011 als klitzekleiner Spaß-Blog begann, um Familie und Freunde während unserer Elternzeit in Thailand auf dem Laufenden zu halten, ist seit über 4 Jahren mein Full-Time-Job. Eine Tätigkeit, die ich nach wie vor sehr liebe, mich aber solo, selbst und ständig, auch immer sehr fordert. Insbesondere wenn einem durch die Pandemie immer wieder Aufträge wegbrechen.

Wie sehr sich das Leben, das Internet und ergo auch Blogs verändert haben, ist auf jeden Fall erstaunlich. Damals bekam man schnell viele Leser:innen, die sich gemütlich zu einem auf die Blog-Couch setzten und schnackten. Das hat das Bloggen ziemlich gemütlich, familiär und entspannt gemacht. Vor 10 Jahren waren wir nur eine Handvoll Familienreiseblogger:innen, die dazu inspirierten, sich auch mit Kindern mal außerhalb der Komfortzone zu bewegen. Heute ist das Netz voll mit reisenden Familien, die Wochen, Monate oder gar dauerhaft auf Reisen sind. Durch Social Media wurde es dann zunehmend lauter, schriller und aggressiver. Nackte Zahlen wurden immer wichtiger, was zur Folge hatte, dass sich viele User ihre Follower:innen und Likes einfach kauften und damit weiteren Druck erzeugten. Nein, dieses Höher, Schneller, Weiter hat unser aller Leben wahrlich nicht einfacher und entspannter gemacht und ich hadere oft damit.

Auch damit, was meine Reiseblogger-Kolleg:innen und ich unbewusst für einen Hype losgetreten haben. Sommerferien auf Norderney oder in Frankreich wurden uncool. Jede:r der was auf sich hielt, flog mal schnell nach Namibia, um ein Instapic mit Himba einzustellen oder nach Grönland, um die letzten Eisbären und -berge zu sehen. Mehrmals pro Jahr, mit Kind und Kegel und ohne Rücksicht auf Verluste. Begriffe wie Insta-Tourismus, Vanlife, Overtourism und Flugscham entstanden und wir wurden auf einmal täglich mit den Folgen der Klimakrise und Erderwärmung konfrontiert. Mir kräuselten sich die Fußnägel, denn wir hatten die Büchse der Pandora geöffnet. Ich wollte kein schlechtes Reisevorbild mehr sein und versuchte daher gegenzusteuern.

Btw, diesen Film MÜSST ihr sehen. Er läuft aktuell auf Netflix und spiegelt die Situation auf unserem Planeten auf groteske und eindringliche Art und Weise wider. Leonardo Di Caprio, Jennifer Lawrence und Meryl Streep sind absolut großartig in ihren Rollen. Mich hat der Film wirklich berührt und zum Nachdenken gebracht.

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Ich kürzte unsere Flüge radikal und suchte Exotik und Abenteuer vor der Haustüre (und fand Dithmarschen… haha!). Ein schwieriges Unterfangen, das erst durch Corona wirklich fruchtete. Eine Vollbremsung, auf die ich zu gerne verzichtet hätte. Sie war in mancher Hinsicht aber scheinbar nötig, um die Menschheit aufzurütteln. Wie geht es für mich als Reisebloggerin, die sich manchmal wie die Betreiberin eines AKW´s fühlt, also nun weiter?

Eine Mini-Aussicht auf 2022

Nachdem ich das 2. Jahr hintereinander schmerzhaft feststellen mussten, dass die äußeren Umstände unser Leben eisern im Griff haben, habe ich auch für das neue Jahr keine konkreten Pläne und Ziele. Mich braucht aktuell also niemand fragen, wo ich mich in 10 Jahren sehe ;). Mein einziger Wunsch ist leben, lieben und endlich wieder reisen!

Das bedeutet aber nicht, dass ich nun auf Teufel komm raus alles nachholen und zig Flugreisen und Kreuzfahrten buchen werde. Auch wenn es mich, gerade in diesem dunklen, regnerischen Januar, sehr in den Fingern juckt einen spontanen Flug in die Karibik zu buchen. Da wir mit unseren Schulkindern aber wieder mal festsitzen, bleibt mir wohl nur das Überwintern und von besseren Zeiten träumen. Ein sehr schönes Buch btw. Denn die Autorin macht genau das, was ich (nach Narvik) unbedingt in diesem Leben noch einmal machen möchte. Die Polarlichter in Tromsø bestaunen, im eisigen Meer schwimmen, in der Sauna schwitzen, Santa Lucia feiern und mich der Ruhe und inneren Einkehr hingeben. Überwintern. Wenn das Leben innehält*

Es gibt Tage, da denke ich: ist doch alles sinnlos. Ich verzichte auf einen Flug oder ne Avocado und Elon Musk produziert gleichzeitig soviel CO2, wie ich in drölfzighundert Jahren nicht. Ein Zurück in achtlose Zeiten, bekomme ich aufgrund der allzu nahen Zukunftsaussichten, aber auch nicht mehr hin. Daher möchte ich 2022 endlich das Thema Zugreisen in Europa angehen. Ich sitze bereits an der Planung, aber ich sach euch…. das ist immer noch ein sehr stiefmütterliches Thema und ich habe deshalb schon das ein oder andere graue Haar. Außerdem möchte ich wieder mehr Kurztrips in Deutschland und über die nächste Grenze machen. Auch hier winkt bereits ein winterlicher Trip. Sofern das böse C uns lässt. Da wir mittlerweile aber alle Vier geimpft sind, wird sich das hoffentlich realisieren lassen.

Dabei werdet ihr auch erfahren, wie es sich mittlerweile mit Vorpubertier (bald 11) und Pubertier (fast 15) reist. Kleiner Spoiler: es wird zwar in vielerlei Hinsicht einfacher, aber nicht unbedingt entspannter. Es sei denn, wir machen 2 Wochen All-IN mit 24hours WLAN ;). Außerdem möchte ich endlich mal wieder Selfcare betreiben, mehr wandern, alleine unterwegs sein und mich für ein paar Tage in ein Yoga- und Meditations-Retreat einbuchen.

Desweiteren möchte ich mich von den Endlos-Dramen dieser Welt etwas distanzieren und mich mehr auf mein kleines Leben fokussieren und es mir/ uns gut gehen lassen. Auch wenn es schmerzt: ich habe kaum Einfluss darauf, ob sich die Menschheit um das Klima schert, in Einigkeit dieses Virus bekämpft oder einen Krieg anzettelt. Ich kann nur selber die Veränderung sein, die ich mir für die Welt wünsche.

Aktuell lassen einen die Omikron-Aussichten ja wieder erschauern und mir graut es vor weiteren Schulschließungen und Quarantäne. Gleichzeitig blicke ich vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Vielleicht wird das Virus nun endemisch und ungefährlicher. Und ja, wenn wir uns dann einmal im Jahr (wie bei der Grippe) impfen lassen müssen, ist das halt so.

Wie auch immer es 2022 weitergehen wird: ich wünsche euch allen ein Jahr voller Glück, Hoffnung, Gesundheit, Liebe und wieder mehr Leichtigkeit! Auf das Leben! Cheerio!

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4 Comments

  • Reply Jana 6. Januar 2022 at 9:35

    Herzlichen Glückwunsch zum Blog-Jubiläum und lieben Dank für Deine schönen, aber auch ehrlichen, Beiträge! Ich lese immer sehr gerne bei Dir und nehme viel daraus mit. Und die Fotos von der Nordsee sehen doch super aus 🙂 Liebe Grüße und auf ein gesundes neues Jahr, Jana

    • Reply nadine 8. Januar 2022 at 9:53

      Vielen lieben Dank, Jana. Das freut mich wirklich sehr. ♥ Und ja, auf den wenigen Bildern hat es für einen Moment mal nicht geschüttet ;). LG, Nadine

  • Reply Claudia 6. Januar 2022 at 10:06

    Liebe Nadine, ich folge Dir schon viele Jahre und finde Deine Entwicklung sehr reflektierend und spannend. Danke, für die vielen Inspirationen und dass Du unermüdlich den Finger in die Wunde hältst. Dass dies anstrengend ist, kann ich mir gut vorstellen. Aber es ist so so wichtig. Auf die nächsten 10 Jahre und alles Liebe, Claudia
    PS: Der Film ist mega!

    • Reply nadine 8. Januar 2022 at 9:52

      Aaaaw! Wie sehr mich das freut. Von ♥ Danke, liebe Claudia!

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